491
Ausartung in die größten Abscheulichkeiten empörte, dießsprechen seine diese Katastrophe betreffenden Richter-Odenhinlänglich aus. Das Wüthen der Nationen gegen einanderkränkte ihn so tief, daß er sich beinahe Vorwürfe machteüber Alles, was er über Kriegs- und Krieger-Heldentyatenund über das Große darin, wenigstens von Seiten der Kraftund des Geistes, je zu Papiere gebracht hatte.
„In einer der unseligen Stunden der zu großen Strengegegen sich selbst," fährt Gramer fort, „verbrannte ersein ganzes Manuskript über die Kriege Friedrichs desGroßen. Es hat sich nach seinem Tode keine Spur davonin seinem Nachlasse vorgefunden, und kein Tucca ist da ge-wesen, es den Flammen zu entziehen. Ich fragte auf mei-nen späteren Reisen von Paris nach Hamburg oftmal dar-über bei ihm nach, er wandte aber jedesmal das Gesprächunwillig davon ab, schloß mir den Mund und sagte: Alles,was Krieg, die belorbeerte Furie, betrifft, ist mir einAbscheu und Gräuel. Erwähnen Sie der Sache nicht mehr!"—Endlich wollen wir noch eines andern geschichtlichen Werkesvon Klopstock gedenken, dessen Untergang ein gewiß nicht min-der bedauernswerther Verlust für die deutsche Literatur ist.Wir meinen seine Denkmale, von welchen uns nur nochein kleines Bruchstück in der Anmerkung zu dem Gedicht:Der Eroberungskrieg aufbehalten ist, und die denDenkmalen der Deutschen in seiner Gelehrtcnrepublik ähnlichgewesen seyn mögen. Archen Holz sagt in seinem Aufsatze:Die deutsche Literatur in England:* „Der ehr-würdige Klopstock, ein so glühender Patriot als Greis, inseinem 77sten Jahre, wie er es je als Jüngling war, hat
" S. dessen Journal Minerva, Jahrg. isoo, Ociol-erhest, S. tiü, ff.