erinnere, die sie, so sehr berechtigt, an denjenigen thnn, deres unternimmt, sie, durch diesen Weg, auf den erhabenenSchauplatz der Religion zu führen. Allein sowohl diese Vor-stellung, als auch meine Abneigung, etwas, das zur Kritikgehört, zu schreiben, hat bei mir der Gedanke überwunden,daß ich dadurch vielleicht etwas thäte, das einigen nützen,und andern angenehm se»n könnte. CH ich von der Sacheselbst rede, kann ich die Frage nicht ganz unberührt lassen:Ob es erlaubt sey, den Inhalt zu Gedichten ans der Reli-gion zu nehmen? Es können sie einige, ans wirklicher Fröm-migkeit, thnn. Diesen antworte ich mit der Ehrerbietung,die ich gegen jedes rechtschaffene Herz habe.
Der Theil der Offenbarung, der uns Begebenheiten mel-det, besteht meistentheils nur aus Grundrissen, da doch dieseBegebenheiten, wie sie wirklich geschahn, ein großes, ausge-bildetes Gemälde waren. Ein Dichter studirt diesen reichenGrundriß, und malt ihn nach den Hauptzügen ans, die erin demselben gefunden zu haben glaubt. Angleich weiß manvon ihm, daß er diefi für nicht mehr, als Erdichtungenausgiebt. Cr thut, in seiner Art, nichts weiter, als wasein anderer thut, der aus den nicht historischen Wahrheitender Religion Folgen herleitet. Sie dachten, auf verschiedeneWeise, über die Religion nach.
Wenn aber ein andrer aus noch zarterer Sorgfalt, nichtsFremdes in die Religion einmischen zu lassen, einwendet:Der Dichter bringt mich, durch seine mächtigen Künste dahin,daß ich zu der Zeit, da ich ihn lese, oder auch noch länger,vergesse, daß es ein Gedicht ist. Ist es erlaubt, daß Jemandmich und viele zu einer solchen Art zu denken verleite, daßwir unvermerkt Geschichte, von denen wir nicht gewißwissen, daß sie geschehen sind, für Geschichte von so großer