Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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genung, an die tiefste, tvdtenvolle Gruft kommen. Führteich sie auf einmal dahin, so würden sie mehr betäubt werden,als fühlen. Es gehören diese Vorbereitungen ohncdieß zumeinem übrigen Plane; und jetzt will ich sic, aus dieserUrsache, so anordnen. Einige werden diese Anmerkungen überdie Kunst des Plans für zu hoch getrieben halten; aber wohlnur diejenigen, die, wenn sie anderer Meinung gewesenwären, den Satz in der Ausübung übertrieben hätten.

Das Erhabne, wenn es zu seiner vollen Reife gekommenist, bewegt die ganze Seele, und welche Seele am meisten?Die selbst Hoheit hat, die selten bewundert, aber auch mehrbewundert, als irgend eine kleine, wenn sie muß. Mittel-mäßige Seelen trifft es nur mit einem gewissen Schlage,den sie nicht ganz fühlen, weil sie mehr durch ihn erschüttertwerden als ihn fühlen. Die Kräfte unsrer Seelen haben einesolche Harmonie unter sich, sie fließen, wenn ich cs sagendarf, so beständig in einander, daß, wenn Eine stark getrof-fen wird, die andern Mitempfinden, und in ihrer Art zugleichwirken. Der Poet zeigt uns ein Bild. Dem Bilde giebt erso viel Ebenmaß und Nichtigkeit, daß cs auch den Verstandreizt, oder er weiß ihm gewisse Züge mitzutheilen, die nahean die Empfindung des Herzens gränzen. Die uugeschmückteWahrheit, die allein den Verstand zu beschäftigen schien, hatgleichwohl unter seiner Hand einige Helle Mienen der Bilderangenommen, oder sie zeigt sich mit einer solchen Würdeund Hoheit, daß sie die edelsten Begierden des Herzens reizt,sie in Tugend zu verwandeln. Ist cs das Herz, so derPoet angreift, wie schnell entflammt uns dieß! Die ganzeSeele wird weiter, alle Bilder der Einbildungskraft erwachen,alle Gedanken denken größer. Denn obgleich einige Leiden-schaften eine gewisse ruhige Art zu denken ganz unterbrechen,