Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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372
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Seite aufzuschreiben, damit ich sie künftig einmal wieder-finden kann, aber sie vielleicht oft nicht auf derjenigen Seite,wie ich sie zuerst dachte, und in der ganzen Eröffnung ihrerAussichten wiedcrfindcn werde. Sie sehen leicht, daß nochviele andre Dinge meines Gedichts von dieser Muße abhängen.Doch ich will dieses auch der Vorsehung überlaffen.

4 .

Klopstock an Bodmer.

Langensalza, 5. Nov. 1746.

Ich habe bis hierher gewartet, Ihnen etwas Entscheidendesvon meiner Liebe entdecken zu können. Aber dieß geht bisjetzt noch nicht an. Ihren Brief an Madm. Schmidt,den ich immer zum Andenken meiner vielleicht unglücklichenLiebe heilig aufbehalten werde, habe ich ihr nicht gegeben.So sehr er mich entzückte, so sehr ich's wünschte, ihr ihngeben zu können, und so sehr sie ihn selbst würde geschätzthaben, so wagte ich's gleichwohl nicht. Ich habe ihn ihremBruder, dem ich mein ganzes Herz offenbart habe, geschickt.Er hatte schon vorher einen sehr zärtlichen Brief an michgeschrieben. Er hat mir geschrieben, daß diese Liebe das-jenige wäre, was er schon lange heimlich gewünscht. Ersagt unter andern:

Freund, ich kannte dein Herz, des Mädchens Zärtlichkeit kannt' ich;

Siehe, drnm bat ich sie dir heimlich vom Himmel herab.

Er erzählt mir hierauf eine kleine Fabel, worin steht,daß ich zu furchtsam wäre. Das angenehmste dabei war,