fitopfiocfö l'timmtüdjf Ulertu. ©tcrcot^p-SIuggabc. fünfter 0 a n it. 8etH»9> 9S e r ( a g von ©eorg 3 o a d? t m ©ßfcfceti. 1844 . © & e «♦ 3u>etter Zfyeil. Iflerjeittyniß »>er ©ton. 3m 3«l)r 17 9 6. Unferc ©vrucfte an uns . 17 9 8. Sic offentlicije Meinung . freute utii) Seife . Sie @rfci)einenSc . 1 7 9 9. Sind) feie gtadnuelt. ÜBifibegierSe.* ■ • 1 80 0. Stil feie Siebter meiner Seit . Ser ©egen. ©er ®unb. Sie unbctannteti Seelen .. . . Ser neue 9ßt)t6on . Sie 9(uffd)tiften . Sie ÜSage . Sic Unsergeültcbe . Sie Sieger unö Sie IBefiegtcn . Sie SladiEotnmen Ser ülngelfadifen . Sie Süßabl. 8oürei6ung. Sie UnfcljnlSigcn .. @ mir fclbjt? f Unterwürfige SDulberin, nun, fo fcbhtmmre betttt! 3dj bin •Deiner, twie einfl btt wareft, nicht nuirbig, ober id) bttlb 1 cd Sauger nidjt, ttttb ici? laff’ binfterben ben netten Unton, ©leid) bettt «KacbbaU’, unb bleibe, bie icb war. 2Beü id) bie bilbfamfte bin »on allen ©pracben, fo träumet 3eber pfttfdjenbe 2Bager, er btirfe getroft ntid; geftalten, SBie cd iTju lüfte? 9)ian betuit mir jum SRattle ben gjfunb; mir werben 23oit ben gwingern bie ©lieber fogar »errenft. ©elbft Umfcbaffungen werben gewagt, ©o entftellte bie Jabel Sßenttd jum Jifcb’, ülpollo jum {Raben, jur Sigertn Sljetid, * ©iefe £>bc wuvfre auö tev «grtmmfuua v»on 179S «u5 einer Uvfad;e twggctafiTetir vuefcfye uicfyt &or ^uMtcum gef;5vt. 4 ®elin3 ©chwefter jnr Sage, jnni ©rachen ben ©pibaurcr Unb 311 ber öpeerbe pl)«r bid), Jupiter. SBer mid) »erbrittet, ich h«fP ihn! mich gaUicifntet, icf> haff’ ihn! Siebe bann felbft ©ünftlinge nicht, i»enn fie mich jnr (Quirittn ©jachen, unb nicht, wenn fie mich »erachä’n. (Sin erhabnes SSeifpicl Sicji mir jjeiientS: ©ie bitbete ftch burdh (ich! ©feiner ©chwefter jjelleniS ©efattg ift ©efang ber Sirenen; Slber fie will nicht verführen. Sch war bte ©chttlbige, folgt’ ich, ©(eich ’ner ©fiavin, ihr nach! Sann fra'njte mich nicht ber Sorber, Saphne jnvor, nicht bie (Stehe, bte öjltm einffc war. „050)11" 39(1111 nult ein ffiilbifcpeS Sviigmciit gefüllten fja&en, tutet) ii'etcljein bei gute unb tmgti'irftictje (Sott SBiitbev tic (SEttin tev ffccimb; fctjnft - 511)11 in eine Sictje »envMiibette. 2>te öffentliche Meinung. * 3m ©tärj 1798 . (Sine ©ieimtng warb in Europa jur Ijerrfdjenben; Slbfcheu Söttet »on SiUer Sippen, eö wirb auf Silier jttm (Donner * 5dj inifte eine meiner neuefien öbett (51 n feie r$ciniftffien SRepu; Micnncv. 3m September 1797 ) itfj gteicl), ivie eä mit !>ovfam, mit bet gemnmten £>be tiicljt imjufviebeit 311 feim (nuinclite, fo würbe mit iOve HGegiaffuug botp niept feintet: beim cö vom- mit meine Stimme, bie icfi bovin gab. Sn bev, loetcpc idi jepo Dcfannt mncfie, ijl von nidjtä ©einigerem bie Stete, «IS oou bet (Stimme Sutopn’ö. ©iiKtcr, Nation, bie b«3 ©ä'umen nicht Fennt, nnb 6« Sögcrft, Äflltvcrachtenb Ijerab auf jene ©erwärme ju fehen, Sic bir umnebelten, wasJ (bir graut fdion Sag!) SBdlb ©ntfeßen bir tft? 23etfe benn ganj v in ©efiihi, entehrt von betn SBahne, ju bem bie Sriigenben bid; crnte ! 'erten mit farbontfd;er Sache. ©ev, bie bu roareft! Sn fannft nicht, fo ftoij fonft, hi« ewige Sulberin feint! Sie ihr, waö ÜI ^achten, »erwanbeltet, müßt nicht erröthen, ernenn ihr e3 auch 1 onnt; bleich muffet ihr werben! Senn Silier Sippe tönet vorn JUto nb, wenn fpracfioö bie äßt'irbe, fo fprädje ber ötein! Sind) fcljr wahre SMeinungen ftnb nicht mehr, ftnb oer= glommen, ©leid) ber glnmnie, bie fanE; boct? europa’ö leuchtet bem ©elfte ewig, bnrchgliihc't bnd jjerj, wie bie 2öagfdjal nie Srobett «tu ^itnrnel »erlifd)t. m 7 gtcitfee ititö £ci&. 3m 3uliub 1798. SSSeUge SBertvilbung (Suropa’b, bie attb bet ©all t er ©tft= quell ©trömete! Dutcgt verberge beu Quell nur! (Sb leben nocg (Sble, Oteidjen bie Sruberganb; nocg beitfet bet @eift SBagrgcit, bab £erj fiiglt nocg beb ©nten ©eivalt. SDecfe mit 9cacgt ben Quell! Sei bet SBorjeit ßbeln, igr ©aftfreunb, 2BtU icg und) laben, ivill mid? mit meiner Sage ©cnoffen Segen an SlHent, tvab etnfb bie ©eel’ unb ergob, Slllem, »ab fegt tgeuer unb geilig unb ift. 9cacgt unifcgivebe ben (Quell! 3d) will in bet Silberpappel Äugle nticg bergen, nicgt weigern bab Saub betn fötale, null tanseu ©egen vor mir ben Säugling, bab 5ö?(ibcgen mit igm> SDiutter unb ©ogn, tilgen (Srinnruug beb Quellb. Stauet mit nicgt, wenn icg end> burcg feine SDrogungen fcgrecfe, ©elbft ju tanseu. 3cg »ar einft »«flieget Siingling, unb tanjte. 3ego fcgatt’ icg ign nur; bodj trauet mir nicgt, 3bO bie. am gcft banfen micg fagn für bab Sieb. s ©türjc 6er ßuell in bie Äluft! 3d) null und; 6er ®ic= gruben freuen, ®ie mein 3lug’ entbeeft in 6er immer «ubernben gufnnft. SSacbfet 6enn, Sorber, grünt! ®d;on bebt mir bie jpanb, Süelcfye mit eud), fd)5nere! froi) ft'e befränjt. * Sie @ffc^ctitcn&e. 3tn 3ot)(inn ©eorg 3«fobi. @djönl)eit, er f«Ije bief), wie, (Sbte, bief? SSSenige nur, ©lücflidje nur bttf> fat)n. Slber gelang ®etne 93ilbung ii)in ganj, wie bu warft, 911*3 er bidj fal)? ©iefe öbc batte, ba fie gemacht würbe, beit ©dihtfi, weichen fie jegt bat- ffotgenfce Strophe: 8[Ifo enbet’ id; tiumt, ba erfämpfte fdjou ffteifon bev ©iege Äettenbften, bie ich fal) in bet immer anbernben Sutunft. Seiet, ich bringe ben Ovriinj bir! Sie gebet eermebt, Sßeld)e für bid; Seiim Mm Xnrbanc nahm. fam bi"5»/ aber früher, aß SfteCfon mich bcfittbie. Sch nebme fie fest jiivütf, weit et baS ÜBort beb unter ibm flcbenbcn Sommobote goote nicht biett. 28er bic ©efebiebte fennt, Ser weifi, metrbe goi. gen Sieb batte. ’5cb mag bierüber weiter nidjtS f.rgen. 9Tnr Sab fann ici) nid;t. unerwähnt (aflen, bab ich i’on ber uiibgeftricbnen «Strophe würbe gefchwiegen haben, wenn bie Übe nicht fcfjtm @ini,- i gen wäre befannt gewefen. 9 gellet bet Äennenben 93licE lädjelnb bem ©ebauenben ficb, SBenn fein ©efang ftef?, »on ilfr tarnten, ergiefit? 3(1 fic baut eben Sie nod), bie and) fie ©alfen? uitb irrt 3b» tmb fie fein sp^antont? ! wenn fie blieb, bie fie war, 9116 fie erfebtett, fo burdfwadt jjeitre, bnrdjftrömt S5rol)crc6 Ujn, fo mnwtnben fein jjaupt Saube be6 jjainö. Grrnjr tfl bie Jrage, unb i£l)or jeglicher Aiinftler, ber fie 9cidjt langforfebenb ficb tlfut ober U'of;l gor, ©eniigfam, nicht tl)un will. ©6 fetmte fein Ärcmj; 9lber er weift. Sa bie ©dfönbeit entfbanb, war bie enipftnbung bie Sörant, Sräutigam war ber @ei|b. Zauberin lag, Scbenblicfenb bie Socbtcr, entjiidt Sag fie int jjain. Sa bie SDfutter gebar, fangen mit föferem Saut 9iad)tigallen, ber Senj öffnete ba 3ebe Änofpe, bem Reifen entrann 3ieiner ber £2uell! 10 2lud) &tc 3 m 3 a n u a r 1799. ©inft nuitbet’ eine Speffc burd) (Suroya’b 9iorb, ©enanut bcr fdjtvarje ©ob. 2Bettn bcr fcbtvärjere, Sie fittlicbe, mit ber tf;r ©ich nur nicht auch ju bem 9iorben biwvölft! ©efcbaubert bat vor eudj mich, ihr Otaubenben Unb bennocb ©toljen, bte tl)r bie Freiheit nennt Unb SlUcd bann, tvaö 97?enfd;emvobl tft, ©tiirjet, jermalmt unb ju ©lenb umfcbajft! ©ejürnet bab’ id), unb ber ©erecbttgfeit gern mar eb, melier mir mit ber Jlatiime Äraft ©ab jjerj burdjbrang. Socb vor bem fd;ii'ermut()b= 9iat;eu ®efitl)le beb ©ramb entflog er. 3d; null uic^t tvteber jiirnen, nicht febanbern, null Reicht trauern. SKttbtg Mietet bte Äält’ herab, 2Bettn fie ihr (Subiirtbeil nun fpridjt. 3br ©toljen unb fiebrigen . . . (99fenfd)enfeiubfd;aft * ‘) 23efämpft’ unifonft mich! Sarum fei; euch allein 99tetn SJBort geivibniet, treffe nid>t mit * 2 ), wer 93fenfch SBlieb, ob er ivobl and) freuet tljat) ihr ©toljen unb Oiattbenben, ich veracht’ euch- * 1 ) i, 9Ji c n f cf) e n f e i n i> f c() a f t" = ) „treffe 11 i (t) t m 11 " *) Sn bev £)be: ,,2)cv (Silber" tjt von meiner bev 9)ienfrf)cn; fcinbfcbftft bie Diebe, unb -) tu bcr: ,,£>cr *8eiof>nre" bnvou fcaö bic 93fVrtd)tunjj bev DEcnfcbeii jurn DÄIfambroyen maeije. 11 2Ber uon beit Jranfen, baß tcß Beracßten muß, . SOfitfi'ißlt, Ser träufelt grattcrnber j!äßr’ ßerab tlub weißt bie eble mir, ber letbenb 9«aßm »on ber SBaßrßeit ©eficßt ben ®d)leier. Unb btefed Selben trübet benn jeßo Sen, Ser cinft, uon ßcißett froßen (Erwartungen Surcßbrungen, tu ber $riiße @^uuer ©alltend wcrbenben Sag begrüßte. ©cbräugte ©cßaarett fpredieit mit mir mein SBort 93ott ettcß, entftirnte Sreißeitenertilger, and! Sed (Snfeld ©oßtt unb btefed Urfoßtt fallet ed mteber, 2lucß er verarmtet. Sßäßnt nicßt, er cd je ber SSergeffetißett. Senn, broßte bie, er griib’ ed in EOiarmor ein, ©rt'ib’d in (Sr}! ®ocß road bebarf er Reifen? wad (Srj? (Sr bcmaßrt’d im ^erjen! 3 m 3<'«n«> : 1799. 9lud) ©ott fprid^t. 23on ber ©pracße bed (Einigen (Srblicft bad 2(uge meßr, nue b, welche inbattdvwlle SBorte ©otted, ber rebete, fal) mein üluge! ®ad giebt febwanb. ®onner badeten; ©turnt, bed 9)fecrd ©etöd war feböu unb fcbrecHicb, erhob bag ^erj. D, welche inhaltsvolle QBorte ©otted, ber rebete, hört’ ich tönen! ©ott berrfebet, winfenb, leitenb, wie «Befen auch, ®te frei ftnb, banbeln, berrfebt für bte ©egenwart Unb für bte gitfunft! ©priebt bureb £t)at auch, «Belebe bie Sterblichen tl)un, bie ©ottlieit? «Benu ®iefed fft (wer glühet, ber ttnrub «oll, glicht hiev vom Surft, ju wiffen!): wad t()ut fte fttnb ®urcb ©iege ®crer, bie bed Wtenfcben Oiecbte nicht nur, bte fte feil'er leugnen? 2Beil am ©eftab’ ich wanble bed Oceand, Stuf bem wir 5111’ einft febweben, enthüll’ ich’d halb. 3cb will bte beiße «Btfibegier benn Söfcbett! ©ie bleibt; fte i(t heilig Jener! 18 ©ant fa’tt fie, bereu (Sntte iBerttnlbruug ift! ©eö SD?enfdK« 9ied>te leugnen fie, leugnen ©ott! ©d)U>eigt je£t, ntrfjt leitenb, ©ott? unb fannft bu, gurcbtbareö ©Zweigen, nur bu nn3 belfern? 21« bie Steifet «teiltet; ^etl 3 tu Januar 1800- 2He Lettern [eben beller int ©ittlidjen, 9113 cinffc bie 9l(ten fitl)n. ©ttrd? ba3 reinere £tc()f, btefe reife Äenntnijj, bebt fiel? jpöber iljr l?erj, tute ba3 Jjerj ber Hilten. ©rum bürfet il)r and), tvenn’3 in ben ©ebranfen nun ©er fünfte ©teg gilt, fötttpfen befeelt vom SDtutb, ©tirft, trenn ber £erolb bod? ben Sorber £ält, mit ben Äalotagatben ftintpfeu! iBiel Snteig’ unb ©projfe haben bie ©ttgenben; f?u jebem ftimnten laut bie @mpfhtbttugen: ©a grünet, bliibt nic^tö biä jtttn beben Hßipfel, ba3 niebt itt bie ©eele bringe. 93iel $tveig’ unb ©proffe b«t flueb bie böfe SCb«t; 5Scr iebetn febattern auf bie (Sntpftubungen: ®a weifet, borrt nid)t3 bi3 jum beben Sßipfel, ba3 nicht itt bie ©eele bringe. „Sorbet" Siuv in ben pijtpifcijen, bem Stpolto gewtbmetcu ©picten war ber Sortier bie SBetoljmmg. 14 Sie mehr ber ©tufen jtt beut Unenbltdfett 2tnf|tiegen, fcbanen belfere ©dföttbeit. Sr, Sad ©epn, tearb bttrdf beb Sfltertbnmed 9M)rdten entftellt, bte um ©öttern fangen. j?äjj ift, rote weit and; ftrable ber Äenntnif 2id;t, Ser Äatnpf ntnd Äletnob! 2Bem bet ber ftactel ©lanj 9iidft laut bad ^erj fdjtägt, frei) nidft bebet, glicht, ift er roeife, bte Sbnen Selpbi’d. Ser er (len 3an beritt tn bed Sidfferd jjatn — Sarftellung beißt fie — treibet Ser, opfert ibr Ser SBlütben jiingfle! Sicfe ©öttin, ©treitenbe, ntuj} end; mit jjulb utufdftrcbrn. Sßenn ©etft mit SDiiitb tbr einet, unb trenn in cucb Sed ©ebroeren 3ietj nie fdtiumnternbe gnnfeti näbrt, Sann trerben felbjt ber SlpoUonia Sifrigfle ^priefler end) nirfjt rerfennen. Senn ihnen irtiiEt ber «mpbtftbonifche Äainpfricbter; fie ftnb feiner ©efeße, ftttb Scft eingebenf, baf) tn ber Safein Srfte gegraben tuar: Äeufcber Stndfprnd)! „j{cufd)ct 2ritöfpriirft" Sie Uiipnitetlicf)feit ber StmpijiEhjoneii roiit ftvcngev, alb bic bot •fictlcuobifen, obgleid) spinbgr uen ber Siitfctjei; billig bot Scptrll filflt, b.lß ttf uyra ynim; fei). Sic ©riectjCIl mitllltcll Sie, für ivelotie emfctiiobon würbe, fioitige Sieger. / 15 Der ©ntel fielet einft von ©Ipfium Sldjäa’b ©cbeinen tommen tittb (tu bem jjaitt tlmmebt eö fte nielobifd)) euren ©ieg ihm oerfnnben mit ebeltn Särf^eln. Set <2ej$cn. •Schon lange rttbft bu, licbenbe Sulla, Sn beinern ©rabe, bu, ble ben SBater mir, Deinen erften unb halb (Einjigen ©ol)n, gebar. SSiel’ ©tnfiebler ber ©ruft bedt bie ffiergeffuug auch. 9tie vergaß ich bicb, niemals uergeff’ ict> bicb! Dein Siebling mar ich, unb bu erbobft micß Durcß beiueu frommen SBanbel juerft p ©ott. 3 bicb jitttgft nod) frtfcben Sllterd; allein, webe mir — (icb fiibl’ ed noch jefct!) — 2ßie fanb icb bicb mieber! Die Gleichere faß, ben $uß auf hoppelte Deppicße bingefenft, Den ©tab in ber £anb, (htrrenb bad Singe; bie ©timme mar 9cid;t ©timme. Dfur etnjelne falte SBort’ atbmete fte, 9cabnt an bem ©cbicffal’ il;red fo febr unb fo lang geliebten €nfeld nicht Slntbetl mehr. Durch ben «JSater froh, 16 grob burd) Sie SOTutter, toanFet’ icb oft ju ibr Unb fof bann mit t(jr an iljrctn ©rabe. Tier ©cbcibung finfterer 3lbenb Farn. (Er tourb’ rljr oerborgen, 3tber oon ibr getoeidfagt. ©d;on ioar id) toanfenb anfgeftanben, ©d)nell ftanb auch fte, ■Kaum bebtirfenb bed ftiifjenben ©tabed! Sie richtete l)od) bad jjatipt auf. 3b r ^ l, 3 c WM SStcber 3luge geioorben, ©tintme toieber bie ©titnme! ©ie legte mir auf bte ©time bie Jjanb, Unb bie SBegeifterte fegnete mid). j?tmntlifcbe Sßorte ftrömeten ibr! 3n ber 2Bonne unb ber SSBcbmutb fanf icb beinah’> 3lber fte toarc ja mttgefuuFen; Siejj nur hielt ben £rfd)ütterten. ©Ct SSUItk 3ioo ber fünfte oereinten fid) einft, bie SfÄuftC unb bte SicbtFunft, Unb fo fcböpferifcb ioar ber betben Unfterblidjen (Eintracht, ®ajj fte mit bauernber ©lut mich bnrcbftrömte, Saf auch ©eher ber Jjörenbe toitrbe. Äotnnt benn, SOTalerei, unb beine parifche ©chwefber Somme, »erbünbet euch auch. 3h* ftrcbt; allein il;r »er* mögt’3 nicht. ©ielje, ba fdjwebet t(;r neben etnanber; Slber (Sinfame, ©infame bleibt iljr. 2Ben ihr erhobt, begeifertet, oft fann Ser «uf ein S8iinb= nip; 2(ber umfonft, ihr bliebt Sinfteblerinnen. 211), niemals Sßerbet ihr burch ber Sinung ©eheimnif? 3ebe SEiefe beö ipcrienö erfchiittern. SBenige finb nicht ber ©tufen, worauf bie ©mpftnbung emporfleigt; 2lber nicht jebe ©chönheit führt jn ber äufjerfcn Stufe, 2Bo bie heitre gebiert, unb geboren 2Birb bie Oiött)e be3 labenben gjforgenä. 2Benn fo hoch ba3 ©ebicht fiel) erhebet, bafi ber ©efang i()tn Saum ju folgen vermag, alebanu entjünbet ein heiprr ©treit fiel); eö wirb SßoHenbung errungen, ®ie nur feiten ben grieblichen glüefte. Sie unfeefnitutctt Seelen. SSSähnt nicht, ich fable, wenn ich von ben ©eelen finge ber ©ferne. SSßäbnt’d benn: fie bünfen euch ja feclenloö auch, cRtoyftocf, öbett. ll. 2 Sie tum fjotüg eud) fangt/ unb Me ©ejTügelte, Sie bei 23tM;en von Siebe tönt, ltnb ber SOtenfc&en gettcnerer Jrennb, tute ctnanber fte’s oft ftttb. Dieben fann er nid)t, aber er fann Raubein! 3M labt tttcl;t —er fragte, (träfet il)tt ungerecht; — Unb ctttft lecft er ber Sobten £anb. Saft midj ntc^t jnrnen, bannt id> encf> eure ©eelen nidjt leugne, S!BetI von bett ©onnen it)r träumt, baf fte tücbt fel)n, «Beil vom ©irin3, er fenne nicht Jontabant, SSom QIpoUo, bte SetKr nicht! 3I)r, baö Singe beängt bttrcb jeigenbe jjerfcbel, entbecftet SSSeltbeivegnng; allein faljet il)r je, ÜBab ©eläno erfpäbt, Hüben bte jjatn’ int Äranj? 9)tenfcben fcfnveben tun fWaja’b ? ÜBcnn im nnenblicben 9tannt fefjt ©ferne (tral)Ienber blieben, 9113 tl)r jiingft fte gefeilt, bann tvtrb ein geft 3brer Siebe gefeirt, ivallet von Jrenb’ tl)r jjerj, Sann, bann lächeln fkb SBelten jn! grenet ftd) etiva bie Srbe nicht ancb, ivenn am rötl)Ücl)eit Slbenb ©ie ftd) mit riefelnber Snft liebltd) nmive()t? 19 2Beun Me ©tröme nicht mcljr ballen, bie SJBtrbel ftcb Seif ant Ufer binunterbrebn? ®i(fet if)r, ob fie nicht Senaten, unb ment ft'e bte fcbrecf= lieben funb tbut, 2Benn ber Drfan ftcb erl)ebt, ööälber baö ijaupt Neigen, brobett bte Sfacbt immer fiel> brobenber jjernjolft, SDontter auf Sonner rollt % Engel, glaubt t()r noch mol)l, burebfebauen untere Stiften, ' Schreiben mit ©olbe, mit ©lut fte in tbr 58ucb; £), eö fennt, tuaS mir tbuu, unfere SOtutter auch, ©agt e3 an in ber ©oitne iKetcb! Senn nicht Segen erfebafft nur ben Selbem bte uäbrenbe' 9}futter, 2Bcnn ber Srfan ftcb erbebt, SBalber ba3 ^>aupt Steigen, broben bte Stacht immer ftcb brobenber jjerroölft, Sonner auf SDonner rollt! Slber fte rebet aueb oft in t()rcr SBanberttng Greife Stiebt bureb Sßetter. Sann tönt miitterlicbfauft 3bre ©tirnme. Äetn ©türm wirbelt; au$ Rainen meljt’ö 93on ben ©tegen beS guten SSiamtM 20 Set neue ^ijtljon. 3 m Suiiuö 1800. Sfcictyt ber 33crg nur ber Jabel gebar. ed liegt in bet ebnen ©riinfter ein 9?erg, fo mit 33liitl)en umgürtet gen Fimmel emporftetgt. Sicfcr eerfprad? ju gebären ein iparabiedl erfüllen Seifere 2Bel)eu; allein er gebar (Einen Sradjen! 2)er mar fdjon Oiiefe, ald er bed ©erged ©tröme nodj fog. 3ltd il;nt »ollenbet bet fcfmellenb’e Sßudjd mar, Ueberfcfattete, menn er ficO l)ob, tinenblicfe Jelber ©eine fteigenbe ©cfrecEengeftalt. eind ber feltfamften Sßunbergefdjöpf’ ift ber ®rad>\ 9lu ber ©time ^abeti il)m fd>imtnernbe ©puppen ber Jreil;eit tarnen ge= bilbet; tlnb, fobalb er am j?ell|ten unb ©djabenfro&eften jifefet, 2ßirb ber Jreifeit 9iame gejifeft. 2Bel)! mit ben l)bl;eren SBölbungeu mäljt’ er fidj l;er ju ben ©älfern, eilet’ er, fiel — gestattet berSicbtfunfb, baß fie ein 93olE eud> SEBanbl’ in ein SBefeu — er fiel bie erftaunfen, jiirnenben, guten ©älter mit feißetn Ungcftüm’ an. 21 SBenn er ein iBoli anfällt, fo burdjftriSmt er bie funfeln* ben aiugcn (Erft tritt 25lut’ unb belectt ftcb voll ©ier bie bürftenbeu fiefjen OTiit ber gejucften gunge; barauf ninfdjlingt er ed, engt ftetd 9)W)r in ber grgnfen Umnmibung unb fangt! Sreimal gltictlid) bad 93olf, fo beginnt wirb gegen ben ©d^enfal ®urd> bad laute SSerbot bed allgeioattigen SüBeltmeerd. •Denn ttmfonjl ift ju fcfynnmmen ber brofyenbe spptljon in 3fr= beit, 3mmer bonnert bie 2Bog’ il;n juriicf. Stc SUuffdmftcn, 3m 3uliitd 1800. SSon allen ©pielen iffc bad »erlierenbfte ©er Äriegedbalbfunft traurtged 2ßiirfelfpiel: ®enn, loeldjer 2Burf and; falle, fällt bocf> ©elber bein ©tegenben £ob unb (Sleub. 9tte (traft ben firieg ber granfen ÜSergefung! (Sr, (Er wirb eud? bauerub EOial tute ber ©räber fepn Sin 2Bed)felftrotne; bod) ergeben Äönnt il;r tl>n niemald jitm (Ehrenmale. „Äviegcöftn f&funfi" -Die Ävfejjeäfunft ift in Qffrfidjt nuf bie Unm&gUcfyfeit bet fönten Sfmveubunf) nuv '£alO£uuß* 22 @o fdjrtfft ü)t nie um*. Denn bic 93ejod)tmg borrt Den Sorbet; beim ber Denfenben Jlammenfd)rift 3|1 tief iitd (tolje Wat geöjet, Suter Unfterblicbfeit ©d)tuad) }u jeigen! eucf) faitn nicljt ©djam mehr rötben. ©o jeicbne beim Der ©djanbe 93leicl)l)eit, tvanbl’ eucf) iu fcfjrecfenbe ©eftalten, bte ber ©tarfe fliehe, 2Bie vom ©efpenfte ber ©c£jiuacf>e tvegbebf. ©djaut, euer Wal glfibt biä ju bem ©ipfel bin iBon 9itcbterfprticben! 58ölfer umivanbeln eö Unb lefett. 3$ lab and;, unb lerneub £aud)t’ ich ben ©rijfel in heilig Jener. Den 9itd)tern tönet ipretö, ber SBefcböntgung Deö jebem 9ied)te ffucbenben övriegeö jjohn, ©ell'ft wenn für fie ber Um’ entftetgenb, ißbibiaö auch unb SfpeKed hüben. Der 9 ( iid)ter afitbfprucb bleibt; bte 93efd)önigung Deö neuen, iochbetaftenben Ärtegd vergebt, SßSolft’ and) Demoftbeneö, vom Setbe Äebreub, fie retten burcb feinen Donner. Sic äßrtge. 3 m 2luguft 1800. „Sit äöfylft Me ©timmen; wäge fie, nüif(t bu ntc^t ®eö Sfrutjinö bid) tf)ortd>t freuen, ber bir erfdjttHt." ©et)r mü()fnm ift bie SBägung! „9cun, fo pä()te jugteid) bentt bte 2Biberi)(tIle." Ser 33licf ernuibet, ber auf bte 2ßage fcf?aut. 2Bte fänmt’ö, tute viel ber Ia|lenbeit peit entfd)leidjt, 33eoor int @leid)gen>id)t bte ©d)ft becEt ©iefer ©ünftling beb iünterb bie 23anbe burcb lilienweiße SBlunien, oon ©cblangetifcbaume getränEt. 3ft 6 er ©roberungöfrfeg her SDtenfchheit äußerjte Schaube, Uttb gleicht btefe beut fchrecftichen ?OTaI, ba3 man bem ge* fangnett Sfinbercr brannte; trenn Dief (eit einem halben 3ahrhnnbert 2 ßußte, wer SBetöljeit fennet ttnb thnt Unb, bte 93er(fla»ung benfenb, bei mir mich verfinget, ich rebe 9Stel 51 t fanft, betin eö habe, rerglichen, baö SUfal her utn= # flirrten Oittberer 9iötl)e ber Üiofen: wte tperen fiel; Die, fo 001 t 93ei= fall 3 e£t für bte frtegenbett Jranfen noch glt'ihn! Slbcr es$ fei;, nicht fcl;ott feit einem halben Sahrhnnbert’ £ab’ eö ber SSJeife gewußt, eö erft gelernt, ba baä hehre, heilige 2 Bort wie verfluchet warb: hat brutn bte 2 >erflnd;er Seifer ber Schanbe Donner gerührt? Sanfter ffe niebergeftürjt? 9tie narbet bte SShtnbe fich biefeö Donnert, ewig eitert ffe! Denn mit beb Oiönterd (Srobrnng #at beö ©allierd (Ototnd auch etferned 3 od; war leichter) Ittn ben ipreid gefämpft ttnb gefiegt! Defair fürchtet’, ed bliebe fein 9cante nid>t! ^weifte hoch ■Seiner, deiner von Denen an ber Unfterblichfeit, bie ber SSerfflnvimg 26 «Batet - fiel) weihten! 3h* fjrtt't ja Sitte mit öuHUitlub Slachwelt Um ben ipreib gefänipft imb gefiegt! j?irten»olf ber Sllpeu, bab, ringenb mit ben SBejochern, giel, unvergeßlich Mft bu, nüe bab tl>ernn>p»;ltfd>e Häuflein; eud) I)at einer Unfterblichfeit, bte ber Jranfe nicht fannte, euer .Stampf, ber gerechte, geweiht. (Sh^c, ©efang, burch bte 9?ennung bich etlicher heiliger SEobten! jpolbener, ©täbcli, SBlunten aufb ©rah! göljn, SSijener, 9K«rti, Sorber aufb ©rat! SSctfcßart, ©enn, Oiichlin, eherhart, SDiofer, ©chorno, ber eiche ©preß anf bab ©rah! Sttonb, 93urgt, •firanj’ auf bab ©rah! sphil, Sucheler, 9iichmuth, eilt mit ben Äränjen! Seiet, noch einer ber jjwlbener, eilet! ©chniiriger hießen Drei SBrüber. ©te fanfeit neben einanber: 9ttnne bte banfenbe SEheän’ auf ihr ©rah! Sic 3^ad)touunctt J>ct* 2tnftclfad)fen. 3 m ©ep teilt her 1800. * 9tacl)t beeft bie pufunft; aber eb hellt auch wohl ein wenig Schimmer halb bab Verborgene. 27 Sod) jefft enthüllen graufe SBetter, ©trabten auf ©tragen, baö ual)e ©cbidfal! 93on allen SBtnben stufen bie ©tragen her Unb öffnen gufunft! ©et)t ihr eö, Seutfcbe, nicht? aSon unferm SHljetn’ \)ex, von ben ©anbböbn, Sie ben S3ata»er bent OTeer’ entreißen, j?er uott bent Senfmal SOTurtenä, baö 3lfd)e warb, Unb vom nun febmarjen Fimmel Jpefperienb. ©el)t ihr eö and) ntctjt, ©ohne Serer, Sie alb (überubfer bei Jriebrtd) fämpften? Ser Singeln ©tatnnt fab, banbeite, ehe noch 9?acb 93lifcen Sölige leuchteten, öffneten. 3bn preibt ber peit, bet Slacbroelt jtaruf, ©eilt’ and; ber enbenbe SBtirf beb 58lutfpielb .... &ic 28 af)L (Europa berrfebet. Smnter gefcbmeidjelter ©ebieteft bu ber £errfcberin, ©inulicbfeitl Sie SBlumenfette, bie bu aulegft, Älirret nicht, aber umringelt fefter, Sllb jene, bie ben bleichen ©efangenett 3m Sturme lafbet. gauberin ©innlidjfeit, Sn töbteft Sllleb, tuab erinnert, Saß fie nicht £eib nur, baß eine ©eele ©ie «ucp bocp galten! 93on ber erhabenen, SSon iprer ©röpe rcb’ icp nicpt, fage nur: Su fd>tdferft ein, bap fie in fiep nieptb Sttuper bet fcplagenben Slber fiiplen. Sab foll nun enblicp enben! Ser eble .Krieg Ser gropett, liebendroürbtgen ©«Itter Übaubt bib junt legten ©eperf’. ©ucp ft'nfet Sßelfenb »orn Sinne bie Slnmenfette. Sie Sonnerfttmme fcpallt cuct? bet eifernen üliotproenbigfeit! 3Pt ftranepett beb gebend 2Beg äkrarmt*. rote roär’ eb ittöglid;, bap tpr 9fnn tn bet gaubetin ©epop noep ruptet? Sod;, roenn ein Junten @eele vtelletcpt in end) Slufglimtnet, wenn ipr jürnt, bap tpr Äitecpte fepb .... 2Bab fromtnt’b? 3pr pabt jum Jlintenfbein bie Pfennige nicpt, nod) jn einer Kugel! 3pt frtpt cb reellen, pörtet bie eiferne 9?otproenbigfeit. 2Bab rodlet tpr tpnn? SBoplatr, gut 2Bapl*. SSerjroetfelt! ober tn«d)t enep ©Iticfltcper, alb eb ber ganber tonnte! 2Ber, roab bie ©cpityfnng, ttnb re«b er felbft fei;, forfept, Slnbetenb forfept, roab ©ott fei;, Sen peitert, fbdrft ©ennp beb ©etfbeb; roen und; btefen Quellen nie bürfbetc, Ser erlieget. 29 •Der fünfte ©lunten fönnen 51a - ^etterfeit aiud) nueber roecfen, führt euch beb ftettnerb ©lief. Sie garte trüget oft; ber ©lumen Seelen ftnb labenbe 2 Bol)lgerüche. £o$f ei^ung, — v v — j u — u u — ^ o v — o — uv — ? u u — r in ben Sterblichen fielet! Äeljre mir nie, ©ebanfe, juriief, in ben ©tunben ©elbfl nicht jurücf, wenn am ©chnellften bu bicf> regefb Unb 00 m leifeften jjauch ber ©timme Seiner ©efdljrten erroactjft- ©ci)öne 9catur, ©egeijterung fei; mir bein Slnfcbaun! Schönheit ber Äunft, wert’ auch bu mir ju ©efeelnng! 30 Ssötferruhe, Me war, einft wieber gmieu wirb, fei) mir ©entijj! ©djöne 9iatur .... £>, blühen vtelletdjt mir noch SBlumen? 3()r fei;b geweift; bod) ift friß mir bie (Srinnrung. 3Jud) beb Weiteren Stagb SBeibfagmig gellet ben trüben mir auf. Qlber, wenn il)r min wieber mir blüht, wenn er wirflich Sencfjtet, fo jirömt mir €rquicfung, fo burd&wall’ er SOtit ©efülß mich, bab tiefre Sabung ©ei;, wie ber glüchtige fennt. jjöret! 2Ber tönt t>om ©iege mir bort? vom ©eniorbe? 3lber er ift, o ber Unljolb! fchon entflohen: Senn ich bannet’ tijn in bie Sebe ©ammt ben ©efpenften ber ©chtacht! Sebenber ©dierj fei) nnfer ©enoff’, nnb bab fanfte £äd)eln, bieß gel)’ in bem 3luge wie ber junge borgen auf; ber ©efang erhebt; iljr ■Sränjet bie Straub’ im Äroftalf, SBccft }u ©efprd'ch, bep greube ben tSrnft nicht verfcheudjet, greunbfchaft nnb Pflicht, bie nur hanbelt nnb nicht rebet, ©eh von Slllcm, wab nnb verebelt, llnfer getiebtereb grell gorfd)ung, bie fttll in Sem fich verliert, wab fchon lange 2Bar, nnb wab wirb in ber ©chöbfung £abi)rinthe, 31 Su biffc Cluelle mir and), von ber mir SBonne her GinfamEeit rinnt. jpat fiel) mein ©eift in ber 2B«t)r()eit vertieft, Me auch fern nur ©puren mir jeigt vom SSeherrfcher 6er Grfcfajfnetu O, fo töne man rtngö vom Ärtege, ■Striegel ich Ijßre bann nicht. ®tc ttitfäiuIMgett'. 3m November 1800. - U KJ — u — V — ü — u — o — u o — j u — u — u — [)infira!)le. Sn fiihlft, eb ift Siebe jeglicher ©tral)l, jebeb ber Jünfdjen, bie deinem Jperjen nach bir entfliehn. „2lch, tuo finb tuir? Um unb lächelt unb 2tlleb an, 2(lleb fäufelt unb gröhlichfeit!" 3d; erjiaune noch fietb über beti ©(ans, ber unb Qtub unb felber mit 2Bonnc firönit; 93on bent ©terne, ber bort an ber geivölbeten Reitern 58läue fid? feuft, nicht ftrömt. „©chau bett Miefen! tuie oft lehret er um ju unb. Sich, er liebt unb; ich lieb’ ihn auch! 2lber er ginnst nicht, tute tuir. ?0iöcht’ er bereinft, wie mir, Seuchteu, gliicflich, tute tuir, ein(t feint!" fitcV'Öod, ÜUtil. II. 3 ©ie S3ilb$auet£unfl, fcte SOlalctci un& fcte ©ic&tfunfl. 9Jt. ©er ©farmorbilbung fehlet ber 93lttf; unb war SBielleicbt nicht feine liebfte ©efpielin ffetö ®ie ©eele? SB. geige, fWalerei, erff, 2Baö bu geffalteft, auf allen ©eiten, Sb bu fo I;ocf) btcb lwageffc, baf bu bicf) mir 9ftit ©abel nabeff! giirnet bub 2luge beim ®ir nicht, unb tveinet’ö nidjt vor Unmuts, ©aß bu beb ©djönen fo viel tl)in tveigerff? ®. 9)tit Stofen fra'n}’ icb, farbige gauberin, biri) Unb bicii mit Saube, parifdje, ivie e3 bell ©er (Sieb’ entfproßt! SB. ®ir nimmt ber givang nicht ©eiten SJlpolIö, noch ben SBlicf OJtinerva’ö. ®ie ganje ©cböpfung öffnet fid> bir jur 2Babl, 93or ber bicb feiten ivarnet ber ©cbönbeit SSinf. SJBir rubn; bu ivalleff, febivebeft, fliegeft gort mit ber geit, bie fein ©a'umen fennet. 97f. 2Bie 9)telobieu bettlet bem ©f^e ju, 2Bab bu bem ©eiffe febufeft. @>3 ivanbeit ffetö Unb iviirbe, wenn eö iveilt’ unb ftanbe, SBeniger ©lut in baö jjer} ergießen. 58. 9)iit (gtcbenlaube tvoüeit tvtr, Sichtung, bicb Unb Otofen fränjen! 59t. Otter, acb, unfer Ätanj aSermelft, iventt tvtr ntc^t, betner »ürbtg, 58ilben baö 2ebenbfte, baS bu fangcjt. Utes ®d)it>ei$en. 3nntger (preis btt, Unerforfcbter unb nie ben (giften bet ©nblidjen @anj (grforfcfjltcber, bafl kb, begeiftert, gelehrt ©unb bte vereinte ©cböpfttng, mehr bid? fenne, QtlsS trgenb ein etnjelneö Sßefen ict ) fenne, »elcbeS bu fd)uffü gebet ein ©terblicber, ber ficb benfen bann, Unb bem ber ©ebanfe von ©ott Ser erfte feiner ©ebanfen ivar unb tft, SBelcber «tebt btefen «pretö mit mir auSrufe? 9hm mögen, iventg gefannt, bte (Sonnen ivanbeln, fliegen, iventg gefannt, bie ©efäbrten ber ©oniten: Unö tft greube bte gülle geivorben, 2Btt fetttten btd) mehr! SBorte fpreeben ibn nicht auS; aber fte ftnb boeb ©eines SicbtS anfünbenbe Sämmerung, »erben 59torgenrötbe, fobalb mit berjltcber 3ntügfett Sen nenuenben Saut bte SWeitfcbenfttmnte befeelt. fpochhetliger! Slllfeliger! 3lllbarmber}iger! Slber ich lege Me £anb auf beti SOfunb. Senn, werben mir and) 9)forgenröthe bie 2Borte, jo fehlt cd hoch ftetö an ctwad Sem ©ebaufen von ihm, fehlt bem ®efiil)l’ — ich fchweige. Äatfct Sllcjanfccr. ©rfdjeinen fah Mch, heilige €0feufc^lic^feit, 50?ein wonnetrunfneö Sluge. SBegeifterung Surchglfihte mid), alb in bem ftillen Stempel id) fal)e ber SBohlfahrt SOfutfer, ^ur geit ber Seugnung Seifen, ber fd)uf, jur geit Ser nur »erljeipnen, neuen Sefeligung Ser Nationen, in bcn (lummen fallen ich faö bie ©ottbelohnte. Slllein bie Stille fleh; in Mun Stempel fcholl’d 3Son frohen Stimmen. ©ine ber Stimmen fprach; Such wägt bie 9)fenfd)lid)feit, ©ebieter. ©taub ift ber 9?uhm auf ber ernfien SSJage, SBenn eure ©chale fidj nur ein SBenig hebt: 2Beh’ euch alöbann fchon! 2Bie auch bie Sßorwelt, fprach Ser Stimmen eine, wie bie fpätern SSölfer vergötterten Qlleranber, 37 3(1 ©djmad) bocb tiefer 9tame ben iperrfcbenben, Sie er und nennet. (Sitte ber ©timmen fpracb*. Jrier von ber Oftfee bid gen ©ina’d Oceatt l;errfci)et ein ebler 3üngHng. Ser I;«t bed Ramend JlecEe vertilgt; ber i(t Sed ©treiterd am ©ranifud, bei 2trbela, Sed ©treiterd in ben 2Mbern 3(fod, Slber int ferneren .ftampf, 93efieger. Ser l)at gefebn ber Ijetltgcn SÖTcnfd?lict;fett (Srfcbeinung. SEbaten folgten bem 93licE! 9cutt fcboll’d SSon SWelobien, nnb tattfenb ©timmen feierten Otuffiend 2lleranber. ©te Ijöljeten «Stufen. 3m Jebruar 1802. ©ft bin icb febon im SCraume bort, tvo tvir länger nidtt träumen. 9luf bem Suptltt war/ eilet’ icb jefst 3n ©cfilbe, tvie fonft nictnald mein 2luge fab/ 5cie ©ebanfen mir bilbeten. Oiingd nm mich mar mehr 3lnmntb, ald an bem 2Balb' unb bem Strome «uf ber erb’ tft. Slncb quoll Jener berab 93ott ©ebtrgen; bod) rcar’ä milbere ©lut, bte ficft 9Jtorgenrötl)licf> inö Sfyal ergofi. 2Bolfen fcftioanben oor mir, unb idf falfe lebenbe Sßefen ®el)r »erfc^iebner ©eftalt. 3e& e ©eftalt 2ßurb’ oft anbcr$; e$ festen, baf? fie an @djönl)eit ficb Uebertraf, trenn fte änberte. Stefer UnfterblidEjeix Selb gliefy fetteren Stiften, auö beiten ©anfter ©eftimtner ftd) gofj, «fjnltcb bem 23licf Sejj, ber 2Bal)re3 erforfdjt ober, (Srftnbung, ftcf> Seiner feligen ©tunbe freut. SDtandtmal al)mten fte nacf> Slnfidjtcn beö SSonnegeftlbed, üßenn fte nette ©eftalt tourben. Sie fanf £3ur Crquictung auch iroftl bann in ba3 fetter l)ttt, Sa$ bent Raupte ber 95erg’ entrann. ©praeften rielleicfyt bie Utifterblidjen bureb bte geänberfe Stlbung? 2ßar eö alfo: tote piel tonnten fte bann ©agett, welc&e$ ©efütjl! rebeten fte oon ©ott: Stöelcfjer $reuben (Srgiefjungen! gorfeftenb betrautet’ icb lang bte erhabenen SBefen, bie rtng$ fyer 9)Hcb umgaben. 3e^t ftanb nach mir ein @ei|t Singebüllet in ©lanj, menfcftltdjer SBilbutig, fpraeft Söttettb, tote noch fein Saut mir fctjoll. 