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bloß nach? Nur alsdann hat er bloß nachgeahmt, wenn ichnicht weinen werde. Er ist an der Stelle desjenigen gewesen,der gelitten hat. Er hat selbst gelitten. Wenn meinFreund beinahe eben das empfindet, was ich empfinde, weilich meine Geliebte verloren habe; und diesen Antheil an mei-ner Traurigkeit andern erzählt: ahmt er nach? Von demPoeten hier weiter nichts als Nachahmung fodern, heißt ihnin einen Acteur verwandeln, der sich vergebens als einen Ac-reur anstellt. Und vollends der, der seinen eignen Schmerzbeschreibt! der ahmc also sich selbst nach?
Wenn der Ausdruck dem Gedanken eben so angemes-sen ist, als der Gedanke dem Gegenstände, und dieser nichtallein gut gewählt, sondern auch in einem vorzüglich gefallen-den Gesichtspunkte angesehen worden ist; so hat der Dichterallen Federungen, die man ihm thun kann, genung gethan.
Der Gegenstand ist gut gewählt, wenn er gewisse durchdie Erfahrung bestätigte starke Wirkungen auf unsere Seele hat.
Er wird in einem vorzüglich gefallenden Gesichtspunkteangesehen, wenn dieser die vorher angeführte Wirkung mehrals die andern hervorbringt, in welchem der Gegenstand auchangesehen werden könnte.
Der Gedanke ist dem Gegenstände angemessen, wenn esscheint, als ob man keinen bessern dabei haben könnte; wenner nicht da bloß Betrachtung bleibt, wo er Leidenschaft hättewerden sollen; wenn er überhaupt ein so genaues Verhältnißzu dem Gegenstände hat, als das Verhältniß zwischen Ursachund Wirkung ist.
Der Ausdruck ist dem Gedanken angemessen, wenn erdem Leser besonders dadurch gefällt, daß er völlig bestimmtsagt, was wir haben sagen wollen. Cr ist ein Schatten, dersich mit dem Baume bewegt.