Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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etwas von dem, das einige nachahmungswürdige Sprachenvon einander unterscheidet, anführen. Die feurige bilder-volle Kürze der hebräischen Sprache; die Fülle und die an-gemeßnen feinen Bestimmungen der griechischen; den Anstand,die Würde und den hohen Ton der römischen; die Stärkeund die Kühnbeit der englischen; die Biegsamkeit und dieAnnehmlichkeit der italienischen; und die Lebhaftigkeit undsorgfältige Nichtigkeit der französischen, wird die männlicheund ungekünstelte deutsche Sprache desto glücklicher erreichen,je freier die Art und je reifer die Wahl seyn werden, wo-mit sie nachahmen wird.

Es scheint mir, daß eine von ihren gnten Eigenschafteneine gewisse Biegsamkeit scy, etwas von dem Tone andrerSprachen anzunehmen. Derjenige würde mich falsch erklären,der glaubte, daß ich ihrem Originalcharakter hierdurch etwasvergeben wollte. Sie könnte vielleicht mehr geben, als sienimmt. Sie ist, wie die Nation, die sie spricht. Sie denktselbst, und bringt die Gedanken andrer zur Steife. Manwird mir also die Gerechtigkeit widerfahren lassen, und vonmir glauben, daß, wenn ich wünsche, daß sie einige ange-nehme, oder stark gezeichnete Büge der Alten und Ausländerentlehnen möge, um sich vollends zu bilden, daß ich weitentfernt bin, mich dadurch für diejenige sklavische Nachahmungzu erklären, welche die Hälfte Deutschlands angesteckt zuhaben scheint, und die es noch dahin bringen kann, daß dieAusländer glauben werden, die Deutschen am richtigsten vonandern Nationen zu unterscheiden, wenn sie dieselben Nach-ahmer nennen.