39 ©iefe ftnb 23ewobner bei Jupiter. SMber ei wallen ©rei »on ihnen nun halb fdfeibenb hinauf ^u ber ©onne. ©enn oft (teigen nur ©lücfücben £öher, werben bann glücklicher. ©prach’ä, unb jwifcben ben auf = unb untergehenben SSWonben ©^webten bie ©cheibenben fdjon freubig empor. Jener, welcher mit mir rebete, folgt’; unb ich ©ah ermacbenb ben 2lbenbftern. # (jßitfilid)* iTieirer* : .vc (gtiilcttang. derjenige, 6 er (Religion unb ©efcbtnatf genug batte, ju entfcheiben, tuie ©ebtdfjte, Me beim öffentlichen ©otteöbienftc gefungen 5 U werben verbienen füllten, gemacht n müßten, 3 er würbe gleich im Anfänge feiner Unterfucßung ßrnben, baß bie Nacßflbmunä ber ipfalmen baä £öchfte fep, waö fich ber Sichter ju erreichen vorfehen, unb waö ber Sefer oon ihm forbern fännte. ©3 verftänbe fich »on felhft, baß von einer Nachahmung bie (Rebe wäre, bie Original bliche, unb bei ber fich ber dichter, ber fie unternähme, oiel öfter bie grage ;u beantworten hätte; SSürbe Savtb, wenn er ein ©ßrift bed neuen (tefbamentö gewefen wäre, fo gefchrteben haben? als bie anbere g'ragc; £at Savtb fo gefchrieben? 35ei ber Sortierung ber Unterfuchung würbe fich (Bielcä jeigen, baö fchwer ju entfcheiben wäre. Sie ipfalmen finb fel)t von einanber verfchieben. Sftan fönnte fie in einige ©laßen tßetlen, wenn man biefe Ntaterie völlig au3 einanber feheu wollte. Ulllein, wenn num biefe Hlbficht nicht hat, fo ift eö genug, fie in erhabene unb in fanftere abjuthetlen. 3 fepn möchten, unberüßrt liegen. ®enn, wenn unfre ©eele entweber bureß bie jjoßeit ber ©ebanfen ober bureß bab Jeuer ber (Smpfinbungen ftarf bewegt ifi, fo ift eb tßrer 9tatur gemäß, fo ju beuten, ©ewiffe näßerc (Srflärungen, gewiffe Slubbtlbungen will fie albbann nießt. ©ie eilt fort, ©ie Watte Stab alleb feßon ßinjugebaeßt. 3)ab Sieb muß einige »on biefen (Erweiterungen ßinjufeßen. Unb ßier ift eine »on feinen Wauptfeßwierigfetten, bie barin befteßt, baß eb in Wim jufeßung jener genauem Slubbilbungen nießt weiter gelte, alb eb feßlecßterbingb notßwenbig ift. SBibweilen fteigt ber ©efang in bie ©egenben beb Siebeb herunter, unb bab Sieb in bie ©pßäre beb ©efangb ßinauf; aber niemalb verweilen fie lange. 47 Sie erhabne Schreibart b«t feinere Seftimmungen, alb bie gemilberte. Ser ©cfang t(l bat>er einer hellem Seutlicb= feit fä^ig, alb bab Sieb. @r befömmt »on ber Äiirje, bem geuer unb ber ©tärfe ber ©ebanfcn noch mehr Sic^t. lieber: baupt oon ber hohem spoejte }« reben, fo ijt Sem, welchem cb leicht wirb, ihr ju folgen, faft fein Siebter fo bentiieb, alb gjoung. Sab Sieb rieptet ficf> nach ben eingefübrten Welobien, aber nur nach einigen. Senn nicht alle finb ber Slubbrucf ber wahren 9tnbacbt. Sie oon Sutberb Siebern haben einen großen Sorjug vor ben tneifien anbern. Weine Weinung ijb gleiebmobl nicht, baß man ficß’b fchlechterbingb oerfagen folle, neue Iprifcße ©plbenmaße unb ju biefett neue Welobten ju machen. 33) tnerfe noch int Sorbeigeben an, baß berje= nige Oieim, ben bie granjofen, welche ihn oft brauchen, ben reichen nennen, unb bejfen einige unfter beften Sinter [ich nicht gan} enthalten haben, in unfern Serfen, »orjiiglich in ben Iprifcben, völlig eingeführt ju werben »erbiene. Sen ©efang erbebt ber Sichter burch anbre ©plbenmaße. Salb braucht er bab ©plbenmaß ber Sllten. Salb fe?t er bieß auf neue 3lrt jufammen. Salb wählt er biejentgen unter ben eingefübrten ©plbenmaßen ber Sieber, in welchen ber Srodjäub bibweilen ben 3atnben, ober biefer jenen unterbricht. Slllein ben SKeim läßt er weg. Vielleicht würbe eb and; bem 3nl)alte gewifier ©efänge fehr angemeffeu fepn, wenn fie Strophen von ungleicher Sänge litten unb bie Serfe ber Sllten mit ben unfrigen fo oerbänben, baß bie 9frt ber £ar= monte mit ber 2lrt ber ©ebanfen beftänbig übereinflimmte. 48 2ßcm eb gelänge, fiieber ja machen, btc auch Senett gcfte= len. Me bem Schwünge beb ©efangb ebne 97iül)e folgen fön= ncn, Ser batte vortreffliche Sieber gemacht. einige »ou bcn (Regeln, welche ber ©efang unb bab Sieb jngleicb ^abeti/ finb: 3bre Einlage nuip niemalb eine Qlbhanblung oon einer Selire ber (Religion fepn. SBctin man fie in iprofa überfeine, würbe man ficb »ou biefern gebier, ber vielleicht burclj bcn poetifcben Slusbrncf »erborgen war, mit ©ewipheit überjeii: gen fönneu. 3cb meine nicht, bap fie nicht hier unb ba furje ©älje, bic Sehren ber (Religion enthalten, cinftrencn feilten. ip bie wahre STnbetung mehr bberj alb 23ctrad)tung. .Klage über unfer ©lenb follte nicht fo oft ihr 3nhalt alb Sauf fepn. Sie feilen bie Staaten 3cfu befingen. Sie Iprifcpe itjre grömmigfeit gar nicht abfprecheu will, unb bie fo oft bie Offenbarung lafen, biefcsS 9Jfufter ber er= habenften, ber würbigften, ber fanfteften unb ber angemef- fenften ©cp.reibart, bap biefe «Effa'nncr bie Äiit)nt;eit gehabt haben, fo Eiein unb fo platt oon ©ott ju benfen. Sie fön= nett ftef? bamit gar nicht entfdjnlbigen, bafj fie fiep ju ben Streiften haben herunteriaffen wollen. $ürd .©rfte hoben bie 97t ei|ten mehr gefunben SSerftanb, mehr natürliches ©cfühl ton Sem, wa$ wahr, gut unb riiprenb ift, unb felbft mehr ©mpfinbung «on ber SMtgton, alö 3 cne, weiche bie Offen: barung fo entweiht haben, wohl benfen. gweitend hot fiep bie SBibel auch fefir oft heruntergeiaffen. Slber wie hob fie ed gethan? Unb foll fie beim etwa, wenn e$ barauf anfömmt, bie S'mpffnbuugen ber ©priffen auöjubrücfcu, aufhören, un= fer 9)tufter ju feint? Unb ift beim baö ©enteilte, ba>3 «platte, bad Sacherlichfünffliche etwa beutlicpcr, ald bie immer an= ftänbigen, fanfteu unb angemeffenenfperablaffungen ber SBibel? Sie Slnbetung ift baö SBefentiifffte beö öffentlichen @ot= tesbienfteö. Senn, obgleich bie Saufe unb ba-3 Slbetibmapl auö fei)r guten Urfaffen mit bcmfelben »erbunben werben, •fo fann man fie hoch, ba fie mehr ein ©euup göttlicher ©naben, ald ein ©efenntniß ©otted finb, nicl^t im eigent= licken «Berflanbe ©ottedbienft nennen. Sad Singen ift wie= .ber ber tvidjtigfle Stßetl ber Anbetung, weil ed bad laute ©ebet bet ©emeine ift, welcßed fte mit meßr Sebßaftigfeit bewegt, unb }u längerm Hinhalten erbebt, ald bad ftill uach= gefprochne ober mir gebaute ©ebet. Sie unterrichtefibe £r= mahnuug bed «prebtgerö ift, it;reö großen fußend ungeachtet, fein fo wefentlicher 2I)eit bed ©ottedbienfted. SBoßer tft cd gleichwohl gefontmen, baß Sie, fo ntctjt and bloßer ©emoI>nt;ett in bie Äircße gehn, ed nicht oorjügtieß um ber Anbetung nullen, fonbern mehr beßioegen tßun, weil fie eine gute iprebigt hören wollen ober minbftend ju hören nninfeßen? 3cß irre mich entioeber feßr, ober eine oon ben jjaupt= t urfachen baoon ift bie fftiebrigfeit unb ®cßwäcßc einiger unfrer eingeführten Sieber. Saju lömmt noch, baß bie guten Sieber, bie wir haben, an vielen Orten feltner ald bie an= beru gefungen werben. 3??ufiE ber 3nftruiiteitte, biefe riihrenbe ©efährtin bed Singend, bei unferm ©ofteöbienfte feßweigt. Senn man j wirb hoch einen gewijfen Särm, ber, mit bem ©efchrei cined Sßord, in vielen unfrer .Streßen ohne ben geringften Hlnflanb unb geierlicßleit bidweilcn entfloßt, nicht ?Wnfil nennen wollen! SUittfil oon ganj anbrer 9trt (beim ift fie etwa allein für goncerte unb Opern fo oollfommen tu unfern gelten ge= worben?) follte bad ©tilgen ber ©enteilte begleiten ober bann mit bem gßore gehört werben, wenn hieß entweber mit ber ©emetne abmecßfelte ober für fieß eine Sluftf 52 auffüljrte, wteroo&l bicfed Seljte fettner unb mir auf Eurje 1 L 9cit gefdjebn müßte, weil bie ©emcine mehr 2(utt)cü an bem ©ottedbienfbe nehmen, ald bloß jubören will. 2Bad l)ätte idj ntcTjt nod) ju fagen, wenn icß über ben Snift, ben 3ln= ftaub, bie 93iaiefrät, über bie ganje geierlid)Eeit ber öffcnt= ließen Anbetung, bie eine nod) viel reichere D.n eile ber beiligften (SntjücEung unb beö frömmften Sehend werben Eönnte, mid? audbreiten wollte. 3d> habe vor, ed aldbanu tßun, wenn niicß einmal eine gröpre Sammlung non Siebern, ald biefer aSevfucß ift, mel)r baju berechtigen wirb. Syuifctttc für ©tcrbeit&e. 33} ei. SKittcn wir im Seiten ic. Starfe,. Me 5 « Mcfer gcit, ©a mir, £err, bir fingen, 9J?rtbe, ftumm, im falten ©cßroeiß, 5Wit bem ©obe ringen! ©u nur fannft fie erqnicfen! @ie liegen ba nnb fefjn l)inab 3n brtö fdjaueroolle ©rab. ^eiliger, ©Töpfer, ©ott! ^eiliger, iDiiftler, ©ott! heiliger, barmüerjiger SCröfter! ©u einiger ©ott! Saß fie nicßt »crfinfen 3n beö ©obed fester 3tng(t! (Erbarm bid> ißrer! 2Ber mit einem SZBaflertrunf ©er ©eringften einen ©einer ©reuen labt, foll froh 3m ©crid|t’ erfdjeinen! 2Bir labten, .Sperr, fie gerne; 54 Slliein fein Srunf mci)r füllet fie! Saturn beten nur für fie: ^eiliger, Schöpfer, ©ott! jjeüiger, SDtittlcr, ©ott! heiliger, barmberjiger Sröfier! Su ewiger ©ott! 2aß fie nicht erliegen, jjierr, £err, #crr, ©ott, im ©eriefjt’! (Erbarm bid) ihrer! Sieb, weil 3efud ©briftud felbft Siefen &eld) getrnnfen Unb, von viel mel)r Clual umringt, 3n bad ©rab gefüllten, Um feinet Sobed nulten £ör’ unfer tbränenooli ©ebet, Sad für fie um ©nabe fielet, ^eiliger, Schöpfer, ©ott! ^eiliger, SWittler, ©ott!' ^eiliger, barmherziger Sröfter! Um ©nabe für fie! Saji fie fanft entfcblummern! Srocfne, trodn’ in jener iHSelt 3dl’ iljre Stbräneu! 35(tnHte&. SOJet. ®inc feftc ffiurg ift unter tc. Sli-.f einig ift ber -Sperr mein ©l)eil, sjjfeiu Jityrer unb mein ©röfter. SDiein- ©ott ift ©ott, mein 2id)t, mein jjeil, Uni) idj bin fein erlöster. ®u »erroirfft mtd; ntcfjt ©eibft im ©ericbt; 9)itt jene» Sebent 9iul)’ erquictft, befdjatteft bu .9)itcb fdjon in biefem geben. gern oon ber SEelt, mit bir «Kein, £> bu, ber SBefen Sßefen, 2Bie ift oon «Her feiner fein ©urd) bicb mein ipers genefen! ©er bie SZBelt fdjuf, ©er, ©er feint wirb, er jpcilf mir unb nutr mein ©ott; 8Ulnt«djtig half mein ©ott Unb gab mir feinen Jrteben. ®e3 ©Uuibend war id) immer voll — £aß ftetö fein £id)t mir fdjeinen! — ©erettet aitö ber ©riibfal foit ©er ©reue greube meinen. 25er mich leiben fal), halleluja! Surd) Sen ftegt’ ich, burcf) Sen, ©er meiner ©eele Jlehn, ©elbft mein 9Serftummcn härte. SBenn meine ganje ©eele flefjt, erhoben au» bem ©taube; SJBenn icl) im freubigen ©ebet, 97ieiu SSatcr, mächtig glaube: gu ber ©leger ©l)or, gu bir empor ©teig’ id) bann, ruh’ in bir; Sort bin icl)/ nicht mel)r l)ier, 33in fcf)on burcb Hoffnung feltg. aillgegenroartig l>affc bu mich, 9luch mich, ben ©taub, umgeben. Sn fiel)ft mid), icl) empfinbe Md), ©el)tt inerb ich bid) unb leben. £ier unb bort unb ba 3ft ©ott mir nal). ©ebanfc meiner Sftuf), 2Bte reich am jjeil bift bu, 2Bie reich am Srofte ©otteb! 3d) lebe bir, id) fterbe bir, Socf) nicht burch meine Kräfte. 57 33in id) bed jjerrn, fo ift’d tu mtr ©ein göttlicbed ©efrfjdfte. 3a, tch (cbe bir, 3cb fterbe bir. 3a, ÜJater, iBater, bein 2BÜI icb auf ewig feint, 3fuf einig bein, 23erfö()nter! Stcjcä unb jenes Sefccn. 9ftef. Sä ijab mein ©ad) @ott ic. Sfcoch flauen mir im bnufeln 2Bort, 9t0d) reift und 2M)n unb 3rrt()um fort, Hub nufer luanfenber iBeritanb ijat, abgemanbt 93on ©ott, oft ©otted ütati) oerfannt. Qiud) felber ®er, ber meifer benft, ©icf nicft in jeben 3ibgrunb fenEt, 3u>ar forfcft, hoch mit 93efci;eibenheit, bringt bod) nicht weit, Umringt non tiefer SDunfelheit. Und becfet Sunfelheit uom Ferrit; 9im ©rab’ hier folien mir nur fern 58 £>ed (Swigweifen Üratljftfdujj feljn, 5Bom SBeiteu fteljn Unb nodf ind jjeiligtljum uictjt geljn. 2Benn, vor bent ©cböpfer tiefgebeugt, 2>ie fül)ue.2Bi|jbegter and) fd)weigt, @o trugen nur ber ©iinbe 3od>, ©o flieljn wir bocb , ®ed ©ottverfiSfynerd fanfted Socfj. ' . "S 9fd), wir ber ttebertrctung iKaub, SStr ew’ge ©eelen unb nur ©taub, •Du ^eiliger, wad wären wir 23or bir, vor bir, <2ntflöl)n wir glaubenb nic&t ju bir! £ier wirb ber ©oljn ber ©terbiicfifeit 9fie von ber ©iinbe gart} befreit. 3ld), mödjten’d ©cbwacf)l)eitdfel)le fetw, Sie und entwerten, Unb feine 9)iiffett)aten fei>n! O, ber und 9(rme niefjt »erftöjjt, 2Bie wollen wir, vom Seih’ erlödt, sßom Serbe biefed £obd, und betn, @ott Mittler, freun, 28ie bir und,bu SMeuber, weifin! 30te t. G&rijl ift erjtnnbm tc. 0ein ewigd geben 2Sirb er eiuft und geben. ®ann werben wir tu feinem £tcf?t 9Son 9lngefid)t jii aXngeftcfjt Den fOtittler fchaun, ©chaun unb erfennen, ©unj ben djerrn erfennen, 2Bie und ber £err erfannt, unb fein' Und ewig, ewig, ewig freun, Reicht ©iinber mehr! 3ur engen Pforte ®ann tut bunfeln Sßorte ‘Deicht me()r geführt, nicht mehr oon fern ©chaun wir bie djerrlichfeit bed jjerrn, Sen (Ewigen! tpreid, .^ofianna, $reid ihm, jjoftann«! entfiinbigt, rein von DJtijfethat Snrch Sen, ber und geliebet h«t, ©ah» wir ben Sieb! SSereit ju (terben, ©eined jjtmmeld erben, St! 60 Gnitjiinbigt, rein von 9JiiflTetl)at Surd; Sen, ber und i>erfö[;net I)nt, ©ntfc&liefen mir! Su, QBunberbnrcr, 93tft ber Offenbarer Unb ©eher einer ©eligfeit, Sie .Seiner in ber ^Prüfung j3eit @rforfd?ct bat. 2111 unfer Selben, ©egen biefe Jreuben 2Bad mar’d! m$ war bein ©d;recfen, ©rab! 2UT unfre >£[)räneii troefnet ab, Sen mir nun febaun. 9cicbt ©c^nier}, nicht finge, Äeined ©enbd Älage 3(b in ben Jütten biefer 9cnf)\ •Sjeil, ÜBonne, ©nnbe (trennt und }u, 33nrmi)ersigfeit. 9Son einer dUarbett gu ber anbern Klarheit SSont (Swigliebenben eri)b()t, ©djaun mir, bnrd) ben, read ift, befielt, Seboua’d ©p()n. ■J] 61 D bu, @ott Simen, * jjaft’d vollbracht! Sein Hainen, iBou ©migEeit jit ©oigEeit ©et; er getobt, von ©nigfeit j3u ©MgEeit! Stod; flauen tvir im buttEeln SBort, 9toch reift mit fict; Me ©iiub’ unb fort. Seit’ unb burcf itnfre iprüfungbjeit; SOfadj’ «nö bereit, SMenber, ju ber '©MgEeit l Sie SScvjjcimntj fcce ®üni>c. sjftef. Scfaia fcem 3)rop()cteu ic. ©r fefmur, ber fcffuf, ber bie erfdjafftte SB dt SlHmädjtig, lveif’ unb unerforfd;t erfiitt, Ser gnabeootl p feinen 9)ienfci;en fam, Seb SKenfdjen Seib unb ©terbtid)Eeit annafm, Ser fte, bie einig ift, bie ©ect’, entreift Ser ©iinb’ unb itjrem 5Eobe, ©ott ber @ei|t, ©ott fcfrour! Sie Sngel förten’b, «13 er fcfnmr; <16 tyört’b um fte bie fefauernbe Statur; @ie falten auf it;r Slntti^, beten an, 9)iit SBonn’ unb SattE unb Jraibentfräneu an; ® „, ©o lebft bu, imb bein ©ott, beiu ©ott bin icbi äSotfrcrcitung juw &obc. ®icp Sieb fami auef) Oei SBegriiOiiilTcii gelungen »erben. S a $ S b 0 *• SOI et. SBadjct auf, ruft uuö bie ic. Selig finb beö Jjimmeld (Erben, Sie (tobten, bie im Herren fterben, Sur Sluferflebung eingemeibt! 9iad; ben legten SlugenblicEen Sed Sobedfcblummerd folgt SntjiicEen, golgt SBonne ber Unfterblicbfeit! 3n Jricben rul;cn fie, Sod oon ber (Erbe SOful;’! ■Sjofianna! 93or ©otted ftgron Su feinem ©ol;n begleiten il)re SSerfe fte! 63 Sie ©et«eine. SO} c I. Sefuä meine Bunerfietji ic, Staub bei ©taube rut)t ityr * nun 3n bem friebenollen ©rabe. 9)?i>d)ten nur, inte tl)r, auch rul)ti 3n bem friebeeollen ©rabe! 2ld;, ber SBelt entrannt ifjr fefjon, Äantt ju eured ©djweijkd 2ot)n! 3efud null’d! mir leben nod>, Seben noef) in '^ilgerbütten! Qilte trugen einft bieß 3od}, Sille, bie bie Äron’ erftritten! (Snbltcf), eubtief) fommt ber £ob, giifyrte fte, fiiljrt und jn ©oft! 3efud lebte felberi)ter, Sebte felbft in ipilgerbütten. 2tcb, nie! mel)r, viel mebr, ald wir, Jjat ber ©ottlicße gelitten. ©tanbbaft laflp im .Kampf’ und ftel)n, ©tetd auf btcb, SMenber, fetyn! 2Bad ift biefed Sehend $3eit, Siefe feßtmile 9)iittagdftunbe, ©egen bie Unjterblicbleit? Slber an ber fnrjen ©tunbe „rii^t i()t" ruf>fl hi u. f. w., wenn ti nti ein SSegrfi&nifjiieti ge; fungen Wirt. 64 jriangt, t>u unerforfcbter ©ott, @ldcfyn' 0 ()l geben ober ©ob. O btt, unfre j3uberfid)t, tlnfer SCOetl tft einft bad 2eben. SBenn bir, ißerföbner, @bri(t! 65 3h*/ ber Ueberwtnber <5f)öre, bringt Sauf; Stnbetung, «pretö unb @h« 33etu Santme, bab geopfert i|t! £r fanf, wie wir, inb ©mb. SBifcht unfre 5£()ranen ab, Stile SEbmnen. Gr Ijßt’ö vollbracht. Sticht Sag, nicht Stacht SBirb an heb Samnteb iEhrone fehlt. Sie © e m e i n e. Sticht her 93t onb, nicht mehr bie Sonne Scheint unb albbann; er ift unb ©oitne, 33er ©oI)n, bie jjerrlichfeit beb jjerrn. £eil, nach bem wir metnenb rangen, Sfun biffc bu, jjeit, unb aufgegangen, Sticht mehr im ©unfein, nicht non fern. Stirn weinen wir nicht mehr; Sab Stlt’ ift nun nicht mehr. •Sjatteluja! Gr faut , 2Bie wir, inb ©rab. Sr ging ju ©ott: wir folgen ihm! SloV’flocf, £»en. II. 5 66 Sic $ycint>c i>e$ SÜvcujcS (Hjfifti. 03? c T- SRim bitten wir t>cn f;>eir$en ©cift ic. Sir flehen mir, ber SEeibheit ©etfb! Su, ber unb ben 2Beg jum Sehen meist, Sehre jebcn 3rrtl)um Unb iibern'inbeu, Unb ben 2Beg jum Unenblicfjcn ftnben, @eift ber atubermählten! 2)urch threb ©riibetnb SEäufcherei, 3Ub ob fein 93erföl)iter ©otteb fei), SBolIen fie unb blenben, Unb unfern ©lauben, 3efum Sfjriftum, ben ©örtlichen, rauben, ©eift ber Ätnber ©otteb! ©ie leugnen it)n mit ftoljer SDtül), Setneb SSortb nie jjörer, £hdter nie, SEiber ©ott (Empörer. Sal)tn gegeben, £err, verachten fie, einig ju leben. 3efub mirb euch richten! SSJeit, mächtig nu'ithet ihre 5ott &cnt 2>ctfcv. 9)td. J3crv @ott, bid) loben wir tc* ©d mar noep feine £3eit; ©d roar nur ©wigfeit. 3ef)t fd)tt’f|f bu, ©ott, ber Jptmtnei f?eer Uttb aller beiner ©elfter d?eer- Sie jjimntel fiitb, mie weit fie fiep atudbreiteu, wie gefdjtmicft burd) btef), 69 9tiir Jütten für ben beffevn ©etfb, ©er, felig mir, btd> Eennt unb preidt: Srfter, Unetiblicher, SBeifer, aiHtnächtiger, ©näbtger, jjciliger, 3ehooa, nufer ©oft! ©u ha ft ben ErbEreid audgefchnüicEt 9)tit Schönheit, bie bie ©cd’ entstielt. ©ie, btc tuet’ Fimmel überftrahlt, ©ie ©onnc, bic und Sehen fmrljlt, ©u ftihreft fie ju und herauf, Unb immer läuft fie ihren Sauf. ©en fanftern [Dfottb haft bu gemacht, ®en Führer unb ben ©chmucf ber -Nacht. 2Bot)in mir, nufer ©cböpfer, gehn, Sßte roeit bed SOftibcn Stugen fehlt, ©rieft, o atltmächtiger, bein g'ufj 23on betner ©naben UeberjTufi. ©ie Ctuelle rinnt; ed träuft ber ©[)<">• ©ie träntet und; er träuft bie 3lu. ©er SBcrg, bad ©h«U ber 2Balb, bad gelb, ©er SrbEreid, ben beitt 9trm erhält, 3fl fchön, ifl ©egen, tft beftreut, aiUmächtiger, mit gruchtbarEeif. 28ir leben gern, ©cd Sehend fflfüh, ©n Hnbcrft unb verftifjefl fie. ©cn ©chmetp auf unferm aingeficht 35eftr«()let betned ©egend Stellt. ©o tjcift bu unfre SSclt gefdmiiidt SDitt Schönheit, bic bie ©eel’ entjiicft! Socb, wad fie war, SDad i(i fie nicht. @ie trifft and) betned §Iucbd ©triebt: ßvbbeben, Sonner, ©türme, SOfeer, Ärieg, ungejablter ©eueben jjeer. 3Btr fterben. Unb bti febiefjt bad ©cbwert, Sen Stob, ben Stob, ber und.oerbeert. 3ld), ©taub ju werben, finfen wir 3nd ®rab, furchtbarer ©ott, »or bir. Stn Stifteten fetbft (bem wtnfeft bu) 2BeI)t und bem nahen ©rabe ju. Ser SJtenfcb, bed Stobd gewijfer SKaub, 2Bad war bed Slenbd Kned)t, ber ©taub, jjnitt’ it)n betn Mittler nicht uerföfjnt, 9)fit bir, Itnenbltcher, uerfötjnt! ©ercdjtefter, wad wären wir, 3ehova, SKicbtcr, wad oor bk! SVttt SHctctntgeit. SD n d GE l) o t. Sie&jler 3efu, wiv fmb u. m fte fie mit .Straft vom jjerrn, 2e[)rc fie mit 3nbrunft beten, peta ben ^tmmel ihr von fern’, Unauöfprecfjitd) lehr fie beten, Äontm’, o ©cift, fontm’ nnb vereine SDtd) ber glaubenben ©emeine! SDiefe 2Belt nnb itjre 50iüf>, SDtefed gebend für je Serben, ©rinb’ nnb Stob vergebe fie, 9SoU von ityred ©otted ftrenben, Saf fie fkb ju ihm erbebe, 3bn empftnb’ nnb in tfjm lebe! SD re ©emetne. 9)tc(. Summ’, (eiliger ©cift, fievre ©ott ic. 2Btr fühlen btcf> jivar; aber nur Erbeben, Einiger, vor brr, 2Benn ivtr, bich naijer ju erfennen, ©fit frommer ©ehnfuc&t entbrennen. ®ir fdjann ind jjeiligtbunr hinein Unb fehn: SDu ivarbft, bn bift, wirft fepn. Ti ©er SBtenfch war nicht. ®n fprarf?ffc: ©r werbe! ©a würben wir unb würben ©rbe, Unenblicher, Unenblicher! ©er ©rbe gabft bn einen ©eift. ©r ift eb, ber bich femtt, bict? prcibt, 9tur felig, wenn, non bir cntjiinbet, ©r feinen ©chöpfer eiupftnbet. ©chau, ©eele, bicf) mit ©hrfurd)t an: ©er bich allein vernichten fattn, ©liicffelige, fd;nf btdj unterblieb, ©ebuf bich, i(;n einft jn fchaun, unterblieb, ©egnabigte, 93egnabigte! ©ab © b o r. 33?et. ©elobet feijjl tu, 3cfit (5t)Vift ic. fpreib ihm! ©r fd)ttf, unb er erhalt ©eine wunbervolle 2Belt. ©n fprachft: ba würben, £err, auch wir. SfBir leben, nnb wir fierben btr. halleluja! ©ie ©enteilte. ©h feitteb 23efehlb 2lllmacbtbruf ©ie J?intmel nnb bie ©elfter fd)ttf, ©a waren wir fchon bie ©eliebten ©urch fjefnni, feinen ©eliebten. fBor unferm ©vtt’ ift feine peit. ©eopfert warb von ©wigfeit 73 gür unb ber @ol)u, ber ©ingeborne; tlnb mir, wir »waren fd»on ©rforne 23on eirigfeit, »on ©irigfeit. 3e(st nntrb’ er ein SOfenfcf). Siijj bi|i bn, O unfrer Seele »rabrfte Oiul), 25or allen göttlicher ©ebanfeu, 3n »welch’ je ©elfter uerfanfen! 2ötr »ragen unb nicht in bein SJieer ltnb ftammeln mit ber Fimmel jjeer: Unenblidjb heil l;at er erworben; 2tm Ären}’, am .Kreuj’ ifi er geftorben! halleluja, halleluja! ’S a b © l) o r. ipretö ihm! ©r liebt ron ©uugfeit, SBirb ein 9ÜTenfeh, ftirbt in ber gett. Srlöbt, erlöbt l)aji btt unb btr; Sir leben nnb btr fierbeit nur. •halleluja! S i e © c m e i n e. 2Bir glauben au ihn bureb ben ©eifi, Seb Ssaterb unb beb ©oljneb ©eifi! ■Kein menfdjlidjb SBerf ift unfer ©lauben, Su fann|t il)n, SEob, mtb nid»t rauben! Sitrd; ihn empfing ber SSJiärtprer 3lucb 2ßunber; hoch bie £ieb’ ift mehr 71 31(3 felbt’r SBunber ftnb, bie Siebe gu unfern SBriibern unb bte Siebe Sum Siuigen, juttt ewigen. 2Btr Miefen bttrd) itjn auf jum Softn, 23erett für und an ©otted £brcm, ÜBenn wir and ganjer ©ede ringen, Und gatt} bem eiteln entfebwingen. gwar fittfen wir; bod; fteljn wir auf Unb laufen wteber unfern Sauf: Su lebrft un», 3efum wteber ftnben Unb enbltd) twdig überwtnben, ©eift ©cböpfer, ©oft! ©eift Schöpfer, ©dt! S a 3 e () o r. (pretd ir)ni! er flirrt be3 jjimnteld 93al)n, Jübrt ben fd;malen 2Beg binan. ©ebeiliget baft btt un3 btr; Sir leben unb btr flerben wir. halleluja! Sie ©enteilte. £>, ber bu und fdntfiT:, opferteft 5iir ©i'inber bid), fie Ijeilxgteft, £inab in ©taub Mief’ auf und 3(rnten, .Sperr, £err, Sperr, ©ott, mit erbarmen! Spor’ unfer tbräneiuwll ©ebet, Sa3 bir um ewigd Seben f(e()t! Su lüft, wirft fei;n, bu Mft geroefett, ttnenblicbcr, ber SBefen SSSefen, Sreieiniger, Sreieiniger! Sab <2 t) o r- ©ing, Raiter! greubentbränen, fliept! Zeitig, heilig, heilig ift ©ott, nufer ©ott. 3eho»a, bir, Sir leben unb bir ftcrhen nur. halleluja! Sie ©erneine. ©iug, glatter! Jreubentbränen, fließt! heilig, h«tig, heilig ift ©ott, nnfer ©ott. 3ebooa, bir, Sir leben, unb bir fterben mir. halleluja! Set* ©vOrtvmev. 9Kcf. 50?it Srtcb' unb Srcub’ iclj ic. Sambjt, jjimtnel! (Erbe, freue birf? 9Äit unb (Srlöbten! (Srbarmenb, büitmltfcb, oaterlich Unb ju tröffen, ©ibt ber dichter feinen ©oljit pr unb bem SWittlertobe! s ü i ü i W :** Ü'- fc i Jh : t"W • ^ ii 76 2Btr finb burcb biefen Stob geroeibt j?u jjnmmetsfrenben; 3n jeher fnrjen ©ranrigfeit, 3ebem Selben .Stagen mit gleidjmobt: ©er £err, ©er jjerr »ergifjt bet ©einen! Sann ibred eingebornen ©obn» (Sin SSBeib uergeffen ? Unb, ffinnte fie and) iljreö ®obn$, ©ein uergeffen, D, fo mül id) beiner boeb, 3d> beiner nid)t uergeffen! 3cb ging not bir uorbei unb fab*, ©u lagft im 93lute. 3n beinern (Slenb lagft bn ba, ©einem 23lute. 311$ bn alfo »or mir lagft, ©a fpracb icb*. ®u foII|t leben! Ü;!., '*1 r .* f: ißSsflib erbred)cn. jjört enbüd) meine Sonner fpredjen ttnbfommt and eurem ©rab’ herauf! SBclaftet »ont ©eridjt, Sagt ihr, vernahmt mtd; nicht, Stebte Seelen. Snoac^t, ernnubt! Sed Stobed 9cad>t, Sed rangen, ergreift end? fonfb. Sic ©enteilte. Sieb, nur Ijörcn beine ©timme, anitnäditiger, ber Siebe ©timme, Sie und ind neue Scben ruft. 9fug|h)oI! Hegen nur unb flauen 9luf unfern Stob juriief mit ©rauen. Sntreif und, jberr, ganj unfrer ©ruft! ©d;au’ ()er! nod) beben mir, 9iod) jagen mir »or bir, ‘«(>1 'Si :k ( 11 l J ' 78 ©ott ber Stete. Sti fbarbft. Sein 2Mut entflamm bie ©lut, $en ©eift ber Jreubtgfeit tu unb! jperr, bu Ijörefc unfer gieren, $u läßt Uno betnen jjummel fe()eit SSoit fern, bcn £o()tt ber eimgleit. £err, nur leben galt} betti Sebett: $enn bu bift ©ott, bcr’b unb gegeben $u bijt beb iBaferb jjerrlicfyfeit. $er ©ferne fetentb (£l)or Sfitef er atib nid)tb l)eroor. opofianna! Sind) ©eclen fd)uf ©ein 2lUmad)tbruf. er fdmf fie, uub er fdpafft fic um. jpoftanna ©otteb @o()ne, 3()iit, ber auf feiner Jpimmet $l;rone 3el)ooa }ii ber Oiecfte fifjt, $er auf grotume mit erbarmen £erunterfd>aut, ber oljn’ erbarmen @erid)t, @erid)t auf ©iinber büßt. 2aff’ nnfre ijerjen rein, Qlcb, lafp unb franbOaft feint — 2Bir finb erbe — i i,' ©ergehn vor bir, ÖBenn bu jum 2Beitgerid)te Eötnmfi! (*>ott &cm <2oI»te. S\ut H'nl)uad)t5fe|'te. 50?c T. «£etr ©ott, fclcl) loten wir ic . halleluja! Sie j?eit, ©ejtimmt »on CnugEeit, Sie f?eit ber Sßonn 1 xmb 3«bel Eant, Sa @ott beb 97ienfd)en £eib annahnt. ©ie, bte auf ihn geftorben finb, 2Bie feufjten fte, 511 feint baä Äinb, Sab Äinb, bad ©ott unb fterblich war! (Sv Eant. Sa fang ber jötntntel ©chaar: SEnbctung, Sauf unb Oittbnt, ©ott tu ber jjöhe 9iu()in! jjeil bir unb ©otted 9iu[)’, (Srlödt, 0 STOenfd), wirft bu! Ser ©ol)it, bad jjteil bet 2BeIt, erfdjiett ©d>on 2(bra()am unb fegnet’ ihn. (Srroäbtted 2>olE, beb ©ohned 97facht, ©ie fül)vt’ in flammen btch bte 9cad)t, Sen Sag in hohen SBolfen bicb, Sir ©chufc unb spt;aro fürchterlich. 80 Sind) fal) «uf ©in« 9)iofed fdjon Sed SSaterd Jperrlidjfeit, ben ©oßn. Sr tfl’sS, ber immer ivunberbar Hub griebeu Slbramd Äinberu war. £r ift ber jjelb, bie 9)tad)t, her Oiatl), Seit SBetßlemd jjiitt’ umfdjattet tjat. ©ebbet fepft bu, 3efud <5l)rift, Saß bu ein 90Tenfrf> geboren biffc! 9iod) ivarft bu auf bed SSaterd £l)ron, Sa nannten betnen Statuen fd)on Sie jjimmel, unb ed beugt vor ißm ©td) Silier .Knie, ber Seraphim Unb Serer, bie eutfdjlafen finb, Unb Serer, bie ttod) fterblid) finb. Sludj ift fein anber £eü, ed ift Sein anbrer Statu’, ald, 3«fu$ @l)tift, Sein großer, eiv’ger Statu’ allein, Surd) ben mir fönnen felig fepn. 9)tit herjUcßer SBarmßerjigfeit jjaft bu und ©i'inber ©ott geweißt. Sir laflp und leben, fterben btr! Senn SSfeufd) ivarbft bu, ad), ©taub, wie mir. SBarmßerjtgfeit, SBarmßerjigfeit 3ft all bein £l)ttn, 93arml)erjigfeit! ©eboren ivarbft bu, baß bu ftfirbft, Und eine ©eligfeit envürb|t, 81 Sie, iu Me ewigfett »erfenft, 9iie gait} beb frommen ©eele benft. ®ie fixf)11 nur bunfel, nur uon fern SDaö ©d;auu, bie J?errltcf?fett beb jjerrn. SBtb bu uitb bort btr galt} veretnft, ©cbalT in ber glitte, wo bu iveinft — Sie j?ütt’ ift and) betn ^eiligtbum — Srftbftir iu üjr bttrd) tuib betn Stu()m! Hm Oüita&c. Bitten iviv im Sefcen |ln& ic. Seine heilige ©eburt, Sein unfd)ulbig £eben, 3nt ©eridjt bein Stobebfiimpf, Seiner ©eele SBebcn, Sein Stob, bein Stob um Äreuje, Sein ©teg — btt übcrwanbft ben Stob, ©ing|T: »oll jjerrlidjfeit jti ©oft — 5?elf’ uns, btt jjeiligfter, Santm, bub für ttnb erwürgt, Sgb oont ain&egtnne ber ©djöpfung erwürgt ift, erwürgt, £>e(f’ ttnb btr, btr leben Unb btr fterben, fterben btr, 2luf ewig betn fepn! -Siropftodf, £)beii, II. G 82 ©tc 2lufcfitcl)mn$. 9Bet, Sine fcfle 5Bitvj ijl tuifev @ott »c. Seb Sebenben ©liicffdigfeit, Sen £ro(t ber leßten ©tunben, Sud), SSonne, nach vollbrachter Jteit 3u febaun beb ©tegerb SEunbeu, Sieb, cinffc aufjufU’bn Unb ©oft }ti fd)n, Std), SBonne, null ein >tl)or, Ser fici) von ©ott verlor, ©in ©taub nult bid) unb rauben! Sab null er tbun unb tauget nicht, ©r mag unb t)ier verlachen! ©r aber wirb bod) 511 m ©erießt gjftt Sobebangft ernuKben. ®tr jtei)U bann am Sbron’, . ©ntpfabn beu Soßn, Sen unb fein 23lut erwarb, Ser für bie ©finber ftarb, Sie Sobfen wirb er ivecfeu. Ser ©ottoerföbuer ttjat Sab fd)on 3n feiner Selben Sagen: Ser bangen fOfntter tobten ©oßn Step er nid!t weiter tragen; 83 3efub <5()vift gebot, Sa lieft bev Sob 3atrub Äitib; er weint Um Sajarub, beit Jreuub, 28ecft ihn, ber fd)on uerwebte. Seb itobten Schweflet fam «nb rief: •S?err, warft bu hier geroefen, 9ld), ber oor unb im Sob’ cntfcblief, Sr war’, er war gencfen! ijcrr,. bu ()ättft mein gleljn Unb ihn gefebn! Seb SOlenfc&enfreunbeb jjerj Surchbrang ihr ©laut»’, ihr ©dimerj 9)tit göttlichem Srbarmen. 3ch fag’ eb bir — ftarf bicf? unb glaubt — Sb ft'nb noch höh^e Singe; Sie Üluferftehung eineb ©taubb 3 ft gegen fie geringe. Sßer mir glaubt, ftirbt nie; ©ein ©taub entflieh pur (Erbe miebcr hin, Ser id) i()in fiebeti bin, 3d) latT’ ihn hoch nicht fterben! ©ie ruft bie Strauernben. ©ie (lehn, ©ie weinen, freun fkh, beben. 84 9(cb, werben wir ben £errn erffeljn? ©er ©obte, wirb er leben? Jcfud Sf)ri(lus5 jürnt, ©er Oiicbter jiirnt, ©af; nnfre SOMflctbat Und fo entheiligt b«t, ©aß wir oerwefen tnüifen. (Srtarmeub jürnt er. ©enn er weint! (Sr war Ijinabgefttegen Unb [al)e ben entfd>l«fnen grennb, ©en füllen ©obten liegen, grenb’ erfüllt unb ®d)inerj 9locb 3111er jperj: 3a, Sajarud erwacht! ©rauf fdjrecfft bu fte, o 9iv ic. (Erwürgt, erwürgt ifl er, ©eb SOlenfchen Sol)n unb jjerr, ®ep ©e'b für unb beim dichter bürgt, (Born ainbeginn ber 2BeIt erwürgt — (Born Sichte Sicht, aub ©ott gejeugt, (Bor betn ber ©nget Änie fich beugt, (Berföhuer hier, einft im ©ericht Reicht Siebe mehr, (Srbarmer nicht, heilig i(t 3efnb ©h>#, heilig ifl Jefub Ghrift, heilig ifl Sefub (Sljriffc, ©er nufer Mittler ift. 86 Ser SEeidheit SBunber t()at fein 9)tunb Sem frommen uni) betn ©iinber Eunb. ©oft riiftete »on feinem i£()ron SOitt andern SBunbern noch ben ®o()n. «allmächtig and), allmächtig iffc Ser @ottoerfö()ner, 3efnö ß()ri|t. Sie Sauben hören, Sabine gehn, Sie ©tumtnen reben, ißlinbe feljn, Sie SEobten gel>n aud ihrer ©ruft, SBenn ihnen Sefnö Sbnftud ruft. Sad h«t (ein ©nblicher gethan, 3 m ©taube beten mir Md; an. ©ein höchfted SEerf mar Sief; noch nicht: 3 lm SBach’ erft ging er ind ©ericht, 3lnt .SUbron in ©ethfemane 25erfanE er ganj in unfer aßet)’. 3 m lauten, thränenben ©ebet’, 3m ©chroeij)’, im 93lut liegt er unb fleht, ©o tief bem 9iid)ter unterthan, Saji ihn ein (Engel ftärEen Eann. Sscrbammt 511 m SEob’ auf ©abbatha, Srägt er fein Äreuj nach ©olgattja. 3 nd aiilerbeiligfte, und rein SSor ©ott ju machen, geht er ein. 2 lch, btd jum Sob’ am Ären}’ hinab 5Eurb’ er eruiebrigt, bid ind ©rab. 87 SSoII ©duner j, voll £Utal, ettt ^tuct) gemacht, £tug 3efttä ©briftuä tu ber 9c«djt. 23ou ©ott oerlaffeti, t)tngft btt ba, 3fm ■Sreit}’, am Ärettj’, auf ©olgatt)a!. Unb tum, nun fam ber ©ob. Sr rief: Sä tft uollenbet! unb entfdjltef. ©aö bat fein Snbltdier getban, 9)ftt 5t()räm’u beten nur btd; an; spretä, SI)t’ unb SRu()m unb I)etper ©auf ©ei> ©ent, ber mit bem £obe rang, ©ent Satnnte, baä geopfert tft, ©ent Uebernmtber, 3efu Sprtft, ©ent ©otte ber Söarntljerjiafcit, aSon Sirtgfett jtt Snugfeit! Saufbunft. ®aä Sljor. 