Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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Wie kann man gewiß seyn, daß sie niemals aufwachcnwerden? Und wenn sie erst einmal recht anfgewacht sind, soschlafen sie gewiß nicht wieder ein. Da führen wir dannunser unbemerktes Leben iw dem Erilio irgend eines Kabinetsoder einer Galerie! Und dann kömmt noch überdies diegrausame Zeit, und wischt uns unsre geliebte Farbe weg.

-Wenn ich der Sache recht nachdenke, so sehe ich

nicht ein, warum ich denn nvthwendig ein Maler werden

muß?-Die Colvrit-- haben nicht die großen

Kupferstecher etwas, das derColorit sehr nahe kömmt? Aberdie Maler werden mehr geehrt. Vielleicht nicht von allenKennern. Und wird man denn in diesem Vorurtheile bleiben,wenn die Kupferstecher anfhören, nichts als Copisten zuseyn? Mein Entschluß ist gefaßt. Es sey denn!Weniger Ehre; aber mehr Nutzen! Vielleicht würde selbstApelles so gedacht haben, wenn diese Kunst, deren verviel-fältigte Werke so gar länger als der Marmor aufbehaltenwerden, zu seinen Zeiten erfunden gewesen wäre. Und viel-leicht auch nicht weniger Ehre. Begeistre du mich nur,Genie der Erfindung und der Zeichnung, und leite meine

Hand, daß ihr die Linie der Schönheit glücke; so-ist

dicß nicht zu kühn gedacht? nein, nicht zu kühn, wenn ichcs ausführc! so soll es noch Gemälde geben, die Kopien vonKupferstichen sind.-

Parrhasius hat so gar den Charakter eines ganzenVolkes ausdrücken können. Er malte die Athenienser,wie sie gütig und zugleich grausam; leichtsinnig undzugleich hartnäckig; brav und zugleich feige waren. DieseVorstellung ist allein durch den Weg der Allegorie mög-lich."

Außer daß sie undeutlich und uninteressant hat seyn müssen;