Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
236
Einzelbild herunterladen
 

236

nicht die Schreibart der Offenbarung. Ich meinte den Haupt-plan der Religion: Große wunderbare Begebenheiten, diegeschehen sind, noch wunderbarere, die geschehen sollen! ebensolche Wahrheiten! diesen Anstand! diese Hoheit! diese Einfalt!den Ernst! diese Liebenswürdigkeit! diese Schönheit, so weitsie sich durch eine menschliche Nachahmung erreichen lassen.Die Nachahmung der Propheten, so fern ihre Werke Mei-sterstücke der Beredsamkeit in Absicht auf den Ausdruck sind,ist etwas anders.

Die Griechen, die Römer, und die Franzosen, haben eingoldenes Weltalter ihrer schönen Wissenschaften, das in kur-zer Zeit eingeschränkt ist. (Ich weiß nicht, warum wir ver-gessen haben, den Engländern auch eins zu geben? Es istschon lange her, daß sie Meisterstücke haben. Und mindstenshaben sie, durch Glover, nicht aufgehört.) Das goldne Welt-alter der Hebräer ist von viel längerer Dauer. Es fängtmit Moses oder Hiob an. Und es sind zwo verschiedeneSachen, die Schreibart der Morgenländer überhaupt, unddie Schreibart der Offenbarung.

Die höher» Wesen, welche, für unsre philosophische Er-kcnntniß, außer der Schöpfung waren, die wir kennen, sinddurch die Offenbarung in dieselbe zurückgekommcn. Aber siemußten, nach unsrer Art zu denken, auch für die Einbil-dungskraft gebildet werden. Und daß sie Ließ würden, hatseine guten Gründe. Es ist wahrscheinlich, daß endliche Gei-ster, die sich besonders auch mit Betrachtung der Körperwcltbeschäftigen, Leiber haben. Und es ist nicht ganz ohne Wahr-scheinlichkeit, daß Wesen, die Gott auch so sehr bei der Se-ligkeit der Menschen braucht, einen Körper empfingen, derdemjenigen ähnlich war, welchen der Mittler dieser Seligkeitannahm. Der Verfasser des heiligen Gedichts ist hier auf