Druckschrift 
7 (1844)
Entstehung
Seite
190
Einzelbild herunterladen
 

Heere voraussenden, wofern er frühere, als unsre Ankunftbringt, für Germanicus beschlossen hat.

Hermann. Thusnelda! (Indem er Thende ausBrenno's Arme»in seine nimmt.)

Flavins. Druide! du unternimmst es umsonst, mich hier-durch zu schrecken. Warum wirfst du deine Lose nicht? denndie können schrecken.

Drenno. Ich kenne noch andre Lose! Die meine ich,welche die beiden letzten Tage Hermann über euch geworfenhat. Aber sie haben wohl nichts, das schreckt; keine Ahnungvom Bevorstehenden; es blutete nicht, wo sie hinrollten, undder Todtengräber schaufelte da nicht auf!

Th-dc. Ach, Brenno, schaufelt er auch, wenn man Adlernimmt? oder wartet er dann, bis man so blüthenweiß istwie du?

Flavins (nach langem Stillschweigen). Was verlangen dieFürsten Deutschlands von Cäcina?

Ingsmar. Wir verlangten nichts: wir wollten ihmWaffenstillstand anbicten, daß er seine Tobten vollends be-graben, und wir unser Siegsfest desto fröhlicher fortsetzenkönnten.

Flavins. Also haltet ihr schon Siegsfest?

Ingsmar. Warum sollen wir es nicht halten?

Flavins. Wir hatten freilich Viel mit Begräbnissen zuthun, und sind mit der traurigen Arbeit auch noch nicht zuEnde. Das würden wir indeß doch seyn, wenn Cäcina dicßMal den Wall nicht mehr erhöhn ließe, als sonst.

Ingsmar. Fürchtet ihr unfern Angriff?

Flavins. Wie kannst du einen Römer fragen, ob erfürchte?