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Nachtr., 1 (1825)
Entstehung
Seite
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Aber er kann sich irren und schuld seyn daß wir dann seinenIrrthum theilen. Dir würden alsdann das Spiel einer zweifachenTäuschung werden; denn erstlich würde es der Geschichtschreiber hin«sichtlich seines Modells seyn, das unter dieser Voraussetzung seinemMaler Vorgelegen häcce, und dann würde er uns zweitens dieTäuschung, die ihm sonach geworden, wieder seinerseits und mit dervollkommensten guten Meinung mittheilen.

Diese Bemerkungen bilden eben so viele wichtige Bewegungs«gründe, das Tagebuch von Sankt Helena sorgsam zu prüfen.

Der Herr von Las Cafes giebt zu wiederholtcnmalcn selbst zu,daß er im Irrthum gewesen seyn und mithin auch etwas Irrigesgesagt haben könne, wenn er die Erinnerungen Napoleons mit des»sen Plänen vermengt und einigemale a!S eine Thatsache erzählthätte, was doch nur ein Vorsatz gewesen ist. Er ist eS beiden Gardes de lÄigle noch zu rechter Zeit gewahr worden. *)

Es kann dies nicht anders kommen, wie rechtlich auch ein Ge-schichtschreiber zu Werke gehen, wie groß auch sein Bestreben seynmöge, immer der Wahrheit treu zu bleiben. Es liegt in unsrerNatur, unsere Erinnerungen mit der Zeit verschieden zu gestalten.Wir werden ein Ereigniß, wobei wir selbst eine Rolle gespielt ha-ben, wenn der Zwischenraum an Zeit, wo es sich zugekragen hat,nun schon größer geworden ist, nicht zweimal auf gleiche Weise er-zählen. Wenn wir das Geschehene nicht sorgfältig niedergeschriebenhaben, nehmen wir es gegen uns selbst damit nicht genau, ohnedeshalb minder wahrheitliebend zu seyn. Die Zeiten habensich seitdem geändert, wir sehen nicht mehr mit den nämlichen Au-gen als sonst; das Herz hat eine andere Parthei ergriffe»; derfrüher erhaltene Eindruck ist verlöscht oder er erneuert sich nicht;die Thätigkcit unsrer Sinne ist nicht mehr die alte; die Beziehun-gen sind von andrer Art was weiß ich? Tausend geringfügige