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10 (1844)
Entstehung
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381
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MW

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nicht meinetwegen, ob ich gleich dem Herrn Verfasser vielenDank schuldig bin. Fanny pflegt zu lächeln, wenn manvon mir spricht, und bisweilen entfährt ihrs gar, daß siemich bei solchen Gelegenheiten mit den Britten vergleicht.Ich kann mit meinen itzigen häuslichen Umständen ziemlichzufrieden seyn. Mein kleiner Weiß ist ein Genie; er willaber, oder muß, die Handlung lernen. Er liebt mich itztsehr. Haller (weil er weiß, daß ich einmal in den Um-ständen bin) hat sich durch Werl Hof von ferne her erkundigenlassen, ob ich wohl den Unterricht seines Sohns in den schönenWissenschaften übernehmen wollte? Und gleich itzt giebt manmir einen Brief zu lesen, den er deßwegcn an einen hiesigenFreund selbst geschrieben. Sie wissen es, was es für Un-ruhen sind, die mich in allen Sachen itzt so unschlüssig machen.

Wenn Sie mir gelegentlich, statt der Minnelieder, die^museinens de lliscxlems, nach denen ich mich lange ver-geblich bemühet habe, schicken können, so wird es mir sehrangenehm seyn. Ich will Ihnen bald den Messias, soviel ich davon fertig habe, zur Kritik schicken. Wenn ichmeinen Unruhen entwischen können, so arbeitete ich bisweileneinige kleine Fragmenrchen aus. Eva, die mit dem Heilandvon den Tobten aufersteht, errichtet eine besonders zärtlicheFreundschaft mit der Maria. Maria mußte ihr die Ge-burt Jesu erzählen; sie schloß also:

Und ein Schauer voll Ohnmacht befiel mich, da wurd' er geboren'.

Wie aus einer tiefen Entzückung erwachend, sprach Eva:

Und da wurd' er geboren, Maria, da wurd' er geboren!

Ach, Maria, der Sohn deS Vaters! So sprach sic, und beideSahen einander erstaunungövoll an, und konnten nicht reden,

Sahen einander mit himmlischem Lächeln und thranendem Blick an.

Ich bin Ihr Freund

Fr- Gottl. Klvpstock.