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so wissen Sie, daß selbst diejenige Liebe, die sich vornämlichauf ein schönes Herz und auf die übrigen Eigenschaften derSeele gründet, wir wollen nicht sagen, ihre kleinen Capricenhat; aber doch gewisse feine, den meisten uumerkliche Be-stimmungen der Charaktere verlangt, wenn ihr nichts zu derGlückseligkeit fehlen soll, welche sie zu geben fähig ist. Siegeben zu, daß die neue Schwierigkeit nicht gering sey. Undgeht das fast völlig gleich lieben an? Gesetzt eS gingean; wird denn die Abwesende immer so starke Einflüsse aufSie haben, als die Gegenwärtige? Gleichwohl macht es Sie
nicht glücklich, wenn Sie diese mehr lieben.-Es gicbt
noch eine andre Eifersucht als die so mit Recht beschriene,und lächerlich gemachte. Und diese ist von der Liebe, vonwelcher wir reden, unzertrennlich. Sie kann die heitersteSeele bisweilen mit einem Wölkchen überziehn. Und wasfolgt alles daraus? Sie werden dieß mit einem Blicke über-sehen. Wenn Sie uns einwendeu, daß man zu viel Glück-seligkeit fordere, wenn man nicht etwas Trübes darunter mitannehmen wolle; so können wir Sie zwar in einer gewissenBetrachtung nicht widerlegen: aber Sie müssen uns doch auchzugeben, daß Sie durch Ihren Sinwurf von Ihrem Systemeder Glückseligkeit abgehu. Noch Eins. Wagt man nicht zuviel Ruhe daran, wenn man sich in die Umstände setzt, nochEine Geliebte vielleicht beweinen zu müssen? Man muß,werden Sie sagen, alle Ansprüche auf Glückseligkeit fahrenlassen, wenn man sich mit solchen schwarzen Möglichkeitenquälen will. Sic sollen sich nicht vorher damit quälen; aberwenn nun der Fall kömmt? Wägen Sie ja recht genau.Ruhe der Seele von gewisser Dauer; und Glückselig-keit von sehr ungewisser. Uns kömmt es vor, daß es diezweite Wagschale ist, welche in die Höhe steigt.