Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
257
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Man male eine fast gleichgültige Scene ans der Geschichte,und man zeige eine fast auserlesene Versammlung von denabstrakten Ideen, die wir allegorische Personen zu nennenpflegen; die erste wird dennoch mehr gefallen. Ich bin sehrdamit zufrieden, daß man endlich anfhöre, die Mythologiezu malen, man hätte schon lange aufhören können; aber diewahre heilige und weltliche Geschichte sey dasjenige, womitsich die größten Meister am liebsten beschäftigen. Welch einweites Feld! und wie interessant kann man hier besondersalsdann seyn, wenn die rechten Momente gewählt werden.Man kann so gar das Wiederholte wiederholen, und dennochneu seyn. Zuerst will ich (so mußte der junge Künstler, dersich fühlt, zu sich selbst sagen) zuerst will ich für die Religionarbeiten! Hieraus soll die Geschichte meines Vaterlandes meinWerk seyn, damit auch ich etwas dazu beitrage, meine Mit-bürger an die Thaten unsrer Vorfahren zu erinnern, unddenjenigen Patriotismus unter uns wieder aufzuwccken, der

sie beseelte! Hierauf-doch weder mein Leben, noch vieler

andrer, reicht zu, jene Unternehmungen bis zu einer gewissenVollständigkeit auszuführen. Die heilige Geschichte also, und

die Geschichte meines Vaterlandes-Die andern mögen

die Geschichte ihres Vaterlandes arbeiten. Was geht mich,wie interessant sie auch ist, so gar die Geschiche der Griechen

und Römer an?-- Aber wenn nur die Kupferstecher ihre

unermüdete Gütigkeit behalten, und unsre Cvpisten bleiben!denn nur durch ihre Hülfe können unsre Arbeiten einen aus-gebreitcten Nutzen haben. Ein verschloßnes Manuskript, undein gedrucktes Buch sind zwei sehr verschiedne Sachen. Wennsie nur nicht aufwachen, und sich erinnern, daß es ihnenniemand wehrt, so wohl wie wir, Erfinder, Zeichner und

Alles zu werden.-

Älopsiock, vermischte Schriften.

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