Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
221
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ist nicht so gut, als die übrigen fünft. Denn der Umstand,daß die lange Sylbe in der Mitte steht, macht, daß dieVergleichung dem Ohre etwas schwerer wird. Eine gewisseReihe von Worten kann aus keinen andern, als den ange-führten Füßen bestehen, wenn sie harmonisch seyn soll. DieProsa ist deßwcgen nicht so wohlklingend, als die Poesie, weilsie diese angeführten Worte nicht nach einer so feinen Regelder Harmonie ordnet, als die guten Versarten thun. Wennsie nun aber vollends zu viele kurze Sylben (und dreisind schon zu viel) hinter einander setzt; so macht sie dadurcheinen besonder» Ucbelklang, daß man gezwungen ist, einigevon diesen kurzen Sylben, als lange ausznsprechen, und alsodem Sylbcnmaße eine Gewalt anzutknn, bei welchem dieHarmonie immer verliert. Die deutsche Sprache hat zwarhier einigen Vorthcil, weil sie viele gleichgültige Sylben hat,ich meine diejenigen, welche bald kurz bald lang gebrauchrwerden können; aber gleichwohl hilft dieser Umstand demje-nigen nicht viel, der zu viele kurze Sylben häuft. Will manzum Stempel diese Worte:

Verkündige die unerhörte Thal

nach dem Sylbcnmaße aussprechen; so wird man so sehr eilenmüssen, daß man nicht verstanden werden kann. Man mußsie daher so anssxrechcn:

Verkündige die unerhörte That

Aber wie wird hier das Ohr durch die Länge des die be-leidigt.

Doch der Wvhlklang entsteht nicht allein durch die Ver-bindung der langen und kurzen Sylben: es kömmt auch sehrauf die Wahl harmonischer Wörter an. Eine gewisse Anzahl