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den meine Seele liebt! Mein Gebein soll dich noch in derstillen Verwesung nennen, und deinen nicht mehr blutendenWunden entgegen schauern. Aber wie schön sind sie, deinequellenden Wunden! Mit welcher göttlichen Hoheit schautedein letzter Blick herab, und brach! Wie neigtest du deinHaupt! O, dein letztes Rufen am Kreuze! Und — nun ent-schliefst du! O du Liebenswürdiger! Du Schöner! Du Großer!Du Angebeteter! O du volle Wonne meiner ganzen Seele!noch vollere, noch höhere, noch unaussprechlichere der jubili-renden, vollendeten gerechten, wenn sie nun auch über dasGrab hin gelächelt hat. Aber auch dann will ich hier stehn!Hier auf Golgatha! hier, wo sein Blut hingequollen ist. Icheile daun nicht mit zu jenen ewigen Hügeln, welche Erzengelmit Strömen ihrer Halleluja umtönen! Ich will hier aufGolgatha stehn, wo sein Blut hingequollen ist! Und wenndann die neue Erde zu Eden anfblüht; so soll hier der Baumdes Lebens, an meinen Füßen empor wachsen! Ich will seinejungen Sprößlinge entfalten, dann, unter seinen Schattenmit Augen, die Jubellieder weinen, zu dem aufschaun, derfür mich geblutet hat! Wo verweilst du? Unter welchen Blumenliegst du verborgen sanftester unter den Freunden, schönerTod? Du Tod des Christen! Komm, komm! und hülle denmüden Wandrer im Staube, zween Schritte tiefer ein! Unddu, den meine Seele liebt, du mit den schimmernden Wunden,schau' dann herunter, vom hohen Kreuze herunter, und er-barme dich meiner letzten Thränen, wie du dich meiner er-barmt hast, eh ich geboren ward.