Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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ist; eine gewisse Hoheit in die Hauptidee des Gedichts brin-gen; die kühne Erfindung eben an ihre Gränzcn, und keinenSchritt darüber, führen; neue Charaktere, aber diese so großund so liebenswürdig zeigen, daß es uns sonderbar vorkömmt,daß sie dennoch neu sind; die Hauptbegebenheiten Hand anHand so auf Einem Schauplatz fortleiten, daß die Episodeimmer um sic und neben ihnen ist, und sich so wenig jenseitsder Berge verirrt, daß sie sich vielmehr oft in die Reihe derHauptbegebcnheiten einflicht. Es ist noch eine gewisse Ord-nung des Plans, wo die Kunst in ihrem geheimsten Hinter-halte verdeckt ist, und desto mächtiger wirkt, je verborgnersie ist. Ich meine die Verbindung und die abgemeßnc Ab-wechselung derjenigen Scencn, wo in dieser Einbildungskraft;in jener die weniger cingckleidete Wahrheit; und in einerandern die Leidenschaft, vorzüglich herrschen: wo sie dieseScenen einander vorbereiten, unterstützen, oder crhohn; wiesie dem ganzen eine größre, unangemerkte, aber gewiß ge-fühlte Harmonie geben. Wir wollen annehmen, daß sich derPoet vorgesetzt habe, in einer gewissen wichtigen Stelle unserHerz in einem sehr hohen Grade zu bewegen. Vielleichtwürde er unvermerkt auf folgende Art verfahren. Vielleichtwürde er sich auch den Entwurf gemacht haben, es zu thun.Hier das Herz mit dieser Stärke zu bewegen, saget er zusich, muß ich immer, und so steigen, daß jeder meiner vor-hergehenden Schritte Vorbereitung se». Diesen stummen,erstaunungsvollen Schmerz will ich hcrvorbringcn! Ich mußmeine Hörer nach und nach mit wehmüthigen Bildern um-geben. Ich muß sie vorher an gewisse Wahrheiten erinnern,die ihre Seele für diesen letzten großen Eindruck aufschließen.Wenn sie eine Weile bei Gräbern, die noch mit Blumen be-deckt waren, vorübergegangcn sind, dann sollen sie, noch schnell