Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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Was vermuthen Sie: Sollte es ein Frauenzimmer geben,die hierzu fähig wäre? Doch muß ich hier abbrechen. MeinBrief würde sonst viel zu lang werden. Aber seyn Sie destoumständlicher. Entscheiden Sie ja nicht zu kurz. Cs sindzwar nur sehr wenige, die meine Fragen und Ihre Ent-scheidungen interessiren können. Aber diese wenigen verdie-nen, daß man nicht darüber hingehe. Alcindor.

Sie erwarten zu viel von uns, Alcindor, wenn Sieglauben, daß wir uns getrauen sollten, in einer so ernst-haften und delikaten Sache zu entscheiden. Wir wollenIhnen einige von den Gedanken mittheilen, zu welchen Sieuns veranlaßt haben.

Unsre erste Anmerkung (sie ist traurig; aber sie scheintuns fast ohne Ausnahme zu seyn) unsre Anmerkung ist diese:Es kann kein Mensch lange sehr glückselig seyn. Sehrviele Menschen werden es so gar niemals. Wer es einmalgewesen ist, muß entschlossen seyn, die Hoffnung aufzugebe»,daß er es wieder werden könne.

Haben Sie Mnth genug, in Betrachtung Ihrer, eineAusnahme zu hoffen?

Vielleicht macht Sie dieser Mnth, wenn Sie ihn haben,einigermaßen glücklich. Aber Sie verlangen von uns, daßwir Ihnen unsre Meinung aufrichtig sagen sollen.

Noch eine zu finden, die Sie fast auf gleiche Artlieben würden, was gehört nicht alles dazu? Das wissenSie besser, als wir, daß die Anzahl solcher Frauenzimmer,von denen Sie eine lieben würden, sehr klein ist; und daßdiese wenigen sehr zerstreut sind. Werden Sie eine finden?Und, wenn Sie sie gefunden hätten, werden Sie von ihr ge-liebt werden? Nichts von äußerlichen Umständen zu sagen;