Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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314
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haben kann. Zweifeln Sie ja recht sehr daran, daß er Sieliebt. Cr hat gewiß zu wenig gute Eigenschaften, nur Sielieben zu können. Verzeihen Sie uns, oder danken Sie unsvielmehr dafür, daß wir ganz aufrichtig reden. Er ist Ihrernicht würdig. Und wie wollen Sie es anfangen, ihn zumChristen zu machen? Er ist beredt, sagen Sie. Dieß schoneKleid wird er gewiß seinen Sophismen nicht so leicht aus-ziehn lassen, als Sie denken. Aber nun kömmt das Schlimmste:Sie lieben ihn. Wie leicht wird man von der Meinung des-jenigen, den man liebt! Man wird dieß oft, ohne daß derGeliebte die Absicht hat, uns dahin zu bringen. Wenn eraber nun vollends diese Absicht hätte; wenn er die GewaltIhrer Liebe zu ihm gegen Sie brauchte: an welchem Abgrundestünden Sie dann! Die Liebe, durch deren Hülfe Sie ihnznrückbringen wollen, wird zum Dolche, der gegen Sic ge-kehrt werden wird. Und gleichwohl müssen Sie ihn liebenund er muß es wissen, daß Sie ihn lieben, wenn die Aus-führung Ihres Vorsatzes nur etwas Wahrscheinlichkeit be-halten soll. Wenn Sie nun aber, nachdem Sie ihn hättenganz kennen gelernt, aufhören müßten, ihn zu lieben: wieunmöglich würde es ihnen besonders alsdann werden, ihnzur Religion zurück zu bringen! In was für einer Che

würden sie alsdann leben! Und ihre Kinder!-

Stellen Sie sich einmal diese fürchterliche Aussicht vor. Wirrathen Ihnen nicht allein, wir beschwören Sie bei Ihrerganzen Glückseligkeit: Heirathen Sie diesen Mann nicht!Aber Sie lieben ihn! Lernen Sie ihn ganz kennen: Sowerden Sie aufhörcn ihn zu lieben.