50?et, fiomm’, tjettifjev ©eijl, i^evve @ott it ♦ S5egitabtger, fontnt, SEröfter, ©etft, ©u, ber fte btefer SSJelt entreißt, Äomnt, ©eltger, tn bte ©enteilte, ©te fei; auf einig bte betne! ?fRit betnem SBaffer ftröntteft btt ©ein jjctl tljr, aSunberbarer, jtt; S8 Su Ijnft ben ©lauten ihr gegeben, ©ic iwarb getauft 511 jenem Sieben Stuf < 5 ()rtftt Stob, auf ©brijti Stob. Sie © e 111 e t ti e. 50 c e I. Sott 6er SBiUcr roofm’ unS bei »c. 3n bes Sßatcrb, in besS ©oljnb Unb in beb ©etfieb tarnen ©inb mit (Erben jencb Siohnb — (Er werb’ unb, 2(men, atmen! ©inb getauft auf ©hrifti Stob. 2Btr haben oft gebrochen Sen 93 unb, beit SBunb gebrochen. 9 coc() t)«t’b ©ott nicht gerochen, SUch, burd) 3efu ©hrifti Stob, Saff’ unb eb innig reuen, Ser Siebe 93 unb erneuen Unb beincb jrreilb unb freuen! 2 Becf burct) 3 efu (Ehrifti Stob Unb nüeber, ©ott, 511111 Sieben auf! Sab © h 0 r. £) <&\vi$Uit, bu Somimvovt u. 28 er Sab nicht meint aub £erjenb ©runb, 2Bab feinem ©ott befeunt ber 9 )iuub, „TO e 1. Ö ©reiijfcit" — 9 (uS 6icfcr gtroyljc »116 miC’ 6er näci)(ien, bte 6nS S()d' fmst, fmb, 0fmc bnfi bie tDMobie babei rerüert, ()ier bvei unb burt i»o Beilen voesdcfcifTm rembeu. ©er’b ivagt, bem jjerrn ju beuteln, ©er ©oft mit Oiebüdßeit nidjt fud)t: ®er Uebertrcter ift »erfludjt. ®ie @emeine. ©prid) bctn £obedurti)eil nidjt, Saff’ und nid)t ganj verberben! . ©ei) mit und nidjt ind ©eriebt, ®aj? mir nid)t eivtg fierben! y?err ©ott, ißater, ©o()U nnb ©eift, Sn mußt nnb 2i!(ed geben! 2Iufrici)tig Irtff’ nnb ßreben, 23on Dienern bir jn leben! Jpevr ©ott, ffiater, ©obn nnb ©cift, 2ld), laß mit bcü’gem ©dauern Und göttlich, göttltdj trauern, Sie neue Siebe bauern! •Sjerr ©ott, ffiatcr, ©oi)n unb ©eiß, £ör’ nufer $lel)u, I)ör’ unfer gleßn! 3)ab <5()or. 9Sc(. 3efuä, meine SueevficM ©er and gaujer ©eele fleiß, 3>eß ©ebet wirb ©ott erhören. £>eil bem frommen, eivigb jpeil! Sened Sehen ift fein £[)eil. Sie ©emetne. gfeft, ein $eld ift ©erer ©ruttb, Sic ©otted ©etft geboren. ©etned jg>eiteö ewgen 23unb jjat ltnfcr @ott befdjrooren. finget jauchten, nt» er fdjrour, ©eheiligte ©ereebte, ®ed djmcbfU’n treufte Unechte 3m menfd)ltcben ©efdjlecbte, 2Beinten froh, bafs ©ott ^ fdjauir: 3cb will/ fo wahr ich lebe, ©aji ber ©efattne lebe, 58ei mir anf ewig lebe! ©ott erfüllte, road er fdjwur, ©o oft ju^ibm ein ©tinber tarn. ©ad fi b o r. firft betet an, bafj ©ott euch l>DVt, fil)’ tbr and; eurem Seichter fchwört, gabt erffc im ©taube nteber! ©enn, wer mit firnfie ©ott nicht fucht, ©er ift, ber ©iinber ift v>erjTud;f. Sie ©emetne. Saff’ und beine jjiilfe fobn, 2afj betnen ©eift und lehren, ©ott, uor btr nicht, ©ott, vergehn, 2ßenn wtr beit Sßunb befebwören! 91 ©ünber ffnb wir, ©taub uon ©taub; 2 Bie fetyr fie ficlj’ö »erbebten, iBcrberbt fiub unfre Seelen, 23erberbt, tl)t jjeil ju wählen, ©üuber fiub mir, ©taub von ©taub; 9ld), tief ift uttfre SBunbe. Stimm mieber tut 3 jum 9?unbe Unö auf, 51 t betncm Sunbe! Xobt, Verbrecher fiub nur, ©taub. SSevtvirf unö nicht, Unenbltcber! Saö Shor. SBer’ö auö ganjer ©eele meint 2 Baö er feinem ©ott befennet, Jpetl beut frommen, eroigö jjeil! 3 eneö Sehen i[t fein £l)eil. Sie ©emeine. Su, bu warft, ei) warb, tuaö ift. Ser Jpimmel £eere tarnen, Qllö bu riefft. Su fcbufft, toaö ift. 93ei beinern großen Stauten, ©ott, bcfcbroören wir ben S3unb! SSerfihner, bet ben SBunben, Sttrcb bte mir jjteil gefunben, Sei beineö Sobeö SBunben, ©ott befchmören mir ben Sunb! Slttcb bir — bu lebrteft ftreiten Unb ftegen, bte fut> weihten ©cm Jjeil ber (Swigfeitcn — ©ott, befdfwören nur ben ©unb, ©en ©unb mit ©cm, bcr ewig ift, ©ab ©l)or. SCßer’ö aub gaitjer ©eele meint, 2Bab er feinem ©oft gelobet, £ett bem frommen, ewigb .freil! 3eneb Sieben ift fein Stlfeil. ©ie ©enteilte. (Ewiger, mir nullen btcb 2lub gaitjer ©eele lieben, ©ich aub ganjem jjerjen, biclj 3fub allen graften lieben! Unfer, nnfer ©oft ift ©ott. 2Btr nullen und ergeben f?u iljm unb ©em nur leben, ©er unb fiel) felbft gegeben! Unfer, unfer ©ott ift ©ott. 9tte wollen wir betrüben ©ie ©rüber unb fie lieben, 2Bie wir unb felber lieben 2lucl) il)r ©ott ift unfer ©ott, SOIit ihnen febaun wir einft ben jjwrru. ©ab S()or. SSer’b aub ganjer ©eele meint, 2Bab er feinem ©ott gelobet 93 jjctl beitt frommen, eiutgb £eil! 3encb Seben tft fein Sdjetl. Sie ©emeine. 2e()r’ unb, jperr, mit Jrenbigfeit, SQitt gxttein leljr’ ltnb ringen, Siijj mir in bie (Einig feit Sttrd) Stob nnb geben bringen! ©d)nntl ifi, raut) ifl unfer Sffieg; ltnb, el)’ auf betnen Sbronen Sie Halmen nnb bie Ä'ronen Sen Itebernunber lohnen, SOiiijj er geljn ben fdjmalen 2Beg. 3ld), nie taff’ nnb erliegen, Jjilf nnb, nnb felbft befiegen, , jbitf nnb, bie 2ßelt befiegen, gnbr’ nnb felbft ben fd)inalen 3ßeg pn betner 3iul)’, llncnbltd)er! Sab © 1) o r. (Sb fegn’ end) ber £err, SBater, ©ol)ti ltnb 33etber ©eift! Ser ©ieger 2ol)n SBerb’ end) in euren legten ©tnnben! ©ott gabt tl)r wiebergefunben! Seb fBaterb Trieben fei; mit end), Seb ©oljneb fyrieben fei) mit end;, (Sb fei) mit end) beb ©etfteb Jrieben! Seb jjimmclö SBorfdfmacf, ©otteb grieben, Sr fei) mit end), er fei) mit end)! 9Jtcl. 9Jfit ffvicb’ luib ffrcub’ icf) tc. SOtein 93ater unb mein hiidpter Uep Sind ©rab midp fomnten. .Kanin fühlt’ ich noch, mad er verbieji ©einen Jronimcn. ©cbmadp, jermalmt lug mein ©ebein, 9cadp ©nabe, ©nabe ledpjt’ idp. Sin metned SDlittlerd Krens hinab ©anf meine ©eele. £ier mar mein ©rab, bort mar fein ©rab. SJfeine ©eele Sechste niri)t nadp SHrofte melpr, <5r patte midi getröftet. £> £rofr, erlebt ju fetm, erlöst, Sn SEroß im ©terben, SBcnn ed min fdpeint, baß und »erftöpt , 3nd Herberten ©oft, ber mog tinb leicht erfanb, 2ßad mir im Seben traten! .Sperr, sperr, allmächtig tröfteft bu! 3d; lag; ben ©fiiben Umftrömte monneooHe Oenb, ©otted ^rieben. 95 ©«3 ift Feine3 9J?enfcbcn Sinn, ©er uns tut ©obe ftärfet. ©3 ift betn Sinn, o, ber bit ftarbfb, ®o|j auf uli3 nil)te, 2ßa3 btt mit beinern ©ob’ enuarbft, ©einem 93htte: Unan3fyrecblicb3, eivtg3 £eü! ■Sein 2lng’ l;at ®a3 gefeben, .Sein £>()r gehört, itnb in Fein 5j>erj 3ft ©a3 gelontmen, 2Ba3 nach be3 furjen ®obe3 ©cbmers ©ott ben frommen, ©enen, bte ii)n lieben, ©ott Jiir greitben bat bereitet. ©Son ©ott oerlaffen, tjingffc bu ba, SSon ©ott »erlaffen, 3nt ©cbioetf’, int 23lnt, bem ©obe nab’ .Sperr, mir faffen, Saticbjcn, beben, fa(fen’3 nicht! ©a b«ft bu’3 itii3 erworben. Sic ©Ott^cit %cfu. 5W.cI. ©ctobet feijfl in, Sefu Greift le. Ser .Sperr ift ©ott! Ser .Sperr ift ©ott! Sefu ei)vtftt iOiittlertob, Ser und mit ©ott »erfolgtet bat, ©ar feinet nur <2rfd;«ffnen Sbat. Ser .Sperr tft ©ott! Ser .Sperr i|t ©ott! Ser .Sperr tft ©ott! (Sr bejivang beit em’gen £ob. Sr fitm «ott feined jpintmeld Spion, alle er, erniedriget, ein ©oljn Ser 9)fenfd)eit warb. ©ott ift ber .Sperr! ©ott ift ber .Sperr! (Sivig, eiutg ift and) er! Ser ©efen ©efen, Siebt vom Siebt, ©d)itun tpu, bie «or bcitt atugefidpt Ser ©ottlpeit ftelju. (Sr fpracb; ba fam bie ©eit peroor, ©onueooll ftteg fie empor. Diod; fpriept er, itub fie eilet fort Stuf ihrer üöatpit bttrep tpu, bad ©ort. ■Spalleluja! €r fpricftt 1111 b fcftafft jmii j?eiligfftum ©icft erlebte ©eelctt um. ®ie ©tittber, bte fiel; g«it} tftm toetftn, ©ittb ofttte fteftl oor ©oft, fütb rein ®urd) ©ftrtfti 9}tut. 9Sor ©ott, bimft (Sftrtftt Sötut! D ijeil, Q bu metneb 9)itttlerb jjeit! (Stuft fcftlufttiur’ icft «lieft tutb erbe bid;; (Stuft ruft mein .Sperr ttttb ©ott «ueft mieft. ■Spulleliij«! ©Ott &C1U (Sollte. J51 in (fi> ft e r f e |t c. ?0ccl* ^ca 1 @ott, fcicl) loben wir tc. 2luf Reifen liegt iftr ©rttnb, Hub ennti ift iftr 95unb. Sen 93unb ft«t ©oft mit iftr geunteftt; ©ie feftreeft tum nieftt beb Sobeö 9t«cftf. ©ein großer Sag, fein 2Beltgerkftt, ©elbft Step feftreeft bie ©enteilte ttteftt. SBcfprcngt mit ©otted 93lut, ift fte ©ein Tempel ttnb oergeftet nie. Sefitb, beim ^e’fuö (Sftrtft, (Sr, ber iftr Mittler ift, Jtloyftocf/ Cben. ix. ^ü^näiääiüaäätM 98 3efub, it)r i?err «nb (Sott, Sk’jnumg, bejaumg ben Sob. ©te mad?t fid? nuf, ftc eilt, wirb £id?t, Seb jjerrn ©emeinc: beim il?r £id?t, 3l?r jjcil, t(?r ernigb (peil gebt auf, atiu Sobcbßügel ii'iebev auf. 9iuu Mutvoll uid)t, nid)t fterMtd? meßr, Sritt er beu ©taub itub glänjt baber. «Born Sobe (ob, vom (Srabe fern, ®e()t auf bie j?errlid?feit beb Ferrit. «Berbrettet bift bu nuinberbar, ©cmcine, jal?llob Serer ©cbaar, ®ie Sen mit tpfalter unb ©efang 2(nbeten, ber beu Sob bejtvang. 2(ucb nur, £err, fiub von jener ®d?aar (Sin bjumflein, bab bu nuinberbar, 3((b eb im £obebfd?lummer lag, Umftrablteft mit beb Sebenb Sag. tpreib, .Surr, btr, baf; bu auferftanbft Hub übern'anbft unb iibern'anbft! Sie (S^be jitterte: ba fprung Seb ©rabmalb gelb jurüif, ba fd?nutng, Surd? 'ben mein ©taub einft and? eni'ad?t, ©ict? aub beb furjen Sobeb 9iad?t. 2(uf, laßt unb feiern, laßt unb gel?n Unb glaubenb feine (ÜSunben feßn! yy ©te bluteten. 3cfjt ftrablen fie. 2Ber fie im ©loubeu fie()t, frirbt nie; Sem ©iinber ftral)len fie ©eridjt; 335f’ ift fein P?evj, brunt glaubt er nicl)t. <5rl)«lt’, .Sperr, unfre jperjeu rein Unb laff’ unb, la(f’ itnö ftanbljaft feim! SBtr ivaubeln nod) am ©rab’ unb fd)aun j?u oft nod) auf ben Stob mit ©raun. Sie ©albung, bxe »ont Fimmel ftiefjt, 3n ©nabebürftenbe fid? giefjt, Surd> betner 3fuferfrcl)ung Äraft 3u unb ein neueb geben fdjafft, Seb ©etfreb ©allmug fenb’ unb, ©ott: ©o freitu nur unb auf unfern Stob; ©o finb mir bein, fo finb wir beiu; ©o werben nur’b auf ewig fegn! Jyüv&ittc fltf (StCf&CH^C. 9S c I. 3d; IjaO mein ©ad) ©ott tjeimgcjlcllt ic. Sn ivollft erl)örcn, ©ott, tfyr Jleljn, ?ticf)t inb ©eridjt mit reiten get)n, Sie jeßo beincr Sivigfeit ©icf) nabn, befreit 9iun halb von biefer (Sitelfeit! u l)«(t gcjal)(et «II ttjr j?uar, 3br Sobebjabr SBeftimnit, alb feine geit nod; mar. erfüllt ift il)ver Selben galjl, ©ie «.'einen Ijent bab leljte 59Tal. 2ld;, fei> in tljrcb Siebes? 9MI) 3br ©ott, tl;r ©ott! Stn ©djlummer fei; für fie ber Sieb I SBollenbe, 2?ater, ihren Sauf, 9iintm fie ju beinern fyricben auf! aSerroirf fie, wenn if)r fjerj nnn brtcljt, SBerwirf fie nid;t, jjerr, bjerr, von beinern 2lngefid;t! 21'enb’ ii;rer Äranftjeit bangen ©d;tuerj, 9Sen iljnt entlaben rnt;’ tl;r jjerj, •Dap ihre nttibe ©ecle frei 2>on Sänfd;erei ®eb l;eigentflammten Seibed fep! 3n tbr erfcf;affe beine 9iul;’, 3n tl)rent jjerjen bete bn, (Seift ©otteb, baf; fie glanbenb traun, Stuf 3efunt fd;ann, Stuf 3cfnm in beb Siebcö ©raun! SBet’ unaudfprechlich, ©eift beö jperrn, j5etg’ tönen ihren Soön oon fern! Sag fie öed SJaterd jjerj ergehn, ©etröftet fehlt: 2Bte Ser fie liebt, p bent fie gehn! 9lcf>, ©nabe, ©nab’ ergeh für Oiecfjt! Senn oon bent ntenfchlichen ©efchiecht’ 3ft felbft ber jjeiligfte nicht rein, Äantt Äetner bcin, ©ott, oöne beine ©nabe feint. ©ei; tönen, ©ott, nicöt fürcötcrticö! (Erbarme, Oiidjter, ihrer bicö! Sich, and ber Siefe rufen fie: (Erhöre fie! (Eriöfe, ©ott, erlöfe fie! £Ut fterben, .f?crr, gib tönen 5Dluth Surd) 3efn Sobedfchioetfs unb 33lnt, SBcrgojfen in ©ethfemone Unb auf ber £öh, Ser ©chabelftatte bunllcr f??h’! Grntfdjlnmmert! ©eht voran ju ©ott! vEud) fegne, fegne, fegne ©ott! SBenn euer Singe fteröenb bricht, Seit’ euch fein Sicht, Sr oft’ euch bee iBaterd Slngeficht! 102 Um 2$crföIjnItd)Scit. 95? ct. ©traf’ tiiic!) nicljt in Seinem Born je. iöljn’ (Erbarmen nürb fie fepn Sure Qual, 35erbredjer, Sie bem SJrubcr nirfjt verjeiljn, ©elber üjre 9iädjer. ©ott wirb nidjt 3m ©eridjt, Seiten nidjt vergeben, Söeldje md)t vergeben. ©direct’, o@ot)ii, mein ftoljeä ijerj, ©djred’d von beinern Äreuje, Sag und? feiner üiadjfudjt ©djmerj, 9)Ur }u mächtig, rcije! «Koller 9iulj, ©anft, tvie bu, 2afi midj Silled bulbcn, SJKidj nidjt and) verfdjulben! Qlm’ erbarmen nurb fie fajn Sure Qual, «Berbredjer, Sie bem SBruber nidjt verjeiljn ©elber iljre 9iädjer. ©ott ivirb nidjt 3tn ©eridjt, Seiten nidjt vergeben, SBeldje nidjt vergeben. 103 ■SjSren, büren (aj? ftc und), Stefe Sonncrfrintnte, 2Benn tut fd)itellcn ?iorn’ ctud) tclj, 2Bte mein $etnb, ergrimme! ©titrf, lute btt, 2«(t nud; Ditib, 2«f! und) 2Bt'iö()cit ftnbcn ltnb nttdt tibcrwinben! atnbgefclnittct nntrefl btt, •fpeiltgfter, rote 2Da|jer; j?öl)nenb riefen bir ttod) jtt, Sit noch betne Raffer. 2>ocb crfcfjolt 2iebevol( Seine «Stimme: Sßnter, 2ld), »ergtb’S, mein «Bitter! 3>tc 2lufcvi'te()tt!!^. €0?e T. 3cfuö GF&tiftud, unfev Jutfanb, ber beu £ob ußetwanb ic« 2(itferftetin, jit, atiferftefm rotrft btt, «Wein ©taub, ttaef) furjer Oittl)’. Itnfterblidjä 2eben SEStrb, ber bid? fdjnf, btr geben. halleluja! 104 SBieber aiifjnbliiljn, werb’ xcf> gefat. 35« i?crr ber ©ritte geljt Hub fanttnelt (Farben ltnö ein, uns; ein, bie ftarben. jiflltdujii! Sag bes SanK, ber greubenthränen Sag, 3)u meinet ©otted Sag! SSenn td) int ©rabe ©einig flefd)lunimert habe, Grroecfft bu nitcl;. 2Bie ben Sräitmenbeii nurb’ä bann nnd fei;n. 5Dtit Jeftt geljii nur ein gu feilten greuben. Ser nuiben Pilger Seiben ©tnb bann nidjt nieljr. 9ld), ind 3([(er()et(igfre führt mich SOfetii fOiittler bann, lebt’ id; 3nt f?eiligtbitine pu feinet Santene Oitthme. Jjallelttja! (Sott &c«t 3o(mc. 5 t nt §) i in 11t e l f a I) r t s t a g e. ef. £err @ott, Md) loben wir ic. 9fßie ©ett belohnt, belohn’, •0 93ater, beinen ©oljn! 105 ©o rief, ber ganje Jpimmcl rief, 9(1» 3efu<5 Sprift am Ären}’ entfcpüef. Gtä patte ©ott ber jjummcl Slepn llnb feinet ©opued (Job gefepu. f?u ©ott fepmingt fielt ber ©opn empor; 3Pni jaucpjt ber (Engel feiernb ©por: SÄittler, ©Menber, ©ott, jjeiligftcr, welcpen ©ob ©tarbft bu auf ©olgatpa! 2)u fiegft. halleluja! halleluja, halleluja! 2)u frirbft niept tuepr auf ©olgatpa. ©ntjiicft faljii iltm bte Siiuger tiacp: Sefjt trug er niept ber ©iinber ©eptuaep. ßtu fepimmernbed ©eivblfe fam, Slop pin ror feinen Sup uub nal)iu ©eu ©trapieinwllen iprent Sßliet’, llnb 2Bonn’ uub ©(tränen nutrb’ tpr 931icf. ©Serfepwunbeu in ber Fimmel Sern’ 3ft nun bie ijerrtiepfeit bed jperrn; ©oclt werben fie am ©pron’ etnft ftepn Itub 3efuni ©priftum wieberfepn. ©put weit bed ojiutmelö Pforten auf! ©er ©teger fepmingt jum ©pron fiep auf ©rpöpt, erpüpet ©alemd ©por! ©er Ueberwinber j'teigt empor. 106 ©tel)t füll, t()r ©tern’, iti eurem Sauf! 3u ©ott, }ti @ott fteigt er hinauf. ©taub fiub i()iu ©terue, ftinfterntf; 95or Sem, ber und ber ©iiub’ entriß. ©eiu 2Mtcf ift ijitlb, 2td)t fein ©etoaub, Hub SfUmadjt feine rechte ijattb. jjeit ift fein SBerf, 33arml)erjigFeit ©ein K)un, fein Solju Unfrerfclict>teit. Söir freun und feiited großen 2ol)itd, greint und bed ffiaterd uub bed ©ol)tid, Sen eine ©terblidje gebar, Ser ift, ber fei)it wirb, uub ber war, Sed SStirgen für und im ©eridjt, SBettn unfer $erj tut Siebe bridjt. Su, unfer ©ott uub unfer .Sperr! SBer fann bir uüirbig banFenV wer 9Soit Sillen, Me btt bir erfdjufft, f!u jenem Sebeit riefft uub rufft? Sanf bir, ad), Satt! uub ipreid ttnb 9iitl)m ©et) bir in betuettt ^eiligtljum, Ser für und ftarb, ber auferftanb! ipaileluja! ber tiberwanb, ?5u ©ott ging, ©ott jur 9iedjt’ erließt, $ßerföl)iit, wer um 23erfül)iutng flel)t. ®tc ftefccn ©erneuten. T3or ber Prcbigt. 2)a3 ©bor. tOcet. «Ronim’, fyeilitjcv ©ei[t, ^ewe ©ott ic ♦ (St ftanb unb gebot, geltet war ©ein Äletb, unb Ijell, wie ©d)itee, fei« j?aar. 3oru ging, wol)iu fein 2luge fljuumte, 3oru, bet OSerbredjer rerbammte. £rn|t unter fteben 2eud)tern ftcnib U)e3 SDfeufdjen @o()n. 3u feiner fjanb jjiclt 3e’fm3 Stjrifutä fteben ©ferne. SÜBte Stön(ferflut()en au» ber gerne 9iaufd)t’3, wenn er fpradj, ber 9iid)ter fprad). ®ie ©enteine. 3c() irar, unb tdj bin, werbe fern. •3war war id) tobt; bcdj werb’ id) fepn 5ßou (Jwigfeit ju ewigfetteu. Jpeil Olden, bie fid) mir wei()ten! 35e$ £obs5, ber j?5de ®d)lüffel ift 3n meiner jjanb; bu, ©iinber, btft, Sift’d and). SJBenn id) Md), ©taub, einjt ridjfe, iBeit bu utcl)t glatibib, wirft bu ju nid)te 93or meinem porit, be-3 9iid)ter$ porn. los -i .f « N:. u > t I' M:' Pnn 53 t|'d)iif nnb Bcr (Demente 311 €yl;efua Ser @ivige fngt’d — I)öv’, 0 2Mt! — Er, Ber Me fteben ©ferne l)ält, Ser Bei Ben fieBen geliebtem ivanBcIt: Sn l)«ft red)tfd)nffen getjanbelt. 3d; ivetji Bein SBerf nnb Beine SOiiib; Sn fnmpftefl; grevler haben nie, Sid) haben nie »erführen Fennen, Sie ftolj fiel) meine 33oten nennen llitb gtigner finb nn? gtigner finb. Sn fte geprüft, mit ©ebulb Sind) meinem ©tun, mit meiner jjuilb, f?aft viel gethan, Ijaft viel gelitten, f?aft mit viel Hlrbeit geftritten. Ullletn Sind l>aB’ ich ivtber Bid?: Srfnltet btft Bu, Itebefi mid) 9tid>t mehr mit Beincr erften Siebe, 9iid;t mehr mit Beiner erften Siebe, SBegnaBigte, mit Ber nicht mehr. £>, fchcuie snnief, wovon Bu ©efallen Bifl! CSrivncb’ nnb ruf) 9cid)t mehr im Sraitin von Beincr ©tärFe! £l)n ivieber heilige SBerfe! £l)uft Bu fte nicht: ivie weit, ivie hell Sein Seuchter ginnet, fontm’ ich Bod) fdjneil 109 Unb floß’ ißn weg von feiner ©teilte. Srnm ring, ttjn 23uße, warf;’ nnb bete! .Komm wieber, ©oßn! fotnm wieber, @oßn! Sad ©ßor. 2Ber Obren bat, bör, wad ber @eift giir £eit ben Siebenben verbeißt! Sem Uebenvinber will tcß’d geben, iBom Saume ©otted, bad Seben; 3m ßößern, bejfern farabief’, 2lld bad, fo 2tbam etnft verließ, Sort will tcß mtvergänglicßd geben, Sem Uebenvinber ivill icß’d geben, Ser Siebe 2ol)n, ber Siebe Svbn. §mt)rna. Sie ©emeine. Ser Sivige fagt’d — tobt war er; ÜlUein er ift, er ift’d nicht mehr—; 3cß weiß bein Sb»» «nb beine Selben, 2Bte bkb bie ©IMlkßen metben, ÜBie arm bu bift. Sn bift meßt arm, SBte beiner Sßiberfacßer ©eßwarnt, 2Bte fie mit ßeißen Säfternngen, 9iJtit SBütßen, mit ber .f?öiie jungen Sicß feßmeißn unb mieß, bloß feßmäßn nnb tiitcß. 110 (Srbulb’ ei unb fdjwi’tg! rdclj’ eb nicht! ©ic halten furjc ?!cit ©t*vid)t. gnuir wirb in ttjrcc &erfer Siefen 35id) ©atanb ßngel noch prüfen; 35 och fluchte bn nicljt biefe ritoth Unb fei) getreu bis in ben Sob: ©o führ’ id) bid; ju meinem 2oI)ue, Unb bn empfahlt von mir bte fvrone 3)er ©iegenben, ber ©iegenben! 35 a b SI) o r. 3Ser £>()ven ()at, ()öv, ivab ber ©etfl pr jjeil ben Sicbenben verseift! 3Ber iibenvinbet, welche ifMage 3n biefer SBelt er und) trage; 35eb 35nlberb Saufbahn fei) voll (Schweif, ©ein Äampf fei) arbeitvoli unb hetp: ©o fann er bod) nicht ganj vergehen: 2) cnn er, er wirb ben Sob nicht fehen, 35er ©eele Sob, ber ©eelc Sob. Pergamon. 3)ie ©emeine. 35er (Ewige fagt’b — er, ber tragt 3) eb fliiepterb Schwert unb töbtenb feblägt 3d) weiß aueb euer £()un. 3hr wohnet 3)a, ivo ber SKenfchenfeinb thronet; 111 Unb bod) gelingt’^ btr, ©atan, nicht! 3br wanbclt ftetd in meinem Siebt’. 3cl) fenn’ ii)n roofil, ben treuen Pensen; 3bn tonnte felb(l ber Sob niefjt beugen, Unb er blieb mein, unb er blieb mein. Gin Äleincd l)ßb’ icb iviber Md): Sie q>eft, bie jtetd im J-inftern fct?lidj, Unreine, bie mein 2Bort oerfebren, SSou biefen läßt bu bict) lehren. Äebrt um! fonft fenb’ icl) euch mein ©chtoert, Sad furchtbar triegt unb weit oerbeert. 9Ser«d)tet U)t ber Siebe ©timme: ©o fonun’ icb fcbueU unb reb’ im (Stimme Gud), ©linber, an, euch, ©ünber, an. Sad Gb®r- «Ber Öhren bat, bür, w«d ber (Seift Jiir $cil ben Siebeuben oerbeifjt! SScrborgned SKanna, befferd Seben «Bill icb betu ©iegenben geben. 3bm geb’ icb geugniß : et fi’b mein, ©cp oon ber Uebertretung rein. 2lucb foll ein neuer 9cam’ i£>u neunen; Sen großen kanten wirb nur fenneu, 2Ber itju empfäl)t, wer il)n empfäbt. 112 eljgotira. Sie ©emeiue. Seb (Ewigen ©ol)n, wenn cv fpvidjt, ©o flammt anb feinem Solid ©eriegt; Ser tlebertrcter wirb entfliegen Sor feinen dritten, bie glühen. Sr fpridjt: Sn gel)|t ber Siebe 93at)n, (Stift fort nnb Ijaft ftetb megr getgan; Su f)ältft getreu an beinern ©lauben ltnb lägt bir feinen ©iinber rauben, SBab icl) bir gab, mab id? bir gab. Gin Ätcincb gab’ id) tuiber bid): SBci bir and) fei)’ id) greoler fid), Sie meinen SBuitb entiueign, ergeben, Ungöttlicg legren nnb leben. 3cg ftrafe ftc: i()r Staf; tft »oll. Xlnb jebe ber ©emeineu fall Gb fe()n, bap id)’b bin, ber bie ©eele Unb all igr SEguu, wie fie’b »erl)el)le, Grforfcgt unb ftraft, erforfd)t nnb ftraft. 3a, ©iinber, id) will jebe Sgat, 2Bie tief fie fid) »erborgen l)at, ©ie boeg mit meinem Stage tueffeu Unb feine, feine vergeffen. 113 ©och, Me tl)r jene 2el)re uicfjt 2lnnabmt, fommt nicht tu Mep ©ericht. £>, Me nid)t mit tu ©atand ©iefen, 2Son feiner 2Butl) entjunbet, liefen, 33leibt itjr mir treu, bleibt il>r mir treu! ©ad (£l)or. 5ßcr Dprett Ijat, hör, wad ber ©ei(t Jtir f?eil beu Siebenben oerpeipt! ©er ©reue, ber mit SDiuthe ringet, 33td er vom ©taube fid; fcpnunget, ©er richtet mit, bie auferftehn. 3l)tt feilen alle Siebte feljn, ffßie er an meinem Sljrone filjet, 2Bte er in meinem ©lanje bittet, ein 9)torgenjteru, ein SKorgcnftern. llad) ber Prrbigt. ©ad ©hör. Sr ftanb tinb gebot. Jener war ©ein atleib, ttnb hell, wie ©djnee, fein fjaar. gern ging, wohin fein 2luge flammte, florn, ber Verbrecher »erbamntte. (Srnft unter fieben Setuptem fbanb $ed 3lienfd)en ©opn. 3» feiner fjanb •fjielt 3t’fi'd ©brifhtd fieben ©terne. Sßie ÜBajferfluthen and ber Jerne Oiaufcht’d, wenn er fprad;, ber 3itd)ter fpraep. fitovi'ioct, ötdi. II. 8 114 Sorben. 35 1 e ©eineine. ©er Givige fagt’d! — I)ör’, e SBelt — Gr, ber Me fteben ©terne Ijöft, Gr, her ben ©eift vom Fimmel fenbet Unb bic ©ereilten vollcnbet: 3d) fenne beiue iveiebe ülnl); ©ii ivät)n|t, bu lebfr, bod) tobt luft bu. 3e£t fannft bu nodj beut ©rab’ enteilent Gnvacbe, jene ©djaar ju bellen, ©ie fterben null, bie fierben null! 3dj wog ed vor ©ott, ivad bu tbnft, Hub fanb ed viel ju leidet: bu rubft Unb trämuft unb l)«ft fo viel empfangen, ©djan, tote bie Märtyrer rangen! £>, ftel) vom ©obedfd)tummer auf, ©ep ftarf, beflügle beinen Sauf! SBirft bu nicht meine ©timnte I)ören: ©o wirb mein gorn bictj fd;nell verjähren. Gl) bu ed mein ft, el) bu ed mein ft. Old), SBenige nur, 2Bentg finb Söei btr, bie unentbeiligt finb; 93iel’ (;at, ivad bu getban, verMenbet, ©u l)«(i von mir fic gnvenbet. Ste SBenigen, bie linverfeljrt Sntromteu finb, fte finb cd mertl): SÜJfit weißem, l)inimltfcbem ©ewanbe 23efleib’ id) fte ttnb büß mit ©cßaube, Sie ewig ma'ßrt, bie ewig mährt. Saö ei)or. 2öer ßßren i)(tt, hör, mad ber ©eift gür ojeil ben Siebenben »erhcißt-! Seit ©ieger will icl? nach ben Selben 9??it weißen Kleibern bef leiben; ©efdjrteben foil fein iftame fteljn 3« meinem Söuci?’ unb nie vergehn; Q3or meinem QSater will icl) nennen, Sßor ©otted engein Sen befcnncn, Ser tibermanb, ber übermanb. P I) i l a b c l p 1) t n, Sie ©enteiue. Ser SBahi'hafte fagt’ö — I?eilig ift ©ein £[)tm. Gr öffnet unb »erfcßließt, SDiit öjmlb geregt, bie Slnir jnnt opeile. Sßent er fte öffnet, Ser eile: — Sir tljttt id? beitte Sl)iir weit auf; iBiel gel)ti bttrd? ft'e jtt mtr herauf. Stt l)(tff nur wenig .Kraft empfangen; Sod? fyaft btt treu an mir gehangen: Srttnt lieb’ ich bid), brittn lieb’ ich hieß. 116 ©er Sitfterer foll, fh'iljt ißn gletd? ©er gaujett d?ölle nnitßenb Dielet), ©oll er bod; betne ©ßiir uidjt fcßlteßcn; (Sr feil nod) fontmen unb bü(jen! füllt Diene, mit gebeugtem ©tnti 2Berf leb oor beineu guß ißn ßttt. Sfnßaltenb bl ft bu mein geblieben Unb baft nicht aufgeßört ju lieben, jjjaft mich befannt, mtd) ftetö befannt. 3d> holte ©erlebt, fomme halb, llnb meine rädjenbe ©eioalt ©oll 3eber, ber jeßt fdjläft in ©linben, ©et ganje ffüeltfreid empfünben. ©attn fd)üfe’ icß bieß, unb mein ©eridjt ©rifft bid> in biefer ©riibfal nid)t. j?alt, imtd bu baft! 33llcE’ auf jiim Sol,me! ©tcß, ring, bannt btr betne .Krone Äein ©iinbee raubt, fein ©tiitber raubt! ©ad <2bor. 2Bcr Dßren ßat, ßbr, load ber ©etft giir ^eii ben Siebenbett verbeißt! ©tu «Pfeiler foll ber (Sieger fteljen 3n ©otted einigen ijößen. ©eit 9101«ett, ber ben SSater nennt, Unb ber ben @ol)n bed fBaterd nennt, Unb oon Serufalem, ber neuen, ©en feßretb’ td) an bte ©tirn bed ©retten, ©er wacht’ ttttb rang, ber wacht’ tutb rang. 117 üitpbiccct. Sie ©emeine. Ser Qlllcd »ollbradjt, treu unb ronijr ©ejeugt [)«t, er, ber nntnberbar Sie yjimmet piep, rote Sropfen rinnen, 2lttd nicptd bie jjtntmel besinnen, (Sr fpricljt: Sn lüffc nid)t falt, nid;t warnt. O, nuireft bit Falt ober ivctrm! Scd) bn bift lau. 2(nd meinem SÜfunbe ©pei’ icp btcp and; non meinem 93unbe iBeriuerf’ td) btd), venverf’ td) bid). Su frtgeft: Scp bin retep nnb grop! Unb iveipt nicht, baß bn arm nnb bloß Unb bltnb nnb elenb bt|1. Ö, höre Sie Uiettnng, bie td) btd) letjre! Sch nur bin tetep. 9cimnt ©olb von mir Unb ivetpe .Kleiber! Secfe btr Samit bie ©epetnbe beiner 23löpe! ©tärf betnen Slicf, fcftati: Seine ©rope, ©ie ift ettt Srguni, ach, nur ein Srcutrn! 1 ^, . ft Sch leite ju mir, liebe bod) Sie, fo td) ftrafe. 93iip btt nod)! Sefjt ftel)’ td) noch vor beiner Spüre Unb Flopfe; Itör nttd) nnb führe jilwifc ^tiiiUrn ■ -. |- |m ^ 50itrf> ein jtt btt: bentt, tuet ttitd) bört Hub, miemobl fpät, ju mir fiel) fe(;rt, ®en nc()in td> attf }« meinem £eüe; ©fein Ijimmtifd) $0t«bl mivb Ü)m ju iEi)etle 3n jettet SBelt, in jettet SfSelt. 3> (ts S()or. 33er üfyrett b«t, I)ör, mad bet ©eijt gilt ^teil ben Sicbenben verbeißt! 3d> tibermanb. Stuf feinem Sprotte JHief ©ott jn fifjeit bent ©ebne. ©o fifjt, ob fie gleid? (terblid) mar, 9)ftt mit attf meinem 'Xbrott btc ©d;aar, ®te tntcb gefugt bat, nticb gefttnben, gjfir nadjgerttngett, nberronnben. ©d I)ör’, ed bör, mer £>bren bat! ©tc ^cttt&c S^vcujcS (Sfmfft. SOtcl. SvOolt’ imS, -betv, tri ödnem ITJovt k. ©et ©pötter ©tront reißt 23ie(e fort, ©rbalt btt und bet beinern ÜBort: ©o fönnen mir und, 23ater, bein 3ttt Sehen nttb int £obe fretnt! 119 (Sin ij'tutfe Saferer, nufer ©ott, ÖBflgt’ö, beittcn ©ol)it mit nutbem ©pott, Seit ©o()n, beit Wtttler, Sen ju fel)iu«bn, Surcb bcn fetbft Fimmel ctnft vergehn. 2Ber fcpb t()r, eurer Stifte Oicutb, 3c(tt tebeuber, halb tobtcr ©taub! Saj; tl)r eitel) irtbcr ©ott empört Hub gar nocl) euren Jreoel leljrt? ©el)t it)r ber geugen SBolfe nid)t? 91uf und flral)lt fie allmäcbftgd Siebt. borniert fie, betft eitel) bad ©rab, Eittft tu ben £>rt ber D.u«t l)tn«b. Senn mißt, ju fül)tie ©ünber, nnjit, Sap euer ©eift bod) etrig tft! O, ben tl;r l)öl)nt, perjeiljet itiel)t, 2Bte einft «nt Ärettj’, «ud) int ©erlebt’. 91 d), iljrer Seljre 9'eft, o jjerr, ©d)leicl)t jelfo nid)t im gfttftern mel)r; 91m Wittag’, £err, briel)t fie beroor, £ebt Ijott) tb* töbteub fjaupt empor. ©te l)errfel)t bttreb ©ro|je btefer 9Belt. £err, jjerr, ii'ettn und betn 91rm tiid)t Ijalt, ©o reibt fie und jtttn Sob’ and) fort. ©ib ©leg unb Seben bttreb bein SBort! * i \ !y3 Sir IStV 1*20 £)b Saufenb und jnr rechten Jöanb, ?Sebn Saufenb nnö jnr iinfett ftanb 3fnd> faden: ftebn nur nnerreiebt, SSie weit i()r glammenpfetl and) ftengt. Senn 3efu3 Sljrtft, benn 3t’f«ö GEbrift, Scr, (färb er gleich, al(mad)tig tft, 3ft nnfer ©djith unb ftarfe SEeljv; ©tanb fft war ibm ber ©pötter .Cpeer. Sn ()a(f von (SnugFett gefehlt, 2Bie lange nod) ihr Oicid) befiehlt, ©id) gegen btd) empören fo((; SBieUcidjt ift, Jjcrr, i(jr EDfajj halb voll. Q3ielletd)t, SHSeltricbfer, haben fte 3n ihrer ftoljcn, bangen 50Tüt) Sen Saumclfeid) halb anögelcert, 93id auf bte jjefen andgeleert. • £>, fenntet ihr, ben ihr verhöhnt! 3lnd) encb, and) end) l)at er verföbnt. 3lcb,ivnffet ibr’d, bte i()< ihn bafit! ©anft tft fein 3ed), leicht feilte Saft. 3br frteebt nnb fdjleppt ber ©t'inbe 3ocb. (Erbarm’, o ©o()n, bicb ihrer nod), SBenn, nab’ an ibred Sobed SJacbt, ©elbft bann erft tf;re ©eel’ envad)t! 121 121 (Sott bcm Sollte. 50? e T. »fn'vv ©ott, tnrij loben nur u, Ser f?crr ift ©oft, ift ©oft! Ser jjerr ift ©ott, ift ©ott! Seit nnö bie (Sterbliche gebar, Ser ©ottmenfd), ift, wirb fepn ltnb war. ©ie, bte rot feinem Simone ftebn Unb 3efn Sf>rifU Qlntlih fehlt, Sie GEherubim, bie ©eraphtm, Sie Sobten ©otted fingen ihm: ©oft ift be3 fOienfdjen ©ol)n! ©ott ift bei EDtenfchen ©obn! Su ftarbft ben ESJtittlertob, Sn Siebe, Sltenfd) nnb ©ott! ©ie iverfen ihre Halmen hin, ©ie werfen ihre fronen t)tn; ©ie beugen feternb ihre Änie, 50iit lauten Sthra'nen fingen fie, Sap Seffett SEhron, ber ewig lebt, 2oon ihrer 3ubcl ©chall erbebt. SBte Stimmen groper SBaffer tönt 3hr Sieb. Sem fingt’», ber nn$ »erfolgt, Sem Sob’ anf ©olgatha geweiht, ©ott, hochgelobt in ©nngfeit. SHStr ftamnieln in ber jjimmel ©her*. j?eb’ unfer jjerj ju bir empor! ^vl ' ■ v vK'jl r* $u, ber für und geopfert ifr, $tt bift bie Siebe, 3 efttd ©brift. $u unerforfebte Siebe, ©ott, Und, und b«ft bu bid in beit £ob, D bu, ber ©nab’ um ©nabe gibt, ®td in ben 'lob am Ären} geliebt. Sffiir faffeu bein ©eljeimnip nicht: Und btenbet fein ju göttlkbd Siebt; $ocb fühlen mir’». (Ed wirft, ed lebt 311 unfern (Seelen, cd erbebt find mächtig über biefe SBelt llnb gibt und Äräfte jener 2Belt. ©rojj, bcUig/ nmnbcrbar i(t er. jjeil und, ©ott t(t, ©ott ift ber 5 ?errl gebooa’d töbtenbem ©eriefjt, $ent unterlauft bn, Emittier, nicht, ©anj flröntt’ auf bicb fein pürtten ju, $u trugft ed ganj; bocf> fiegteft bu. $u fiegteft; aber namenlod, Und unempftnbbar, furchtbar grofi ffßar, load bu in ©etbfemane llnb auf ber fcbäbeloollen £ö(), $u jjeiligfter, gelitten baft, 2 Bar beiner £obedqualen Saft. 123 Su tjrtft, für uns ein ftlucfj gemacht, Ser Späten göttlidjfte vollbracht: Senn @ott btffc bu, o jjerr, btft ©ott. ©co, .Sjeit ber «Seit, and? tutfer ©ott! £ o b l i e i>. Sab 6ljor. SJcct. Scfflta, Ocm t»vo)>f;cten ic. Slnbetenb ftanb ber ©elfer ©otteö ba, SIS er int ©eift 3efio»a ft^en fat> Stuf feinem t)ot)en £l)ron’, tu feinem ©lattj’. Qi füllt ber ©aum be$ göttlichen ©civanbö Sa3 jjattö. Qi fchivebeu ©eraphitn oon fern’ Unb beten ju ber jjerrlichfeit be3 iperrn. (Srftaunenb über ©ott, »erfüllen fie 3h» Slntlüj mit jtueen Sliigetu, beeten fie Sen $ujj mit jtueen, unb mit jtveen fliegen fie. Ser fepn wirb, ber er fepn roirb, fingen fie: fettig ift ©ott, Sdü-'o« gebaotlf! jpetltg ift ©ott, 3e()ooa g5ebaotl>! •heilig ift ©ott, 3el)o»a gebaoth! Ser «Selten Ärciä ift feiner elften »oll! «Bon iljrer Slnbetung ©etön’ erfcholl Sa$ .fpaud unb warb »ott Spfenvollen »oll. ®emetne. SK: Sie 5jetltg tffc unfer ©ott! jjeiltg ift unfer ©ott! jietlig ift nufer ®ott! 3el)o»a gebootl)! Sad Sßor. Sr fdjnuir, ber fd)uf, ber bie erfd)«ffue SBelt aillmäcbttg, weif’ unb uncrforfd)t crljält, Ser gnabeooll }u feinen SDtenfdjcn fam, Sed SOtenfdjen Setb unb ©terblicßfeit annalfm, Ser fte, bte ewig ift, bie ©eel’, entreißt Ser ©unb’ unb ißrem SEobe, ©ott, ber ©etft, ®ott fd)iuur. Sie Sngel tjörfen’d, nid er fdjnmr; Sd ßört’d um fie bie febauernbe fftatur. ©ie fallen auf ii;r aintliß, beten an, SDTit 2Bonn’ unb Sauf unb greubentl)r«ncn an: ®ott ift bie Siebe, toar’d »an Sroigfeit. Su, Siebe, fdjufft bie 2Belt, bad SBerf ber peit. Sie Sieb’ ift ©ott, 3el)ooa 3ebaotl). ©ott fcbnntr: ©o toabr td) leb’, ui) null ben £ob Sed ©iinberd nicht! Su ©taub, befeßre btd)! ©o lebft bu, unb bein ©ott, betn ©ott bin icf). Sie ®emeine. Su bift bte Siebe, ©ott! Su bift bie Siebe, ©ott! Su bift bie Siebe, ©ott! 93i(t unfer, unfer ©ott! 125 IV v £o&. 9}?fl. 50ie fcfjßn (fricijt’t unö t>ev Cfftorgciißmi :c. 3£ßie wirb mir bann, o, bann mir feixt, SBenn id), littcf? gmtj beb Jjerrn j« fmm, 3“ üjnt entfcfjtaft’n werbe, SSoit Feiner ©tinbc mei)r entweiht, (Eutlaben «oh ber ©ferblicbfeit, 9iid;t me()r ber Wietifd? «on (Erbe! $ren bid), (Seele! ; bir nicht ntel>r fürchterlich! 