Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
373
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daß seine Schwester meine Briefe, die an sie eingeschloffenwaren, neugierig genug gewesen war zu erbrechen. Cr hatmir, da ich ihm Ihren Brief geschickt, einen ungemein zärt-lichen Brief geschrieben. Es ist ein recht göttlicher Jüng-ling! Meine seiner Schwester so kostbaren Thränen, die ganzeNachwelt, die sich für mich interessirte, hätte ihn mit einemehrerbietigen Schauer vor meine Liebe erfüllt. Ich willIhnen hier keinen weitläuftigen Auszug ans seinem langenBriefe machen. Ich will Ihnen nur noch sagen, daß er anseine Schwester ohne Hülle schreiben will, und ihr IhrenBrief schicken. Ich weiß nicht, ob ich's wagen werde, ihr indieser Zwischenzeit die hier bcigebogene alcäische Ode zu geben.Wie glücklich wäre ich, wenn ich alle Empfindungen meinesHerzens darin hätte ansdrücken können! Ach, das göttlicheMädchen, wie sehr hat sie meine ganze Seele eingenommen!Ich will Ihnen nichts mehr von ihr sagen, aus Furcht, ichmochte es schwächer sagen, als es in dieser Ode steht. Eberthat den Leouidas übersetzt. Die Geschichte von dem Te-ribazus und dcr Ariana hat mich so angegriffen, daß ichmir wie das marmorne Bild vorkomme, das über demGrabmale eines tobten Helden steht. Sie werden in denletzten Stücken der Beiträge eine Elegie finden, in der ichmeine F. schon damals im Sinne hatte. Um die Zeit, nämlichbeinahe vor Einem Jahre, habe ich auch die inliegende Odean Ebert gemacht, bis auf die an Sie gerichteten Zeilen.Ich will hier mein Schreiben noch einmal abbrechen, so un-gern ich auch meine Antwort aufschiebe; vielleicht währt esnicht zu lange mehr, daß ich Ihnen etwas Entscheidendesschreiben kann. Wenn Sie mich lieben, mein theuersterFreund, so bitten Sie mir diese Liebe von dem Himmel herab.Ich würde ohne sie so unglücklich seyn, als ich zu seyn fähig bin.