Druckschrift 
7 (1844)
Entstehung
Seite
228
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Mein Vaterland hält mich mir zn festen und zn süßenBanden, nm nicht, selbst bei der geringsten Hoffnung seinesWohls, Das, was mir über Alles thener ist, die Ehre, welcheich bei Winfeld errang, in die Gefahr des Verlustes zn wagen.

Vrcnno. Was unsterblich ist, wird nicht verloren.

Hermann. Aber kann verdunkelt werden.

Vrcnno. Nur in den Augen Derer, die nicht sehen.Du begräbst mich doch auch bei Siegmar, mein Hermann?Sohn meines Freundes, erst brichst du der Sprösslinge, dieum seinen Hügel blühn; dann streuest du sie in meinTodtenfeuer; dann begräbst du mich bei ihm, aber nah',sehr nah'!

Hermann. Warum denkest du an deinen Tod?'

Vrcnno. Weil ich von diesem Hügel nicht weiche.

Hermann. Wenn sie dich in Triumph aufführen, kanniät dich bei ihm nicht begraben.

Vrcnno. So lange lebe ich nicht.

Hermann. Woher weißt du Das?

Vrcnno. Weil die Götter immer mit mir gewesen sind.Sie lassen mich von den Säuglingsmördern nicht in Triumphaufführen.

Hermann. Ha, du Mann, den mein Herz liebt, so glaubstdu denn, daß du hier sterben wirst?

Vrcnno. Ich weiß nicht, wo ich sterbe, aber im Triumphwerd' ich nicht anfgeführt. Meine ganze Seele hat einenEkel daran, nach unserer Teutoburgschlacht eine Niederlagezu erleben. Sie mögen immer hier mein weißes Haupt inmein Blut hinstürzcn! und wenn nicht, so lebe ich her-nach doch nicht lange mehr. In Triumph werd' ich nicht auf-geführt. Das betheure ich dir bei deinem Vater Siegmar,der es auch nicht ward und in Walhalla mein wartet.