Druckschrift 
Nachtr., 2 (1825)
Entstehung
Seite
13
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diesen Namen zu geben, der in der That an die Bastille und diegeheimen Verhaftsbefehle (Lettres de Cachet) erinnerte. Hier warder Fall, wo das Wort sehr viel zur Sache that. Bonaparte sagt,er hätte jene Häuser Strafhauser für unter öffentlicherAufsicht stehende Personen nennen sollen. Vor allem, wennman zum Strafen genöchigt ist, wird Klarheit erforderlich; mandarf durchaus keine Vermuthung, keine Andeutung, oder sonst einWort, das verschiedner Auslegung fähig ist und die Leidenschaftenins Spiel bringt, wo Gerechtigkeit geübt werden soll, an die Stelleeiner bestimmten Bezeichnung treten lassen. Dürfen wohl Personen,die unter öffentlicher Aufsicht stehen sollen, in der bürgerlichen Ge-sellschaft leben? Nein. Man muß sie mithin irgendwo unterbrin-gen, muß eine Einrichtung treffen, wo sie Aufnahme finden könnenund dieser Einrichtung einen Namen geben, der den Gegenstandihrer Bestimmung anzeigc.

Man fand zu Danzig In dem Thurme auf Weichselmünde einenGreis, der fünfzig Zahre dort eingesperrt war. Er hatte das Ge-dächtniß verloren und eS war ganz unmöglich herauszubringeo, werer sei, welcher Familie er angehöre und warum man ihn verhaftethatte? Dies Beispiel hatte Napoleon erschüttert und er beschäf-tigte sich seitdem mit den Mitteln, so schreckliche Dinge zu verhin-dern. Er fand bald, das sicherste sei, alS Grundsatz scstzustellen,daß keine Haft länger als ein Jahr dauern dürfe. Sollte sie ver-längert werden, so war eine neue Erklärung des geheimen Conseilshierzu nöthig und auf diese Weise konnte kein Gefangener vergessenbleiben.

Da einmal von Gefängnissen die Rede ist, darf wohl nicht mitStillschweigen übergangen werden, daß man die Absicht hatte, be-sondere Gefängnisse für junge Leute von 14 bis 18 Zähren zu er-richten, welche das Zusammenseyn mit vollendeten und geübten Ver-brechern auf immer von dem Wege der Tugend abziehen konnte.Ein so menschenfreundlicher Gedanke war nur von dem Herzeneines sehr humanen Mannes zu erwarten. Der Herzog von laRochefoucault hatte ihn zur Sprache gebracht, aber unglücklicherWeife unter einem Minister, bei dem nichts zu Stande kam, weiler behauptete, daß unter denen, die ihm vorangegangen waren, zuviel gechan worden sei. Der Urheber des Projekts fühlte, daßman den Zweck und die Absicht schon bei dem Namen andeutenmüsse und wollte mithin die Einrichtung, auf welche er antrug,Probegefängniß genannt wissen.