wäre es zu spät. Uebrigens kennt die Armee ihre Lage, sie weiß,daß sie nur erst in Moskau Lebensmittel finden kann und bis da.hin nicht mehr als 30 Stunden sind. — „Diese arme Armee!Sie ist sehr zusammen geschmolzen, aber der Rest ist gut; meineGarden sind noch im besten Stande."
Die Schlacht wurde geschlagen, gewonnen, kostete viel und eSzeigte sich nun ein lockender Köder, dem inan nicht widerstehenkonnte — der Besitz von Moskau. Bald wird die Stadt durchAnsteckung zu einem Aschenhaufen. Die Russen glaubten, als siedas Feuer anlegten, ganz gewiß, der Feind werde sich sogleich zu«rückziehen. Aber es war anders; dieses unerklärliche Bleiben, dasso unglückliche Folgen hatte, ist einer von den ganz unbegreiflichenFehlern, für welche man noch vergebens eine Entschuldigung sucht.
Rapp erhielt in dieser Schlacht vier Wunden. Die vierte, inAllem die zwei und zwanzigste, setzte ihn für den Augenblick außerDienstfähigkcit. Napoleon schickte ihm seinen Wundarzt und be.suchte ihn selbst. „ Du kommst doch immer daran!" sprach er zu ihm.
Sobald Moskau zerstört war, hatte man keinen Vortheil mehrdavon, die Ruinen zu behalten. Alle Welk glaubte, man müsse esverlassen, aber über das, was zu thun sei, waren die Meinungensehr verschieden. Eugen behauptete, man müsse auf Petersburg losgehen. Mchrcrcs noch wurde in Vorschlag gebracht. Nur dcrje«nige, welcher die Frage allein entscheiden konnte, schwieg. Der Ge«neral Rapp glaubt, daß er seine besonder,! Gründe gehabt habe.„Man hat sehr viel, sagt er, über dieses Verweilen gesprochen..Es war ein Fehler, die Folge hat das bestätigt, aber alle dieseSchreier waren nicht in das Geheimniß der Geschäfte und der Un-terhandlungen eingcdrnngen. Sie können immerhin, ohne die Be-scheidenheit zu übertreiben, sich darauf verlassen, daß die Klughcirdieses großen Mannes nicht geringer war, als die, welche ihnen vonder Natur zugetheilt ward *). Er hat sich gerauscht, wir
Diese Bemerkung ist, in dem vorliegenden Falle, mehr scheinbar, alswahrhaft richtig. Auch mit einer gernigen Dosts von Klugheit er,kennt inan bisweilen bas Bessere, besonders bei dieser Sache, wor-innen man nach dem Erfolge urtheilcn kann und bloS Zuschauer,nicht von den Gefühlen berauscht ist, welche der Sieg, die Erobe-rung eines Landes, der Besitz der Hauptstadt errege» u. s. w. Dieklügste Partie, welche genommen werden konnte, war doch immer,zurückzugehen und schnell zurück zu gehen. Die Russen zweifeltennicht, daß es geschehen werde. Sie stellten sich auf, um den Feindbei seinem Rückzuge anzugreifen. Auf Petersburg loSzugchen,konnte für eine Tollheit gelte» u»d gleichwohl war diese Stadt