Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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besteht nach deutscher Regel aus lauter Spondeen, bis aufdie einzige letzte Sylbe in Krachen, die sie noch kurz zu-gcbeu. Diese Leute geben allgemeine Regeln von der Längeund Kürze der Sylben, und zwar nach der griechischen Sprache,anstatt daß sie dicß nach unsrer Sprache thun, und haupt-sächlich auf das Verhältniß der länger» und kürzer» Sylbenunter einander sehen- sollten. Man weiß es und giebt esgerne zu, daß der Vers der Alten vollkommener ist; ob mangleich auch sagen könnte, daß die neue Mannichfaltigkeit, diedurch die verschiedenen Daktylen und Spondeen entsteht, eineVollkommenheit mehr sey, die der Vers der Alten nichthabe. Der Gebrauch der Trochäen statt der Spondeen gehörtauch hieher, und das Verhältniß ist beinahe eben das, welcheszwischen den verschiedenen Daktylen ist. Meine Liebe zueinem harmonischen Verse hat mich zu dieser Ausschweifungverleitet. Äieß ist auch die Ursache, warum ich noch ver-schiedene von meinen Versen ändern, und künftig noch mehrauf den Wohlklang sehen werde.

Ich sende Ihnen hier wieder eine Ode, die meine Liebehervorgebracht hat. Diejenige, die sie am besten belohnenkönnte, hat sie noch nicht gesehen; so furchtsam macht michihre jetzige Hartnäckigkeit. Ich habe mir niemals vorgenom-men, Oden zu schreibe», und gleichwohl ist es so weit ge-kommen, daß ich welche gemacht habe. Dieß möchte abernoch zu verzeihen seyn, wenn ich mich nur nicht der GefahrauSgesetzt hätte, mit Langen auf Einem Schauplatze zu er-scheinen. Divmedes sagt beim Homer zu Glaukus:

-so weit bist du in deinem Erkühnen

Vorgeschritten, und hältst vor meinem langschattichten Speer still!Meiner Stärke begegnen nur Sohn' unseliger Väter:

Bist aber du der Unsterblichen Einer vom Himmel gestiegen,

O, so vcrmcß' ich mich nicht, mit ewigen Göttern zu kämpfen!