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Es gicbt eine Anordnung des Plans eines Gedichts, dieeinem Gebäude gleicht; und sie sollte einer schönen Gegendgleichen. Der Poet ist kein Baumeister; er ist ein Maler.Ich nenne ihn hier in einem andern Verstände einen Maler,als man diesen Ausdruck gewöhnlich nimmt. Ich rede vonihm, als von dem Zeichner seines Grundrisses. Wie wenigKunst gehört dazu, eine gewisse Svmmetrie gerader Linien zumachen. Durch die Zusammensetzung krummer Linien Schön-heit hervorzubringcn, erfodert eine andere Meisterhand.
Man sagt, daß die Epopöe alle Schönheiten der Poesievereinige. Es wäre also überflüssig, von ihr insbesondre zureden, wenn man eine Poetik schriebe. Mich deucht, jenerSatz ist nur alsdann wahr, wenn man ihn auf die Schön-heiten der höhern Poesie einschränkt; und ferner denHauptton bestimmt, der die Epopöe von den übrigen Artender höhern Poesie unterscheidet.
Dcii Sicgcr schützten die Götter; die Ueberwundciic» Cato!
Ist das erhabenste Epigramm«, das man machen kann.Es müßte „Cato und die Götter" darüber stehn. Man könnteeine nicht zu kleine Sammlung Epigrammata aus der Henriademachen.
Die Materie und die Ausführung verhalten sich gegeneinander, wie das Original, und das Porträt. Man er-laubt dem guten Maler gewisse kleine Abweichungen, ge-wisse feine Verschönerungen; aber man will erkennen, wergemalt ist. Die besten neuern tragischen Dichter haben oftzwar Cabinetstücke, aber keine Porträts gemacht, wenn sieihre Materie aus der alten Geschichte genommen haben.
Der Haupttvn eines Gedichts besteht nicht allein in derArt und dem Grade der Schönheiten, die einer gewissenDichtart vorzüglich eigen sind, sondern es kömmt auch sehr