darauf au, daß die gewählten Objekte von Seiten gezeigtwerden, die mit dieser Art und diesem Grade der Schön-heiten harmvnircn. Man nehme an, daß, in einem Gedichtevom Landleben, eine schöne Gegend beschrieben werde; unddann, daß ein lyrischer Dichter, in einem Lobe der Gottheit,sich mit einer ähnlichen Beschreibung beschäftige: werden sienicht sehr verschieden seyn müssen? Jener muß fürs erstein dem Tone des Lehrgcdichts schreiben, und dann seine Ob-jekte in einem Gesichtspunkte betrachten, die den Eindruckeiner sanften Freude auf uns machen. Der lyrische Dich-ter muß so wohl dadurch, daß er dem Tone der Ode gemäßsingt, als auch dadurch, daß er die schöne Gegend, als einWerk des Allmächtigen vorstellt, uns entzücken. Fast allenneuern Oden fehlt etwas von dem Haupttone, den die Odehaben soll. Ich gestehe zu, daß ich unrecht habe, wenn fol-gende Anmerkung falsch ist.
Horaz hat den Hauptton der Ode, ich sage nicht desHymnus, durch die seinigen, bis auf jede seiner feinstenWendungen, bestimmt. Er erschöpft alle Schönheiten, derendie Ode fähig ist. Man wird also den Werth einer Ode ambesten ausmachen können, wenn man sich fragt: Würde Horazdiese Materie so ausgcführt haben? Aber man müßte einwenig streng bei Beantwortung dieser Frage seyn. Dennsonst bekommen wir zu' viel Horaze unsrer Zeiten.
Ich erkläre mich hierdurch gar nicht gegen die Ansprüche,die besonders der lyrische Dichter auf einen Originalcharakterhat. Ich rede nur von der Biegsamkeit, mit der sich selbstein Originalgenie dem Wesentlichen, was die lyrische Poesiefodert, unterwerfen muß. Und dieses Wesentliche, behaupteich, hat Horaz, durch seine Muster festgesetzt.
Es ist nichts gewöhnlicher, als daß man den Ausdruck