3it3 Slllerheitigite führt bich Ser SBeg im fünftem S()«Ie. ©ottcd SJiul)’ ift Unvergänglich, Ueberfcbivenglich; Sie (Erlösten üBirb fie unaudfprechlich tröften. Sperr, operr! id? iveig bie Stnnbe nicht Sie mich, wenn nun mein Singe bricht, pn beinen SEobten fammelt. iKielleicht umgibt mich ihre 9tacht, ei)’ ich biejj glehen noch vollbracht, SOTein 2ob bir ausSgeftammelt. ÜBater! üjflter! 3ch befehle SOteine Seele Seinen jpänbcn, 3e|o, 23ater, beinen jpänben! ÜSielleicht finb meiner Sage viel; 3d) bin vielleicht nod? fern vom piel’ 127 3 tn bem tue Ärene fdfimmert. ©in icb »on meinem giel nodj weit; Sie glitte meinet ©terblidjfeit, aüStrb fie erft fpat jertriimmert: 2«fj ttticlj, 23 ater, ©ute Späten, ©ute SEtjaten 9 )?id? begleiten ©or ben £l)ron bet enugfeiten! 2 Bie luirb mir bann, ad), bann mir fepn, 2 Benn id>, ntid) ganj bed Jjerrn ju fteun, 3 ()n bott anbeten werbe, 93 on feinet ©iinbe mebr entwert, Sin SOfitgenofc bet ewigfeit, 9 iid)t ntel)t bet 97 fenfd) »on erbe! fettig! jj eilig! heilig! fingen 2 ßir bir, bringen iprei'i unb ei)te Sir, bet war unb fepn wirb, e&re! v*** ■£ / V e f=' i r-' r M.i ►i ; v1 m % 128 £em Stemmgen. SPlel. ©eto&ct feijfl bu, Sefu @f)tift *C* pvdä t[)m! Sv fcbuf, unb er erhält ©eine nninöen'olle SBclt. Su (pracbft: ba würben, ijerr, and; wir; SBir leben unb wir fterben bir. ■Sjalieluj«! sprei» ii)tu! Sr liebt reu Swigfeit, 2Birb ein SDtenfcb, ftirbt in ber fjcit. (Erlöst, erlöst l)«(t bu und bir; Sir leben unb bir fterbon wir. ^nllelui«! spreiö ibut! Sr führt beö Rimmels 93al)n, gilbet bcn fd)malen 2üeg binan. ©ebeiltget Ijaft bu und bir; Sir leben unb bir fterben wir. halleluja! ©ing, $f«lter! grenbentbranen, fließt! heilig, beilig, heilig ift ©ott, nufer ©ott! fjebooct, bir, Sir leben unb bir fterben wir. halleluja! 129 ä5ut?ItC&. 50c el* Ö gvofjev ©ott Dun 50?acfjt ic. Sn bift viel gncibiger, ald ed ber SQienfd; erfennt, Sud; auch viel heiliger, menn mm betu gern entbrennt. ®ein jjeil nnb betned gdneped S£ob ©et)« mir nie ganj: beim bn bt(t ©ott, ltnb retr finb ©tanh nnb ©ünber, ©tnb blinb, finb fchroach, finb ©ünber. ©efünbigt haben, jjerr, gefünbtgt haben mir 93or btr, ber ehtft ©e'ridjt, ©eriebt einft hält, vor bir; ltnb unfer SBanbel follte rein, 3m jjimntel nnb bir heilig feint. 3(d), lap, mir flepn’d mit Söeben, £a(f’, £err, und mieber leben! 23erftnd)t tft, rcer ben 93nnb bed (Srotgmeifen brtd)t; 9)iit btefem ©ünber geht 3d)ova ind ©ericht. 3(d), betn ©ericht ift fürchterlich! (Erbarme, ©ott, erbarme bid), £aff’ nnd nicht ganj verberben, 9(td)t emig, emig fterben! SBir mid)en nicht allein vom hftltgen ©ebot’; Sich, mir vergapen auch bed ©ottverföhnerd £ob. StBie roirfb bn, ©nabe, fürchterlich, ®te mir verfdjmähn! erbarme bich, siorgtct, 0tm. n. 9 130 ®ott, Iajf’ und nicht uerberbcn, Stiebt ewig, einig fterben! 2Bir hielten imö nicht niefjr bed cro’gcn Sehend mertß. O bu, ber bet fidj felbft ©efallnen ©nabe fcßivört, £rbarm’, erbarm’, erbarme hieß! Sed ©oßned SÖIut «erfößne bkß! 9lcß, hör’ in beinern ©rtintne, ©ott, biefed 9Muted ©timme! I : tft- I • ©ott feem ^eiligen ©ctftc. n, pn prebigen, bet für und ftarb, Und ypeil, und emtgd Jpeit erroarb, 5)ticht £ohn, nicht ©cbmacb, nicht Üual 511 fcbeuit Unb treu bid in ben ©ob ju fepu. ©a eined ©turmminbd ©fintm’ erfctpotl, ©a mürben fie, ©ott, beiner roll. 23om ©türme jitterte bad jpaud, ©a goffeft bn auf fie bicb and. ©ein ÜBunber, .Sperr, fall fiebtbar fepn, ©rum meihft bu fie mit flammen ein. >n Veränderte Lieder. Vorbericht Es habcn's schon Verschiedne unternommen, einige von unfern eingeführtcn Liedern zu verändern. Ihre Absicht war größtentheils, einigen Ausdrücken dieser Lieder mehr Ortho- dorie zu geben. So verehrungswürdig mir Diejenigen beständig seyn werden, die im guten Verstände orthodor genannt zu werden verdienen , und so eine nothwendige Eigenschaft eines Liedes die wahre Orthodoxie auch ist: so habe ich doch in einer andern Hauptabsicht die Veränderung einiger unsrer Lieder unternommen. Ich will meinen Lesern den Gesichtspunkt auzeigen, in welchem ich viele von unfern besten Liedern, durch ihren Inhalt und durch ihren Ausdruck veranlaßt, ansehe. Ich bin überzeugt, daß nicht Wenige seyn werden, auf welche sie eben den Eindruck gemacht haben. Wir sind oft mitten in unsrer Andacht durch Gedanken und Ausdrücke unterbrochen worden, die nichts weniger als der Religion und selbst derjenigen Vorstellungen würdig waren, welche diese Lieder in bessern Stellen in uns hervvr- gebracht hatten. Wenn man mir einwirft, daß Gott aufs 158 Herz und nicht auf die Art zu denken und zu empfinden, noch weniger auf Worte sehe: so gebe ich Dieß zwar zu; aber ich behaupte zugleich, daß die Art zu denken und sich auszudrücken, die in einem Liede herrscht, das wir jetzt singen, ans den Zustand unsers Herzens diese Zeit über einen großen Einfluß habe. Man sage mir nicht, daß man darüber weg sey, sich auf diese Art unterbrechen zn lassen. Warum wird uns denn jede schwache Zeile in Gedichten unerträglich, die, so moralisch sie auch feyn mögen, doch viel kleinere Gegenstände, als die Religion haben? Oder lieben wir sie vielleicht wenig genug, uns, wenn es darauf aukömmt, wie sie vorgestellt werden soll, nur dann so leicht über den Ausdruck wegzusetzen? Ueberdicß ist zu der wahren anhaltenden Andacht noch viel mehr nvthwendig, alS nur in derselben nicht unterbrochen zn werden. Ein Lied ist ein Gebet. Der Christ kann nach guten Handlungen nichts Größeres thun, als beten. Wie groß ist es, mit Gott reden! Und sollen wir nicht alle unsre Kräfte austrengen, es nur einigermaßen würdig zu thun? Ich weiß wohl, daß Paulus zu den Korinthern gesagt hat: Ich bin nicht mit hohen Worten zu euch gekommen. Aber Derjenige würde Paulum sehr unrichtig erklären, der dafür hielte, daß er dadurch etwas Anderes, alS die falsche Beredsamkeit seiner Zeit verstanden hätte. Und was müßte ein solcher Ausleger von unserm Erlöser selbst denken, der gewaltig predigte und Worte des ewigen Lebens hatte! Man würde mir sehr Unrecht thun, wenn man von mir glaubte, daß ich unsre Lieder, weil ich sie veränderte, gering 159 schätzte. Eben deßwegen, weil mir viele Stellen in den meisten unsrer alten und in einigen unsrer neuen Lieder so werth sind, und weil ich dankbegierig gegen die Rührung bin, zu der sie mich oft veranlaßten, habe ich andre Stellen derselben, von welchen ich überzeugt war, daß sie die Andacht oft störten und noch öfter nicht genug unterhielten, verändert. Diese Lieder hören dadurch nicht auf, ein Cigenthum ihrer Verfasser zu seyn. Ich habe sie, einige Strophen ausgenommen, nur verändert und nicht nmgearbeitet. Wenn meine Absicht gewesen wäre, sie umzuarbeiten, so würde ich theils einige Stellen nicht stehn gelassen, theils einige von den veränderten noch anders gemacht haben. Ich kenne die Gefahr, welcher ich mich hierdurch ausgesetzt habe. Diejenigen, so die höhere Poesie lieben, aber die Religion zu unrichtig beurtheilen, als daß sie den Absichten Desjenigen, der etwas um derselben willen unternimmt, Gerechtigkeit genug widerfahren zu lassen im Stande seyn sollten — Diese werden hier mehr von mir fordern, als ich habe thun wollen. Die vornehmsten Regeln, denen ich folgen mußte, waren diese: Ich hatte den Hauptton, der in dem Liede herrschte, aufznsuchen und demselben durch jedes Wort, das ich setzte, zu folgen. Sobald aber der Verfasser von seinem Haupttvn abwich, so mußte ich ihn in denselben zurück briugeu. Jenes geschah am Oeftesten dadurch, daß er der Religion unwürdig wurde. Hier mußte ich am Strengsten gegen ihn und mich seyn. Denn sonst hätte ich meiner vornehmsten Absicht, die ich bei der Veränderung dieser Lieder gehabt habe, entgegen gehandelt. Ich setze wegen einiger Leser noch hinzu, daß veraltete Wörter, andere, die wir sogar aus unsrer Prosa weglassen sollten, und die Härte des Sylbenmaßes viele meiner Veränderungen veranlassen mußten. F Allein Gatt in -er Höh sey Ehr. Gott in der Höh sey Ehr' allein, Sey Dank für seine Gnaden! Der Herr hat uns, sein Volk zu sepn, Erbarmend eingeladen. Mit Wohlgefallen schaut herab Ans uns, der seinen Frieden gab Dem menschlichen Geschlechte. Dich preisen wir, dich flehn wir an. Du herrschest, Gott, ohn' Ende; Die Himmel sind dir nntcrthan, Sind Werke deiner Hände; Unansgeforscht und ewig ist Die Macht, durch die du Herrscher bist. Wir freun nnö dein, o Vater. O Jesn Christ, des Vaters Sohn, Dn warst dahin gegeben; Du führst uns zu des Himmels Thron Zurück, zurück ins Leben. Älvpstock, Oden. H. 11 162 Lamm Gottes, Mittler, Musch und Gott Erhör das Flehen unsrer Noth, Erbarm', erbarm dich unser! Des Vaters und des SohneS Geist, Gott ausgesaudt, zu trösten Die, deneu Christus dich verheißt, Die glaubenden Erlösten, Rett' uns aus jeder Seeleuuoth, Wir sind durch Jesu Christi Tod Erlöst zu jenem Leben! Der am Arcuz' ist meine Liede. Der am Kreuz' ist meine Liebe, Meine Lieb' ist Jesus Christ. Weich von mir, des Eiteln Liebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott, Und, womit du lohnst, ist Tod; Meine Lieb' ist der Erwürgte, Der für mich beim Richter bürgte. Der am Kreuz' ist meine Liebe. Frevler, was befremdet's dich, Daß ich Jesum Christum liebe? Er, er blutete für mich; 163 Dürstend, bleich, ein Fluch gemacht, Hing er in des Todes Nacht. Meine Lieb' ist der Erwürgte, Der für mich am Kreuze bürgte. Der bis in den Tod mich liebte, Der mich ihm nachringen hieß, Weh mir, wenn ich Den betrübte, Den, statt meiner, Gott verließ! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? Trat' ich nicht sein Blut mit Hohn? Schütze, schütze mich vor Sünden, Hilf die Welt mir überwinden! Der am Kreuz' ist meine Liebe. Was ist dir noch fürchterlich? Ruh, Gewissen! Gott, die Liebe, Jesus opfert sich für mich. Schaue, wie er blutend ringt Mit der Sünd' und sie bezwingt! Den am Kreuz' Hab' ich gefunden, Habe durch ihn überwunden. Der am Kreuz' ist mein Vertrauen. Nichts, wie furchtbar es auch ist, Keines, keines Todes Grauen Reißt von dir mich, Jesu Christ, ' L., 164 Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Furstenthum. Dir, dir will ich lebend trauen, Sterbend dir. Dich werd' ich schauen. Der am Kreuz' ist meiue Liebe. Komm', o Tod, du bist mein Freund! Wenn ich wie ein Staub verstrebe, Wird mit mir mein Gott vereint. Dann empfah' ich seinen Lohn, Schaue daun den ew'gen Sohn. Den ich dann nicht mehr betrübe. Du bist ewig meine Liebe. Ls woll' uns Lott genabig scy». Es wolle Gott uns gnädig seyn Und seinen Segen geben! Mit seines Angesichtes Schein Erleucht' er uns zum Leben! Lass' uns erkennen, unser Gott, Dein großes Werk auf Erden! Laß Jesu Christi Mittlertod Erkannt von Allen werden Und Alle dir bekehren! So danken dir nnd loben dich Die Nationen alle; So freut der ganze Weltkrcis sich Und singt mit großem Schalle, Daß dn sein Gott und Richter bist, Nicht läßst die Sünde walten, Und daß dein Wort der Segen ist, Der Alle dir erhalten, Zum Himmel Alle leitet. So danke, Gott, und lobe dich Dein Volk durch gute Thaten! Es bringe Frucht nnd beffre sich! Dein Wort laß wohl gcrathen! Der Vater segn' uns und der Sohn Und Der, so herrscht mit Beiden! Es segn' uns Gott, geb' uns den Lohn, Der nach der Erde Leiden Die müden Pilger tröstet! Gelobet feistst du, Jesu Christ. Gelobet seyst du, Jesu Christ, Daß du Mensch geboren bist! ES folgte dir von deinem Thron Der Engel Schaar und sang den Sohn, Des Menschen Sohn. 166 Er, dessen Voten Engel sind, Lag in einer Kripp' ein Kind. In unser Fleisch und unser Blut Verhüllte sich das höchste Gut, Des Vaters Sohn. Den nie der Welten Kreis umschloß. Liegt in einer Mutter Schoß. Es weint in unsrer Sündenwelt, Der alle Ding' allein erhält. Halleluja! Vom Himmel nimmt er seinen Lauf, Geht, ein Licht des Heils, uns ans. Es überstrahlt mit Gnad' und Recht Der Sohn das menschliche Geschlecht. Halleluja! Der Sohn des Vaters, Gott von Gott, Nimmt auf sich der Sünder Noth. Nach dieser kurzen Prüfung Zeit Erhebt er uns zur Herrlichkeit. Halleluja! Der uns deS Vaters Fülle gab, Kam zur Erden arm herab. An Gütern macht uns Christus reich, Die ewig sind, uns Engeln gleich. Halleluja! L du, der Gnad' um Gnade gibt, Herr, wie hast du uus geliebt! Dank' ihm, dauk' ihm, erlöste Schaar, Für die deu Ewige» gebar Die Sterbliche! Gatt dcr Vater wahn' uns bei. Vater, Vater, steh' uus bei Und lass' uus nicht verderben! Mach' uns aller Sünden frei Und dir, dir hilf uns sterben! Durch des Glaubens Licht und Kraft Laß ganz auf dich uns trauen. Auf deine Hülf' uns bauen, Bis wir dein Antlitz schauen! In der Erde Pilgerschaft Lass' alle deine Christen Entflieh» des Satans Listen, Mit Waffen Gottes sich rüsten, Ueberwinden durch die Kraft, Die du, Herr, gabst! Halleluja! Jesus Christus, steh' uns bei rc. Geist, steh, Geist des Herrn, uns bei 168 Herr Gott, dich toben wir. Herr Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir danken dir! Jehora ist von Ewigkeit, Cr schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preiSt, Gott Vater, dich, dich, Sohn, dich, Geist. Die Cherubim, die Seraphim, Die Himmel alle singen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Jehova Zebaoth! Weit, über alle Himmel weit Geht deine Macht und Herrlichkeit. Sie, die den Erdkreis wunderbar Bekehrten, deiner Boten Schaar, DeS Mittlertodes Märtyrer, Sie preisen ewig dich, o Herr. Am Grabe noch, noch in der Zeit PreiSt dich auch deine Christenheit, Dich, Vater auf der Himmel Thron, Dich, Jesu Christ, deS VaterS Sohn, Und dich, o Geist, deß Wunderkraft In Sündern neues Leben schafft! Du Hoherpriester, du Prophet, Du König, deß Reich nie vergeht, Dn hast dich, Gott, uns Gott zu iveihn, Erniedriget, ein Memch zu sepn. Dem Tode nahmst dn seine Macht, Zum Himmel hast du uns gebracht. Zur Rechte Gottes sitzest du, Mit deinem Vater herrschest du. O, der für uns geblutet hat, Erwürgt für unsre Miffethat, Im Grabe lassest dn uns nicht, Du kommst, du kommst und hältst Gericht. Einst sep im Himmel unser Theil Dein großer Lohn, dein ewigs Heil! Hilf deinem Volke, Jesu Christ, Und segne, was dein Erbtheil ist! Leit' uns durch unsrer Prüfung Zeit Den Weg zu deiner Ewigkeit! Die Erd' ist auch dein Heiligthum. Auch sie erfülle stets dein Ruhm! In dieser unsrer Pilgerschaft Ist, Herr, dein Wort unS Licht und Kraft, Ist Lebenskraft, ist gottlichs Licht, Wer ihm gehorcht, Der sündigt nicht, Ist Dem, der fällt und es bereut, Barmherzigkeit, Barmherzigkeit. Die Erd' erfüll', Herr, stets dein Ruhm, Erfüll des Himmels Heiligthum! Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Der du stets unsre Zuflucht bist, Sey mit den Deinen, Jesu Christ! Send' uns den Geist, der uns regiert Und unS den Weg zur Wahrheit führt! Er stärkt den wankenden Verstand, Macht deinen Vater unS bekannt; Er flammt zur Heiligkeit uns an, Er leitet uns des Lebens Bahn. Halleluja! einst singen wir, Gott, heilig! heilig! heilig! dir Und schauen dich in deinem Licht Von Angesicht zu Angesicht. Herzlich lieb Hab' ich dich, o Herr. Ans ganzem Herzen lieb' ich dich; Nach Gnade, Vater, dürstet mich. 171 Die meine Seele labe. Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, Wenn ich, mein Gott, dich habe. Und, wenn mein Herz im Tode bricht, Bist du doch meine Zuversicht, Mein Trost, mein Heil, der mich erlöst, Der mich im Tode nicht verstößt. Ach, Iefn Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Ein Schlummer sei) mir einst der Tod! Ach, Alles, Herr, Hab' ich von dir: Den Leib, die Seele gabst du mir Und dieß mein erstes Leben. Daß ich es deiner Liebe weih' Ein Bruder meinen Brüdern sei), Dieß Heil wollst du mir gebe»! Laß, Mittler, mein Erkenntniß rein Und heilig meinen Wandel seyn, Im Kreuze mich dir glaubend traun Und nur auf deine Hülfe schann! Ach, Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Sei) mir's in meiner letzten Noth! Daß dann, der meinen Geist bewacht. Dein Engel durch des Todes Nacht 172 In Abrams Schoß ihn trage! Mein stillverwesendes Gehein Wird Erde doch nicht immer seyn, Nur bis znm letzten Tage. Du lassest mich im Tode nicht, Du kommst, du kommst zum Weltgericht'. Ach, Richter, laß mich ohne Graun Dich dann auf deinem Throne schaun! Allmächtiger, Mein Herr, mein Gott, erhöre mich: So preis' ich ewig, ewig dich! Herzlichster Jesu, was hast du verbrochen. Die Gemeine. Versöhner Gottes, was hast du verbrochen? Dein Todesurtheil haben sie gesprochen? Ein Fluch gemacht, sollst du am Kreuze sterben? Wie Sünder sterben? Gegeißelt wirst du und zur Schmach gckröuet, Ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, Mit Finsterniß des TodeS schon umschattet, Gehst du ermattet. Du trägst dein Kreuz hinauf zum Todeshügcl, Anbetend stehst du aus dem Todeshügel. Sie thun's. Du schwebst, gekreuzigt, dich entfärbend. Voll Wunden, sterbend. 173 Was ist die Ursach dieser deiner Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen; Wir, Gottversvhner, haben Das verschuldet, Was du erduldet. Wie wunderbar ist, Richter, deine Strafe! Der gnte Hirte leidet für die Schafe; Die Schuld bezahlt der Mittler, der Gerechte, Für seine Knechte. Das Chor. Mel. Q Traurigkeit, o Herzeleid ic. Erniedrigter, Erniedrigter, Du trägst der Erde Sünden. Lass' uns, Mittler, im Gericht Gnade, Gnade finden! Die Gemeine. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; Der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Der Mensch verwirkt den Tod, wird nicht gerichtet Gott wird gerichtet. Ach, unsre Seele war entstellt von Sünden, Bis in ihr Innerstes nichts Guts zu finden: Das hätten wir, von Gott verworfen, müssen Auf ewig büßen. 174 O Liebe, Liebe, niemals ansznsprechen! Du willst's: an dir soll es der Rächer rächen. Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden; Und du willst leiden. Geopferter! wer kann die Seligkeiten, Die du uns gabst, mit vollem Dank' ausbrciten? Herr, unsre Seel' entschwingt sich ihren Schranken Ringt, dir zu danken. Sie kann's nicht. Es befallt ein heilig Grauen Selbst Engel, wenn sie lüstet zu durchschauen, Das; Der, der in des Vaters Schoße ruhte, Für Sünder blute. Das Chor. Erniedrigter, Erniedrigter, Du trägst der Erde Sünden. Lass' uns, Mittler, im Gericht Gnade, Gnade finden! Die Gemeine. Du sagest selbst: Eins werde dir gefallen, Wenn wir vor dir mit Buße niederfallen Und unser Herz von Neuem nicht entzünden Mit alten Sünden Es ist, Versöhner, nicht in unfern Kräften, Dem Kreuze die Begierden anzuheften. O, send' uns deinen Geist, der uns regiere, Zum Himmel führe! Dann wollen wir mit vollem Dank betrachten, Was du gethan hast, diese Welt nicht achten; Wir wollen wachen, beten, deinen Willen Mit Freud' erfüllen. Dann wollen wir für dich, Herr, Alles wagen, Kein Kreuz nicht fürchten, keine Schmach noch Plagen. Nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen Wend' unsre Herzen! Dieß Alles, ob's für schlecht gleich ist zu achten, Weil wir, ach, sterblich, noch im Staube schmachten: Doch nimmst du's an. Du wirst uns dennoch geben Dein ewig's Leben. Das Chor. Erniedrigter, Erniedrigter, Du trägst der Erde Sünden. Ja, du läßt uns im Gericht Gnade, Gnade finden. Die Gemeine. Erniedrigter, Erniedrigter, Du trägst der Erde Sünden. Ja, du läßt uns im Gericht Gnade, Gnade finden. Icsaia dem Propheten. Änbetend stand der Seher Gottes da, Als er im Geist Jehova sitzen sah Ans seinem hohen Thron', in seinem Glanz'. Es füllt der Saum des göttlichen Gewands Das Haus. Es schweben Seraphim von fern' Und beten zu der Herrlichkeit des Herrn. Erstaunend über Gott, verhüllen sie Ihr Antlitz mit zween Flügeln, decken sie Den Fuß mit zween, und mit zween fliegen si Der seyn wird, der er seyn wird, singen sie: Heilig ist Gott, Jehova Zebaoth! Heilig ist Gott, Jehova Zebaoth! Heilig ist Gott, Jehova Zebaoth! Der Welten Kreis ist seiner Ehren voll! Von ihrer Anbetung Getön' erscholl Das Haus und ward von Opferwolken voll. 177 Jesu, deine tiefen Wunden. Jesu Christ, durch deine Wunden, Deinen gnadevollen Tod Hab' ich immer Heil gefunden, Immer Trost in meiner Noth. Mich sollt' ich durch Sund' entweihn? Und ich dacht' an deine Pein? Sie, sie zeigt mir meine Blöße Und der Sünde ganze Größe. Schmachtet nach der Wollust Freuden Mein verderbtes Fleisch und Blut, O, so blick' ich auf dein Leiden: Schnell verlischt die wilde Glut. Satans Pfeil verfehlet mich, Ist mir nicht mehr fürchterlich: Flieh' ich auf den Todeshügel, Gottmensch, unter deine Flügel. Will mein schwaches Herz mich führen Auf der Ehrbegierde Bahn, Wo nur Thoren sich verlieren: Dann, dann schau' ich betend an Deiner Todesqualen Last, Die du, Herr, getragen hast. Kämpfen kann ich dann und ringen, Mich der Welt, der Welt cntschwingen. Klopstock, Öd>'n. II. 18 178 Wenn ich innig an dich glaube, ,O, wie werd' ich hingerückt lieber Alles, was zum Staube Meine Seele niederdrücktl Deines Trostes Freudigkeit Reißt mich fort zur Ewigkeit. Herr, sie hast du mir erworben, Da du bist für mich gestorben. Hab' ich dich in meinem Herzen, Geber aller Seligkeit, Sv empfind' ich keine Schmerzen, Keine, selbst im letzten Streit. Au dir flieh' ich, Hab' ich nun Gnung gewandelt, um zu ruhn. Ueberwnnden, überwunden Hab' ich, durch dich überwunden. Du, nur du bist mein Vertrauen, Meiner Seele Zuversicht; Du besiegst des Todes Grauen, Gehst mit mir nicht ins Gericht: Deun ich Hab' am cw'gen, Heil', Hab' an Jesu Christo Theil. Aufzustehn zu jenem Leben Wirst du, Gott, mein Gott, mir geben. Jesus Christus, »nst'r Heiland, der den Tod überwand. Ileberwundcn hat der Herr den Tod. Des Menschen Sohn und Gott Ist auferstandcn, Ein Sieger auferstanden. Halleluja! Rein, entweiht von keiner Sünde nicht Trug er des Herrn Gericht, Daß wir, von Sünden Erlöst, Gott wieder finden. Halleluja! Heil, Verwerfung, Tod und Leben ist Dein Werk, Gott, Iesn Christ. Du willst das Leben Den Ucberwindern geben. Halleluja! Jesus Christus, unser Heiland, der van uns Gottes Zorn wand. Jesus Christus hat sein Leben In den Tod für unS gegeben; Vom Gericht' hat nns befreit Seine herzliche Barmherzigkeit. 180 Daß wir niemals Deß vergessen, Gibt er uns sein Mahl zu essen. Brod soll deines Leibs, und Wein Deines Bluts Gemeinschaft, Gottmensch, sepn. Nahet euch mit heil'gem Beben! Hier empfahl ihr ewigs Leben. Aber Die, ach, Die empfahn Tod für Leben, die unwürdig nahm Für sein wunderbares Speisen Sollt ihr Gott den Vater preisen, Der um eure Missethat In den Tod den Sohn gegeben hat. Glauben sollt ihr und nicht wanken, Daß es sey ein Mahl der Kranken, Denen von der Sünde Schmerz Schwer belastet ist ihr büßend Herz. Die mit Ernst ihr Thun bereuen, Die wird Heil von Gott erfreuen. Dünkst du rein dir, nah dich nicht: Denn du gehest, Stolzer, ins Gericht! Jesus Christus spricht: Ihr Armen, Laßt mich über euch erbarmen! 181 Die ihr schwach und elend seyd, Ihr, mir ihr empfaht Barmherzigkeit! Konntest du dir was erwerben, Was dürft' ich für dich denn sterben? An mir hast du keinen Theil, Bist du, Sünder, selber dir dein Heil. Glaubst du mir aus Herzens Grunde, Sv hat meines Mahles Stunde Dich von Neuem eingeweiht Durch des Bundes Blut zur Ewigkeit. Leb' und liebe deine Brüder! Ihr seyd eines Hauptes Glieder; Ihr, ihr Alle seyd geweiht Durch mein Blut zu einer Ewigkeit. Jesus, meine Zuversicht. Jesus, meine Zuversicht, Mein Versöhner, ist im Leben. Dieses weiß ich: sollt' ich nicht Auch zu sterben mich ergeben, Wie das Grab, das einst mich deckt, Mein zu schwaches Herz auch schreckt? Jesus, mein Erlöser, lebt; Ich werd' auch das Leben schauen, Scyn, wo mein Erlöser lebt: Und cs sollte mir noch grauen? Er ist der Gemeine Haupt, Und sein Glied, wer au ihn glaubt. Voll von dieser Zuversicht Hab' ich oft sein Heil empfunden, Legt' ich meine Hand auch nicht In des Ueberwinders Wunden. Er stand auf. Mein Leib erwacht Auch ans seines Todes Nacht. Fleisch bin ich und muss daher Einmal auch zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch wird er Mich erwecken ans der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Bei ihm sey die Ewigkeit. Daun umgibt mich diese Haut, Dieser Leib, der einst verweste; Gott wird dann von mir geschaut In dem Leibe, der verweste. Ja, in diesem Fleisch werd' ich Sehen, Gottversöhner, 'dich. Ob dieß Ang' im Tod' auch bricht, Wird's doch meinen Retter kennen; Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, Word' in seiner Liebe brennen. Dank ihm, Dank ihm, Preis und Ruhml Wunderbar schafft er mich um. Was hier kranket, seufzt und fleht, Wird nicht ewig untergehen. Irdisch werd' ich ansgesät; Himmlisch werd' ich anferstehen. An verwesen, sink' ich ein; Dann werd' ich unsterblich seyn. Freudig bin ich und getrost: Dann steigt mein Versöhner nieder. Wenn ich stcrb', ist er mein Trost, Und den Tobten ruft er wieder, Wenn mir die Posaune klingt, Auch zu meinem Grabe dringt. Und mich schreckte noch der Tod? , Mich die Gräber und ihr Granen? Meinen Mittler, meinen Gott, 'Jesnm Christum werd' ich schauen. Elend fühl' ich dann nicht mehr. 184 Nur, daß du dich, Seel', erhebst Von den Lüsten dieser Erden Und schon hier dem Gotte lebst, Mit dem du vereint sollst werden! Willst du seines Heils dich freun, Mußt du heilig, Seele, seyn. Komm', heiliger Seift, Herre Gott. Komm', heiliger Geist, Tröster, Gott, Erfülle, Geist der Salbung, Gott, Mit deiner Liebe Seligkeiten, Die Jesu Christo sich weihten! Die Völker aller Welt führst du Ins Heiligthum, zu GotteS Ruh'. Es schall' Anbetung dir zum Ruhme! Singt, Völker, ihm in: Heiligthume! Halleluja, Halleluja! Du heiliges Licht, starker Hort, Durch dich leucht' uns des Lebens Wort! Den Ewigen lehr' uns erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen! Ein neuer Jrrthnm ist erwacht. Durchstrahle du des Irrthnms Nacht! Sie wollen, Herr, uns unfern Glauben, Den Mittler, Icsuni Christum, rauben. Bekehre sie, bekehre sie! Du heilige Ruh, süßer Trost, Hilf, daß wir freudig und getrost In unsers Gottes Dienste siegen Und keiner Trübsal erliegen! Dies; Leben ist der Prüfung Zeit; Wir überwinden durch dich weit: Du hilfst, v Geist, mit Muth uns ringen, Au dir durch Tod und Leben dringen. Halleluja, Halleluja! Liebster Jesu, wir find hier. Jesus Christus, wir sind hier, Deine Weisheit anzuhören. Lenke Sinnen und Begier Au des Himmels süßen Lehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zn dir gezogen werden! Dieses Lebens Wissenschaft Bleibt mit Finsterniß umhüllet, Wenn nicht deines Geistes Kraft UnS mit Licht von Gott erfüllet. 186 Glaubend lehr' aufs Wert uns merken, Lass' es uns zum Leben stärken! O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht', aus Gott geboren, Heiligster, von Ewigkeit Hast du dir uns auserkoren. Lehre deines Himmels Erben, Lehr' uns leben, lehr' uns sterben! Mitten mir im Leben sind. Wir, der Erde Pilger, sind Mit dem Tod' umfangen. Wer, ach, wer errettet uns, Daß wir Gnad' erlangen? DaS thust du, Herr, alleine. Es reut uns unsre Missethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, barmherziger Tröster! Du ewiger Gott, Lass' uns nicht versinken In des TodeS tiefer Nacht! Erbarm dich unser! In. dem Tod' ergreifen uns Unsrer Thaten Schrecken. Ach, wer wird, wer wird uns dann Vorm Gerichte decken? Das thust dn, Herr, alleine. Preis ihm! wir überwinden weit Durch des Herrn Barmherzigkeit. Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, barmherziger Tröster! Dn ewiger Gott, Lass' uns Gnade finden In der letzten, letzten Noth! Erbarm dich unser! Ach, wenn uns in dieser Angst Unsre Sünden treiben: Wo entfliehen wir dann hin, Da wir können bleiben? Au dir allein, Versöhner! Vergossen ist dein heiligs Blut, Das gnug für die Sünde thut. Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, barmherziger Tröster! Du ewiger Gott, Starke, stark' im Tode Uns durch deiner Liebe Trost! Erbarm dich unser! Uun bitten nur den hcit'gcn Geist. Des Vaters und des Sohnes Geist, Du, der uns den Weg zum Heile weist, Gnadevollcr Tröster, Laß, wenn wir sterben, Uns das ewige Leben ererben, Gib uns Jesu Frieden! Es leucht' uns, Licht des Herrn, dein Schein, Sinken wir nun, zu verwesen, ein! Lehr' uns Jesum Christum, Den Sohn, erkennen Von der Liebe des Sohnes uns brennen Lebend und im Tode! O du, der Liebe Geist, erhöh' Unsre Seele, daß sie schmeck' und seh, Wie der Herr uns liebte! Lass' in den Brüdern Uns, in seinen geheiligten Gliedern, Jesum Christum lieben! Du höchster Trost m aller Noth, Hilf getreu uns seyn bis an den Tod, Heilig lass' uns leben, Uns nicht verzage», Wenn uns unsere Sünden verklagen Vor der Welten Richter! Nun lasset uns den Aib begraben. Begrabt den Leib in seine Gruft, Vis ihm des Richters Stimme ruft! Wir säen ihn; einst blüht er auf Und steigt verklärt zu Gott hinauf. Grabt mein verweslichcs Gebein, O ihr noch Sterbliche, nur ein! Cs bleibt, es bleibt im Grabe nicht: Denn Jesus kommt und hält Gericht. Aus Staube schuf ihn einst der Herr. Er war schon Staub und wird's nur mehr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht Dereinst aus dieses Todes Nacht. Du wirst mein aufgelöst Gebein, O du Verwesung, weit verstreu»; IW Allein gezahlt ist, wie mein Haar, Mein Staub. Gott weckt mich wunderbar. Des Frommen Seele lebt bei Gott, Der sic ans aller ihrer Noth, Ans aller ihrer Missethat Durch seinen Sohn erlöset hat. Gott ist barmherzig und verstößt Im Tode nicht, die er erlöst, Die nicht, für deren Missethat Sein Mittler sich geheiligt hat. Er wandelt' hier im finstern Thal'; Er duldete viel Schmerz und Qual. Du trügest Jesu Christi Joch, Entschlummertest und lebest noch. Bei euch hat Trübsal mich gedrückt; Nun hat mich Gottes Ruh' erquickt. Im finstern Thale wandelt' ich; Doch führte Gottes Rechte mich. Er litt viel.mehr, der uns versöhnt Und himmlisch seine Sieger krönt. O Lohn, o Lohn für wenig Pein! Dann wird's wie Träumenden uns seyn! 191 Ich trug sein Joch bis au mein Grab; Nun wischt or mriuo Thränen ab. Was sind dic Lcidru jonor Zeit, Gott, gogou doiuo Herrlichkeit! t, Ä Du Todter Gottes, schlummr' in Ruh! Wir gehn nach uuseru Hutten zu Und machen zu der Ewigkeit Mit Freud' und Zittern uns bereit- ^ V Ja, lasset mich in meiner Ruh' Und geht nach euren Hütten zu! Schafft, daß ihr selig werdet, ringt, ^ Bis ihr euch auch der Erd' entschwingt! Ach, Gottgeopferter, dein Tod f Stärk' uns in unsrer letzten Noth! Lass' unsre ganze Seele dein Und freudig unser Ende sepn! > " >» . A/s Nun lob, mein Seel, den Herren. Auf, meine Seele, singe, Es singe Gott, was in mir ist, Den Schöpfer aller Dinge! Weh Dem, der seinen Gott vergißt! ^ k. ' M 192 Er hat, er hat vergeben Dir deine Misscthat, Gerettet dich ins Leben, Mit gnadevvlleni Rath, Beschüttet dich mit Heile, Vom Elend dich befreit, Und einst wird dir zu Theile Die Ruh der Ewigkeit. Es hat uns wissen lassen Der Herr sein Recht und sein Gericht: Crbarmung ohne Maßen Dem Frommen, der den Bund nicht bricht. Schnell eilt sein Zorn vorüber, Straft nicht nach unsrer Schuld; Der Herr begnadigt lieber, Nimmt lieber auf zur Huld. Wer Gott vertraut, ihm lebet, Sein Frieden ist mit Dem; Mit Adlcrsflügeln schwebet Erbarmung über Dem. Wie Väter mit Erbarmen Auf ihre jungen Kinder schaun: Sv thut der Herr uns Armen, Wenn wir auf ihn mit Einfalt traun. Er weiß cs, wir sind Sünder; Gott weiß eS, wir sind Staub, Zum Tode reife Sünder, Ein mederfallend Laub. Kaum daß die Winde wehen, So ist es nicht mehr da. Wir Sterbliche vergehen; Stets ist der Tod uns nah. Jehova's Gnad' alleine Steht fest und bleibt in Ewigkeit. O du, des Herrn Gemeine, Die ganz sich seinem Dienste weiht, Die, daß sie selig werde, Mit Furcht und Zittern ringt, Schwing du dich von der Erde Hinauf, wo Jubel singt Die Schaar stets treuer Knechte Und unsrer Tobten Schaar! Licht, Heil sind deine Rechte Und ewig wunderbar. Anbetung, Preis und Ehre Sey dir, Gott Vater, Sohn und Geist! Wir singen's in die Chöre Der Schaar, die dich vollkommen preist. Anbetung, Preis und Ehre Dir, der du warst und bist! Wir stammeln's nur; doch höre, Hör' uns, der ewig ist! Ä!vpsu)(t, Qdcu. 11- Einst tragc» wir auch Palmen, Du Gott, auf den wir traun; Einst singen wir die Psalmen, Einst sterben wir und schann. G großer Gott von Mlacht. O großer Gott von Macht, an Huld und Gnade reich! Ach, strafst du Sünder, Herr, und Heilige zugleich? Es möchten Einige doch rein Vor dir, wie Menschen rein sind, sepn: Drum wollst du nnS verschonen, Nach nnserm Thun nicht lohnen! O, der du uns erschufst, so hältst du nicht Gericht; Nur Frevler trifft'S, Herr, Herr, und deine Kinder nicht. Es möchten ihrer Fünfzig rein Und nnentweiht von Sünden seyn: Drum wollst du uns verschonen, Nach nnserm Thun nicht lohnen! O, der du ewig bist, laß, laß Barmherzigkeit Ergehen und halt' inn mit der Gerechtigkeit! Es möchten Fünfnndvierzig rein, Durch Sünde nicht entheiligt senn: Drum wollst dn uns verschonen, Nach nnserm Thun nicht lohnen! O du Allmächtiger, schau' an das arme Land Und wende, wende, Gott, die ausgestreckte Hand! Es möchten ihrer Vierzig rein Und unbefleckt von Sünden seyn: Drum wellst du uns verschonen, Nach unserm Thun nicht lohnen! Ach, unser Vater, Gott, erbarm', erbarme dich! Dein schncllerwachter Zorn trifft uns zu fürchterlich. Es möchten dennoch Dreißig rein Und nicht entstellt von Sünden sei)»: Drum wellst du uns verschonen, Nach unserm Thun nicht lohnen! Weltrichter, Schrecklicher, hör' unser jammernd Flehn! Lass' uns nicht ganz vor dir, du Heiliger, vergehn! Es möchten etwa Zwanzig rein, Von Schulden nicht belastet sepn: Drum wollst du uns verschonen, Nach unserm Thun nicht lohnen! Der uns sonst gnädig war, noch immer liegen wir Im Staube, Staub, und flehn und weinen, Gott, vor dir Cs möchten, ach, doch Zehne rein Und nicht des Todes würdig sepn: Drum wellst du uns verschonen, Nach unserm Thun nicht lohnen! O du Unendlicher, halt' hier noch nicht Gericht, Verwirf uns, ach, nicht ganz von deinem Angesicht'! Es möchten unsre Kinder rein, Und dir ihr Stammeln heilig seyn: Drum wollst du uns verschonen, Nach nnserm Thun nicht lohnen! Herr, Herr, Gerechtester! weil vor dir Keiner ist, Der dich versöhnen kann, als dein Sohn Jesus Christ So schau, schau' auf sein Blut herab, Auf seinen Tod und auf sein Grab! Er starb. Drum wollst du schonen, Nach unserm Thun nicht lohnen! Schmücke dich, o liebe Seele. Müde, sündenvolle Seele, Mach dich auf, erlöste Seele, Komm, Vergebung zu empfangen! Denn dein Licht ist aufgegangen; Denn der Herr voll Heil und Gnaden Hat zu sich dich «ungeladen. Deinen Bund sollst du erneuen Und dich seines Todes freuen. Eil, wie Gottverlobte pflegen, Glaubensvoll dem Herrn entgegen! Dafi er dich der Sund' entlade, Gibt er heute Gnad' um Gnade. 197 Komm', es ist des Mittlers Wille, Komm' und schöpf' aus seiner Fülle! Daß er dich der Sünd' entlade, Gibt er heute Gnad' um Gnade. Herr, ich freue mich mit Beben. Laß mich Gnad' empfahn und leben! Mit der glaubenden Gemeine, Daß mit ihr sich Gott vereine Durch des neuen Bundes Speise Auf so wunderbare Weise: O, wer darf sich unterwinden, Dieß Geheimniß zu ergründen! Gottmensch, laß mich würdig nahen, Leben, Leben, zu empfahen! Ach, wie pflegt' ich oft mit Thranen Mich nach deinem Mahl zu sehnen! Ach, wie hat mich oft gedürstet, Gott, nach dir, mein Gott, gedürstet! Laß, Geopferter, mich nahen, Leben, Leben zu empfahen! Du, dem unsrer Tvdten Schaarcn, Die, wie wir, auch Sünder waren, Dank und Preis und Jubel singen, Daß sie hier dein Mahl empfingen! Sohn des Vaters, Licht vom Lichte, Lamm, dem tvdtenden Gerichte MWMWMWWW 198 Hingegebcn, Heil der Sünder, Retter, Todesüberwinder! König, Hvherpriester, Lehrer, Du mein göttlicher Bekehrer, Du für meine Schuld Verbürgter, Gottgevpferter, Erwürgter! Hier fall' ich zn deinen Füßen: Laß, laß würdig mich genießen Dieser deiner Himmelsspcise Mir zum Heil und dir zum Preise! Zum Gedächtniß deiner Leiden Und zum Vorschmack jener Freuden, Die du, Gottmensch, mir erstrittest, Als du unaussprechlich littest, Als dich Todesschweiße deckten, Dich die Schrecken Gottes schreckten, Als du blutetest, verlassen, Ach, von Gott, von Gott verlassen! Deines Heils will ich mich freuen, Dir will ich mich ewig weihen. Eng' ist deines Lebens Pforte, Noch schau' ich im dunkeln Worte; Einst werd ich dich ganz erkennen, Ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfinden! Hilf mir, hilf mir überwinden! 199 Sei) Aob und Ehr dem höchsten Gut. Lob, Ehr' und Preis dem höchsten Gut, Dem Retter meiner Seele, Dem Gott, der alle Wunder thut, Dem Gott, der meine Seele Mit seinem reichen Trost' erfüllt, Dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! Dort singt die Schaar der Himmel dir, Beherrscher aller Thronen! Und, die wir noch an Gräbern hier In deinem Schatten wohnen, Wir preisen, Gott, auch deine Macht: Auch uns hat sie hcrvorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten. Darüber wird des Weisen Rath, Des Vaters Gnade walten. In seinem ganzen Königreich' Ist Alles recht, ist Alles gleich. Vor ihm sinkt Alle nieder! Ich rief dem Herrn in meiner Noth: Vernimm, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer mir vom Tod' Und ließ mir Gnad' erscheinen. 200 Ich danke, Gott, ich danke dir. Ach, danket, danket Gott mit mir, Dankt ihm mit Freudenthränen! Gott ist uns nah', ist niemals nicht Von seinem Volk geschieden. Er, er ist ihre Zuversicht, Ihr Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er Sein Volk durchs Feuer und durchs Meer. Dankt ihm mit lautem Jubel! Wenn Hülfe nicht mehr helfen kann, Die nur die Welt erzeiget: So hilft, der ewig helfen kann, Der Schöpfer selbst und neiget Sein Vatcrangesicht uns zu: Denn außer ihm war keine Ruh, War keine Ruh zu finden. Ich will mein ganzes Leben lang, Einst ewig, Gott, dich ehren. Dann sollen nieinen Siegsgesang Auch deine Himmel hören. Mein Geist, mein Geist, erhebe dich! Mein ganzes Herz erfreue sich! Gott ist mein Gott auf ewig. Kommt, laßt uns vor sein Angesicht Mit Freud' und Zittern dringen, Bezahlen die gelobte Pflicht, Gebückt im Stande singen: Tu hast es, Gott, vorher bedacht Und Alles, Alles wohl gemacht; Du bist der Erst' und Letzte. Die ihr des Vaters Namen nennt, Gebt ihm, gebt ihm die Ehre! Die ihr des Sohnes Tod bekennt, Gebt ihm, gebt ihm die Ehre! Der Sünde Götzen macht zu Spott! Der Herr ist Gott. Der Herr ist Gott. Seyn wird er, der er sepn wird. Sollt' ich mcincni Gott nicht singen. Gott, mein Gott, dir will ich singen, Deines Heils will ich mich freun. Denn ich seh' in allen Dingen: Gottes bin ich, Gott ist mein. Lieben ist es, nichts als Lieben, Herzliche Barmherzigkeit, Die so oft und viel verzeiht. Herr, ich will dich ewig lieben. Aller, aller Engel Scbaar Schufest du und zahlst mein Haar. Wie ein Adler sein Gefieder Ucder seine Jungen streckt: Hat mich — dankt's ihm, meine Lieder! Ha! mich Gottes Arm bedeckt. Gott war's, als ich noch nicht dachte, Als ich kann, zu seyn begann, Gott, der immer tödtcn kann, War's, der da schon mich bewachte. Dank, dieß Leben gabst dn mir Und ein ewigs, Dank sei) dir! Für mich Armen, mich Verlornen, Mich, der ich gefallen bin, Gab er seinen Eingebornen, Gab er Jesum Christum hin. Wer kann, was er that, ergründen? Auf der ganzen Erde wer? Wer aus seiner Engel Heer Kann cs, wie er liebt, ergründen? Sie befällt ein heilig Grann, Wenn sie lüstet, hinzuschann. Seinen wunderbaren Führer, Gott, den Tröster, seinen Geist, Gibt der Herr mir zum Regierer, Wenn die Welt mich an sich reißt, Daß er meine Seele fülle Mit des Glaubens ew'gem Licht. 203 Dann, dann furcht' ich kein Gericht, Und mein bebend Herz wird stille. Deines Heils darf ich mich freun. Herr, dein bin ich, dn bist mein. Meinem bessern Thcil, der Seele, Gibt er seines Lebens Ruh. Wenn ich, waS er wählte, wähle, Strömet mir sein Frieden zu. Was, solange wir hier wallen, Pilger in der Sünde Welt, Was die Hütten stützt und hält, Die dereinst in Staub zerfallen. Auch Dies» gibt, deß Allmachtruf Uns für diese Welt auch schuf. Himmel, Erd' und ihre Heere Sind zu meinem Dienste da. Wohin ich mein Auge kehre, Ist mir Gottes Segen nah. Thier' und Kräuter und Getreide In den Gründen, auf der Höh', In den Büschen, in der See Sind mir Nahrung, sind mir Freude. Vom Gedeihu und Ueberfluß Trieft des Gnadenvollen Fuß. Wenn Betrübniß meine Seele, Elend meinen Leib umgibt: 2(U Dann, dann bet' ich und verhehle Nichts dem Gott, der doch mich liebt. War' er nicht mein Gott gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht erquickt, so war' ich nicht Von so vieler Qual genesen. Vom Allsehenden bewacht, Ging ich durch die dunkle Nacht. Wie ein Vater seinem Kinde Niemals ganz sein Herz cntzeucht, — Ob es seitwärts gleich zur Sünde Von der rechten Bahn entweicht: Also sieht auch mein Verbrechen Mein versöhnter Vater an, Züchtigt mich, daß ich's gcthan, Will's nicht mit dem Schwerte rächen, Weil, als ich's verirrt beging, Doch mein Herz an ihm noch hing. Wohlthat ist das Kreuz den Christen, Jst's gleich, wenn es da ist, Pein, Führt es uns in dürre Wüsten, Scheint's gleich oft Gericht zu seyn. Und was haben wir gelitten? Duldeten die Märtyrer Nicht viel mehr als wir, viel mehr. Eh sie ihre Krön' erstritten? 205 Rühmt im Leiden, rühmt und preist Gott, der euch der Welt entreißr! Schwer, solang' ick leb' am Grabe, Oder leichter sey mein Theil: Gott, dem ich geglaubet habe, Gott gibt einst mir cwigs Heil! Die, so hier mit Thränen säen, Ernten dort mit Freuden ein. Nach des kurzen Lebens Pein Werd' ich mein Geschick verstehen, Jauchzen, daß mich GotteS Rath Diesen Weg geleitet hat. Weil denn ohne Ziel, vhn' Ende, Zahllos deine Gnaden sind, O, so heb' ich meine Hände Zu dir, Vater, auf, dein Kind: Vater, Vater, du wollst geben, Dir mich, ganz mich dir zn weihn, Deß, der ewig ist, zu sepn Hier und in dem Hähern Leben! Heilig, heilig, heilig ist Er, der sepn wird, war und ist! 206 Wach' aus, mein Herz, und singe. Wach' auf, mein Herz, und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Güter, Des Menschen treuem Hüter! Mit göttlichem Erbarmen Bedecktest du mich Armen. Schlaf, sprachst du, ohne Grauen, Die Sonne sollst du schauen! Dein Wort ist, Herr, geschehen, Ich kann das Licht noch sehen; Du machst, daß ich aufs Neue Mich meines Lebens freue. Steig' auf, mein Dank, zum Thron Dem Vater und dem Sohne, Dem Geist des Herrn sei) Ehre, Anbetung, Preis und Ehre! Hör meinen Dank, mein Flehen! Du kannst ins Herze sehen. Ach, möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Lallen! 207 An mir wollst du vollenden Dein Werk und, Vater, senden. Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage! Du selber wollst mir rathen In allen meinen Thaten, Mich selbst zum Besten leiten, Mich stetö mehr vorbereiten. Begleite mich mit Segen Auf allen meinen Wegen. Dein Wort sey meine Speise Auf meiner Pilgerreise. Wachet aus! ruft uns die Stimme. TVachet auf! ruft uns die Stimme, Vom Hciligthnm der Wächter Stimme, Wach' auf, wach' auf, Jerusalem! Mitternacht heißt ihre Stunde; Wie Donner tönt's aus ihrem Munde: Wach' auf, wach' auf, Jerusalem! Der Gräber Tvdesnachr Ist nun nicht mehr: erwacht! Halleluja! Macht euch bereit Zur Ewigkeit! Sein Tag, sein großer Tag ist da. Sion hört die Wächter singen. Des Weltgerichts Posaunen klingen, Zum neuen Leben steht sie auf. Ihr Versöhner kömmt voll Klarheit, Durch Gnade mächtig, stark durch Wahrheit, Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Tod ist um deinen Thron Und Leben, Gottes Sohn. Hosianna! Vollender, dir. Dir folgen wir Au deines Vaters Herrlichkeit. Ewigs Lob sey dir gesungen, Wir sind ins Leben dnrchgcdrnngen, Am Ziel sind wir beim großen Lohn'. Heil! er strömt der Gottheit Fülle Auf uns, wir schaun ihn ohne Hülle, Heil uns! die Liebe, Gottes Sohn. Kein Auge sähe sie, Dem Ohr' erscholl sie nie, Diese Wonne. Von Ewigkeit Au Ewigkeit Sey Dank und Preis und Ehre dir! 209 Was Lobes solln wir dir, o Vater, singen. Was Lobes soll man dir, o Vater, singen. 28as Lobs, o Vater, sollen wir dir bringen? Es kann kein Mensch mit Würdigkeit dich singen. Du hast aus nichts den Himmel und die Erden Und Alles, was darin ist, heißen werden. Uns Menschen hast du, Vater, dieses Leben Und ein unsterbliches dazu gegeben. Von Kindheit an hast du uns stets geleitet Und deine Flügel über uns gebreitet. Du speisest alles Fleisch mit Wohlgefallen Und schützest uns, solange wir hier wallen Wenn wir durch Noth dich, Richter, kennen lernen. So willst du uns von dieser Welt entfernen. Du lassest uns in deinem Worte lehren, Wie wir dir dienen sollen und dich ehren. Du sendest uns Erlösung von den Sünden Und läßt uns dich, o Erster, wicderfinden. Ach, ewig, ewig sepst du, Herr, gepriesen Für jede Gnade, die du uns erwiesen! Sehr groß ist deine Weisheit, Gnad' und Stärke, Und wunderbar sind alle deine Werke. Theu'r, schrecklich, unverg-änglich ist dein Namen. Glückselig ist, wer, Herr, dich fürchtet. Amen. Llopswlk, Ltcn. II. 14 Wenn meine Sund mich kranken. Die Gemeine. TVenn mich die Sünden kränken, Gott Mittler, Jesu Christ So laß mich froh bedenken, Wie du gestorben bist, Und wie du meines Elends Last, Von Gott, von Gott verlassen, Auf dich genommen hast! O Wunder ohne Maßen! Fürs menschliche Geschlecht Hast du dich martern lassen, Du, Herr dich für den Knecht. Der Sohn des Vaters, Gott von Gott, Hat sich für uns, die Sünder, Gegeben in den Tod. Was kann sie mir nun schaden Wie groß die Sünd' auch sey: Bei Gott bin ich in Gnaden, Und aller Schulden frei. Sie sind getilgt durch Christi Blut, Und ich darf nicht mehr fürchten Der Hölle Qual und Glut. 211 Ich sage dir von Herzen, Mit freudigem Gesang Für deine Pein und Schmerzen, Gott Mittler, Lob und Dank, Für deine Qual, mit der du riefst, Eh du in deinem Blute, Geopferter, entschliefst. Das Chor. O Lamm Gottes, unschuldig Am Kreuz', am Kreuze geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wie sehr du auch wurdest verachtet, Die Sünde hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, Versöhner! Die Gemeine. Dein Tod, dein Tod am Kreuze Bring', Herr, mich ganz zu dir! Wie mächtig mich auch reize Die snndliche Begier: Komm' es doch nie mir aus dem Sinn Wie viel cs dich gekostet, Daß ich erlöset bin! Mein Elend, meine Plagen, Ach, alle meine Noth Hilf mir geduldig tragen, Treu seyn bis iu den Tod! Laß mich verleugnen diese Welk Und folgen jenem Bilde, Das du mir vorgestellt I An Andern laß mich üben, Was du an mir gethan, Mich meinen Bruder lieben, Gern helfen, wo ich kann, Ohn' Eigennutz und Henchelschein Und, wie du mir's erwiesen, Aus reiner Lieb' allein! In meinen letzten Stunden Ström du mir Kraft und Ruh, Mir Heil ans deinen Wunden, Mir deinen Frieden zu! Du bist's allein, auf den ich trau: Stärk meine Seel' im Tode, Daß ich dich ewig schau'! Das Lhor. O Lamm Gottes, unschuldig, Am Kreuz', am Kreuze geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wie sehr du auch wurdest verachtet, 2!3 Die Sünde hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Gib uns deinen Frieden, Versöhner! Wie schön leuchtet uns der Morgenstern. T8ie leuchtet uns der Morgenstern Voll Gnad' und Wahrheit von dem Herrn, Der Aufgang aus der Höhe! O Sohn, von deinem Angesicht' Umstrahlet mich allmächtigs Licht, Daß ich den Tod nicht sehe. - Leben Word' ich. Zwar ich werde Wieder Erde; Aber leben, Dennoch werd' ich ewig leben. O, mach dich ans und werde Licht, Mein Geist! Denn hier schon kömmt dein Licht Zu dir vom cw'gen Throne. Ganz geht dort nach vollbrachtem Lauf Die Herrlichkeit deö Herrn dir auf, Der Vater mit dem Sohne. Jesus Christus, Ewigs Leben Wirst du geben Gottes Kindern, Kronen, Herr, den Ueberwindern. Du bist, Versöhner, mein, ich dein. Geuß tief in meine Seei' hinein Die Flamme deiner Liebe! Wer war' ich, wenn durch Heiligkeit Ich nicht der Prüfung kurze Zeit Dir treu, Versöhner, bliebe! Dich, dich Lieben Hilf mir Schwachen, Hilf mir wachen, Kämpfen, ringen, Stark in dir zn Gott mich schwingen! Des Vaters Klarheit schauen wir In Christi Angesicht schon hier, . Des ew'gen Vaters Klarheit. O süßer Blick in jene Ruh, Voll wunderbaren Heils bist du, Siehst wunderbare Wahrheit. In dir, Mittler, Wohnt ohn' Hülle Gottes Fülle. Gnade, Gnade Schaun wir, nehmen Gnad' um Gnade. O dn, der schuf, und der erhält, Du hast mich ewig vor der Welt In deinem Sohn' erkoren. Du hast den Bund: durch Christi Blut Seyst du auch mir das höchste Gut, Herr, bei dir selbst beschworen. Preis dir, Vater! Ach, ich falle Nieder, lalle, Dank' im Staube, Weiß und fühl', an wen ich glaube. Mein Psalter, meine Harf' erwacht. Zwar hier an meines Grabes Nacht Kann ich sein Lob nur stammeln; Doch hat an seines Grabes Nacht Der Herr sein großes Werk vollbracht: Drum Hort er unser Stammeln. Heilig, Gnädig Bist du. Singet. Christo! Bringet 2!6 Preis dem Sohne! Bald kommt er mit seinem Lohne. Wie freu' ich dein mich, Jesu Christ, Daß dn der Erst' und Letzte bist, Der Anfang und das Ende! Einst, wenn er dich im Tode preist. Und jetzt beseht' ich meinen Geist, Herr, Herr, in deine Hände. Amen! Amen! Du Gott Amen! Deinem Namen Sepn gesungen Dank und Preis und Anbetungen! Alphabetisches Register. A. Allein Gott in der Höh sep Ehr.. 161 D. Der am Kreuz' ist meine Liebe ..182 E. CS wo»' uuö Gott genädig sey» ..184 G. Gclober seyst du, Jesu Christ..16 s Gott, der Nater, wohn' unS bei.187 H- Herr Gott, dich loben wir.188 Herr Jesu Christ, dich zu uuö weud ........ 178 Herzlich lieb Hab' ich dich, o Herr.178 Herzliebster Jesu, waS hast du verbrochen.172 I. Jesaia dem Propheten ..176 Jesu, deine tiefe» Wunden ..177 JesuS ChristuS, unser Heiland, der den .179 JesuS ChristuS, unser Heiland, der von ....... 179 JesuS, meine Zuversicht.181 K. Komm', heiliger Geist, Herre Gott. 184 L. Liebster Jesu, wir sind hier 18S MMMWWWWM MWWWWMk 218 Seile Mitte» wir im Leben sind. . 18k N. Nun bitte» wir den heil'gcn Geist.188 Nun lasset uns den Leib begraben.189 Nun lob, mein Seel, de» -Herren.191 O. L> großer Gott von Macht.194 S. Schmucke dich, o liebe Seele.198 Sc>> Lob und Ehr d-m höchsten Gut.199 'Sollt' ich meinem Gott nicht singen.201 W. Wach' auf, mein -Herr, und singe.208 Wachet auf! ruft unS die Stimme.207 Was Lobes soll» wir dir.209 Wenn meine Sund mich kränken.. . 210 Wie schön leucht't unö der Morgenstern.213 Geistliche Lieder. Vorrede. Es ist schon lange her, daß ich mir habe vorgenommen gehabt, einmal ein Gesangbuch heranszugeben, und ich hoffe jetzt, nicht allzu entfernt mehr von der Ausführung zu sepn. Die Vollständigkeit dieser Sammlung wird vornehmlich in der mannigfaltigen Wiederholung der Hauptmatcrien der Religion bestehen. Mehr Vollständigkeit würde man zwar für die Hausandacht, allein für den öffentlichen Gottesdienst kann man sie nicht fordern. Das neue protestantische Gesangbuch, auf dessen Ausgabe ich mich so sehr freue (vielleicht wird es auch den Katholiken, unfern Brüdern als Deutschen und, obwohl Dieses nach jetzt noch unausgebreiteten Gesinnungen, als Christen, nicht ganz unbrauchbar seyn), es wird enthalten: Cramers Lieder, seine christlichen Psalmen und einige seiner übersetzten, Funks Lieder, die meisten von Gcllerts und Schlegels, wenigere von Basedows, etliche aus den neuen Gesangbüchern und meine. Mein Freund Giesecke ist mir, auch in Absicht auf den Wunsch, Lieder von ihm zu haben, zu früh gestorben. Aber vielleicht bleibt ein andrer nicht unerfüllt, mit dem ich mich hierdurch an Uz und an die Karschin wende und Sie um Ihre Beiträge bitte. Sollten auch sonst noch mir unbekannte Verehrer des Christenthums scpn, welche diesen Wunsch, als an sich gerichtet, «»sehen wollen und dürfen: so brauche ich ihnen kaum zu sagen, daß sie in einem guten Acker und zu reicher Ernte säen. Wie entfernt ich auch davon bin, ihre Wahl im Geringsten einzuschränken, so verschweige ich doch nicht, daß es unter andern auch Lieder des Preises, Danksagungen und Fürbitten sind, die ich von ihnen erwarte. Ich halte es nicht für überflüssig, noch hinzuzusetzcn, daß, ob ich ihnen gleich, wenn sie es verlangen, meine Anmerkungen offen mittheilen, ich doch nie etwas ohne ihre Erlaubniß ändern werde. An der Vvrbehaltung einer gleichen Erlaubniß dürften auch wohl dann, wenn das Gesangbuch nun hcrans- gegeben ist, die Verfasser desselben nicht unberechtigt sevn und nach ihrem Tode vielleicht Freunde haben, die durch eignes richtiges Urtheil von der Religion, der Herablassung und der Dichtkunst sich bevollmächtigt genug glaubten, ihre Stelle in so fern zu vertreten, daß sie in neuen Ausgaben der alten folgten. Die tägliche Buße. Me>. Erbarm dich mein, o Herr« Gott rc. Ich Staub von Staube, wer bin ich, Der Sünder, daß du meiner dich Noch stets, du Heiliger, erbarmst, Weltrichter, meiner stets erbarmst? Aum Glauben und zum Thun zu schwach, Gibt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf', o Vater, nicht genuug Den Kampf der ernsten Heiligung. Wie schnell ist von der rechten Bahn Aum Irrweg' oft der Schritt gethan, Wie schnell! Mein ganzes Herz erschrickt, Wenn eS in diesen Abgrund blickt. Die Missethat, wie nah gränzt sie An einen Fehl, den Gott verzieh! Herr, Herr, mein ganzes Herz erschrickt, Wenn es in diesen Abgrund blickt. Ergreif du, reiß mich mächtig fort, Du Ausspruch Gottes, Donnerwvrt: Der, den von Neuem Gott gebar, Der sündigt nicht! O hcilge Schaar, Die bis zum Sieg' im Streite stand, Gekrönt ward, weil sie überwand, Umringt von meiner Fehle Schmach Und weinend schau ich dir noch nach. Schmal ist der Weg zu Gottes Höhn, Und Wenige sind, die ihn gehn; Die Pfort' ist eng', und Der nur dringt Durch sie zu Gott empor, der ringt. Ich lieg' auf meinem Angesicht' Und fleh' und weine: Las; dein Licht Mir leuchten! Vater, las; mich dein Im Leben und im Tode sepn! Der mir in Christo Alles gab. Mit Gnade blick' auf mich herab, Auf mich, der Sünde schnellen Raub, Den Himmelserben und den Staub! Sink tief, o Seele, nieder, tief Vor Dem, deß Stimme stets dir rief! Sink' in den Staub vor Dem hinab, Der dir in Christo Alles gab! Ja, du erbarmest über mich, Versöhnter und Versöhner, dich. Vom Leibe dieses Tods befreit, 225 Schau' ich einst deine Herrlichkeit. Ob Angst des Todes in mir bebt, Stcrb' ich doch Dem, der ewig lebt. Verdammt, verdammt mich auch mein Herz, Ist Gott doch größer, als mein Herz. Die Auferstehung Jesu. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht stngc» -c. Preis dem Todesnberwinder! Sieh', er starb auf Golgatha. Preis dem Heiliger der Sünder, Preis ihm und Halleluja! Sieh', er starb auf Golgatha. Singt, des neuen Bundes Kinder,— Ans dem Grab' eilt er empor — Singet ihm in höherni Chor! Laßt des Bundes Harfe klingen, Daß die Seele freudig bebt! Laßt uns, laßt uns mächtig singen Dem, der starb und ewig lebt, Daß das Herz vor Wonne bebt! Preis und Ehre laßt uns bringen Sollt' Ich meinen, Gott — Die dritte nnd vierte Zelle, die wie die beiden ersten gesungen werden, sind weggeig,Pen worden. Älopstvck, Oden. II. 15 226 Dem, der starb und ewig lebt, Dem, der starb und ewig lebt! Du, der uns nun nicht verdammet. Wie erhebt dein Lob den Geist! Durch die Ewigkeit entflammet, Rühmt er, dankt er, jauchzt, entreißt Dieser Welt sich: denn er preist Dich, der ihn nun nicht verdammet, Weil du starbst und auferstandst, Gottmensch, weil du überwaudst. Da, in Morgendämmerungen Noch gehüllt, die Erde schwieg; Da zu ticfern Anbetungen Gottes Engel niederstieg, Aber jetzt noch bebend schwieg: Da erstandest du. Schnell jungen Aller Himmel Chöre dir, Todesüberwinder, dir. Bei den Todten ihn zu finden, Ging sie hin, wo Christus schlief. Ach, was mußte sie empfinden, AlS er sanft: Maria! rief. Und als sie: Rabbuni! rief! Herr, einst werd' auch ich dich finden, Wo dein Gott ist nnd mein Gott, Ruft mich nun zu dir der Tod. 227 Wenn ich aus dem Grabe gehe, Wenn mein Staub Verklärung ist; Wenn ich, Herr, dein Antlitz sehe, Dich, mein Mittler, Jesus Christ, Dich, Verklärter, wie du bist: O, dann, wenn ich auferstehe, Hab' ich, du der Sünder Heil, Ganz an deinem Leben Theil. Jetzt, da ich an dich nur glaube, Seh' ich dunkel nur und fern', Ich, der Wanderer im Staube, Dich, die Herrlichkeit des Herrn, Dich, die Herrlichkeit des Herrn; Dennoch, wenn ich innig glaube, Wenn ich dürste, strömt mir Mil- Dernes Tods und Lebens zu. Gerne will ich hier noch wallen, Herr, solange du es willst. Knicen will ich, niederfallen, Flehn, daß du dich mir enthüllst Und mein Herz mit Kraft erfüllst, Dein hochheilig Lob zu lallen. Selig war stets, wen dein Lob, Ewiger, zu dir erhob. Da hinauf die Engel wallten. In den mächtiger» Gefang 228 Lauter ihre Harfen schallten; Da ihr Lob znm Throne drang, Daß davon der Thron erklang, Daß die Himmel wiederhallten: Da, da hattest du's vollbracht, Da warst dn vom Tod' erwacht. Singt dem Herrn, singt ihm nun Psalmen! Jesus Christus hat gesiegt. Streut dem Ueberwinder Palmen, Die ihr bang' und weinend schwiegt, Als er starb! Er hat gesiegt. Zn der Himmel Hähern Psalmen, Zn der Ueberwinder Chor Steig', v Lied deS Lamms, empor! Ueberwunden, überwunden Hat der Herr der Herrlichkeit. Sieh', er schlummerte nur Stunden In des Grabes Dunkelheit, Und da überwand er weit. Und da glänzten seine Wunden, Bluteten, Halleluja! Nun nicht mehr auf Golgatha. Hügel um den Tobten Gottes, Warum zittert ihr-, zu flieh»? Felsen um den Tobten Gottes, Warum bebet ihr um ihn? Warum stürzt ihr donnernd hin? Hüter um den Todten Gottes, Warum sankt ihr, als ihr floht, Warum sankt ihr hin, wie todt? Diesen deinen ersten Zeugen Folgten andre Zeugen nach. Konnten deine Boten schweigen, Da der Feinde Fluch und Schmach, Da der Felsen"Donner sprach? Nichts vermochte sie zu beugen, Nichts der Boten Heldenmuth. Starben sie, so sprach ihr Blut. Die Grütze der Christen. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme ic. Herr, welch Heil kann ich erringen, In welche Höhn darf ich mich schwingen! Mein Wandel soll im Himmel seyn. O du Wort voll heil'gen Bebens, Voll Wonne, Wort des ew'gen Lebens: Im Himmel soll mein Wandel seyn! Ich sink' erstaunend hin, Empfinde, wer ich bin, 230 Wer ich sepn kann. Ich trage noch Des Todes Joch; Im Himinel soll mein Wandel seyn. Schwing dich denn in diese Höhen Und lern' im Lichte Gottes sehen. Wer du, versöhnte Seele, bist! Mit dem göttlichsten Entzücken Wirst du in diesem Licht' erblicken, Wer, Seele, dein Versöhner ist. Du, durch sein Opfer rein Und stark, dich ihm zu weihn; Er, des Vaters Gleichew'gcr Sohn, Ruh', Heil und Lohn Der Glaubenden, ihr nährer Gott. Wort vom Anfang, Wunderbarer O du der Gottheit Offenbarer! Den Erdkreis deckte Dunkelheit; Du erschienst, du Licht vom Lichte, Wir schann in deinem Angesichte Nun deines Vaters Herrlichkeit. Nicht Wahrheit nur, auch Ruh Strahlst du uns, Gottmensch, zu, Seelenfrieden. Du hast's vollbracht. Des Jrrthums Nacht, Der Sünde dnnklre Nacht ist hin. Wenn die Seel' in tiefe Stille Versunken ist, wenn ganz ihr Wille Der Wille Deß ist, der sie liebt; Wenn ihr inniges Vertrauen, Ihr freudig Hoffen fast zum Schauen Empor steigt; wenn sie wieder liebt Und nun wahrhaftig weiß, Dein Kampf und Todesschweiß, Gvttversöhner, Dein Blnt am Kreuz, Dein Tod am Kreuz Versöhn', o Herr, versöhn' auch sie: O, dann ist ihr schon gegeben Ihr neuer Nam' und ewigs Leben; Im Himmel ist ihr Wandel dann. Stark, den Streit des Herrn zu streiten, Sieht sie die Krone schon vom Weiten, Die Krön' am Ziel' und betet an. Preis, Ehr' und Stärk' und Kraft Sey Dem, der uns erschafft, Ihm zu leben! Für uns verbürgt, Bist du erwürgt. Anbetung, Ruhm und Dank sey dir! 232 Preis sei) Dem, der auf dem Throne Der Himmel sitzt! Preis sei) dem Sohne! Gott und dem Lamm' Halleluja! Weisheit sind und Gnad' und Stärke, Herr, Herr, und Wunder deine Werke. Gott und dem Lamm' Halleluja! Wie strahlt dein Angesicht Von Huld! Doch im Gericht Bist du heilig. Preist, Cherubim, Und die ihr ihm Gestorben seyd und sterben sollt! Der Sieg der Glaubeuden. Mel. Alle Menschen müssen sterben rc. ??icht nur streiten, überwinden Muß, wer nach der Krone ringt. Ernstvoll ist der Kampf der Sünden, Und der Heilige nur singt An dem Ziele Siegeslieder; Er nur schaut mit Wonne nieder Auf des heißen Streits Gefahr, In der seine Seele war. Jesus Christus, überwunden, Haben deine Märtyrer; 233 Banger waren jene Stunden Ihres Kampfs, sie stritten mehr, Als ich jemals streiten werde: Denn dein Heiligthum, die Erde Deine Hütte, Gottmensch, ruht, Trieft nicht mehr von Christenblut. Ueberwunden, überwunden Hast du, Herr der Herrlichkeit; Tvdesschweiß und Blut und Wunden, Ew'ger Tod, Das war dein Streit. Ganz hast du den Kelch getrunken Jenes Zorns; allein versunken Unterm ewigen Gericht Bist du, Gott, der Mensch war, nicht. Wer kann sein Geheimnis' fassen? Wer, wie hoch er sich auch schwang? Gott, sein Gott hatt' ihn verlassen, Als er mit dem Tode rang; Dennoch war Triumph sein Ende. Eil, mein Geist, in Gottes Hände, Rief er, rief schon in der Nacht Seines Tods: Es ist vollbracht! Was sind meine kurzen Leiden Gegen die, die Christus litt, Und was gegen jene Freuden, Die mir Christi Tod erstritt! 234 Und doch folg' ich dir mit Beden. Durchzudringen in dein Leben, Gib mir, der d» für mich strittst, Für mich unaussprechlich littst! Das Gebet des Herrn. Mel. Dlev smd die hcU'gen zehn Gebot rc. Du, deß sich alle Himmel freun, Auch meiue Seele freut sich dein, Daß du, du selbst, der ewig ist, Herr, Herr, daß du mein Vater bist, Mein Vater bist. Weit, über unser Stammeln weit Geht deines Namens Herrlichkeit. Ihn heilige, von Lieb' entbrennt. Wer deinen großen Namen nennt, Unendlicher! Du herrschest; Gott, wer herrscht dir gleich? Die Welten alle sind dein Reich. Am Väterlichsten herrschest du Durch Christum. Gib uns Christi Ruh: Du bist versöhnt! 