236
einer Selbstüberwindung, zu der ich mich noch nie erhob undder ich mich völlig unfähig hielt — Das Hab' ich den FürstenDeutschlands umsonst gesagt! Verwünscht se» jedes Wort,jeder Lispel, jeder Traumlaut vom Künftigen, und Dies, auchaus der neuen Ursach, die ich jetzt in ihrer ganzen Bitter-keit kennen lerne. Wohlan denn: wenn es die Fürsten nichtwollen, so wollen's die Götter auch nicht, und ich unterwerfemich. Ist Moos unten am Hügel, Äatwald? Dieß ist diedritte Nacht. Wecke mich, wenn es angchn soll. Ordnetund gebietet mir, was ihr wollt. Ich gehorche! Nur Einsgebietet mir nicht: meine Cherusker müssen nicht gegen dieDeknman stehn.
Är;>c. Es dämmert schon. Nehmt den Nachtgefährten.
Hermann (indem er weggeht und nach dem Nachtgesährten sieht).
ü, du Wegweiser nach Walhalla, bei dir blutete mein Vater
sein Todesblnt. (Cr kehrt NM, nachdem er schon nicht mehr gcsehnwurde und tritt dicht vor Arpe und Jngomar.) D» siehst Meinentiefen Gram, Arpe. Fass' ihn, wenn du kannst. Ich glaubte,daß du ein Mann sevn würdest, und du warst kein Mann!Und du, Siegmars Bruder, wisse du, baß Augustns, derRömer, Das, wovon ich sprach (verstehst du mich nicht? ichmeine Uns im Capitol), nach der Niederlage bei Teutoburgfürchtete; und daß es Siegmars Sohn, der Deutsche, da-mals noch nicht für reif hielt; daß es aber Tiberius, derRömer, jetzt nicht fürchtet, und daß es Siegmars Sohn, derDeutsche, jetzt für reif hält. Dieß lerne du, deß Herz keineandre Kraft, als Stolz, und dessen Geist keinen Blick fürdie Wege und Umwege hat, ans denen man gewiß ankommt!unwürdiger Bruder des MannS, der deutscher war, als wir
Alle sind! (Cr geht langsam weg.)
Breuna. Ich bin der Aelteste unter Euch, allein nie ist