Druckschrift 
7 (1844)
Entstehung
Seite
229
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Hcrmiin». O, mein ehrenvoller Vater! Das dachte ernicht, daß ihm die Tobten des dritten Tages nun dieseBotschaft dringen würden. Verlaß diesen Hügel, Brenn».Dein kurzes übriges Leben willst du ein Gefangener derRömer sepn?

Drcnno. Siehst du denn nicht, was ich hoffe?

Hermann. Ha, ihr Fürsten, bis dahin ist es also durcheuch gekommen, daß dcr Aelteste und der Rechtschaffenste meinerFreunde solche Hoffnungen haben muß. Ich weiß nun nichtmehr, was ich thun soll. Werfe ich ihnen den GötterauS-fpruch, wie eine Lanze, tief in das Herz, daß er sie vielleichtnoch erschüttre, oder daß sic bis in ihr graues Alter davonbluten? Sage mir Das, du Mann, der mit meinem Vaterso viel tiefe Dinge sprach und der heut sterben will!

Vrcnno. Ich denke noch, wie ich erst mit dir dachte.Wir müssen sie sich selbst überlassen. Ach Hermann, wennCäcina entrinnt: so ist Germanicus wieder so furchtbar, alser war! Aber entrinnt Cäcina nicht, was ist dann Ger-manicus und was sind dann wir! Und das Erste oder dasLetzte wiegt nieder, nachdem ein Katte sich so oder andersentschließt. Seyd ihm wieder unbeweglich, dem Manne, derein Fels ist, ihr Götter!

Hermann. Und ich, vor dem Augustns bis in seine innersteSeele gezittert hat, ich würfe mich vor ihm nieder und flehteihn an, wenn er. . Aber nein, ich bewegte ihn nicht. Duweißt, Brenno, mein Vater sagte immer: die Welteroberersollen niemals unsere werden! Allein. . doch ich mag denschreckenden Gedanken nicht aussprechen. cEr geht «M) Wodanund all'ihr Götter, ein Elend laßt nie über mich kommen!Ihr habt mir ohnedies der bitteren Schicksale genug zuge-sandt. Mein edles Weib ist der Triumvhfeffel nab, und