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Bisweilen trägt es sich zn, daß ein Werk, wie ich esbeschrieben habe, zn einer Zeit herauskömmt, da die Nation,zu welcher der Verfasier desselben gehört, fast noch gar keineKenner, und noch weniger Richter hat. Das Werk, so sichzn solchen Zeiten hervorwagt, scheint gleich nach seiner Geburtzu sterben. Aber nun, vielleicht erst nach vielen Jahren,bekömmt diese Nation Geschmack. Die fast ganz vergeßneSchrift wird hervorgesucht, und ihr die Stelle angewiesen,die sie bei der Nachwelt haben wird.
Ist es zu der Zeit, daß unter einer Nation ein würdigesWerk erscheint, da ihr Geschmack erst anfängt sich zu bilden;so wird es zwar anfangs nicht völlig verkannt; allein dasUrtheil des Publici entwickelt sich doch nur langsam. DieKenner selbst sind noch ein wenig schwankend, und viel zugütig. Die Nachsicht, mit der gegen den halben Geschmackverfahren wird, geht noch zu weit. Die Anzahl der Richterist noch zu klein.
Hat aber ein Skribent das Glück zu einer Zeit zu schrei-ben, da der Geschmack seiner Nation schon völlig ausgebildetist; so hat er blos zu einigen niederträchtigen Angriffenstillzuschweigen, die nur deßwegen auf ihn geschehn, weil ernoch nicht todt ist. Denn wenn er auch menschlich genugwäre, sogar diejenigen nicht zu verachten, die sostolz sind, daß sie ihre Anssprüche über Sachen, die sie garnicht benrtheilen können, für nöthig halten; welchen Nutzenwürde es haben, wenn er sein Stillschweigen bräche?