235 Der du dich uns durch ihn enthüllst, Das nur ist selig, was du willst. Dein Will', v Liebender, geschah' Auf Erden, in der Himmel Höh, Dn Liebender! In nnscrs Leibes kleinrer Nvth Se» mit uns! Gib uns unser Brod! Labst du den Leib; schickst dn ihm Schmerz; Froh, still, voll Dank sei) unser s?erz! Erhalt' uns dir! Vergib uns unsre Missethat, Die, Vater, dich erzürnet hat, Wie wir, vom Haß des Bruders rein, Beleidigungen ihm verzcihn! Erbarme dich! Au heiß sey die Versuchung nicht. Uns leucht', Erbarmender, dein Licht, Wenn uns der Fluch der Sünde schreckt, Und Nacht vor uns dein Antlitz deckt, Erbarmender! Erlös', erlös uns, unser Gott, Aus dieser und aus aller Nvth! Laß sterbend uns dein Herz erstehn Und todt zu deiner Ruh' eingehn, Gott, dem wir traun! 236 In deines Himmels Heiligthum, Auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm. Du bist der Herr der Herrlichkeit Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja! Die Nachfolge. Mcl. Nun dankt Alle Gott rc. Des Gottversöhners Schaar, Die Zeugen seiner Lehre, Von Sündern einst verkannt Und nun des Himmels Ehre, Gegeißelt wurden sie, Zerfleischt noch mehr von Spott, Von Schmach und litten's gern' Um Jesu, ihren Gott. Wenn das Gefängniß sie, Die Kette gnung gepeinigt, So wurden sie zerhackt, Zerstochen und gesteinigt, So würgte sie das Schwert. Zum Tode gingen sie, Von jeder Plag' umringt, Von jedes Elends Müh. Verscheucht iu Wüstenein, Auf Berg', iu tiefe Klüfte, Sie, derer diese Welt Nicht würdig war, in Grüfte Voll Grauns verscheucht, entstehn Sie kurze Aeit der Wnth Der Peiniger: denn bald Trank doch das Schwert ihr Blut. Da so viel Märtyrer Uns rings umher umstrahlen, So werfen wir von uns Der Sünde Last und Qualen, Der Sünde, die uns ganz, Den Geist, das Herz, umringt, Bis uns zur Krön' am Ziel Der grosse Lauf gelingt. Mel. Ein feste Burg ist unser rc. Vor Allen lasst auf Jesnm Christ, Auf ihn, der unsers Glaubens Anfänger und Vollender ist, Auf ihn laßt unS aufsehen! Golgatha wählt' er Für seinen Thron, Erduldete die Schmach, In der sein Herz ihm brach. Er sitzt zur Rechten Gottes. Die Hoffnung der Auferstehung. Mcl. Ein Kindelcili so löbelich rc. Einst reift die Saat: mein Staub ersteht Zu Jesu Christi Leben. O, die ihr meinen Glauben schmäht, Wie werdet ihr dann beben! Im Wetter des Gerichts gesät Ward, wer alsdann zum Tod' ersteht. Fallt über ihn, ihr Berge! Hosianna, Jesus Christ, Der für mich gestorben ist, Ist auch für mich erstanden! Ich sinke, zu verwesen, ein Und werde wieder Erde; Doch werd' ich nicht ans ewig sepn. Was ich im Grabe werde. Im Schoße Gottes ruht mein Geist Von diesem Leben aus und fleußt Von Wonn' anbetend über. Ach, mein Auge sähe nie, Meinem Ohr' ertönte nie Solch Heil in diesem Leben! Das kam in keines Menschen Herz Was Denen Gott bereitet, 239 Den Pilgern, die oft trüber Schmerz Aum cw'gen Leben leitet. Wir schauen in das tiefe Meer, Erforschen'S nicht: denn Gott ist Der, Der unser sich erbarmet. Mehr, viel mehr, als wir verstehn, Mehr, als unsre Thränen stehn, Gibt uns, der ewig liebte. Sei), Seele, stark und fürchte nicht Durchs finstre Thal zn wallen! .Nah' an des Thales Nacht ist Licht, Der Engel Jubel schallen Ins letzte Seufzen der Natur. Der bei sich selbst dir Gnade schwur, Sein Haupt am Kreuze neigte, Cr erfüllt des Bundes Eid, Er ist ganz Vamherzigkeit. Dank sep ihm, Preis und Ehre! Anbetung ihm! Des Bundes Eid Erfüllt er, der sein Leben Mit herzlicher Barmherzigkeit Hin in den Tod gegeben, In jenen Tod auf Golgatha. Dein Vater, der dich bluten sah, Ward da, ward mir versöhnet. Sohn, erwürgt bist du für mich, 2^0 die Welt war. Dein bin ich ward, was ist, und ewig. Die Erneuerung. Mel. Ach, wir arme Sünder re. Lasset uns beweinen Das, was nur gethan! Gott nahm stets die Seinen, Wenn sie kamen, an. Die nicht wieder kamen. Ach, diese traf sein Fluch; Gott tilgt' ihre Namen Aus der Lebenden Buch. Schöpfer, Richter, Vater! Mittler, Jesus Christ! Geist! erbarm dich unser! Laßt uns innig trauern Uebcr unser Thun, Göttlich, göttlich trauern, Daß wir wieder ruh»! Herr, ich komm' und suche Dein Vaterangesicht, Tilg' aus deinem Buche Mich, Erbarmender, nicht! 241 Gott, der mich erschaffen! Gott, der mich versöhnt! Gott, der mich geheiligt! Von der ersten Liebe — Dieß, Dieß ist mein Schmerz — Von der ersten Liebe Wich mein wankend Herz. Herr, dn bleibst Erbarmer, Vollendest meinen Lauf. Sieh', hier fleh' ich Armer: Nimm, nimm wieder mich auf! Gott, der mich erschaffen! Gott, der mich versöhnt! Gott, der mich geheiligt! Christi Liebe dringe Mich, damit ich treu, Standhaft bleibe, ringe, Ueberwiuder sei)! Laß zum Heil mich's schrecken, Daß ich, ach, daß ich fiel, Mich vom Schlummer wecken, Herr, daS Äleinod am Ziel! Vater und Vergelter! Sohn, der für mich starb! Geist deö SvhuS und VaterS! S4S Die viel bängern Leiden Deiner Märtyrer, Die namlosen Freuden Deiner Märtyrer, Wie nun Gott sie lohne: Das stärke mich im Lauf'! Ihrer Ehren Krone Wecke mächtig mich auf! Vater und Vergelter! Sohn, der für mi.>- starb! Geist des Sohns und Vaters! Die Erlösung. Mel. Alle Mensche» niüffen sterben :c. Freu dich, Seele, rühm' und preise! Ehristus fey dein Siegsgesang! Wahrlich, wahrlich, eine Speise Ist sein Fleisch, sein Blut ein Trank, Jener Leib, der für dein Leben Ward zum Opfer hiugcgeben, Jenes Blut, Halleluja! Das der Richter fließen sah. Allerheiligstes des Sohnes, In dein Licht hin will ich gehn; Dicht am Glanz des Gnadenthrones Will ich ewigs Leben flehn. Ich will essen, ich will trinken, Ganz in jener Ruh versinken, Die des Himmels Erbe ruht, Gibst du ihm dein Fleisch und Blut. Das vor uns kein Vorhang decket, Allerhciligstes des S"hns, Klarheit Christi, die nicht schrecket, Sanfter Glanz des Gnadeuthrons, Ja, dir nah' ich, dank' und preise. Wahrlich, meiner Seele Speise Ist sein Fleisch, sein Blut ihr Trank, Ist sein Fleisch, sein Blut ihr Trank. Ich will euch in Felsen graben, Worte meiner Zuversicht; Meine Seele sollt ihr laben, Wenn mein Herz im Tode bricht. Knien will ich und niederfallen. Euch mit froher Demuth lallen; Aber in der Sieger Chor Jauchz' ich euch zu Gott empor. Gott, Jehova, er, der lebet. Der von Ewigkeiten war, Jst's, durch den der Mittler lebet, 2t4 Der von Ewigkeiten war. Gott sehn wir in ihm ohn' Hülle: Denn cs wohnt des Vaters Fülle In Dem, der geboren ist, In dem Menschen Jesns Christ. Immer wunderbar im Geben, Gibst dn, Herr der Herrlichkeit, Mir, dem Todeserbcn, Leben, Leben deiner Ewigkeit. Mich, der ich verwesen werde. Mich erweckst dn ans der Erde, Daß ich ewig leb' und frei Von dem andern Tode sev, Nicht nur, daß ich ewig lebe, Sondern auch, mit dir vereint, Herr, zu dir mich ganz erhebe, Ganz mit dir, der lebt, vereint. Dank', erlöste Seel', und preise! Wahrlich, Christus ist dir Speise. Sein genieß' ich voll Vertrau», Daß ich ihn werd' ewig schaun. O Vereinung mit dem Sohne, Theil mit ihm am Erb' im Licht! Dann sitz' ich ans Christi Throne; Aber Christus halt Gericht. 2^5 Hoch in Wolken wird er kommen Und dann richten seine Frommen Mit ihm, wer durch Missethat Sich zuerst gerichtet hat. Preis dem Heiliger der Sünder! Sing dem Herrn, erlöste Schaar! Macht ist er und Ucderwinder, Rath ist er und wunderbar. Hosianna! er ist Leben: Das will er mir ewig geben. Preis ihm! Er wird scpn und war, Nath ist er und wunderbar. Dem Vater und dem Sohne. Mcl. Lodet den Herren rc. Preis sei) dem Vater, Preis scy dem Sohne Und Beider Geiste! Ans, laßt vor ihm uns knien und nicdcrfallen, Knien und nicderfallen! Laßt freudiger die höhern Lieder schallen, Ehre dir, Preis dir, Wesen der Wesen! 246 Wunderbar bist du, Seligkeit bist du, Herr heißt dein Name. Graß, theuer, schrecklich, herrlich, unvergänglich, Herrlich, unvergänglich Ist all dein Thun, Herr, Herr, und überschwenglich Uebcr Das alles, Was wir begreifen. Denkt dich, o Erster, Wesen der Wesen, Dich meine Seele: Dann wünsch' ich in dem freudigen Erschrecken Flügel, mich zu decken; Die Engel thun's im freudigen Erschrecken. Heilig, ach, heilig, Denn du bist heilig. Die schon den Herrn sehn. Ihn, der erwürgt ward Vom Anbeginne, Sie werfen vor dem wundenvollen Sohne Ihrer Ehren Krone Anbetend nieder, vor des Menschen Sohne. Heilig, ach, heilig. Denn er ist heilig. Möchte mein Leben Jubel und Dank seyn, Ein Preis, ein Dank seyn! O, macht' ich, wie ich dürft', ihn preisen können. Ganz von Liebe brennen, So meinen Herrn und meinen Gott ihn nennen, So wie sein Zeuge, Der ihn für todt hielt! Selig sind Jene, Welche nicht schauen, Allein doch glauben. Der Zeuge sähe seiner Wunden Male. Ach, wie dein Entzücken, Der du sie sahst, so stark sei) das Entzücken Meines Vertrauens Auf den Erstandnen! Welches Erstaunen Wird mich ergreifen, Wenn meine Blicke Nun nach dem Tode seine Wunden schauen! Daun wird mein Vertrauen Ganz Wonne. Was bist du, des Todes Grauen, Wenn ich auf Einmal, Frei von dir, Gott seh! Nur ein verfiogncr Nächtlicher Traum war Des Todes Schrecken, 248 Der letzte Schweiß des Streiters,-den nicht Leiden, Selbst des Todes Leiden, Von dir, Vollender seines Glaubens, scheiden. Mittler, dir leb' ich! Amen, dir sterb' ich! Darum, ich lebe, Oder ich sterbe, So bin ich Christi. Anbetend laßt uns knien und niedcrfallen, Knien und niederfallen, Laßt freudiger die Halleluja schallen! Ehre dir, Dank dir, Preis dir, Erbarnier! Der Kampf der Glaubenden. Mel. Cs woll' uns Gott genädig feyu rc. Ihr Mitgenossen, auf zum Streit, Damit uns Gott belohne! Es gilt das Reich der Herrlichkeit, Der llebcrwinder Krone. Der Weichende wird nicht gekrönt. 2^9 Wie hat der Herr gestritten! Die Sieger nur hat er versöhnt, Als er den Ted gelitten Am Oelberg' und am Kreuze. Miterben, haltet an und seht Empor zum großen Lohne: Denn nur durch unsre Feinde geht Der Weg zu jener Krone! Ob Tausend auch zur Rechten euch, Zur Linken Tausend sänken, So sinkt doch nicht! Wird uns sein Reich, Der Kraft zum Streit gab, schenken, Wenn wir darin erliegen? Zwar groß ist nnsers Kampfs Gefahr; Doch laßt uns ihre Schrecken Nicht größer machen! Wunderbar Wird Gottes Schutz uns decken. Er stärkt, der mächtig stärken kann, Wenn wir um Hülfe flehen. Er reicht.den Harnisch; zieht ihn an! So könnt ihr muthig stehen Und freudig überwinden. Mit seiner Hölle Granu umhüllt, Schießt Satan Flammenpfeile. / Dann, dann ergreift des Glaubens Schild, Schützt euch mit Christi Heile! Mit diesem Helm' auf eurem Haupt' Und mit des Geistes Schwerte: Das ist's, das selbst der Tod nicht raubt, DaS mächtige, bewahrte, Das feste Wort des Lebens. Wer überwindet, soll den Tod, Den ewigen, nicht sehen. Verging er auch in seiner Noth; Dort wird er nicht vergehen. Nach dieses Lebens kurzem Streit, Nach seinen kurzen Leiden Wird ihn der Unschuld weißes Kleid, Gerechtigkeit bekleiden, Hell durch das Blut des Lammes. Ach, Hüter, ist die Nacht schier hin, Die dunkle Nacht der Erde? Wenn ich einst Ueberwinder bin, — Laß mich's, mein Hüter, werden! — Wenn ich einst Ueberwinder bin. So seh' ich meinen Namen Im Lebensbnch. Du führst mich hin, Vollender, Gott, Gott Amen, Zu deines Vaters Throne. 251 Wie säumt's, wie säumt's — o lange Nacht! — Bis Berg' und Hügel fallen, O Hüter, bis dein Tag erwacht, Und uns Posaunen schallen! Wer Überwinder, Der wird seyn Mit Gottes Sohn ein Erbe. O Gottes Sohn, laß du mich seyn Der Hoffnung, wenn ich sterbe, Und dann sey ihr Vollender! Einsegnung eines Sterbenden. Mel. Wachet auf! ruft >mö die Stimme rc. Halleluja! Amen! Amen! Entschlaf' in jenem großen Namen, Vor dem sich Erd' und Himmel beugt! Sieh', au deiner Laufbahn Ende Bist du; er nimmt in seine Hände Die Seel' auf, die der Erd' entfleugt. Hör', o erlöster Geist, Der bald am Thron' ihn preist: Jesus Christus Hat dich versöhnt; Von ihm gekrönt, Empfähst du nun der Erben Lohn. 'ff 252 Ob dich deine Sund' auch schreckte, Vor dir des Sohnes Wunden deckte: Was dich verdammt, ist nur dein Herz. Bald wird sie nicht mehr dich schrecken, Nicht mehr des Sohnes Wunden decken: Er ist viel großer, als dein Herz. Ach, mehr, als du verstehst Und weinend von ihm flehst, Wird er geben. Er hat's vollbracht. Die dunkle Nacht Des Todes und der Sünd' ist hin. Welcher Glanz wird dich umfangen, Ist dir der Tag nun aufgegangen Des Lebens nach des Todes Nacht! Sei) gesegnet, Amen, Amen! Entschlaf' in Jesu Christi Namen! Als er auch starb, hat er's vollbracht. Nicht du, der Herr allein Macht dich von Sünden rein, Und du sündigst Nun bald nicht mehr. Der Brüder Heer, Der himmlischen, nimmt nun dich auf. Noch ein Segen soll dich letzen: Daß du verwesest, diefi Entsetzen 253 Verfinstre deine Seele nicht! Zwar wir wandeln hin nnd säen Dich irdisch ans; doch auferstehen Sollst dn mit jenes Tages Licht! Geh' ein zu deiner Rnh! Der Herr schleußt nach dir zu. Nufersrehen Nach kurzer Ruh, Du Todter du, Wirst du, zum Leben auferstehn. Schaue: Wer aus Juda's Lande, Wer ist es, der im Blutgewande Von Salcms Hügeln niedersteigt? Ich, ich bin's, der Gottheit Lehrer, Der Sünden Helfer und Bekehrer, Vor dessen Macht der Tod entweicht. Herr der Gerechtigkeit, Warnm ist denn dein Kleid So besprenget? Bedeckt mit Schweiß Bist du und heiß Von Müh, wie Keltertreter sind. Soll sich mein. Gewand nicht röthen? Hab' ich ihn nicht allein getreten. Den Kelter? Keiner war mit mir. Siehe, der von Blute rothe, 254 Der heilige, der große Todte! Kein Mensch, kein Engel war mit dir. Sie tragen ihn ins Grab Von Golgatha herab, Gottes Opfer. Vom Tode bleich Geht er ins Reich Der Herrlichkeit und fährt hinauf. Er, er ist für dich verbürget, Vom Anbeginn der Welt erwürget, Ein Helfer durch Gerechtigkeit. Sollten ihn nicht Wunden röthen? Den Kämpfenden der Tod nicht tödten? Denn er, er war allein im Streit. Dich scheidet nichts von Gott, Nicht Leben und nicht Tod, Nichts, was jetzo Und künftig ist, Da Jesus Christ Dich auch, dich auch erlöset hat. Morgenlied. Mel. Der am Kreuz' ist meine Liebe ic. 2Wenn ich l'inst von jenem Schlummer, Welcher Tod heißt, aufersteh' Und, von dieses Lebens Kummer Frei, den schönern Morgen seh': O, dann wach' ich anders ans, Schon am Ziel' ist dann mein Lauf. Träume sind des Pilgers Sorgen, Großer Tag, an deinem Morgen. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, Jenem Richtenden einst sage, Er sei) ganz von mir entweiht! Auch noch heute wacht' ich auf: Dank dir, Herr! An dir hinauf Führ mich jeder meiner Tage, Jede Freude, jede Plage, Daß ich gern sie vor mir sehe, Wenn ihr letzter nun erscheint, Wenn zum dunkeln Thal' ich gehe, Und mein Freund nun um mich weint: 256 Lindre dann des Todes Pein Und laß mich den Stärksten seyn, Mich, der ihn gen Himmel weise Und dich, Herr des Todes, preise! Die große Verheißung« Mel. Jes.na den, Propheten >c. AVer überwindet, Der empfäht vom Baum Des Lebens Speise der Unsterblichkeit; Vom andern Tode rührt kein Leid ihn an: Verborgnes Manna nährt den Seligen. Ein neuer Nam' ist sein, den er nur kennt. Der Sieger hat der Morgensterne Glanz. Mit Jesu richtet er im Weltgericht. Er wird mit weißen Kleidern angethan. Sein Name steht im Lebensbnch; genannt Wird er vom Herrn vor Engeln und vor Gott. Getödteter, gib uns znm Streite Kraft, Zum Streite Kraft, v du Getödteter, Znm Ueberwinden, Auferstandner, Kraft! Ein Pfeiler soll der Sieger ewig stehn In Gottes Tempel, auf dem Throne rnhn, Von dem der Ueberwinder Erstling herrscht. 257 Das Bekenntnis;. Mel. Komm', heiliger Geist, rc. Ein Zeuge des Herrn war sonst Der, Der dieß sein kurzes Leben lster Bis an den Tod nicht liebt' und Jesnm Mit seinem Blute bekannte. Jetzt tödten sie die Christen nicht; Allein sie reichen bitten; Spott In vollem Kelch' uns zn und lassen Bis ans die Hefen ihn uns trinken, Herr, der für uns am Kreuze starb. Dein blutiges Kreuz, welches einst Tod ihnen und Gericht wird seyn, Ist ihnen Thorheit, und sie wagen Selbst dein, Versöhner, zn spotten. Des Opfers, das vom Anbeginn Der Welt für uns geopfert ward, Des Bluts, das besser red't, als Abels, Um Rache nicht, um Gnade flehet, Deß spotten sie, deß spotten sic. Erhebt euch, ihr Höhn, wider ihn! Der Tage letzten stürzet ihr. Wie werdet ihr in eurem Falle Euch vor euch selber entsetzen! Wie sehr ein Andrer wird er seyn, Klvpstock, Oden. ir. s. I 17 258 Wenn euer lautes Weh nun schallt! Wie werdet ihr den Bergen rufen: Fallt über uns! den Hügeln rufen: Bedecket uns, bedecket uns! Dein mächtiges Wert ist uns Fels, Ist Sieg uns über ihren Stolz. Wir kennen unsre Krön' am Ziele, Der Uebcrwinder Belohnung: Wer vor den Menschen mich bekennt, Den will vor meinem Vater ich Und aller seiner Engel Schaaren Im Weltgericht' einst auch bekennen, Bekennen ihn, der mich bekennt. O Harfengesang, neues Lied Jerusalems, die droben ist! Erschollst du je von einem Heile, Als er verhieß, der Vergelter? Wer vor den Menschen ihn bekennt, Den will vor seinem Vater er Und allen seinen großen Schaaren Im Weltgericht' einst auch bekennen, Bekennen Den, der ihn bekennt. Mit freudigem Mnth, Wonn' und Dank, Laut, daß es Erd' und Himmel hört, Bekennen wir dich, Gottversvhner, Dich, der zuerst uns geliebt hat. 259 Vernehmt's ihr, die im Himmel schon Der Jeugen großen Lohn empfahn! Hört's auch, die ihr ihn hier verleugnet. Und die einst er vor seinem Vater Und seiner Schaar verleugnen wird! Des Ewigen Bild ist der Sohn, Des unsichtbaren Vaters Bild, Der Erstgeborne vor der Schöpfung. Durch ihn ist Alles geschaffen, Das alles, was im Himmel ist, Und Das, was auf der Erden ist, Das, was wir sehn und noch nicht sehen, Die Thronen, Herrscher und die Mächte, Die, so wir sehn und noch nicht sehu. Durch dich und für dich, Gott von Gott, Ward alles Endliche gemacht. Vor Allen warst du. Erd' und Himmel Bestehn durch dich, du Erhalter. Auch bist du der Gemeine Haupt; Für sie verließest du das Grab, Der Erstling Derer, die erwachen. Der Größte solltest du, in Allem Der Größte seyn, der Größte seyn. Cs wohnet, so will's Gott, dein Gott, In dir der Gnade Fülle ganz; S60 Durch dich und dir, so will's der Richter, Wird Alles, Alles versöhnet, Durch dich, den Frieden machtest du Durch deines Opfers Blut am Kreuz. Durch dich wird alles Das versöhnet, Was auf der Erd' ist und im Himmel, Das alles wird durch dich versöhnt. Der alte und der neue Bund. Mel. ü Ewigkeit, du Deuucrwort tc. Zum Berge voller Flammen nicht, Wir kamen nicht zur Fiusteruiß, Zum Dunkel nicht und Wetter, Zum Halle der Posaune nicht, Zu jener Worte Stimme nicht, Vor der die Hörer flohen, Zum Anschaun jener Schrecken nicht, Vor denen Moses selbst erschrak. Mel. Wuchct uufi und ruft die Stimme rc. Ach, wir sind zum Berge Sion Und unscrs Gottes Stadt gekommen, Dem himmlischen Jerusalem, Zu der Engel Heer, zu Schaarcn Der Erstgebornen und Vollkommnen 261 Zu Gott, zu Gott, der Richter ist. Zu ihm, der mit dem Herrn Den neuen Bund gemacht, Jesu Christo, Zu seinem Blut, Das Gnade fleht Und Rache nicht, wie Abels, ruft. A b e n - l i e d. Mel. Der am Krruz' ist meine Liebe rc. Sink' ich einst in jenen Schlummer, Aus dem Keiner nicht erwacht; Geh' ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh', in deine Nacht: O, dann schlaf' ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Pein Wall' ich hin zu Deren Hütten, Die, nun glücklich, hier auch litten. Jetzo schlaf' ich, aufzuwachen Noch für Tage dieser Zeit. Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit! Daß ich Wanderer dann sei) Leicht, bereit, von Bürden frei, 262 Von den Lasten dieser Erde, Wenn ich min unsterblich werde. Gerne laß den Tag mich sehen, Der als Retter mir erscheint: Wenn mit unerhörtem Flehen, Wer mich liebet, um mich weint! Stärker, als mein Freund in Schmerz, Sey mein gottverlangend Herz! Voll von deines Namens Preisen Laß mich ihn gen Himmel weisen! Dem Grlöser. Mel. Gelobet seyst du, IesuZ Christ rc. Mein Fels und meine Zuversicht Bist du, bist mir göttlichs Licht, Geheimniß meiner Seligkeit, Deß sich mein ganzes Herze freut. Halleluja! Geheimniß meiner Seligkeit, Groß schon in der Pilgerzcit, Viel größer nach vollbrachtem Lauf, Dann deckst du ganz die Tiefen auf Deß, der mich liebt. 263 Halleluja, Halleluja! Gott, mein Gott auf Golgatha! Ach, in des Todes Leibe ward Gott meiu Versöhner offenbart. Halleluja! Durch Wunder kräftiget's der Geist, Grüudet's, daß du Christus seyst. Durch ihn erscholl der Zeugen Haus, Da goß er neue Wunder aus. Halleluja! Versöhner, deine Zeugen sahn Dich mit Klarheit augethau. Bezwungen hattest du den Tod: Sie sahn dich, ihren Herrn und Gott. Halleluja! Die Zeugen lehrten ihn mit Muth, Sieger durch ihr Wort und Blur, Obgleich, der uns der Sund' entriß, Den tobten Sündern Aergeruiß Und Thorheit war. Selbst diese tobten Sünder sehn Licht vom Himmel und erstehn. Allmächtig ist, der ihnen ruft, Drum gehn sic aus der finstern Gruft. Halleluja! 264 Erhöht nach Schweiß und Blut und Streit Bist du zu der Herrlichkeit. Du herrschest deinem Vater gleich: Denn alle Himmel sind dein Reich. Halleluja! Die Wege zum -Zeile. Mel. Warm» sollt' ich mich de»» grämen ic. 28 arum sollt' auch ich nicht erben? Floß nur dir, Nicht auch mir Rettung vom Verderben? Dir nur, der mit Freud' und Muthe Nimmt sein Theil Von dem Heil, Von des Bundes Blute? Nicht auch mir, der oft mit Beben Klomm hinan Ans der Bahn Zu dem höhern Leben? Den oft dunkle Nachte deckten, Wenn's ihm schien, Als ob ihn Schrecken GotteS schreckten? 265 Mag mein Herz doch zitternd wanken! Jesus hat Andern Rath, Andere Gedanken. In des Gnädigen Gerichte Hab' ich Theil An dem Heil', An dem Erb' im Lichte. Mannigfalt sind seine Pfade, Großer Zahl Für die Wahl, Wenn er führt zur Gnade. Alle Stufen aller Freuden Sind sein Diel. Und wie viel Fehlten ohne Leiden! Die Wenigen. Mel. JcsuS, meine Zuversicht ic. Diele sind zu Gottes Heil In der bessern Welt berufen; Viele können einst im Licht' Erben mit dem Mittler werden. Aber, ach, nur Wenige, Wenige sind anserwählt. Frage, die mir Mark und Bein Mit geheimer Angst erschüttert, Aller Fragen grösste, du, Die von Tod und Leben fraget, Meiner Stunden letzte ruft Mir auf dich die Antwort zu. Laß die Antwort Wonne sepn, Herr des Todes und des Lebens! Mittler, in mein Zittern mischt Oft sich sanfter Ahnung Schauer: Meiner Stunden letzte sey Wonn' und mehr als Ahnung mir. Viele laufen nach dem Ziel'; Einer nur erlangt das Kleinod; Um des Ueberwinders Haupt Strahlet nur des Himmels Krone; Er nur legt das Feierkleid Deiner Unschuld, Christus, au. Muß nicht, denk' ich Das, mein Zittern? Ist nicht Diess das Zittern, Dieß die Furcht, womit ich soll Schaffen, daß ich selig werde? 267 Wer ist kühn und fromm gennng, Furchtlos du hinauf zu schaun, Wo die Laufbahn endet, wo An dem Ziel das Kleinod strahlet? Ach, ein Kleinod, das so leicht Er auch nicht erlangen könnte: Mit heilrvllem Zittern laß, Mittler, stets dahin mich schann! Wo der Baum des Lebens blüht In dem Paradiese Gottes; Wo des andern Todes Leid Nicht erreichet Den, der siegte, Der, bis in den Tod getreu, Jenes Lebens Krön' empfing; Wo geheimes Manna labt; Wo ein gnadenvolles Zeugniß Jesu Christ dem Sieger gibt Und mit ihm den neuen Namen, Welchen Keiner kennt, als der Von dem Geber ihn empfäht; Wo die Ueberwinder Macht, Wie von seinem Vater Jesus Selbst empfangen hat, empsahn Und wie Morgensterne glänzen; Wo in weißen Kleidern sie Leuchten und es würdig sind. Aus des Lebens Buche wird Ausgetilget nie ihr Name. Jesus nennet sie vor Gott Und vor seiner Engel Heeren. Pfeiler werden ewig sie In dem Tempel Gottes stehn. Auf des Tempels Pfeiler schreibt Jesus seines Vaters Namen Und Jerusalems, die Gott Neu vom Himmel niedersendet, Und den neuen Name» selbst, Der vor Allen ihn erhöht. Ach, wer überwindet, soll Auf des Mittlers Throne sitzen. Ueberwunden hat er selbst Und sitzt auf des Vaters Throne. Laß mit Furcht und Zittern stets, Herr, nach dir empor mich schaun! Viele sind zu Gottes Heil' In der bessern Welt berufen; Viele können einst im Licht' Erben mit dem Mittler werden. Aber, ach, nur Wenige, Wenige sind auSerwahlt. 269 Die Hoffnung der Seligkeit. Mel. Der junge Tug zurück gekommenrc. " Ich bin's voll Zuversicht: Am Ende Der Laufbahn wird das Kleinod mir. Mit Wonn' erfüllt die Hoffnung meine ganze Seele, Ruft Frieden Gottes mir zu. Wie wird mir sepn, wenn ich nun Erbe Mit Christus bin, wenn. Staub zu Staub, Mein Leib gesunken ist, und dennoch meine Seele Weit über Sterne sich hebt! Wenn ich ans diesen Einsamkeiten An Gottes Schaar hinüber geh, Anr Schaar, die Tag und Nacht vom hohen Lobgesange, Vom Psalm der Wonne nicht ruht! Wenn ich mich, in die Jubelchöre, Wo Sions Harf' am Strome rauscht, Mich in den Ruf der frohen Halleluja dränge. Der laut Entzückungen ruft! Wie Stimmen großer Wasser tönet Das neue Lied des Lamms. Ein Heer Der Harfenspieler singt. Wie hohe Meere tönet Des LammeS Lied um den Thron. " BachS Anhang z» Gellcrts Liedern. O Vorempsindnng jener Wonne! . Allein ich fass', ich fass' es nicht, Wie mir es dann wird sepn, wenn ich hinüber komme, Ich Staub zum Erbe des Herr»! Nach dem Abendmahle. Mel. Schmücke dich, v liebe Seele re. Frohe, sanfterquickte Seele, Ach, du kamst, erlöste Seele, Kamst, Vergebung zu empfangen: Denn dein Licht war aufgegangcn; Denn der Herr voll Heil und Gnaden Hatte, Seele, dich geladen, Daß du deinen Bund ernentcst, Und dich seines Todes freutest. Wie die Gottverlobten pflegen, Eiltest du dem Herrn entgegen: Denn, der Schuld dich zu entladen, Gab er seines Mahles Gnaden. Ach, cs war des Mittlers Wille, Daß du nähmst aus seiner Fülle. Dich der Sünde zu entladen, Gab er seines Mahles Gnaden. 271 Gottmensch! und ich durfte nahen Leben, Leben zn einpfahen! Ach, wie pflegt' ich oft mit Thranen Mich nach deinem Mahl zn sehnen! Ach, wie hat mich oft gedürstet, Gort, nach dir, mein Gott, gedürstet! Heute ließest du mich nahen, Leben, Leben zn einpfahen. Du, dem unsrer Tobten Schaaren, Die, wie wir, auch Sünder waren, Dank und Preis und Jubel singe», Daß sie hier dein Mahl empfingen! Sohn deS VaterS, Licht vom Lichte, Lamm, dem tödtenden Gerichte Hingegeben, Heil der Sünder, Netter, TodeSüberwinder! König, Hohenpriester, Lehrer, Du mein göttlicher Bekehrer, Du für meine Schuld Verbürgter, Gottgeopferter, Erwürgter! Ach, ich fiel zn deinen Füßen, Und du ließest mich genießen, Mittler, deiner Himmelsspeise, Mir zum Heil' und dir znm Preise, Zum Gedächtnis; deiner Leiden Und zum Vorschmack jener Freuden, 272 Die du, Gottmensch, mir erstrittest, Als du unaussprechlich littest, Als dich Tvdesschweiße deckten. Dich die Schrecken Gottes schreckten, Als dn blutetest, verlassen, Ach, von Gott, von Gott verlassen! Deines Heils will ich mich freuen, Dir will ich mich ewig weihen. Eng' ist deines Lebens Pforte, Noch schau' ich im dunkeln Worte, Einst werd' ich dich ganz erkennen, Ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfinden! Hilf mir, hilf mir überwinden! Vorbereitung zum Gottesdienste. Mel. Komm', heiliger Geist, Ferre Gott, rc. Erheb' uns zu dir, du, der ist Und war und sepn wird, Ewiger! Du Unerforschter und Bekannter, Dn aller Himmel und Erstaunen, Vor dem sein Knie der Cherub beugt Und nieder seine Krone wirft! 273 O du, vor dem bald Sünder weinen, Bald Lobgesang zu stammeln wagen, Unendlicher, Unendlicher! Entreiß' uns der Welt, weck' uns auf Von unsrer Eitelkeiten Traum! Es ruh' auf uns des Sabbats Stille, Damit im Himmel wir wandeln! O, sey, wie du verheißen hast, Versöhner, mitten unter uns: Denn, sieh', in deinem großen Namen Sind wir versammelt anzubeten, O du, der uns bei Gott vertritt! Es fliehe von uns, was die Welt Nur angeht und nicht ewig ist! Au klein sey hier im Heiligthume Uns jeder Erdegedanke! Hier fühl' cs unser Herze ganz, Daß es im Staub' ein Fremdling ist! Lass', Herr, zu unserm Vaterlande Hinauf die hohe Seele steigen, Hinauf zu Gott, hinauf zu Gott! Älvpgock, Öden ii. 18 274 Die zukünftige Welt. Mel- Jesus, meine Zuversicht rc. Laßt uns nnserS Vaterlands, Unsers großen Erbes freuen! Ach, der Wehmuth Thräne rann Oft der Pilger Wange nieder. Auch der Freude Thräne sey In dem Blick, der aufwärts fchaut! Sind wir etwa Sünder nur Und nicht auch Versöhnte Gottes? Dürfen wir's nicht wissen, Gott Geb' uns einst des Mittlers Erbe? Soll die Kleinmnth Die entweih», Deren Hand einst Palmen trägt? Deren Haupt die Krön' umstrahlt, Welche nie herunter sinkt? Wissen, wissen dürfen wir's, Gott geb' uns des Mittlers Erbe, Dürfen wonnevoll hinauf, Wo sein Licht uns leuchtet, fchaun, Dort hinauf, wo uns ein Heil, Das kein Auge sah, erwartet, Das kein Ohr vernahm, und daS Selber nicht das Herz erreichte. 275 Ja, wir dürfen dieses Heils Uns mit Wenn' und Jubel frenn, Freun mit lautem Lobgesang, Daß es Erd' und Himmel hören, Freun so voll Verwunderung, Daß der heiße Dank verstummet: Denn kein Auge sah's, kein Ohr Hört' es, und kein Herz empfand's, Vorbereitung zum Gottesdienste. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele re. Zeige dich uns ohne Hülle, Ström' ans uns der Gnade Fülle, Daß an diesem Gottestage Unser Herz der Welt entsage! Daß, o du, der starb, vom Bösen Uns Gesallne zu erlösen, Daß die glaubende Gemeine Mit dem Vater sich vereine! O, daß frei von Crdcbürden, Und der Sünde Lasten würden Unsre Seelen, unser Wille Sanft wie diese Sabbatstille! 276 Daß in deines Himmels Höhen Wir von fern den Aufgang sähen Jenes Lichts, das dann verkläret, Wenn der Sabbat ewig währet! Was ich strahlen seh' am Throne, Ist es nicht der Sieger Krone? Was ich überm Grab' einst höre, Sind's nicht Ucbcrwinderchöre? Feiernd tragen sie die Palmen; Ihr Triumph erschallt von Psalmen. Herr, dn selber wollst mich weihen Diesem Sabbat deiner Treuen! Decke meiner Blöße Schande Mit dem festlichen Gewände Deiner Unschuld, daß am Tage Deines Mahls ich froh es wage, Dort zu wandeln, wo voll Gnaden Deine Schaar dn eingeladeu, Wo nicht mehr die Streiter ringen, Wo sie Siegeslieder singen! 277 Das Beispiel. Mel. Jcsuö, meine Zuversicht re. Pilger sind wir, wallen hier, Gottes Stadt, nach dir gen Himmel. Schmal und rauh ist unser Weg Dort hinauf und eng die Pforte. Fern' ist unser Lohn, und, ach, Der, der weicht, empfäht ihn nicht. Viele seh' ich vor mir her Nach des Zieles Kronen eilen. Warum säum' ich? War mir denn Ernster jemals ein Gedanke Als der Lohn am Ziel', und, ach, Daß, wer weicht, ihn nicht cmpfäht? Warum säum' ich? Leitet mich, Pilger, Mitgenossen, Brüder! Gibt ein Wort des Mittlers euch Stärkung ans dem schmalen Wege: O, so ruft von eurer Höh Mir dieß Wort des Herrn herab, Daß auch ich mich stärk' und froh Nach des Himmels Kleinod eile; Daß mein Herz auch standhaft ftp. Und zur That der Vorsatz werde; Daß mir sanft des Mittlers Joch, Seicht mir seine Lasten seyn! Wenn an einem Tage mich Sieben und siebzig Mal mein Bruder Auch beleidigt, will ich doch Sieben und siebzig Mal vergeben: Mein Vorgänger, der viel mehr Duldete, gebeut es mir. Und, der mich beleidigte, Ist er nicht ein Erbe Gottes? Trägt er nicht dereinst am Thron Palmen, strahlt im Siegsgewande? Welche Wonn' alsdann, daß ich Dem, den Gott belohnt, vergab! Wenn der Vorsicht Weg mit mir Sich auch ganz in Nacht verlieret, Will ich doch ohn' einen Laut Klage ganz mich unterwerfen: Mein Vorgänger, den viel mehr Nacht umgab, gebeut es mir. Und welch himmlisch Labsal wird Nach dem Tvdesschlaf mich letzen Wenn aus sc viel Nacht heraus 279 Ich zum Erb' im Lichte komme! Ach, wie Träumenden wird mir's, Wenn dies? Licht mir leuchtet, jeyn. Weihnachtslied. Des Ewigen und der Sterblichen Sohn, Er thut den ersten Schritt ins Heiligthnm, Er wird geboren. Bald wird er ins Mlcrheiligste gehn Zum hohen Kreuz, zur Nacht, zum Blutaltar, Zum Tvdeshügel. Im Weltgericht geht er wieder heraus. Dann sinkt oor ihm der Vorhang und enthüllt, Was war und seyn wird. Du Furchtbarer und du weinendes Kind! WaS soll ich thun, in dem Gericht zu stehn, Das du dann richtest? Der Ringende nur erkämpfet den Lohn. Eng' ist die Pforte, schmal der hohe Weg Zn deinem Heile. 