Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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wenn sie (um dieses Nutzens der Künste vornämlich zu er-wähnen) die heilige Geschichte würdig vorstellen. Dieß isteine Erfahrung, welche selbst diejenigen oft gehabt haben,welche, wie sehr sie auch vom Geschmacks verlassen sind, den-noch nicht haben bindern können, daß sie nicht von irgendeinem außerordentlich starken Werke eines Meisters wärenhingerissen worden. Wer kann z. E. eineüi Nembrandt wider-stehen, wenn in einer seiner Arbeiten, der Erlöser in einemweiten und hohen Todtengewölbe mit der Stille und derMajestät der Allmacht steht, und weit unter seinen Füßender erwachte Lazarus seine Arme (nur diese sieht man) auseinem tiefen Grabe nach seinem großen Helfer emporstreckt.Wenn die würdige Vorstellung der heiligen Geschichte solcheWirkungen in unsrer Seele hinterlassen, und daher so großeEinflüsse auf unsre Handlungen haben kann; so kann mannicht sorgfältig, ich möchte sagen, nicht kritisch genug seyn,dieser Würdigkeit, diesem Edlen, diesem Erhabnen einersolchen Vorstellung nichts zu vergeben. Dieß ist die Ursach,warum ich einige biblische Werke berühmter, und auch inihren Fehlern nachgeahmtcr Künstler, in Absicht auf ihreEntwürfe untersuchen will. Wenn die Liebhaber mythologi-scher Arbeiten auch diese bcurtheilt sehen möchten; so mußich ihnen mein Bekenntnis, ablegen, daß ich diese Arbeitenfür uninteressant, und durch die öftere Wiederholung nochgleichgültiger halte. Selbst wenn sie von der Hand einesMeisters ansgeführt worden sind, was können wir dabeidenken? Sind sie allegorisch? oder historisch? Sie sind wederdas eine noch das andre. So bald wir sie uns als allegorischvorstellen wollen; so erinnern wir uns gleich, daß es Völkergegeben hat, die diese Personen als wirkliche gedacht haben;dazu kömmt noch, daß sie verschiednc Eigenschaften haben,