die feurige Malerei, die sanfte Kupferscecherkunst, welchesie mit jeder Schönheit ausgeschmückt hatten, diese sind es,die das Auge des Kenners so lange und so angenehm be-schäftigen. Er Hort in einem von der Baukunst dazu einge-richteten Saale unsre Freundin, die Musik. Und nur diesererlauben wir es, daß sie ihn anfhalten, und ihn nicht so gleichnach der Gallerie oder in die Gärten, welche Venus und dieGrazien reizender machen, zurückkehren lasse. Welch eintrauriger Anblick muß es für ihn seyn, wenn er, ans unfernPalästen, in einen Buchladen, kömmt. Was sicht er da?Eine alte, bekannte verdrüßliche Sache, Bücher! BedrucktesPapier voll Zeilen, die immer ans die vorige Art wieder-kommcn, und welches er, ihm doch einige Zierde zu geben,in gefärbtes Leder einbindeu lassen, und es irgendwo hin-stellen kann, daß eine Art von Symmetrie hcranskomme. Jederkann diese Papiere kaufen, jeder, wenn ihm nichts bessereseinfällt, sie lesen. Es ist so was gemeines, so was wieder-holtes, so was wohlfeiles, ein Buch! Man würde die Bü-cher gar nicht mehr haben, gar nicht mehr ansehcn mögen,wenn sie nicht die gütige Hand der Kupferstecherkunstbisweilen ausschmückte. Wie viel vorzüglicher sind unsreWerke! Es ist kein geringer Theil der Ehre einer Nation,uns zu unterstützen, uns mit jeder Aufmerksamkeit zu unter-scheiden. Die Baukunst macht daS Leben durch die Bequem-lichkeit und durch die Pracht der Werke, die sie errichtet,angenehmer. Die Bildhauerkunst, die Malerei, dieKupferscecherkunst belohnen und verewigen das Verdienst.Wer würde sich der großen Männer, der Lieblinge des Va-terlandes, so oft erinnern, wenn er ihre unvergänglicheBildnisse nicht auf den öffentlichen Plätzen, und in den Gal-lenen sähe? Wie traurig würde das Leben derer ohne MusikKlopsrück, vermischte Schriften. 16
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