Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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Gedanken über die Natur der Poesie.

Aus dem Nordischen Aufseher 2. Bd. 105. St.

Es sind so Wenige, die sich einen rechten Begriff von demmachen, was eigentlich die Poesie ist, daß ich glaube, daß esfür die Meisten von ihren Liebhabern nicht überflüssig scynwird, folgende zerstreute Gedanken darüber zu lesen. Ichhabe bei weitem nicht alles darüber, und ich habe dieß we-nige auf keine Art systematisch sagen wollen, um sie durchdie Idee einer langen Abhandlung nicht abzuschrecken.

Man hat viele überflüssige Regeln der Poesie gegeben,und bis zum Ekel wiederholt. Man hat viele von den noth-wendigsten noch nicht gegeben. Wenn man eine vollstän-dige Poetik, ohne sie durch Beispiele praktisch zu machen,schreiben wollte: so hätte man nur wenig Blätter dazunöthig, und man würde gleichwohl noch viel Neues sagenkönnen.

In einer Poetik vom Epigramm« handeln, wäre eben das,als wenn man in einer Rhetorik von Bonmots handelnwollte; obgleich ein Bonmot bisweilen mehr als eine ganzelange Rede wcrth sepn kann.

DaS Wesen der Poesie besteht darin, daß sie, durch dieHülfe der Sprache, eine gewisse Anzahl von Gegenständen,