Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
319
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Gespräch nicht gemerkt und folglich nicht getren genug wiedererzählt werden könnte, auch manches Uederflüffige enthaltenwürde. Hierauf wurde geantwortet, daß nur jeder von denUnterredenden das, was er sagte, gleich selbst aufschreibendürfte. Nun wurde von einem Versuche gesprochen, undzween meiner Freunde, die ich Kliton und Lycias nennenwill, wurden einig, die Frage zu untersuchen, wie weit einSkribent verbunden wäre, sich auf die Beantwortung einerzwar nicht gründlichen, aber doch scheinbaren Kritik seinerSchriften eiuzulassen. Lycias dachte einen Augenblick nachund fing das Gespräch an.

Lycias. Aber warum wollten Sie auf eine solche Kritiknicht antworten? Von einer Kritik, die sowohl in der Artdes Vortrags, als in ihren Gründen, seicht ist, begreife ich's.Aber wenn diese scheinbar sind und die Art, wie sie gesagtwerden, etwas Ueberredendes hat: warum sollten Sie nichtantworten müssen?

Kliton. Wie viel Scheinbares und Ueberredendes sieauch haben mag; so bin ich viel zu stolz auf den Beifall der-jenigen, unter deren Gerichtsbarkeit ein solcher Kritikussteht, als daß ich mich auf eine Vertheidiguug einlassenkönnte.

Lycias. Stolz? Ich will Ihnen das erlauben; ein ge-wisser Stolz ist einer guten Sache nicht unanständig. Aberdie Richter sind einander nicht alle gleich. Wenn nun einigevon ihm gewonnen würden? Und vielleicht können die meistengewonnen werden.

Kliton. Sie erlauben also fürs erste etwas Stolz. DieserStolz hat wirklich seinen Werth. Sr ist sogar Dankbarkeit,die man Richtern von der ersten Klasse, wegen ihres Bei-falls, schuldig ist. Die andern Richter, gegen deren Urtheil