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Kind Jesu falte. Sie könnte dieß thnn; es müßte aber nichtihr Hauptgeschäft, sondern in ihrem Gesichte mehr Aufmerk-samkeit auf das Kind und die Mutter feyn. Joseph stütztsich auf den Arm. Dieß so wohl, als seine Miene zeigenihn zu ruhig. Er sollte mehr Autheil nehmen. Das KindJesu selbst hat nicht Edles genug im Gesichte. Sonst istdieses eins von Raphaels schönsten Werken.
In einer Maria von eben demselben ist die Stellungund die Miene Johannes, der das Kind anbetet, vortrefflich.Auch das Kind Jesus hat mehr Edles als in dem vorigen,und eine sehr reizende Ruhe. Nur hätte dieser große Malerseinen Namen nicht ans dem Saume der Maria anbringensollen.
Wenn man erlauben will, daß eine Person eines Ge-mäldes demjenigen, der cs ansieht, etwas zeigt, so hätte,wie mir es verkömmt, ein junger Johannes in derWüste von Raphael gar keinen Fehler. Es ist ein Meister-stück von Simplicität und ungeschmückter Schönheit, sowohlin Absicht auf die Person, als auf die Gegend. Johannesweist ans ein Kreuz, das er vor sich hat.
Ein Engel Michael von eben diesem großen Maler,der auf einen überwundnen Drachen tritt, ist zwar sehr schön;allein die Nebenfiguren, die ihn umgeben, gehören fast allezu einem Sabbathtanze und haben etwas komisches. Auchsollte die Hauptperson keinen Zorn, sondern die Ruhe imGesicht haben, die in einem andern Engel Michael, der auchvon Raphael ist, einen so vortrefflichen Effekt macht.
Ein Evangelist Johannes von ihm, der ans einemAdler in den Wolken schwebt, und viel Andacht und Heiter-keit hat, sollte kein Dintefaß in der Hand halten, und mitkeiner Feder auf eine dicke Tafel schreiben.