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Den 4ten August.
Ich bin verhcirathet gewesen. Wie glücklich war ich durchmeine Liebe, wie sehr glücklich! Und wie fühle ich jetztdie ganze Last dessen, was ich war; ob mir gleich mein äußer-stes Bestreben, meinen Gram zu unterdrücken, nicht miß-lingt. Wie viel hätte ich Ihnen nicht zu sagen, wenn ichIhnen meine Situation nur einigermaßen umständlich be-schreiben wollte. Doch Frauenzimmern kann man von dieserArt der Glückseligkeit, die vielleicht die unschuldigste undbeste ist, mit wenigen Worten viel sagen. Wie klein sindalle Glückseligkeiten der Ehre gegen dieselbe! Das Bewnßt-seyn der ausgeübtcn Pflicht ist allein eine größere. Mankonnte die unschuldige Liebe sogar unter die Pflichten zählen.Denn das Bestreben nach Glückseligkeit gehört auch zu denPflichten. Sie sehen, wie ich über diese Glückseligkeit denke,die so wenige kennen. Sagen Sie mir nun: Soll ich meinenVerlust zu ersetzen suchen, wenn ich ihn ersetzen könnte? Er-setzen nenne ich, ein Frauenzimmer finden, die ich, und diemich eben so sehr lieben könnte, als ich geliebt habe, undgeliebt worden bin; ob sie gleich gewisse andre Nebenei-geuschaften haben könnte, als die Verstorbne. Aber ehsie entscheiden, noch eine Frage; und dann eine Hanptbedin-gung. Kann man zwo Personen fast völlig gleich lieben?denn ich kann gewiß nicht, und würde, wenn ich auch könnte,die Lebende nicht mehr als die Verstorbne lieben wollen.Ich wollte aber auch die Lebende nicht weniger lieben. Wiekönnte ich dadurch glücklich seyn? Und nun die Hauptbedin-gung: Die Lebende muß die Verstorbne so sehr, als mich,lieben können. Sie muß gern mit mir von Ihrer Freundin,und ohne alle Eifersucht, auch ohne die feinste reden können.