37L
5.
Klopstock an Vodmer.
Langensalza, s. Dec. i7',S.
Ich schreibe Ihnen von neuem, und melde Ihnen, daßmir das endliche Schicksal meiner Liebe immer räthselhafterverkommt. Was für eine Geschichte von aneinandcrhängendenKleinigkeiten, die aber für mich nichts weniger als Kleinig-keiten sind, müßte ich Ihnen schreiben, wenn Sie nur einiger-maßen etwas Gewisses daraus bestimmen sollten! Ich habeihr diese letzten Alzäen nach einem Besuche beim Weggehngegeben. Ich habe sie seitdem auch wieder gesprochen. Wennich eine kleine Verwirrung, eine kleine Röthe, und einigebeinahe zärtliche Blicke ausuehme, so weiß ich nicht, wasdie Ode für einen Eindruck gemacht hat. Wenn ich nichtwüßte, wie ungemein zärtlich alle ihre Empfindungen wären,und wenn ihr nicht bekannt wäre, wie genau ich dieß weiß;wenn mir nicht alle kleine Wendungen ihres Urtheils überGedichte von gleichem Inhalt bekannt wären — doch ich willhier abbrechen. Ich bin geneigter, lieber gar zu schweigen,weil ich Sie von diesen lieben Sachen nicht iliadenmäßiglang unterhalten kann- Ich muß mein Schicksal erwarten,ob mir gleich in der Welt noch nichts schwerer angekommen ist.
<>ugll5 popules moerons plulomola 8ud umdraViel noetem.
Sie verlangen die Wirkungen der Ode von Salem zuwissen? Meine Furchtsamkeit hat es versäumt, sie ihr zugeben, und nun wollte ich dieselbe ihr nicht gern nach einerviel stärkern Ode geben.
Ich schicke Ihnen hiemit eine Abschrift von Hallers