Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
213
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Römern in ihren glücklichen Ausdrücken der Poesie nachzu-ahmen. Viele von diesen Ausdrücken könnten zwar auch,weil sie oft von ihnen gebraucht werden, Jdiotismi heißen;sie sind aber vielmehr, auf der Seite des poetischen Ans-druckes überhaupt, anzusehn, und dieß so sehr, daß dabeigar nicht mehr die Frage von der Grammatik irgend einerSprache ist, sondern von den Regeln desjenigen poetischenAusdrucks, der in jede gebildete Sprache ausgenommen zuwerden verdiente.

Wenn man die hebräische Sprache allein als eine mvr-genländische ansehen wollte; so würde man leicht darauf ver-fallen können, die Nachahmung derselben, wegen des großenUnterschieds der abendländischen und der morgcnländischenSprachen, schlechterdings zu verwerfen. Allein man hörtmit Recht auf, sie bloß in diesem Gesichtspunkte anzuschen,wenn man anmerkt, daß die Verfasser des alten Testaments,(ich betrachte hier ihre Werke bloß als menschliche) dasUebertriebene der morgenländischen Sprachen, ohne ihremFeuer und ihren glücklichen Kühnheiten etwas zu vergeben,vermieden haben; daß wir, mit ihrer Art sich auszu-drücken, schon vertraut geworden sind; und daß sie unsBegriffe sagen lehren, die für uns so wichtig sind, und vonwelchen wir fast keine Spur in den heidnischen Skribentenfinden. Diese Umstände znsammengenommen machen denpoetischen Ausdruck des alten Testaments besonders denen,die heilige Gedichte schreiben, zu einer reichen Quelle derNachahmung, die ihnen dann am besten gelingen wird, wennsie dem morgenländischen Ausdrucke, wo er am kühnsten ist,in einer gewissen Entfernung zu folgen wissen.

Gebildete Sprachen haben vieles mit einander gemein,und vieles, das sie von einander unterscheidet. Ich will nur