280 O, der in das Allerhciligste ging, Vollender, Gottversöhner, führe du Den schmalen Weg mich! Das Abendmahl. Das ist mein Leib, so sagtest du, Der für die Sünder starb. Deine Bekenner nahmen das Brod Und standen betend. Das ist mein Blut, fo sagtest du, Der für die Sünder starb. Deine Bekenner tranken den Kelch. Du gingst zum Tode. Mit Freud' und Zittern nah' ich mich Des neuen Bundes Mahl: Rüst', v Allgegenwärtiger, mich, Dich zu bekennen! War noch der Christen erste Zeit, So müßt' ich heut vielleicht Von dem Altar' ins Blntgericht gehn, Dich zu bekennen. Und, ach, wohin, wohin kehr' ich Vielleicht von dir zurück? Nimm es, o Mittler, ewig von mir, Was dich entheiligt! Sinai und Golgatha. Jehova stand auf Sinai, Und die Posaune schwieg. Die Nacht ward stets mehr Nacht um ihn Sv sprach der Ewige: Ich bin Jehova, der dich, Volk, Ans deinem Elend rief. Nimm neben ihm, der ewig ist, Nicht andre Götter an! Mach dir von Dem, der dich erschuf. Von ihm kein sinnlich Bild, Kein Bild, nicht Eines aus dem Meer, Der auf der Woge schwimmt, Nicht Eines, der auf Staube geht, Bald selbst zu Staube wird, Nicht Gott dem Morgensterne gleich, Der nur geschaffen ist! 282 Wenn dn vom Unerscbaffncn weichst, So wcrd' ich Rächer seyn. Der Uebertreter soll es noch Am späten Enkel sehn. Dem Guten aber, der mich liebt Und mein Gesetz bewahrt, Ihm und wohl Tausenden nach ihm Will ich Srbarmer seyn. Entweihe meinen Namen nicht Und denk nicht klein von Gott! Mein großer Namen heißet Herr. Dem Sünder will ich's seyn. Du sollst den Sabbat heiligen! Den Tag hat Gott geruht. Ruh' auch und denk den Tag von dir Und deinem Staub' empor! Verehr den Mann, der dich gezeugt, Das Weib, die dich gebar, Damit dein Lohn Glückseligkeit Und langes Leben sey! Lösch' aus das Feuer schnellen Zorns, Lösch' aus der Rache Glut! 283 Vergeuß das Blut des Bruders nicht. Den Gott mit dir erschuf! Brich nicht der Ehe theuren Bund, Von dir vor Gott gemacht! Beraube deinen Nächsten nicht Des Schweißes seiner Stirn! Du sollst kein falscher Zeuge se>)n Da, wo der Richter sitzt! Schleich' auch des Guten Ehre nicht Verleumdend hinten nach! Begehr des Andern Hütte nicht, Noch seiner Jugend Weib, Den Knecht nicht, der ihm dient, das Vieh, Das ihn ernähret, nicht! Wer mein Gesetz nicht ganz erfüllt, Den treffe Fluch und Tod, Der soll mein Angesicht nicht sehn! Der Gott der Götter sagt's. Der Gottmcnsch hing am hohen Kreuz' Und neiget' in die Nacht Sein Haupt, mit Blut bedeckt, und rief: Es ist vollbracht! und starb. 284 Stärkung. Mel. Me Menschen müssen sterben rc. Ach, wie hat mein Herz gerungen. Wie gefleht am Gnadenthron! Noch von deiner Angst durchdrungen, Siegst du, meine Seele, schon? Oder säumt des Helfers Rechte Stets noch? werden meiner Nächte, Meiner Leiden immer mehr? Immer meiner Thräncn mehr? Nah' ist meines Helfers Rechte, Sieht sie gleich mein Auge nicht. Weiter hin im Thal der Nächte Ist mein Retter und mein Licht. Ja, dort wird mir Gott begegnen, Dort wird mich sein Antlitz segnen. Jetzt, jetzt ist die Prüfungszcit. Jetzt sey, Seele, stark zum Streit! Was empfand des Helden Seele, Abrams, der's vom Herrn empfing Und nunmehr von Mamre's Höhle Nach des Opfers Berge ging! Tief war seiner Seele Wnnde, Heiß der Prüfung bange Stunde, Nicht erst künftig; sie war da, Nah des Knaben Tod, ganz nah. Könnt' cr Dessen Rath ergründen, Der das Opfer ihm befahl? Keinen AnSgang kennt' er finden, Uebcrall war Nacht und Qual. Dennoch traut' cr dir, o Retter, Dir, Jehova, Gott der Götter: Cr führt mich die dunkle Bahn, Cr, der Staub erwecken kann. Abraham! so scholl die Stimme In des Ueberwindcrs Ohr. O du, jener Gnade Stimme, Ruf auch meine Seel' empor! Schau', Herr, wie ich lieg' und flehe Und vor Trauern fast vergehe! In der trüben Stunde Graun Lehre mich gen Himmel schaun! Fast zu Denen hin versammelt, Die im Herrn entschlafen sind, Hab' ich sonst dein Lob gestammelt: Vater warst du, ich war Kind. Aber jetzt, von dir erjchüttert. Schmachtet meine Seel' und zittert; Dennoch, Vater, darr' ich dein Dennoch wirst du Vater sehn. 286 In der Christen ersten Tagen Ward Deß Mund znm Lobgesang, Der, umringt reu bängern Plagen, Zeugend mit dem Tode rang. Selten dracht' ein schnelles Ende Sie in ihres Vaters Hände. Viele dunkle Tage lang Starben sie, scholl ihr Gesang. Schau' auch dieser Helden Glauben Meine Seele, glaubend an! Laß nichts deine Krone rauben, Leid' und klimm zu ihr hinan! Keiner Trübsal Tiefen scheiden, Weder Tod noch Leben scheiden, Nichts, was jetzt und künftig ist, Scheidet mich von Jesus Christ. Alle Zeugen Christi sahen Ihn nicht in des Himmels Höhn; Nicht die Märtrer alle sahen Ihn zur Rechten Gottes stehn: Denn sie hatten auch gesündigt, Durch ihr Thun nicht stets verkündigt Der für ihre Missethat Zu des Vaters Rechte bat. Dennoch stritten sie mit Muthe, Da die trübe Stunde kam. Priesen Den in ihrem Blute, Der sie so der Crd' entnahm. Keiner Trübsal Tiefen scheiden, Weder Tod noch Leben scheiden, Nichts, was jetzt und künftig ist, Scheidet mich von Jesus Christ. Inhalt -er Lieder. Die tägliche Buke. Die Auferstehung Lest, ... . . Die Größe der Christen. Der Sieg der Glaubenden. DaS Gebet deS Herrn. Die Nachfolge. . . . . Die Hoffnung der Auferstehung. Die Erneuerung. Die Erlösung. Dem Vater und dem Sohne.. Der Kampf der Glaubende». Einsegnung eines S,erbende». Morgeulied. Die große Verheißung. DaS .. Der alte und der neue Bund. . . . . Abendlicd . . . . . Klopstock, Oden. li. 18 223 225 229 232 234 238 238 248 242 245 243 251 255 256 257 260 261 290 Dem Erlöser ..262 Die Wege zum Heile.264 Die Wenige».265 Die Hoffnung der Seligkeit.269 Nach dem Abendmahle.270 Vorbereitung zum Gottesdienste.272 Die zukünftige Welk.274 Vorbereitung zum Gottesdienste.L75 Das Beispiel. lZ77 Weihnachtölied. 279 Das Abendmahl.280 Sinai uud Golgatha.281 Stärkung.284 .... ..— _.. — ^ ^-^-" Alphabetisches Register. A. Ach, wie bat mein Herz gerungen! ......... 284 D. Das ist mein Leib, so sagtest du, ..280 Des Ewigen und der Sterblichen Sohn . ..279 Des Gottvcrsöhners Schaar ..236 Du, deß sich alle Himmel freun,.234 E. Einst reift die Saat: mein Staub ersteht.238 Ein Zeuge des Herrn war sonst Der,.. 257 Erbeb' uns zu dir, du, der ist . . . . . . . . . . 272 F- Freu dich, Seele, rühm' und preüe.. 242 Frohe, sanft erquickte Seele, 270 H. Halleluja, Amen, Amen!.. . 251. Herr, welch Heit kann ich erringen ......... 229 I. Ich bin's voll Zuversicht: am Ende ..269 Ich Staub voll Staube, wer bin ich.. . 223 Jehova stand auf Sinai.. 281 Ihr Mitgenossen, aus zum Streit.. 248 292 L. Sei« Lasset unö beweinen .... 24» Laßt unö unsers Vaterlands . M. .... 274 Mein Fels und meine Zuversicht . . . . 2«S Nicht nur streiten, überwinden N. .... 232 Pilger gnd wir, walle» hier . P- .... 277 Preis dem Todeöübcrwinder .... 22.7 PreiS sey dem Vater S. .... 245 Sink' ich einst in jenen Schlummer . . . . . .... 2«! l V. Biele sind zu Gotteö -Keil . . W. .... 2«5 Warum sollt' auch ich nicht erben Wenn ich einst von jenem Schlummer . . . . Wer überwindet, Der empfäht Zeige ^ich uns ohne Gülle . . Z- Zum Berge voller Flammen nicht ......... SSO Epigramm e. ' 1 Gegenseitige Wirkung. Ist dein Gcdank' erhaben, dann macht er edler dein edles Wort und zugleich erhöht dieses den rhythmischen Ton. Aber, ist dein Wort ein gemeines, so sinkt der erhabne Sinn, und solcherlei Wort schwächt auch die metrische Kraft. S. An einige Beurtheiler des deutschen Hexameters. Sonderbar, daß Homers Heramcter, der mit so vieler Wurde jetzt herwandelt und jetzt des eilenden Adlers Fittige schwinget, daß der auch oft mit Pyrrhichien hüpfet Und zu halben Pyrrhichien selbst Hauptwvrte verkleinelt. Kritiker, fallt's euch nicht auf, daß von Diesem ihr schweigt, wenn der Deutschen Liedern ihr den Gang des sanften Amphibrachps vorwerft? — Neb erleb ung. Langsam reist die Entscheidung der Nachwelt über ein Kunstwerk. Aber was bringet sie öfter zur Reife? Ist es der Ausspruch Derer, die schreiben? oder ist es der Redenden Urtheil? Ueberlebt Hab' ich der Unsterblichkeiten nicht wenig, Welche die Presse verhieß, und der Ungedruckte belachte. 4 . Nach Horaz. Denkt euch den Kupferstich von einem Gemälde, der ähnlich Wäre 'ner gallischen Dolmetschung aus dem Dichter Achäa's, Eben so gäbe, wie sie, des Eigenen, eben so nähme Und das Gelassene dann in gewähnter Verschönerung zeigte. Könntet ihr, Freunde, Dieß denkend, euch des Lachens enthalten? 5 . Der doppelte Mitausdruck. Silbenmaß, ich weiche dir nicht, behaupte mich, ziehe Dir mich vor! „Wohlklang, ich liebe das Streiten nicht. Besser 297 Horchen wir Jeder mit wachem Ohr dem Gesetz' und vereinen Fest uns. Wir sind alsdann die zweite Seele der Sprache." 6 . O der Theoreien für Dichtende, welche die deutschen Krittler Jahr aus Jahr ein aus der Luft uns greifen die heiter Wenigstens doch scpn sollte! und v der gegängelten Dichter, Welche für Tempel die Lehrgebänd' aus nebliger halten. 7. Daß ihn etwas bewege, Dieß ist das heißeste Dürsten Unsers Geistes: er liebt Alles, was so ihn erquickt. Darum nennen wir schön, was gerngefühlt uns beweget, Und erhaben Das, was uns am Mächtigsten trifft. Suchet ihr andere Quellen des Schönen und des Erhabnen: So befürcht' ich, daß ihr euch in dem Sande verliert. 298 8 . Leiserer, lauterer Mitausdruck der Gedanken des Liedes Scy die Bewegung des Verses. So oft er diesem Gesetz nicht Treu und hold ist, gehet er nur, um zu gehn; und verirrter Tritt er einher, wenn er gar anwandert gegen den Inhalt. Doch stets treuen Gehorsam verbieten nicht wenige Worte Und die Stellungen, welche der Sinn und die Leidenschaft ordnen, Auch Gedanken, die dem Verein mit Bewegung sich weigern Deutsche, strebet, ihr könnt's, nach dem Kranze der seltensten Untreu. 9. An Boileau's Schatten. Jede der Sprachen ist arm, die von Dem, was am Schönsten der Alte Sagte, nur stammelt, sobald sie zu ihm dolmetschend sich aufschwingt. Neben dieser Dürftigkeit drückt noch ein anderer Mangel, Wenn sie die besten Gedanken des Neueren auch nur lallet Oder, erliegend dcr Nvth, mit gewähnter Verschönerung trillert. Siehst der Sprachen eine nun gar auf die deutsche bei dieser Doppelten Kümmerlichkeit herab mit dem Blicke des Stolzes: Soll die deutsche vielleicht sich versagen das Lächeln des Mitleids? Zahllos sind die Erempcl, die von der Verbildung der Alten In Dolmetschungen zeugen; doch dir genüget an einem: Denn dich hat Apollo gelehrt, und du kennest Dieß alles. Höre denn! Dort vergleichet Virgil der Nachtigall Klage Mit der Klage Deß, den Eurpdice liebte. Wir trauen Kaum dem Ohre, so ist uns der Ton des Römers verhallet. Schweige, Rapsode, nur auch: denn Delille schweiget den Alten. 10 . Wundercur. Neben den Helden im Epos sind allegorische Götter Kinder, die, was sie auch thun, untheilnehmend wir sehn. Macht ihr im Staat die Vernunft zu 'ner Göttin: so helfe der Arzt euch, Wenn er dieß Schwere vermag, wieder zu der Vernunft. 3N0 11 . Lob der Bescheidenheit. Schamlos scheint dir zu seyn, wer sich nicht nennt, wenn er meistert; Sey doch billig und schmäh seine Bescheidenheit nicht! „O, ich habe mich gröblich geirrt: denn wie könnte wohl schamlos Der seyn, welcher sogar seines Namens sich schämt." 12 . Popens vermuthliche Reue. Jahre lang schwieg Pope und ließ von den Krit'kcrn sich lehren; Endlich brach er hervor, stellte dem Lacher sie hin. Zeigt' er hier Stärke des Geistes? Wenn's Schwäche nicht war, was er zeigte: War es Herablassung, die er nicht stets sich verzieh. Die Antwort der Sängerin. Freundin, was ist Gesang? „Gesang ist, wenn dn nur hörest, Ernst wirst oder weinst oder dich inniger freust. Arien all der Bravura sind nur Schnlübungcn, die man Hält, zu lernen des Tons Bildungen für den Gesang." Also ist nicht Gesang die Bravura? „Sie sammelte schone Farben in Massen mit Kunst; aber hat sie gemalt?" 14 . Sepd ihr nicht anspruchlos, so sepd ihr stolz und vielleicht gar Eitel: euer Verdienst könnte wohl zweifelhaft sepn. 15 . Die beiden Gesetze. Heilig ist das Gesetz, so dem Künstler Schönheit gebietet; Heiliger ist, das oft ans Edles gründet das Schöne. Ganz ist das erste Dem nicht bekannt, der das zweite verkennet. 302 16 . An die Ausleger der Alten ^öinkelmann erklärt dir Werke der zeichnenden Künste, Ihr der redenden. (Leicht wird das Herz von jenen berühret; Diese dnrchdringen's.) Wofern' ihr ihn zum Muster ench wählet, Werdet ihr uns mit Geschmack die neuen Bemerkungen sagen, Werdet vom Mäoniden ihr reden im anderen Tone, Denn Aristarch. Doch gewarnt sepd vor Einem auch: Lasset Ench nicht, wie Winkelmann, von dem wachenden PhantasoS täuschen. 17. An .... Als ihr von dem Genie der Sittlichkeit sondertet, trenntet Von der lebendsten Kraft, welche die Seele dnrchglüht, Jene Nährerin des heiligen Feuers — o, wißt ihr Auch, was ihr thatet? Ihr habt einen Tempel beraubt! 18 Aun das Hunderte Mal gesagt und nicht zu dem Lachen, Weniger noch zum Lächeln ist, was noch jetzt in Satiren 303 Scherzen will, spaßt. Sie lese der Unbelesene, der sich Gern die Seiten hält und aufschlägt lautes Gelächter. 19. Bildsamkeit ist ein Hauptzug, der die Sprache der Deutschen Unterscheidet. Die Freiere darf nicht Satzungen folgen, Die zur gegängelten Sklavin sie erniedrigen würden. Aber die weise Bildnerin liebt auch Winke des Urtheils. 20 . Widriger sind mir die redenden, als die schreibenden Schwätzer: Diese leg' ich weg; jenen entflieh' ich nicht stets. 21 . Was man fordert „Sage, was nennst in den Werken der Kunst du Vollendetes?" Gut muß Jeder Theil und harmonisch mit den andern vereint seyn. „Hat ein Künstler gelebt, der so hoch stieg?" Keiner. Man will mir Ueberall sehn, er habe nach Vollendung gerungen. 22 . Du, Gedanke, bist der Gebieter. Die folgsame Sprache -Ist dir getreu und hold. Sie ist der edelsten Worte Geben», ist der engsten bedeutendsten Wortvercingung Gcbcrin in dem Gedicht'. Ihr dient mitsingend der Wohlklang, 2hr mitsingend das Silbenmaß. Doch, wenn Einer der Letzten Herrscher wird, so verwundet die Sprache dieser Empörer; Bleich durch den Dolchstoß sinkt sie; mit ihr der entnervte Gedanke. 23. Der Ausdruck der Leidenschaften. Bon der leisesten an der Empfindungen bis zu der stärksten Leidenschaft steiget der Weg immer steiler empor, Ist für den Dichter der schwerste. Geleitet ihn, all' ihr gute Geister der Schönheit! Denn gehn muß er ihn sicheren Tritts. Manches wird ihm verziehn; doch hier verzeihen ihm Kelnc Niemals, wenden sich weg, folgen dem Wankenden nicht. Schrecket cnch Dieses nicht, so ahnet mich, Dichter, der Lorber, Welchem ihr auch nur naht, ihn zu berühren, verwelkt. 24 . Schreckendes darf der Künstler, allein nichts Scheusliches bilden. Angelo, hat dich vielleicht der Zeichner Tucca belogen? 25 . Eine Sprache gehet; die andre fliegt. Den Apollo Blendet hier nichts, denn er liebt staubige Wanderung nicht. Jede der Sprachen, welche sich bildeten, meint, daß sie fliege; Aber Apollo kömmt, wenn sie eS wähnet, ihr nicht. Wie sie auch rufe. Zuletzt wird erweicht, wie es scheint, der Betäubte, Weigert sich länger nicht mehr; aber er schickt fein Phantom. Klopstock, Oden. ii. 20 Das Lächeln und die Lache. Töas von der Griechen Geist du für Schildrung doch pinselst! Mit welcher Miene, wenn er sie sah, blickte wohl Xenophvn hin. Nicht mit Lächeln, wie Xenophvn, mit lautwerdender Lache Würd' Archilochvs sie und Aristophanes sehn. 27 . Der Scheideweg. Ist die Dichtkunst Ernst: so gehet sie nahe das Herz an, Freuet, entflammet Den, welcher zu handeln versteht. Wenn sie scherzet: so ist sie Belnstigerin und umflattert Nur die Phantasie, schwebet zum Herzen nicht hin. Wähle, Jüngling, du stehst an dem Scheideweg', und du weißt es, Was der griechische Held wählte, und was ihm gelang. 307 28 . Ihrer goldenen Zeit Nachwelt verwirf mir nicht alle Außer Racine'n. Scy, Deutscher, nicht hart und verschone das Schoßkind. Denn der Richtende kann, wie du weißt, auch allzugerecht seyn. 29 . Aenderud den Bau des Staates ward man in Frankreich, in Deutschland Ahmte man nach und ward, ändernd ein Lehrgebäu, toll. 30 . Wie der Deutsche denkt von seinen Dichtern, Dieß zeigt er Anch in der Sprache. Vordem hieß ihm der Dichter Poet. Jener edlere Name begann, da, wer sich Homers Kunst Weihte, nicht strebt' a i>oer, nicht rm poeee zu seyn. Dauernder ist der Ansspruch, den ein Volk durch die Sprache, Als der, welchen durch euch, einzelne Kenner, es thnt. 308 31. Ganz, wie es ist, erblickt das Gemälde dein Auge: so höret Ganz, wie er ist, Glucks Zauber dein Ohr. Das ward dem Gedicht nicht. Denn vertraut mußt du sepn mit des Dichtenden Sprache, mit jedem Einzelnen Tone, zu dem ihr Allgemeines er stimmte, Jedem Mitausdrnck, den er zum Gespielen ihr auskvr. Auch entbehrest du, wenn der Rapsodc nicht kommt und vollendet. Bist du es selbst, so denkst du dir schweigend Vollendung; doch, wenn dn's Nicht bist, gehet dir oft, was von Herzen kam, nicht zu Herzen. 32. An einige der heurigen Philosophen. Wenn man vordem was schrieb, das Beweise schien zu bedürfen, Dann bewies man. So war's ehmals; so ist es nicht mehr. Jetzo schreibt man hinein in den Tag, daß der Adler nicht fliege, Ströme stürzen bergauf. Und der Beweis? Er verstummt. 309 33. Der Unschuldige. Viel der Beziehungen sind im Gedichte, wodurch es die Theile, Wie in dem süßen Bund' inniger Liebe, vereint. Jene dürfen ans sich mit dem Finger auch weisen; doch geben Oester (des Schönen Gesetz will es so) Winke sie nur. Schlummert bei den Beziehungen dir dein Auge, so tappest Du im Dunkeln umher ohne deü Dichtenden Schuld. Aürne du dann nicht mit dem Liede, daß du cs nicht fassest, Laß die Unschuld in Nuh, Gähnender, zürne mit dir! 34 . Erweiterung des Thierreichs. Wenn ich der Krieger einen mit Recht Eroberer nenne, Von dem Augenblick' an ist er mir Mensch nicht, ist Thier. Sey sein Name berühmt, er heiße Gingiskan, Cäsar, Alexander: Mensch ist er mit Nichten, ist Thier. Sey er kein Wolf denn, sondern kein Lowe; sey er ein Adler Und kein Geier: er ist doch nur ein anderes Thier. Der nicht kleine Unterschied. Wenn der Deutsche vermag, die Gedanken zu sagen des Griechen, Wie der selber sie sagt: so kann er auch eigne, die jenen Gleichen, und hat es voll auf zum weisen frohen Genüsse. Mögen Andere denn die Griechen reimen und lang' es Noch für Warnung nicht halten, wenn Cynthius ihnen am Ohr zupft! 36 . Sie zu verbergen, gehört zn der Kunst; doch, ist der Verbergung Schleier zn dünn, so entdeckt selber der Schleier die Kunst. 37 . Der Unterscheidende. Poesie, welche den Namen der descriptiven verdienet, Hätten für Poesie niemals die Alten erkannt. Deutscher, ward dir der Blick, Darstellung von der Beschreibung 3l1 Rein zu sondern: so stehn weisere Dichter dir auf, Stände, wofern dn hinab zu den Schatten Clysiens walltest Und dort redetest, selbst Ilions Sänger dir auf. 38. Frage. Geist hat der Mann! So rufst du. Vergebens frag' ich: Was ist denn Geist vhn' Urtheil? denn du hörest nicht auf von des Manns Geiste zu schwatzen. Tauber, dn bist auch blind: denn du siehst mir Meine Frage: was du, Theurer, denn habest? nicht an. Wer Beifall verschwendet, wie du, kann endlich soweit gehn, Daß er sogar von dem Geist' unsrer Scholastiker schwatzt. 39. Die gewissenhafte Deklamation. Fürchte die treue Sprechung, die ganz, was du, Dichter, ihr gäbest, Bildet dem Ohre, wie du steiget und sinket wie du. Höre sie, lerne von ihr, warum kein Rousseau Horaz ist, Und, was Friedrich auch sagt, kein Voltaire Virgil. Reichen dir diese Fremden nicht zu: nun, so frage der treuen Sxrechung Kenner. Es gibt deutscher Crempelchen auch. 40 . Die orthodoxen Republikaner. Ans mit dem Ketzer ins Feuer, ihr gallische Nepublicaner! Denn er ist, bei den Göttern, er ist sachglaubig. Wie können Wir, die so rein wortgläubig sind, den Fanatiker dulden? Ans, ist das Holz auch grün, cs wird schon brennen, schon brennen! 41 . Jene Natürlichkeit, die auch oft Gesagtes verschönert, Hat des Reizes noch mehr, wenn ihr mit Großem sie hört. Schwestern sind die Grazien, doch nur ähnliche Schwestern, Gleiche nicht. Eine durchdringt, eine berührt nur das Herz. Der Befürchtende. Geht und vergleicht mit Hellänis der Neueren Sprachen und gebet Der den Kranz, die am Oeftesten sich durch Aehnliches hebet. „Unsere Sprache bedarf der Aehnlichkeit nicht mit Hellänis, Um die schönste zu seyn der europäischen Sprachen!" Fast befürcht' ich, daß ihr mehr Kcnntniß des Schönen bedürfet. 43 . Der eingeschränkte Geschmack. Zeigt nicht der Rühmer seines GefchmackS sich gerade durch dieses Rühmen geschmacklos? Aber Das soll euch jetzo nicht treffen: Denn, nicht leicht zu der Strenge verführbar, lieb' ich die Schonung. Nichts lobpreiset ihr lauter, als euren Geschmack; und er ist doch Weniger Schönheiten nur und selten der höheren Kenner, Hat die Venus Urania kaum in der Ferne gesehen. Weiser wärt ihr, wenn ihr von dem engbegränztcn Geschmack ' schwiegt. „Aber (denkt ihr) nicht klüger. Denn wir wollen in Allem Herrschende seyn, Das wollen wir! und wir kennen euch, Fremde, Wissen, ihr laßt euch gängeln und sepd allglaubcndc Hörer!" 44 . T8enn Dolmetscher der Deutschen sie sind: so nehmen sie, geben Sie und entdecken nicht, daß der Beraubt' und Beschenkte des Aürnens Niemals sie würdigt und, kaum hiuhörend, nur selten des Spottes. 45 . Die goldnen Zeiten. Aleranders wäre der Griechen goldenes Alter, Und doch lebte so lang vor dem Barbaren Homer? Nennet nicht mehr nach August das goldene Alter der Römer; Cicerv's heiß' es euch, oder es heiße Virgils. Ueberträft ihr sie nicht, die Schmeichler der Könige waren In dem Leben, wenn ihr's selbst nach dem Tode noch wärt? 315 46. Der epikurische Leser. Wenn ich die Dichter lese, so Hut' ich mich weislich und klüglich, Nachzuspähen, ob stets treu sie geblieben und hold Ihrer Beherrscherin sind, der Schönheit. Denn des Vergnügens Such' ich, suche Genuß, überschleiere gern. Aber, wenn Einer anch wo zum Hochverräther an ihr ward, Schon' ich seiner nicht mehr, lege den Schuldigen weg, Und dann liegt er ans immer; nichts reizet mich, daß ich ihn wieder Nehme, nicht Weiße des Blatts, selbst nicht der Griffel; er liegt! 47. Die Schriftstellerei. Stellt man denn Schrift? Doch es sey: man stelle sie; rust das gemeine Ei denn nicht überlaut, daß ohne Würde sie steht? Deutsche, zaudert nicht länger, dieß Wort zu verbannen: man gibt sonst, Daß ihr's zu haben verdient, euch, ihr Unschuldige, Schuld. 316 48 . Der schwere Sieg. Hat auch mit mehr Harmonie dein Gedicht die Theile vereinet, Wie das bekämpfte: dann erst bringen dir Alle den Kranz. 49. Ungerecht beleidigst du mich. Was brachte so sehr denn Gegen dich selber dich auf, daß du so hart dich bestrafst? 50. Viel des Verdienstes hat dieser bescheidene Mann; und cs strebt doch Ihn zn verkleinen Atom. Kennt ihr was Niedrigeres? Jener Mann da ist Zwerg an Verdienst, an Dünkel ein Niese; Gleichwohl preist ihn Atom. Kroch wohl noch Jemand so tief? 317 Grübelt der Künste Gesetzen nicht nach. Sehr Weniger Augen Wurde der Blick, sie zu sehn. Zeigten die Satzungen nicht, Daß auch Denker nicht kannten den weisen Rath, dem der wahren Künstler Begeisterung folgt? Grübelt nicht, aber genießt. 52. Streit unter zwei Franzosen. 1. Dieses darfst dn nicht im Französischen sagen. 2. Du siehst doch Hoffentlich, daß es verdient gedacht zu werden. Ich sag' es! 1. Aber du darfst nicht! 2. Du bist ein Sklav der gehorsamsten Sklaven Einer Akademie, die von allerlei Scheine beherrscht ward. 53. Keine der Nationen hat feinere Kritiker, größre, Denn die Franzosen; doch Eins führet sie tief in die Irr' Ihnen ist Meisterwerk (Einheimisches nur!), was sich über Mittelmäßiges kaum flatternden Fluges erhebt. (Denkt euch das Meisterwerk vor dem Stuhl des olympischen Richters, Sie vernehmen auch dort keine» gelinderen Spruch.) Wie sie euch Alles vergolden, was silbern ist, fast auch des Kenners Scharfe Blicke getäuscht täuschen: so gleißet ihr Gold. 54 . Eine gute Regel. TVeniger reich, wie sie scheint, ist unsere Sprache dem Kenner, Welcher sie braucht, wie er soll. Ihm sind viele der Worte nicht da; auch höret er lang' hin, Eh' ihm ein neues gefällt. Und er verwirft es, auch wenn's ihm gefällt, wofern er die rechte Stelle vergebens ihm sucht. Beide waren sich gleich am Geiste; aber der Eine Kannte die Sprache nicht. Diesen wird auch der Enkel nicht kennen. 56 . Die philosophische Carrieatur. Welche Verbildung der Philosophie, die der Jeher im Ernst macht! Noch verbildete so niemals ein Maler im Scherz. 57 . Wenn Lehrdichter du wählest zu seyn, so kannst du des Stolzes Sckein nicht vermeiden. Denn ohne die leidenschaftliche Handlung Wagst du zu gehn des Dichtenden Pfad; der Sterblichen opferst Du die Göttin ans, Darstellung ans der Beschreibung. 320 58. Aper ihr kennt dieß Lied nicht. „Wir lasen's!" Laset es nur, saht Also, weil ihr es nicht sprächet, durch einen Flor ein Gemälde. Doch ihr könnt eS vielleicht nicht sprechen. So laßt es denn Andre Thun: sonst hänget auf immer vor eurem Auge der Schleier. 59. Frommer Wunsch. Eingnng des Liedes, du übertriffst auch die schönere Spre- chung; Aber wir hören, ach, tönst du im Chore, kein Wort. Schaffe, du bist ja Göttin, Musik, uns hörender oder Blase das Lebenslicht schmetternd dem Liede nicht aus! 321 60. Dissertationen verfassen in singenden Strophen Hat von der Ode Ton' auch nicht den leisesten Laut. Rousseau, Flaccus hat dich vergebens gelehrt: denn du sahst nicht, Welchen Weg sein Entwurf nahm auf der lyrischen Bahn. 61. Vorlesung der Henri ude „Wie erhebt der Rhapsode, was in der Höh' in der Fremd' ist! Wähl' er sich Andre: denn uns täuschet der Fälschende nicht." Doch er horte nicht auf, zu erheben. Sie säumten nicht länger Sich zu retten, und er blieb mit dem Henri allein; Aber er sah nicht und las stets fort. So hatte zum Schwünge Seiner Künstelei brennendes Stroh ihn entflammt. Älopsiock. Oden. II. 8 ! 322 62 . Wem, du Wissenschaft lehrst und sic nicht mir lebender Anmnth Vorträgst, gehet der Jüngling, der hört, zn dem liebere» Bnche. Schneller lernt er sie dort nnd besser, weil er sie sroi, lernt. Aber es kann anch kein Buch den erfreuenden Lehrer verdrängen, Der, mit Beredsamkeit sprechend, den horchenden Jüngling begeistert. Er bereitet sich vor, wie, wer gefällt ans dem Schauplatz. Dieß hat er oft zwei Stunden gethan, um eine zn lehren. 63 . Du hältst Dieses für schön; die Gespielin nicht. Sv ent- wickl' es Ihr denn, warum sie sich täuscht; aber erhebe dich nicht lieber sie, deinen Geschmack lobpreisend. Ich fürchte, Dem fehl' es, Der ihr durch diesen Stolz lächerlich wird, an Geschmack. 323 63. Die äthiopische, französische und deutsche Orthographie. Sechs der Bezeichnungen haben die Aethioper für jeden Laut, die Franzosen fürs E (fabelhast scheint's und ist wahr) Zweimal die böse Sieben! drei Zeichen fürs Ef wir. Barbaren Sind Aethioper nicht nur; Deutsche sind es, wie sie. 65. An einen ausländischen Vorleser. Eben der Ton für jedes Gedicht? O, mal' in der Landschaft Strom auch, Klippe, Gewölk', Heerden und Hürden uns grün. 324 66 . Die bösen Nachbarn. Mir auch ist cs Vergnügen, daß ihr an Gedanken so reich se»d; Aber ihr liebet sie all', aber ihr wählet nicht aus. Habt ihr denn nie gewittert, daß selbst der schönste Gedanke Durch den tvdtlicben Hauch aller der hübschen verblüht? 67. Sey, wenn Neues du wagst, so bestimmt als möglich; doch sey auch Völlig gewiß, man seh's schief und erkläre dich falsch. Denn du begehst ja nur einmal den schrecklichen Fehler der Neuheit, Und kein Leisten ist noch, dem man sie paffe, gemacht. 325 68 . Unsere Sprache. Daß keine, welche lebt, mit Deutschlands Sprache sich In den zu kühnen Wettstreit wage! Sie ist, damit ich's kurz, mit ihrer Kraft es sage. An mannichfalter Uranlage Zu immer neuer, und doch deutscher Wendung reich; Ist, was wir selbst, in jenen grauen Jahren, Da Tazitns uns forschte, waren, Gesondert, ungemischt und nur sich selber gleich. 69 . Darstellung ohne Schönheit. DVarum man Shakespcar mit der Bewundrung liest, Ihn, dessen Gegenstand so selten Schönheit ist? Weil er, was er auch wählt, Mit Leben beseelt. Was würd' er seyn, hätt' er dieß Leben Der Schönheit gegeben! Entdeckung und Erfindung. Wer unruhvollen, Hellen Geist hat, scharfen Blick, Und auch viel Gluck, Entdeckt; Doch wer, um Mitternacht vom Genius geweckt, Urkraft, Verhalt, und Schönheit tief ergründet, Der nur erfindet. 71 Gleichheit und Ungleichheit. Kurz sprach der Spartcr, aber sanften Halles War gleichwohl, was er sprach; Der alte Deutsche sprach auch kurz, und rauhen Halles War, was er sprach: Der Sparter durft's, wie gut er auch bewaffnet war, Doch nur dem Perser bieten; Allein, wie schlecht er auch bewaffnet war, Der Deutsche dem Quirlten. Die Antwort auf ein andermal. Die Britten nehmen's im Gedicht oft ohne Wahl Aus der Natur; bald wird's Gemäld' und bald Gemalt Die Gallier erkiesen oft mit Wählerei, Und machen Bilder itzt, itzt Pinselei. Die Griechen sehen jede leise Spur Der unerschöpflichen Natur, Und nehmen selten ohne Wahl; Mit immer richtigem Verhalt Zur Sache, machen sic dort Zeichnung nur Erheben hier Vollendete Gestalt. Und wirk Aufgelöster Zweifel. „Nachahmen soll ich nicht; und dennoch nennet Dein lautes Lob mir immer Griechenland?" — Wenn Genius in deiner Seele brennet, So ahm' den Griechen nach. Der Griech' erfand! Unser Jahrhundert. Weniger getäuscht vom Schein Entdeckten wir der Dinge Grund; allein Wir sä'n nicht Korn, wir pflanzen Blumen drein, Und darben auch dafür, und stehen kraftlos still. Wenn Mannthat Brot zur Stärkung haben will. 75 . Eingeschränkte Einsicht. „Sprich, daß ich dich sehe!" — Sv scharf, wie dein Gesicht, Ist meines nicht: Handle du, daß ich dich sehe! 76 . Die Neides Art. Minervens Vogel soll die Eule sepn; Und nicht Apolls die Nachtigall? 329 Das Eine hat der Neid der Göttin angedichter, Das Andre von dem Gott verschwiegen. 77 . Beschreibung und Darstellung. In der Dichtkunst gleicht Beschreibung der Schönheit Pygmalions Bilde, Da es nur noch Marmor war; Darstellung der Schönheit gleicht dem verwandelten Bilde, Da es lebend herab von den hohen Stufen stieg. Geht hin in den Tempel der Ehre, Bei den Mahlen umher der grauen Zeit, Bei den Mahlen der spätern Zeit umher, Und seht, wenn's anders eurem Auge In des Tempels heiliger Dämmerung tagt: Wie viele der Mahle nur Bilder von Marmor sind, Wie wenige leben! i» 78 . Ein gewisser Umstand. 