Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
339
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Dieß war sehr spät, es ist wahr; aber bis zn seiner Abreisezur Armee glaubte ich noch immer, daß er für sich selbstAchtung genug haben würde, um in diesem ungerechten undzu kühnen Kriege nicht kommandiren zn wollen. Dem ohn-geachtet entschloß ich mich die Ode abzusenden, und sie miteinem Briefe zu begleiten, weil ich, obwohl so spät, hoffenkonnte, noch einigen Einfluß ans ihn zn haben. Denn ingroßen Sachen ist nichts klein; alles macht Eindruck, undman kann immer daraus entspringende Wirkungen von einemgroßen Umfang erwarten. Hier ist die Ucbersctznng von demSchluß meines Briefes:

Uebrigens ist es dennoch in Ihrer Macht, was ein an-derer Feldherr, der keine Unterthanen zn beglücken hat, nichtimmer thun kann, das Kommando nicderznlegen, sobald Sienur wollen. Wenn Sie auch den Muth haben Sich Selbstzn überwinden, und Sie dann ans den Scheideweg zurück-kehren, um hier noch einmal zwischen der wahren undscheinbaren Ehre zn wählen, so wird Ihre zweite Wahl,wie ich glaube, die Wahl des Herkules seyn."

Beklagen Sie mich; denn in meinem Leben habe ich nieso lange von mir selbst geredet. Da ich ein französischerBürger und kein Fremder bin, so erfülle ich dennoch heuteals ein Fremder meine erste Bürgerpflicht. Als ein solcherbetrachte ich es als eine unumgängliche Nothwendigkeit, daßdie Nation die Ungeheuer in Avignon bestrafe; so wie die,welche sich in Paris am 2. Sept. so sehr als Ungeheuer ge-zeigt haben. Die Deutschen sehen bloß diese Greuel, undverschlungen in diesen gräßlichen herzzerfleischenden Betrach-tungen, vergessen sie alles, was sie in der französischen Re-volution zuvor bezaubert hatte. Dieses schreckliche Gewölkhat bei ihnen den Tag in Nacht verwandelt; es ist für sie