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10 (1844)
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Bedeutung, von solchen Entzweckeu, fürGeschichte der Religion,ansehen? Wenn Jemand diesen Eiuwurf im Ernste machenkönnte, würde ich sagen: Die Folgen, die er aus den Ge-schichten zieht, welche er, in diesem Feuer des Herzens oderder Einbildungskraft, für wahr halt, sind seinem moralischenCharakter nicht schädlich. Sobald die Geschichten von einerArt wären, daß sie dieses sepn könnten, so wird er gewiß,eh er darnach handelt, sich erinnern, daß es Erdichtungensind.

Da ich also, wie ich glaube, die Erlaubniß in der Reli-gion zu dichten annehmen darf; oder mit andern Worten,da ich für erlaubt halte, auch nach poetischer Denkungsart,dasjenige, was uns die Offenbarung lehrt, weiter zu ent-wickeln: so gehe ich zu dieser viel wesentlicheren Frage fort:Unter welchen Bedingungen man von Materien der Religiondichten dürfe? Diese Bedingungen werden von nichts Ge-ringer», als von dem inner» Plane der Religion bestimmt.Ein Thcil des Entwurfs und der Ausbildung eines heiligenGedichts hängt zwar von dem Genie und dem Geschmackedes Poeten ab; ein anderer Theil aber, und vielleicht dergrößte, gehört vor den Richterstuhl der Religion. Es ist hiersogar nicht genung, daß der Verfasser des heiligen Gedichts denRiß der Religion tiefsinnig stndirt habe, ihren großen Um-fang, nebst allen ihren Verhältnissen genau kenne; sic mußauch sein Herz, mit derjenigen starken Hand gebildet haben,die an dem rechtschaffnen Manne, der sie versteht, so kenn-bar ist. Eh ich diese Gedanken weiter aus einander setze, undsie in einigen ihrer beinah unzählbaren und fast immer mo-ralischen Aussichten zeige, muß ich mich in wenigen Anmer-kungen auf das bezieh», was in dem heiligen Gedichte vondem Genie und Geschmack allein abhängt.

Klvpstrck, vermischte Schriften.

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