's hat Hand' und Füße, was du schreibest, doch gewaschen Hat sich's nun einmal nicht; und wenn was so 330 Beschaffen ist, kann ich nur naschen. Allein so ganz mich dran zn letzen, Versteh' ich nicht. Verstand ich's, dir den rechten Floh Ins Ohr zu setzen? 79 Die Orakelsprüche D8ie von des Helden Degen Die Herrn Politiker Urtheilcn thun, so thun Urtheilc von des Dichters Feder Die Herren Kritiker. 80 . Ein Wort alter Lehre. Der Grieche nennt des Künstlers Anmuth Grazie, Venus der Römer; Und beide geben zur Gespielin Der Anmuth die Vortrcfflichkeit. Diese nennet Virtus Horaz, Und laßt auch sie im Liede tönen. Von ihr entzündet malt der Schleierer Timanth Den Halbgott; Von ihr entzündet malet selbst Apcll Den Halbgott. Anmnth und Vortrefflichkeit Vereint der Meister, nennt die vereinten: Hohe Schönheit; sondert sie sehr selten, Nur wo er muß. Denn vereint sind beide mehr sie selbst. 81 . Das Vitilitigiuni. Kaum sehen mit aristidischen Zügen Gemalt den Macedvnier siegen, Die Mutter sterben, noch säugen, die Schwester schon ent schlafen Die Vitilitigatorcn; So springen sie auf, und bellen Daß einem die Ohren Von ihrer Beredsamkeit gellen: Dann laufen sie hin und lecken die Rhyparographcn. 332 82 . Luther. Der ernste Luther liebt' auch Scherz; Das macht, er war Er selbst, und hatte Luthers Herz. 83 . Malezieux Meinung. Wir Franzosen, sagt der zweite Patrü zu Voltäre, Haben keinen epischen Kopf. Der Tropf! Denkt Aronet, und geht, und schreibt die Henriade. O Jammerschade Um diese gut gereimte Henriade; Wenn Patrü nicht, allein Voltäre Der Tropf Gewesen wäre! 84 . Meister und Gesell. Im Zeirenstrome bleiben oben Die Werke, die den Meister loben. Wer's umkehrt, ist Gesell; sein Merkchen trinkt Des Stroms, und sinkt. 85 . Vergebliche Warnung. Jedes Wort, das ihr von dem Fremden, Deutsche, nehmt, Ist ein Glied in der Kette, Mit welcher ihr, die stolz seyn dürften, Demüthig euch zu Sklaven fesseln laßt. 86 . An die Verächter der Regel. Ihr scheltet auf die Kultur, Weil's Kultivirerei Auch zieht; und merkt nicht, daß selbst diese besser sev, Als eure dumme Natur. Die doppelte Täuschung. Nltes und Neues sind Zauberer. Federleichte Gründe für jenes Wiegen dem armen Bezauberten Zentnerschwer; Und solche für dieses ihm federleicht. 88 . Vom Genie. Die Sprache brauchen, wie man muß, Ist Kenntniß nur, und kein Genie; Allein, bis zu des Gedankens Verzerrung, Sie aus Unwissenheit verbilden, Das ist Genie. 89 . Musik und Dichtkunst Wenn die Musik das Gedicht ausdrückt, so ist sie Gesellin Wenn sie für sich ihr weniges Allgemeines, so ist sie Meisterin zwar; allein nur Schade, daß die Gesellin Ueber der Meisterin ist. 335 90. Die Mitzählung. Daß, wie seines Gleichen, Klos sogar Deutschlands gute Schreiber mustert, Und dann stets mehr als von dem Stiefel schustert, Dieß Ding ist zwar Schon gar sehr lächerlich; Allein, wenn er bei sich sie überzählet, Daß Klos dann sich Mitzählet, Dieß dumme Ding ist allzu lächerlich. 91 Das Entscheidende. Wenn ich die schone Sprechung dir nenne, so mein' ich nicht jene, Die durch erhebenden Ton, künstelnden, Schmeichlerin ist. Oberrichterin ist des Gedichts die Sprechung. Was ihr nicht, Ganz sie selber zu sevn, mächtiger Reiz ist, vergeht. 33k 1 92 Kant. Nehmt ihm, was lange bekannt, zu oft, und bestimmter gesagt ist, Nebmt's Unerklärbare mit; aber nun bleibt ihm auch nichts. „O du Blinder, wie falsch, was zu sagen du wagtest." Ich habe Gröblich geirret, weil ihm eure Bewunderung bleibt. 93 LeibniH. Leibnitz kam zu früh für seine Zeiten; und damals Lebte doch der und der Deutsche, so über ihm war, Wie er vermeinte, und wie man auch wohl vermeinete. Jetzo Ist das anders; denn uns ist nur Leibnitz bekannt. 94 . Die Republikaner. ^je scharfsinniger denkt der Geist der Franzosen, je toller Treiben mit ihm ihr Spiel Leidenschaft und Phantasie, Denn es erfindet nun für die beiden herrschenden Mächte Gründe, die scheinbar sind, desto leichter der Geist. „Aber sie sind gleichwohl Republikaner." Mit dir treibt Noch, wie ich sehe, das Wort ohne die Sache sein Spiel. 95 . Die epischen Hauche. Wer in Homers Gesang gern ny, ge, ke, gar, de, men, po hört, Wünsch' auch an Pallas Helm allerlei Blümchen zu sehn. 96 . Grausame That. Dein Gedicht hat edle Gestalt; halb sehend den Plan, fälscht Ihn der Kritler, und ihr sind nun die Glieder verrenkt. 97 . Ursache und Schuld. Akundart heißet die Sprache dem kennenden Adelung; Maulart Lallt er zur Strafe dafür, wenn er sich lehrhaft ergießt. Klvpstock, Oden. ii. 22 338 Ist die Ursach' an etwas Schuld; so ist auch die Schuld au» Ursa»)' an etwas: er hat gleichwohl das erste gelallt. » 8 . Guter Nath an die neuen Herolde der Griechheit. Neu sey das Bild, ihr wollt es ja! das von den Grieche» ihr aufstellt, Aber verlanget nur nicht, daß es das ihrige sey. Wenn ihr zu fragen verstündet, so würd' ich euch rachen, der Griechen Werke zu fragen, bevor von den Verkannten ihr schreibt. Lasset doch endlich euch die Geschichte lehren, daß nie noch Schiefgefehcnes wahr wurde durch Modegeschwätz. 9 ». Die Rhapsoden. Wird das Gedicht nicht gesprochen; so seht ihr die Seelen nicht, denen Inhalt, treffendes Wort mit zu erscheinen gebot. 33 ;» Spricht man's nicht gut; so entbehrt ihr nicht jene Seelen nur, anders Zeigt sich der Inhalt auch, ist euch der wahre nicht mehr. 100 . An die Bewunderer eines Meisters. Ihr versteht ihn nur nicht, den Meister. „Daß dieses der letzte Winkel der Ausflucht se», das verstebn wir, Gesell." 101 . Gründlichkeit. Ist es uns angeboren? ist es erlernet? wir Deutschen Sind weitlänftig, und ach selber die Denkenden sind's. Wenn es erlernt ist; so sey, Apoll, noch einmal Barbar, und Wie den Marspas einst, kleide die Lehrenden ans. 340 102 . LL,IK!T 8VI»»Ri8. Die Runzeln. „Alt ist dieses Gedicht, neu jenes." Das frag' ich nicht; frage: Welches von beiden das bessere se»? „Vieles entschuldigt die Zeit." Kann nur beschönigen! Wollt ihr Ewig denn Mitbeschönigcr sevn? 103 . An Fr. Schiller. Ward dir Blickes genug, Darstellung von der Beschreibung Rein* zu sondern; so stehn weisere Dichter dir auf: Stände, wofern du hinab zu den Hainen Elysicns walltest, Und dort redetest, selbst Ilions Sänger dir auf. Kr ' Ich meine besonders da, wo veide vermischt sind. 341 104 . Der Gerührte. Wenn man sich widerspricht, so lächelst du: Und lachst, thut's einer, der des Geistes viel Zu haben glaubt. Allein wenn einer, wo der Philosoph Am tiefsten gehen muß, bei metaphysischer Bestimmung, da sich widerspricht, Dann schlägst du wohl ein laut Gelächter auf? .,Das Mitleid weint." 105 . Neuer Beweis. Nun, so führt denn auf immer der Krieg Sen eisernen ^ Zepter, Und die Vernunft entscheidet umsonst. Denn sie selbst, der Franzosen erhabene Stellvertreter, Prügeln, wenn Rath sie pflegen, sich ans. 342 106 . Patriotische Ausgleichung. Hat's Manifest? hat die Hymne Delillens mehr von den Deutschen In die Grube gesandt? Mir ist die Frage zu schwer. 107 . Er, und Sie. Man« der Gott (wir nennen den Mond ihn) glaubte, die Sonne War' eine Göttin; denn sie däucht ihm das schönste Gestirn. Warum unsere Väter so fabelten? Weil sie die Weiber Mehr verehrten, als sonst irgend ein anderes Volk. Väter, empfahet den Dank der Enkel, daß euch in den Weibern Etwas, so Ankunft sah, etwas vom Göttlichen war. Fahret denn fort, Ausländer, den Mond zu bcflc'n, und die Sonne Er zu nennen, ihr habt niemals die Liebe gekannt. 343 108 . Der alte und neue Faust Was man erzählt von Doktor Faust, Ist weiter nichts als Lug der Mvncherci; Die Dichtung, die vor uns in wilden Dramen braust, Wie Windsbraut saust Von Doktor Faust, Ist, bey den Alten! lediglich, Kraft männiglick Verwünscht Geschrei Der traurigen Genieerei. Ob's Alte oder Neue besser sey, Zu schlichten, war' Vockmclkcrei. 100 . Schreibakadeinien Dieser schreibt mit der Hand, und der mit der Faust; mit der Pfote Das da, und preiset die Faust, aber bekritclt die Hand. 344 110 . Der Ruf und die Ehre. Ruf ist ein Leben, das athmet der Mnnd des Schwatzenden Ehre, Das in dem Herzen des Edleren schlägt. Oden, Elegien und Lieder. Der Adler oder die Verwandlung. Als ich unter den Menschen noch war, da war ich ein Jüngling, Weiblich und zart von Gefühl, Ganz zur Empfindung der Liebe geschaffen. So zärtlich und fühlend War kein Sterblicher mehr. Also sah ich ein göttliches Mädchen; so zärtlich und fühlend War keine Sterbliche mehr. Aber ein unerbittliches Schicksal, ein eisernes Schicksal Gab mir ein hartes Gesetz, Ewig zu schweigen, und einsam zn weinen. Sv zärtlich und elend War kein Sterblicher mehr. Einst sah ich sie im Haine; da ging ich seitwärts und weinte Seitwärts ins Einsame hin, Tief in den dunkelsten Hain, der den bängsten Schmerzen geweiht war, Und dem erbebenden Geist. „Ach, vergebens crschaffne — wenn jene, die die Natur dir „Gleich schuf, ewig dich flieht — 348 „Ach vergebens unsterbliche Seele! — wenn ewig einsam „Dir die Unsterblichkeit ist. „Wenn du, da du die Seelen erschufst, zwo Seelen von vielen, „Mütterliche Natur, „Zärtlicher und ähnlich erschufst, und gleichwohl sie trenntest, „Sage, was dachtest du da, „Mütterliche Natur? Sonst immer weise, mir aber „Hier nicht weise gennng; „Hier nicht zärtlich gennng! nicht mehr die liebende Mutter, „Die du immer sonst warst! „Ach, wenn dich noch Thränen erweichten! und wenn ein vor Wehmuth „Bang erbebendes Herz „Dich und dein eisernes Schicksal und seine Donner versöhnte, „Wenn du Mutter noch wärst! „Wenn, wie vormals, dein Ohr, zur Zeit des goldenen Alters, „Stammelnde Seufzer vernähm'! „Aber du bleibst unerbittlich und ernst. So sev es denn ewig! ^ „Se»'s! nicht mehr Mutter Natur! „Warum hast du mich nicht, wie diesen Hain hier erschaffen, „Ruhig und ohne Gefühl? „Warum nicht, wie den Sänger des Hains? Cr fühlt sich vielleicht nicht, „Oder ist es Gefühl, . „Was er tönet; sind's zärtliche Klagen, die seufzend sein Mund singt, Ach, so wird er gehört, „Ach, so lieben ihn Sängerinnen; so donnert kein Schicksal „Sie zu trennen daher; „Ach, so fühlt er kein menschliches Elend! — Ans, laß mich wie er seyn! „Nicht mehr Mutter Natur, „Schaffe zur Nachtigall mich; doch laß mir die menschliche Seele, „Diese Seele nicht mehr!" Also sagt' ich, und wurde verwandelt, doch blieb mir die Seele Und mein zu fühlendes Herz; Und, nicht glücklicher, klag' ich noch einsam, und weine die Nacht durch Und den mir nächtlichen Tag, Wenn der Morgen daher thant, wenn glücklichcrn Vögeln und Menschen Du, v Abendscern, winkst. — Geht, die ich lieb', im Haine daher, dann sing ich ihr Klagen, Aber sie höret mich nicht. O so höre mich, Jupiter, denn, du, des hohen Olympus Donnerer, höre du mich: Schaffe zum Adler mich um; laß deinen Donner mich tragen. Daß sein krieg'rischcr Schall Hart und fühllvs mich mache; daß in den hohen Gewittern Zärtlich mein Herz nicht mehr bebt; Daß ich die ehernen donnernden Wagen des Zevs nur erblicke, Aber kein blühend Gesicht, Und kein lächelndes Auge, das seelenvoll redt, und die Sprache 350 Der Unsterblichen spricht. — Also sang er nnd wnrde zum Adler, und an dem Olympus 8og sich ein Wetter herauf. Weilitrunk an die todten Freunde. 1751 . Daß euer stilles Gebein, und was ihr mehr noch wart, Als vermodernd Gebein, diesen geweihten Wunsch In dem Schvvße der Erde Und Elysiums Thal pernehm'! Daß wir weise, wie ihr, nnd der Erinnerung Eures Todes getreu, leben, zwar fröhlich sev'n; Doch als stündet ihr alle Mit den glücklichern Freunden hier! An Done. Halbersiari den 2. D«emdcr lM. Du zweifelst, daß ich dich wie Meta lieb'? — Wie Meta lieb' ich, Done, dich. Diefi saget dir mein Herz voll Liebe, Mein ganzes Herz. 351 Mein ganzes Leben soll dir dieses sagen, Das hier im Stand', und jenes dort, Wenn sie und du und ich zusammen Glückselig sind. Du liebest sie, und weißt nicht, welche Freude Mir dieß in meine Seele strahlt; Denn leicht ist's deinem schönen Herzen, Daß du sie liebst. O käme sie, die wir gleich zärtlich lieben, Von dort, ans ihrer Wonn', herab, Herab zu mir und meiner Done, Und sähe mich: Sie würde dir, — denn sie kennt mich viel besser. Als du mich jetzt noch, Done, kennst, — Ach, sagen würde dir des Himmels Bewohnerin, Mit sanftem Laut und Schimmer in dem Blick: „Gespielin einst in unsrer Welt, „Er liebet dich! Wie er mich liebte, „So liebt er dich!" Ihr Sohn, ein Genius voll Morgenröthe, Ergriffe seine Laute dann, Au lispeln in die Saiten: Meta! Und, Done! Dich. 352 Klagode. Der Sämann säet den Samen, Die Erd' empfängt ihn, und über ein Kleines Wüchset die Blume herauf. Du liebtest sie, was auch dieß Leben Sonst mehr Gewinn hat, war klein dir geachtet; Und sie entschlummerte dir. Was weinest du neben dem Grabe? Und hebst die Hände zur Wolke des Todes Und der Verwesung empor? Wie Gras auf dem Felde sind Menschen Dahin, wie Blätter; nur wenige Tage Gehn wir verkleidet einher. Der Adler besuchet die Erde, Doch, säumt nicht, schüttelt vom Flügel den Staub, und Kehret zur Sonne zurück. Nachbildung des: Jesus Christus schwebt' am Kreuze; Blutig sank sein Haupt herunter, Blutig in des Todes Nacht. 353 Bei des Mittlers Kreuze stunden Bang Maria und Johannes; Seine Mutter, und sein Freund. Durch der Mutter bange Seele, Ach! durch ihre ganze Seele Drang ein Schwert. Liebend neiget er sein Antlitz: ..Du bist dieses Sohnes Mnttcr! .. Dn bist dieser Mutter Sohn! Engel freuten sich der Wonne, Jener Wonne, Die der Mittler seiner Mutter, Seinem Freunde sterbend gab. Abgetrocknet sind nun ihnen Alle Tbranen, Mit den Engeln freu'n sie sich. Wer wird Zähren sanften Mitleids Nicht mit diesen Frommen weinen, Die dich, Herr, im Tode sahn? Wer mit ihnen nicht verstummen. Nicht wie sie vor Schmerz versinken, Die dich, Herr, im Tode sahn? Wer wird sich nicht innig freuen. Daß der Gott-Versöhner ihnen, «kopsto.e. Ltl'N. u 23 354 Himmel, deinen Vorschmack gab; Ach, daß Jesus Christus ihnen, Himmel, deinen Vvrschmack gab? Ach, was hätten wir empfunden Am Altar des Mittleropfers, Am Altäre, wo er starb! Seine Mutter, seine Brüder Sind die Treuen, die mit Eifer Halten, was der Sohn gebeut. Erben sollen sie am Throne In der Wonne Paradiese, Droben, wo die Krone strahlr. Sohn des Vaters, aber leiden, Du Vorgänger, leiden müssen deine Brüder, Eh sie droben an dem Throne, Eh mit dir sie Erben sind. Nur ein sanftes Joch, o Mittler, Leichte Lasten, göttlicher Vorgänger, sind Deinen Treuen alle Leiden dieser Welt. 2 du herrlicher Vollender, Der sein Joch mir, seine Lasten Sanft und leicht alleine macbr; 355 Voller Mitleid, Sanft und leicht alleine macht! Auf dem hohen Todeshügel Auf der dunkeln Schädelstätte, Da, da lernen wir von dir, Versöhner, da von dir! Dort rufst du mich von der Erde Laut gen Himmel, Mich zu jenem Erb' im Licht! Ach, zum Erb' im Licht hinauf! Erdenfreuden, Und ihr Elend, Möchtet ihr dem Wanderer nach Salem Staub unterm Fuße seyn! Kurze Freuden! leichtes Elend! Möchtet ihr dem Wanderer nach Salem Staub unterm Fuße seyn! Möcht' ich wie auf Adlers Flügeln Hin zu euch, ihr Höhen, eilen, Ihr Höhn der Herrlichkeit! Mitgenossen jenes Erbes, Mitempfänger jener Krone, Meine Brüder, leitet mich! 356 Daß dereinst wir, wenn im Tode Wir entschlafen, dann zusammen Droben unsre Brüder selm. Daß, wenn einst wir nnn entschlafen, Ungctrennct im Gerichte, Droben unsre Brüder sehn. A m e n. Die Erscheinung. Nach Glucks. Ptt'golcsiS und ZoppiS Koiupositlouru. 1777 . Ende, Schmerz, langer Schmerz der Liebe! Wer empfand sie je, wie ich! Wer, wie ich, ihren Gram, ihre Qual, Und all ihr Weh! Und du schweigst mir, meine Sclma, du schweigest t Verstumm' nicht auf ewig! Jahre schon blutet mein Herz! Höre Selma, Selma! Ach, sie wendet weg ihr Auge Von der sanften, edlen Wehmuth, Liebt mich nicht! Selma, Selma, Geliebte! Sonst tonnt' icb weinen Freude wurde meine Tbrane, 357 Wallte sanft die Wange nieder, Wenn mit ihr mich Hoffnung täuschte; Weinen könnt' ich, kann's nicht mehr! Geliebte, wie keine geliebt wird, Weinen könnt' ich, kann's nicht mehr! O die ich ewig liebe, ewig, Selma, Einst könnt' ich weinen! Freude wurde meine Thräne, Wallte sanft die Wange nieder, Wenn mit ihr mich Hoffnung täuschte; Weinen könnt' ich, kann's nicht mehr! Selma, Selma, meine Selma, Ich konnte weinen! Geliebte, wie keine geliebt wird, Freude war oft meine Thräne, meine Wchmutb, Und rann so sanft; Weinen könnt' ich, kann's nicht mehr! Aber wie, wenn ich zu dir, Todt nun, komme, Schreckengestalt dir. Der Bebenden erscheine; Du dann auch nicht weinen kannst s Ach, in dunkler Nacht, zu dir, Todt nun, komme, Todt nun, todt nun; Du dann auch nicht weinen kannst't Voller Graun nur rufen kannst: 358 „Seele! v wende dich zu deinem Grade! „ kodier! wie wandelst du, „Kömmst immer näher! „Warum, warum mir winken? „Was willst du mir? „Seele! du schreckliche! „Hör' auf zu winken! „Todtcr! wie nahest du! „Was willst du mir? „Seele, v wende dich zum Blumengrade! „Todter, entflieh, entflieh! „Ich war's, ich streute die Traucrblumen! „Hör' auf zu winken! „Was willst du mir? „Warum mir winken? was willst du mir? „Tvdter! vor Angst, vor Grann, „(Hör' auf zu winken!) „Todter, erstarrt mein Herz! „Was willst du mir? Ach! ich kam nicht, v Selma zu schrecken. Todt auch, und wenn ich, du Thcure, dir erscheine. Lieb' ich, liebe! Allein du verkennest dann den Tobten, Entsetzest dich vor ihm, Weißt nicht, Selma, daß er noch immer liebt, Daß ihm Liebe gebeut, dir zu winken. Ach! sie weiß nicht, welch Leben wir leben, Schauert, wanket, bebet, Geister zu seh'n, Halt den Anblick, ach! des Tobten nicht aus. Weh mir! weh! dich ergreifet Entsetzen, Angst dich, starrende, tödtcnde! weh mir! Rächet so die verachtete Liebe Jbre lange, zu schreckliche Qual? Angst ergreift dich, Entsetzen, Entsetzen! Rächet so die verachtete Liebe Ihre lange, zu schreckliche Qual? Weh mir! weh mir! Entsetzen ergreift dich, Angst ergreift dich zu furchtbar, zu furchtbar! Rächet so die verachtete Liebe Ihre lange, zu schreckliche Qual? An die rheinischen Republikaner. Im Scptcmbcr 17 S 7 , Das Ungeheuer wurde zerschmettert, liegt Gestreckt in seiner Höhle, die Jacobszunft; Doch ward der Höhle Schlund vom Felsen, Den sie ihm wälzten, nicht ganz gefüllet. Er hauchet Pest! Dem korsischen Jünglinge Hat die sein Haupt so, so ihm das Herz entflammt, Daß er euch mit gehobnem Schwerte, Völker Hesperiens, Freiheit anfjocht. 360 Wie schwach sind eines Kriegers Bewunderer, Der sie, die schönste Schöpfung der späten Welt, Die Freiheit, in den Staub tritt, andre Bildung des Staats, als ihr wählt, gebietend! Vielleicht vergäßt ihr, Dulder! die plastischen Gewaltsamkeiten: wären sie mehr als Wort, Das stumm wird vor der Sklavenkette Rasseln, die euch die Beherrschung anlegt. Daß er sein Volk ganz blende, beschwört er, schickt Kunstzanber, reicht Apollo den Wandcrstab. O wird die Seine nur dem Drachen- Tilger nicht Lethe, wie dem der Ligue. Nicht Belvcderer ist der Apollo dann. Wenn neben Heinrich er in der Seine liegt; Er sicht dann Schlamm nur, und vor Schlamme Kaum den Besieger des zweiten Python. Wer dieses Grab des lange vergötterten Heinrichs voranssah, mag auch das Künftige Des Volks weissagen, das in jeder Leidenschaft Strom' unerrettbar treibet! Erwägt, durcl-denkt es, Deutsche, mit euerm Ernst. Wollt denen euer Schicksal, der Kinder Heil Ihr anverrrauen, die in jeder Leidenschaft Streun' unerrettbar treiben? A n h a n g. Enthaltend einige Gedichte, die gewöhnlich Klopstock zugeschrieben werden, aber in Beziehung auf ihre Aechtheit den Herausgebern zum Theil weniger, zum Theil mehr- verdächtig scheinen. An Elisen. * 1753 . Glrse! küsse, küsse mich nicht so oft! Lisple nicht immer schmeichelnde Freundlichkeit; Auch lehne dich nicht stets so sterbend, Nicht so geschlungen, an meine Schulter! Die reinste Wollust hat ein beschranktes Maß: Dem, was vergnügend heitere Sinne rührt, Dem folgt, ach! in zu nahen Gränzen, Trauriger Ekel mit schnellem Schritte. Wünsch' ich geküffet, neunmal geküßt zu se»n, Entzieh mir sieben, küsse mich zweimal nur, Und beidemal nicht stark, nicht feurig, So wie die Schwester den Bruder küsset, Oder die Tochter spielend den Vater kiißt. Eh noch ihr Busen süßere Freude bebt. Dann flieh, du Lose, fliehe von mir! Eile mit fliegendem Fuße von mir! Fliehe der fernsten Kammer bedächtlich zu, Oder verbirg dich tief in dem dicksten Wald, Dir werd' ich in die ferne Kammer, Dir in die waldigten Schatten folgen! Als Ueberwindcr, welcher den Raub erhascht, Werst ich den Arm dann männlich um deinen Hals. So raubt die nnbcwehrte Taube Starker der Adler im hohen Fluge. Du reichst besieget flehende Hände dann, Dann schlängelst du dich zitternd um meinen Hals: Dann wirst du mich, mich, kleine Närrin! Siebenmal küssend versöhnen wollen. Doch du betrügst dich. Rächend bestraf' ich dich. O süße Rache! Siebenmal siebenmal Werd' ich die vollen Lippen küssen, Ehe die Strafe die Schuld vertilget. Wie! Diese Strafe, Mädchen! gefällt dir nicht! Du willst entfliehen? Aber mein stärkrer Arm, Gleich einer Kette dich umschlingend, Hindert es, Flücht'ge, dich loszuwickeln; Bis du, wenn alle Küsse bezahlet sind, Bei deinen Reizen feierlich schwören wirst, Daß dn bei ähnlichen Verbrechen Aehnliche Strafen erdulden wollest. Verhängnisse. Königen gab der Olympier Stolz, und sklavischen Pöbel Um den gefürchteten Thron: Weisheit gab er den Königen nicht; sonst hielten sie Menschen Nicht für wnrgbarcs Vieh. Philosophen gab er den Traum, da Wahrheit zu suchen, Wo sie zu finden nicht ist: Priestern den Wahn, die göttlichste Wahrheit durch alles zu lehren, Nur durch Tugenden nicht. Alles dicß gab er im Zorn. Sehr wenige Könige weiden Ihr erhabenes Amt Durch ein Gott nachahmendes Wohlthnn, das über die Menschheit Sterbliche Menschen erhöht. Wenige Philosophen erreichen die höhere Weisheit, Die nur Glückseligkeit ist. Selten wandeln Priester dem nach, der lebend sie lehrte. Und viel weniger sprach. Tugend gab er nicht Menschen, die gab er Engeln. Ibr Bildnisi Ließ er den Sterblichen nur. Mir gab er die singende Leycr, und redliche Freunde. Wollt ich, was größer noch ist, Wollt' ich der Himmlischen Glück, die selige Liebe, noch bitten, O so bat' ich zu viel! O so bat' ich auch Tugend! Die gab er Engeln! Ihr Bildnisi Ließ er den Sterblichen nur! Ist die Leyer der Weisheit nicht heilig, und singet sie jemals Was Geringrcs, als sie: Lieb' ich die Freunde nicht treu, die so voll Freundschaft micb lieben; O so sind mir von ihm, Alles, was er mir gab, auch die unvergeltbarste» Gaben, Auch im Zorne verlieh». Elegie. Der du zum Tiefsinn und Ernst erhabner Gesänge gewöhnt bist, Und die einsame Bahn alter Unsterblichen gehst, Sing' itzt, mein Geist, ein tibullischcs Lied; dich ladet die Liebe Deines Freundes zum Scherz und zu Empfindungen ein, 367 Die die Seele des Jünglings mit machtigern Freuden erfüllen, Als er in den Armen seiner Gespielen genoß; Die das Herz des Mädchens mit süßrcr Wollust durchwallen. Als sie in dem Umgang ihrer Gespielinnen fand. Töne, mein Lied, wie Liebende, sanft, mit gelinderer Stimme; Sei) der blühenden Braut jungen Entzückungen gleich; Se» wie der Thau des erwachenden Tags, der oom Rosen- gebüschc In das lockichte Haar einer Verliebten zerfließt, Wenn sie schon wach, und freudig, und wild, die schönste der Rosen, Ihren noch schlummernden Freund zärtlich zu wecken, stcb sucht. Oder wie Bpblis sanfttönender Quell, der nun nicht mehr weinte, Und, durchleuchtig und hell, Ufer voll Myrthen durchfloß; Denn dich Hort mein Schmidt, und horcht von der Höhe der Ode Lächelnd in Tibullens blumichte Thäler hinab. Auch die hört dich vielleicht, die mehr als scherzende Lieber, Die im prophetischen Klang tonende Lieder empfind't. Aber du, glücklicher Freund, mit deiner jungen Geliebten, Hörest mich an diesem festlichen Abend nur nicht! Ihr fühlt mehr, als Lieder euch lehren, und laßt es dem Dichter, Daß er von Küssen entfernt, Anderer Küste besingt. Freund, ein einziger Blick, von einer Seele begeistert, Die von der süßen Gewalt ihrer Empfindungen bebt; Und ein Seufzer, mit vollem verlangen, mir voller Entzückung, Ansgedrückt auf einen zitternden blühenden Mund, Ein beseelender Kusi, ist mebr, als hundert Gesänge, Mit ibrer ganzen langen Unsterblichkeit, werth! Wer sein Leben dnrchliebt, nicht der, der in braucllbarern Stunde», Was er sich selber entzieht, Enkeln genießbarer maebt, Ist ein glücklicher Mann. Se» du eS, und liebe, bis einst dich Ein nngefürchteter Tod sanften Umarmungen raubt. Segne den Stunden itzt nach; (die Stunden sind schon cnr- floben; Merk' eS und lerne die Flucht unsrer hincilcndcn Zeit!) Segne den Stunden itzt nack, da du sie zum erstenmal fallest, Da sie, sanft errvthend, sich und ihr Leben dir gab. Segne den Stunden itzt zu, (die Stunden werden auch fliehen; Nimm sie, und lerne die Flucht unsrer hineilendcn Acit!) Segne den Stunden itzt zu, die dich noch glücklicher machen, Jetzo, da sie ganz sich deiner Umarmung vertraut, Da sie mit nicht mehr bebendem Blick dich zärtlicher ansiebt. Wieder dich ansieht, und frei, und viel gelehriger küßt. O wie glücklich se»d ihr! Mich deucht, als sah' ich euch kommen, Wie ihr im freudigen Tanz vor der Versammlung erscheint Sie flieht jugendlich leicht, mit schlüpfendem Kusse vorüber, Und siebt, glücklicher Freund, in'der Versammlung nur dich. Dir nur sagt sie etwas, wenn sie bald lächelnd sich umkebrt, Bald mir offenem Arm deiner Umarmung znfliebt; Jetzo leicht dir entfliellt; itzt mit jungfräulichem Stolze, 36V Zwar von Zärtlichkeit voll, wie im Triumphe doch gehr. So ging Aurora daher, als sie von thauenden Bergen Menschlicher, ins Thal hin, zu ihrem Zephalns kam. Zwar ein himmlischer Glanz floß um die Schultern der Göttin, Und das Gcbirg' erklang unterm unsterhlichcn Fuß; Doch da sie naher ihm kam, ließ sie die Gottheit im Haine, Wars mit Rosen »ach ihm, küßt' ihn und lockte sein Haar. Sv geht Deahnc daher: Nun dleibt sie voll heimlicher Wollust, Daß sie dein Herz besitzt, und vor Entzückungen, stehn; Also bleibt ein besungenes Mädchen, (ein göttlicher Dichter Brachte sie der Nachwelt und den Unsterblichen zu,) Darum bleibt sie auf einmal entzückt, tiefsinnig und lächelnd Unter der Versammlung ihrer Gespielinnen stehn; Auf die Unsterblichkeit stolz, wenn ihre Schönheit dahin ist Hat sie doch den Nachruhm, ihre Gespielinnen nichts. Freund, du sahst sie stehn, und flohst mit sehnlichen Blicken Ihrem vor Entzückung thränenden Angesicht zu; Aber das sahst du wohl nicht, daß itzt ihr lockichtes Haupthaar Unvermerkt ihr Sylphe leicht und geschäftig umflog; Mit sanfttöncndcm Laut des morgcnröthlichen Fittigs Flog er um ihr Haupthaar, und schnell verwandelt er sich; Nahm die weiße Gestalt der anakreontischcn Taube, Ihren geschwätzigen Ton, ihre Geselligkeit an; Und wie vom geistigen Wein des weisen Anakreon trunken, Und wie im lyrischen Ton lächelnder Lieder gelehrt, Fing er poetisch so an, (ich habe sein Girren vernommen) Rauschte mit den Flügeln, lächelt' und weissagte so: Klopstolk, Oden. II 44 370 Euch wird unterm Geräusch oft wicdergegcbcner Küsse Eure genossene Zeit sanft und zufrieden entfliehn! Wenigen Menschen ertheilt, von weniger» sorgsam genossen, Fließen ans dem goldnen Alter die Stunden euch zu. Mit den Stunden vereint, eilt eure gesellige Freude, Unberent nach dem Genuß, heiter und lächelnd vorbei. Dreimal gesegnet seich mir! Was alle Thoren verkennen. Was, zum Rcichthum verdammt, Narren unwissend ver: schmähn; Tugend, und die Weisheit, das Leben würdig zu brauchen, Um den Tod nicht zu scheun, hat euch das Schicksal vcrlicbn. Liebeslied. Zur Nachahmung des Kri eg Sl iedcs.' Noch währt der Schmaus! Noch fließt der Wein! Doch auf, vom Becher weg! Das liebste Mädchen küßt mich heut. Im Europäerland; Schon rauscht ihr leicht gehobner Fuß, Und kündigt sie mir an. Heil, Phyllis dir, und deiner Brust, Und ihrem vollen Wuchs! " Heinrich der Vegler. S. Kl. sännnti. W. l>. Goschen W 26 . r. B. 62 . S. Ihr Antlitz glüht vor süßer Lust, Und herrscht mich zu sich hin! Schon ist ihr sanftgcschwvllncr Mund Von meinem Kusse heiß. Sprich lächelnd Weisheit um dich her, Mund heiß von meinem Kuß: Daß aller Welt Glückseligkeit Gar nichts dagegen sey! Die ihr nicht eben nüchtern sitzt Beim bechervollen Tisch! Flieht, flicht den Becher! Phpllis küßt Den Durst nach Weine weg. Willkommen, Herz für mich gemacht! Wenn seelenvoll ihr Blick Von Wollust glüht; dann sink' ich sanft An ihre volle Brust. Wenn min mein trunkncs Auge schwimmt, Entzückung ohne Maß Weit um mich her; dann bebt mein Herz In ihrem Herzen hin. Dann treten wir viel seliger, Als Könige daher; Und fühlen, daß dies; Wahrheit sey. Das geht durch Mark und Bein. 372 Uns preist mir frobem Ungestüm Der Braut'gam und die Brant. Er schaut auf uns nacheifernd bin. Und küßt sie feuriger. Und drückt sie wilder an sein Herz, Und lispelt ihr ins Ohr: Sind wir den Göttern auch nicht gleich; Sv lieben wir doch auch! UnS preist, voll Freuden einer Braut, Die Mutter ihrem Sohn! Sie drückt ihn an ihr Her; und spricht: Sc» wie dein Vater war! Nur uns gehört die Ewigkeit, Wenn wir gestorben sind; Damit der Enkelinnen Sohn Versteh', was Liebe se». 373 Trinklied. Zur Nachahmung dcS Kric g S l i cdcS. ' Der Schmaus geht an! Der Wein ist da! Wohlauf zum Becher hin! Wir trinken heut beim besten Mann Im ganzen deutschen Reich. Schon rauscht der hohe Thyrsusstab, Und kündigt ihn nnS an! Heil, Dämon, Heil dir, Held und Manu, Am bechervvllen Tisch! Sein Antlitz glüht vor Trinkbegier, Und herrscht Pokale her! Schon ist sein liedervvller Mund Mit Rebenblut bespritzt. Sprich furchtbar Weisheit um dich her, Mund, voll vom Rebenblut! Daß aller Narren klug Geschwätz Verhöhnt vorüber geh'. Die ihr zu nüchtern in die Schlacht Mit eurem Donner geht! Auf, legt den Donner! Dämon singt Die Narren von sich weg. Deö oben erwähnten. 374 Willkommen Rausch, zu Deutschlands Ruhm! Wenn unser hangend Haupt Vom Wein ist schwer, dann sinken wir Zu Deutschlands Ehren hin. Wenn vor uns wird das Zimmer schwarz. Und wir nun trunken sehn. Weit um uns sehn; dann schlafen wir Zu Deutschlands Ehren aus. Wenn dann noch einer gehen kann Auf Bechern hoch einher; Dem jauchzen wir noch einmal zu! Das geht durch Mark und Bein! Uns preist mit frohem Ungestüm Der Bräut'gam und die Braut; Er sieht der hohen Becher Schwnng, Und drückt ihr sanft die Hand. Und spricht zn ihr: Da taumeln sie, Die Tranbengötter, her! Sie trinken in der finstern Nacht Auch für uns Heide mit. Uns preist, von sanften Freuden voll, Die Mutter und ihr Kind; Sie drückt den Knaben an die Brust, Und zieht ihm süßen Wein. 375 Uns folgr ein Ruhm, wohl Tage lang, Wenn wir gestorben sind; Gestorben nicht fürs Vaterland, Den Tod Anakreons!