Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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mit dem Gedanken verwechseln Man sagt: Es ist eben derGedanke; es ist nur ein andrer Ausdruck. Und der Gedankewird doch geändert, so bald der Ausdruck geändert wird.Dieser ist a» sich selbst weiter nichts, als das Zeichen desGedanken. Gleichwohl muß eine genaue Kenntniß allerBestimmungen dieser Zeichen, die sie haben, und durch ge-wisse neue Stellungen haben können, zu erlangen, eine vonden vornehmsten Beschäftigungen eines guten Dichters undeines Lesers sepn, der sich nicht zu viel schmeicheln will, wenner seine Urtheile für entscheidend hält. Wenn eine Sprachegebildet ist; so ist eine vollständige Kenntniß derselben einervon den weitläufigsten Theilcn der schonen Gelehrsamkeit.

Es kann niemand drei kurze Sylben hinter einanderaussprechcn, ohne auf eine gezwungne Art zu eilen. Das

Lsso viileatur des Cicero kann so, wie es gezeichnet ist, nichtausgesprochen werden. Entweder müßte man das v in 08S0beinahe gar nicht hören lassen, welches hart sepn würde; oderman muß auf das vi einen gewissen Ton legen, der es zueiner langen Splbe macht. ES sind daher eigentlich nursechs verschiedne Füße, auf deren guten Zusammensetzungdie ganze Harmonie der Prosa und der Poesie beruht. Ichverstehe durch einen Fuß so viele Sylben, als das Ohr auseinmal mit einander vergleicht. Es vergleicht eine lange

mit der andern langen, in dem es hört: Schutzgeist. Csvergleicht die lange mit ihrer Hälfte der kurzen auf zweier-lei Art, entweder so: Gestalt, oder so: Freudig; Es vergleichtdie lange mit zwo kurzen und dieß auf dreierlei Art, als:

ewige, oder: unerhört, oderauch: Geliebte. Diese letzte Art