Druckschrift 
12 (1824)
Entstehung
Seite
111
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düngen von Mali»ev spazieren geritten, als mich ein so furcht-bares Wetter überraschte, daß ich mich genöthigt sah, mich mitmeinem Pferde m eine Scheune zn flüchten. Plötzlich ertönte einso heftiger Donnerschlag, daß ich glaubte, der Blitz sei neben mirniedergefallen. Ach! was geschah in dem nämlichen Augenblickedort! in jener weiten Ferne! Was ich hier sage, könnte viel-leicht den und jenen befremden; aber da es erst so kurze Zeit herist und in Malincs, oder dessen llmgegend sich ohne Zweifel Phy-siker und Wcttcrbeobachter befinden, welche dergleichen Erschei-nungen aufzeichnen, so mögen diese meine Angabe entweder be-stätigen oder derselben widersprechen.

Bei dem Gerüchte von dem Tode Napoleons vernahm manüberall, auf allen Straßen, in den Kramläden, auf den öffent-lichen Plätzen das nämliche laute Geschrei, ein gleiches Gefühläußerte sich überall; selbst in den Salons konnte man cs be-merken.

Bei seinem Leben, zur Zeit seiner Macht ward er immer-während von Schmäh - und Spottschriften verfolgt: jetzt nachseinem Tode wurde man aus einmal von Büchern überschwemmt,die zu seinem Lobe erschienen ; ein Widerspruch, der einiger-maßen in der Erbärmlichkeit des menschlichen .Herzens seinenGrund hat. Von allen Seiten erschienen Gedichte, Gemählde,Abbildungen, Schilderungen, Steindrücke und eine Menge mehroder minder geistreich erfundener Dinge, zum Bewcißc der Auf-richtigkeit, der Größe, der Lebendigkeit der Gefühle, dieman seinem Andenken zollte und welche keine königliche Pracht er-zwingen kann.

Ein Geistlicher am Rhein, dessen Gemeinde irgend eineWvhlthat von dem Kaiser empfangen hatte, versammlete selbige,um für ihren ehemaligen Wohlthäter zu beten.

In einer großen Stadt in Belgien Unterzeichnete eine großeMenge von Bürgern zu den Kosten eines feierlichen ihm zn Eh-ren zu haltenden Hochamtes und wenn cs nachher nicht gehaltenwurde, so geschah es mehr aus Convenicnz, als daß cs hohemOrts untersagt worden wäre.

Jetzt wurde cs wahr, was ich so oft aus seinem Munde ver-nommen hatte:Es wird die Zeit kommen, wo man nur dasfür schön finden wird, mir Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen,und andre Dinge kein Glück mehr machen können. Ich werdetäglich in der Meinung der Völker höbet' steigen. -- Mein Name