Druckschrift 
5 (1844)
Entstehung
Seite
369
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Zwar von Zärtlichkeit voll, wie im Triumphe doch gehr.

So ging Aurora daher, als sie von thauenden BergenMenschlicher, ins Thal hin, zu ihrem Zephalns kam.

Zwar ein himmlischer Glanz floß um die Schultern der Göttin,Und das Gcbirg' erklang unterm unsterhlichcn Fuß;

Doch da sie naher ihm kam, ließ sie die Gottheit im Haine,Wars mit Rosen »ach ihm, küßt' ihn und lockte sein Haar.

Sv geht Deahnc daher: Nun dleibt sie voll heimlicher Wollust,Daß sie dein Herz besitzt, und vor Entzückungen, stehn;

Also bleibt ein besungenes Mädchen, (ein göttlicher DichterBrachte sie der Nachwelt und den Unsterblichen zu,)

Darum bleibt sie auf einmal entzückt, tiefsinnig und lächelndUnter der Versammlung ihrer Gespielinnen stehn;

Auf die Unsterblichkeit stolz, wenn ihre Schönheit dahin istHat sie doch den Nachruhm, ihre Gespielinnen nichts.

Freund, du sahst sie stehn, und flohst mit sehnlichen BlickenIhrem vor Entzückung thränenden Angesicht zu;

Aber das sahst du wohl nicht, daß itzt ihr lockichtes Haupt-haar

Unvermerkt ihr Sylphe leicht und geschäftig umflog;

Mit sanfttöncndcm Laut des morgcnröthlichen FittigsFlog er um ihr Haupthaar, und schnell verwandelt er sich;

Nahm die weiße Gestalt der anakreontischcn Taube,

Ihren geschwätzigen Ton, ihre Geselligkeit an;

Und wie vom geistigen Wein des weisen Anakreon trunken,Und wie im lyrischen Ton lächelnder Lieder gelehrt,

Fing er poetisch so an, (ich habe sein Girren vernommen)Rauschte mit den Flügeln, lächelt' und weissagte so:Klopstolk, Oden. II 44