Druckschrift 
12 (1824)
Entstehung
Seite
102
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ros

die man mir bezeige, da. ich doch einer von den Elenden wäre,die den König von Frankreich zn Varennes angehalten und nachder Zeit noch viel Schlimmeres gethan hätten. An einem andernOrte erzählte ein Herr Baron, der eine große Soirse gab, seinenGasten: Cr habe es nnn endlich heraus, wer der Herr Graf,der Staatsrath Napoleons sei, von dem man bei seiner Ankunftin der Stadt, so viel Aufhebens gemacht habe; Er sei weiternichts als sein Koch ans St. Helena gewesen, den er, weil cs ihman Gelde gefehlt hätte, selbigen bei seiner Entlassung zu bezah-len, zum Grasen und Staatsrath ernannt habe. Wenn der HerrBaron selbst an das glaubte, was er lprach, so war er wirklichsehr gut; wenn er aber vielleicht nur erwartete, daß es seineGäste glauben sollten, so mußte er wohl diese für sehr gute Men-schen halten. Das Spashafteste von der Sache war im Uibrizen,denn man darf nichts verschweigen, daß allerdings deri Koch vonLongwood vor einigen Tagen durchgereis't war; man sieht hieraus,wie dergleichen Anecdoten und Salons-Geschichten entstehen undwie sie zunehmcn bis sie der Teufel selbst nicht wieder vertil-gen kann.

Ich könnte über diese Bosheit und Dummheit mit allen ih-rem Thun und Reden und mit allen ihren erbärmlichen Mißge-burten lachen, wenn nicht dabei auch ein Vorfall ernsterer Artmit untcrgelanfen wäre, der mich wahrhaft betrübt haben wür-de, wüßte ich nicht, wie sehr Täuschung die Fürsten von allenSeiten umgiebt und der Gerechtigkeit ihres Urtheils Eintragthut. Man versicherte mich, es sei jemand, der nach demAachner Congreß Gelegenheit gefunden habe, im Gespräche mitdem Kaiser Alexander, die schreckliche Lage Napoleons zu berüh-ren und sich dabei auf authentische von mir erhaltene Angaben zu be-rufen, von demselben erwicdert worden:Man muß nicht an allesdas glauben, was der Mensch da uns jetzt in Europa vorer-zählt; das ist ein Jntrigucnmacher." Wie sehr lassen sich als»die Fürsten, selbst die aufgeklärtesten, selbst die ausgezeich-netsten, betrügen! Hier war cS nicht so, wie bei Napoleon,der sich zuweilen harter Ausdrücke bediente, die ihren eignenEin» hatten, aber keinesweges absichtlich beleidigend waren.Zum Glücke muß nun schon die Zeit, dieser wahre Prüfstein desCharakters, mich vcrtheidigen. Jahre sind seitdem verflossen unddie allgemeine Meinung aller derer die mich kennen gelernt undmich beobachtet davon, wird, ich wage cs zu hoffen, mich gegeneine solche Beschuldigung in Schutz nehmen. Ein Jntriguenma-