Ingomar. Wenn dn mich traurig machen könntest; sowürde ich es jetzt.
Drcuna. Und dn kannst nicht einmal trauern, daß dudeinem Vaterlande der Dolche zu Tausenden inS Herz stoßest?Ich bin alt, und ich habe viel Elend gesehu: aber keinesgleicht dem, wenn böser, gewarnter Rath, der das HeilAller angehr, wenn der obsiegt, nnd die böse Folge gleich dichtan der Ferse hat.
Ingo mar. Ach, meine Wunde! meine heiße Wundehier!
Hcrminonc. Und meine heißre hier! (Sie weiht ans ihrHer!.) Denn vor dem Triumphwagen werd' ich wie eine Blumehindorren! Mir wird die Espe über dem vaterländischenGrabhügel nicht wehn. In ein kleines Todtengeschirr wer-den sie meine Asche schütten, und es neben ihre stellen! O,tröffe deine Wunde da, du ehrsüchtiger Herrscher, tröffe, sievon Todesblute!
Nrcniio. Ist Libusch wieder hingetreten?
Istawona. Nein.
Vrrnuo. Ermanne dich, Libusch. Es tröstet die Für-stinnen doch ein Wenig, wenn sie nur wissen, wie es gehr.
Libusch. Ich kann nicht. Ich mag die Barden nichttödten sehn.
Herminonr. Ja, von Todesblute, Ingomar!
Ingomar. Das kann eine junge Fürstin sagen?
Hrrinilione (indem ge sich ihm mebr nah». Das kann sage»,und Das sagt ein junges, gutes, unschuldiges, stolzes Mäd-chen, eine Katrin, wie Wenige sind, und die du, Cherusker,und du allein elend gemacht hast! Aber sie sagt noch mehrtGenese von deiner Wunde, damit du auch vor dem Triumph-wagen, und dichter als sie, an dem Cäsar gehn könnest!
Äioostock, dram. Werke. II. 17