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10 (1844)
Entstehung
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ihnen fehlen. Sie hören zwar dadurch nicht auf, tugendhaftzu seyn; aber ihnen fehlt doch eine Reizung mehr, es zubleiben.

Allein man nehme uns einmal einer ganzen Nation. DieSprache, ihr linker Arm, sey, weil wir von ihr nicht ge-schätzt werden, ungelenkig, mager, nervenlos! Sie sey wederzur Prosa, noch zu der vortrefflichen Poesie fähig. Dieseschweige, und schmücke die moralische Schönheit mit keinemneuen Reize; oder, wenn sie redet, so schläfre sie ein. Jedenützliche und wichtige Sache, die in guter Prosa glücklich ge-sagt werden kann, bleibe unbekannt; oder werde auf eine Artgesagt, daß man sie lieber nicht wissen mag. Die Geschichte,diese so nvthwendige Obcrrichterin, erzähle keine große Be-gebenheiten, die Wege der Vorsehung, und oft die Vorschrif-ten der Nachwelt; oder verunstalte sich durch den Vortrag.Mich (denn heut darf ich von mir selbst reden) sollen Schul-mcthode, Armseligkeit am guten Ausdrucke, und jene über-flüssige Untersuchungen verstellen, die nichts weniger, als dieKenntnis' der Menschen und ihre Verbesserung, angehen. Ichsey nicht mehr die Führerin und die Freundin des gesundenVerstandes, sondern eine Grüblerin, welche die von ihr er-hitzte Einbildungskraft vergebens zu fesseln sucht. Diejenigen,so sich durch Unterredungen oder durch Briefe unterhalten,seyen von allem, was der falsche Witz Plumpes oder Spie-lendes hat, so eingenommen, daß sie dadurch auch ihren Ge-schmack am moralischen Schönen verlieren. Die Erklärungder Offenbarung, die vorzüglich auf unsre Kenntniß gestütztwerden sollte, weil die heiligen Bücher zugleich Muster derPoesie und der Beredsamkeit sind, arte in theologische Spitz-fündigkeiten aus. Die Beredsamkeit des Predigers sey gemein,schwach, witzelnd, ohne Gedanken, ohne Empfindungen, kurz,