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10 (1844)
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Welt besaß, ist auch durch den Namen merkwürdig, den sieuns gab. Sienannte uns dieWissenschaften der Mensch-lichkeit. Die Wahrheit dieser Benennung wird durch dieErfahrung ganzer Jahrhunderte bestätigt.

Eine Nation, die durch den Ackerbau, durch die Handlung,durch gute Gesetze, und durch diejenigen Wissenschaften großist, die man sich augewöhnt hat, die Höher» zu nennen,(die Theologie allein sollte sie genannt werden) ist eineglückliche Nation! Aber ist sie glückselig? Sie ist esnicht eher, als bis sie auch tugendhaft ist! Und wodurchwird sie dieses? Etwa durch den Reichthum? Durch Gesetze,die weiter nichts, als den Schein der Tugend gebieten, undauch nichts mehr gebieten können? Durch die höhcrn Wissen-schaften? Wodurch also? Durch die Religion, und durch diemoralischen Wahrheiten, welche die Religion dem menschlichenVerstände zu finden übrig gelassen hat. Aber auf welche Artdurch diese? Derjenige müßte ein merkwürdiger Fremdling inder Kenntniß des Menschen seyn, der behaupten wollte, es seyüberflüssig, die philosophische, und die erhabnere Tugend derReligion dem Menschen liebenswürdig vorznstellen. Es istdieß so wenig überflüssig, daß es nothwendig ist.

Die Religion selbst, in so fern die heiligen Schriften, inwelchen sie enthalten ist, als menschliche Werke anzusehensind, ich meine, in so fern sie sich zu der Denkart der Men-schen herunterlassen, um dieselben zu unterrichten, und zurühren, die Religion ist durch Muster der Poesie und derBeredsamkeit offenbart worden, die sich der tiefsinnigste Ken-ner nicht reizender, stärker, und erhabner denken kann. Undes ist keine geringe Ehre für uns, daß die Sprache, welche inder Offenbarung geredet wird, unsre Sprache ist. UnsreLieblinge haben alsdenn die wahrste Hoheit und 'die