Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
306
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Denn es wäre ein sehr seltner Fall, daß er Werke nicht ver-nrtheilcn sollte, die das Pnbliknm würdig gehalten hat, ihrSchicksal zu entscheiden. Hundert kleine Richterstühle erschallenvon nichts, als Anssprüchen. Das Publikum, das langefestgesetzt hat, daß Niederträchtigkeit verachtet; halber Ge-schmack verlacht; Unwissenheit mit Mitleiden angcsehn werdenmuß; bemerkt diese kleinen Nebcnrichtcr nicht. Es läßt sieganz ausschreien, und sieht sie ruhig ihre angemaßte Ge-richtsbarkeit über ihre Gränzen ansdehncn. Wie wäre esmöglich, daß das Publikum mit dem großen Haufen in Streitgeriethe?

Unterdeß find einige neue Richter ausgetreten. MehrKenner haben sich erklärt. Die völlige Entscheidung machtsich nun merklicher; die öffentlichen Urtheile haben sich auchin guten Gesellschaften ausgebreitet. Dort hatten schon vor-her Richter und Kenner ihre Gedanken gesagt. Die gedrucktenUrtheile waren einigen von den Gesellschaften nur eine Be-stätigung desjenigen, was sie schon angenommen hatten.

Und nun ist der Zeitpunkt gekommen, da der Skribentvöllig belohnt, und das Werk seiner Ehrbegierde, oder, wenner edler dachte, die Frucht reinerer moralischen Absichten denNachkommen übergeben wird. Nun sind diejenigen, die dannunter dem großen Haufen das Richteramt verwalten, unddie einige Jahre früher wie ihre Vorfahren, geschrieen habenwürden, ein unbedeutender Haufen von lobpreisenden Nach-sagern, die itzt eben so wenig loben können, als sie ehmalszu tadeln vermocht hätten.

Die Entscheidung des Publici kömmt gewöhnlich auf dieangeführte Art zur Reife. Allein dieß geschieht früher oderspäter, nach dem der Geschmack unter einer Nation mehroder weniger ausgebreitet ist.