Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
266
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Noch cm jungcr Johannes in der Wüste von ihmist fast vortrefflicher als der vorige. Oben an dem Kreuze,auf welches er auch hier zeigt, ist Feuer, das der Windbewegt, und in seinem Gesichte eine gemilderte Unruh, diesehr für daS Stück interessirt.

Jesus in Gethsemane von Raphael. Fürs ersteist die gewöhnliche falsche Vorstellung darin, daß der Engeleinen Kelch hält- Der Engel kam, Jefum zu stärken. Dermetaphorische Ausdruck vom Kelche, den Jesus in seinemGebete braucht, würde auch alsdann hier nicht her gehören,wenn es auch erlaubt wäre, Metaphern zu malen. Fürsandre ist in der Stellung und der Miene des Versöhnersnichts, gar nichts von dem, was die Schrift mit den Wortenzu beschreiben anfängt: Und es kam, daß er mit demTode rang. Niemals ist ein großer Maler so weit unterseinem Süjet gewesen, als hier Raphael. Wenn es beiirgend einem Süjet erlaubt ist, unter demselben zu sepn, soist es bei diesem; aber so weit darunter zu seyu, das warkeinem Raphael erlaubt.

Ein Gesicht deS Ezechiel von ihm. Die Hauptpersonist edel. Aber die beiden kleinen Engel, die unter HesekielsArmen schweben! Die Begriffe, die wir uns nach der Schriftvon den Engeln machen müssen; und daun sie als Kindervorzustellcn, welcher Kontrast! Ich kann diese Vorstellungenauch besonders deswegen nicht aushalten, weil sie so vielAehnliches mit den Genien haben, mit welchen die meistenunsrer neuesten Künstler so verschwenderisch sind.

Eine Maria mit dem Kinde Jesus von Raphael.Dies ist das schönste Kind Jesus, das er gemalt, weil erihm einen gewissen reizenden Tiefsinn gegeben hat.

Eine Maria mit dem Kinde Jesu von Benvenuto