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seyn, die sie kennen! Und wie wenige sind, die sie nicht, bisans einen gewissen Grad, empfinden? Wir würden nnsdurch falsche Bescheidenheit schaden, wofern wir es nicht freihcraussagten, daß wir uns nicht zu sehr zu schmeicheln glau-ben, wenn wir uns für schöner halten, als die Wissenschaften,denen man diesen Beinamen auch gegeben hat. Wir ahmendie Natur besser, als sie nach, weil wir, durch unsre Nach-ahmung unmittelbar auf die Sinne und durch ihre Hülfezugleich auf die Einbildungskraft und aufs Herz wirken.Unsre Gegnerinnen arbeiten nur für die Einbildungskraft undfürs Herz. Außer dem, daß die Nachahmung, mit welcherwir der Natur folgen, reizender ist, so ist sie auch wahrer.Wir lassen uns in keine philosophische Untersuchung dieseswichtigen Vorzugs ein. Genung daß er da ist. Und über-haupt haben wir uns nicht viel in Untersuchungen einzulaffen,da die Welt eben so von uns denkt, als wir von uns selbstdenken. Belohnt sie nns nicht mit gleicher, und oft mitgrößrer Ehre, als die schönen Wissenschaften von ihrerhalten? Sie werden uns gewiß nicht vorwerfen, daß wirdie Ehre weniger als sie suchen, oder daß wir nicht so feindarüber denken: Allein lebt man von der Ehre? Müssensie nicht ganz andre Beschäftigungen als die, so sie am mei-sten lieben, übernehmen, um zu leben? Wir leben vonunfern Werken; und oft machen sie uns so gar reich!
Unsre Gegnerinnen, fing die Philosophie an, habenihre Ansprüche ans den Vorzug ein wenig lebhaft und miteinem Stolze vorgetragen, dessen eine gute Sache, vor einemRichter, wie der unsrige ist, noch niemals bedurft hat. Ueber-haupt werden sie gestehn, daß sie uns seit je her wenigerGerechtigkeit, als wir ihnen, haben widerfahren lassen. Viel-leicht sind das Genie und die Kenntniß, die zureichen, ihre