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10 (1844)
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dabei hüten wird, dasjenige, was er entlehnt, auf eine Artanzubringen, die seiner eignen nicht angemessen wäre.' DieRömer ahmten den Griechen auf diese Art nach. Und viel-leicht hat die deutsche Sprache noch mehr Verwandtschaft mitder griechischen, als die römische mit ihr hatte. Wie glücklichdie Engländer und Italiener in der Nachahmung jener beidenSprachen oft gewesen sind, weiß jeder, der sie gelesen hat.Daß Ronsard cs nicht war, daran ist weder Homers undVirgils, noch Corneilles Sprache Schuld.

Die Gränzen dieser Nachahmung können viel bestimmterbei dieser und jener Stelle gezeigt, als durch allgemeineRegeln festgesetzt werden. Ich werde mich nur auf eine Un-tersuchung einlassen.

Jede Sprache hat ihre Idiotismos. Man nimmt öftersAusdrücke für Idiotismos an, die es zwar in so fern sind,daß sie wirklich in einer Sprache so oft Vorkommen, daß sieihr allein eigen zu seyn scheinen; die aber gleichwohl keinegrammatikalischen Jdiotismi sind. Ich habe oft gefunden,daß man wider die Uebersetzung eines solchen Jdiotismi amEnde nichts mehr sagen konnte, als daß man diesen Gedankenin dieser Sprache nicht denken wollte. Welches besondersdeßwegen lächerlich war, weil mau zugegeben hatte, daß erin der andern Sprache schön wäre.

Die Römer gingen so weit, daß sie auch die grammati-kalischen Idiotismos der Griechen nachahmten. Meine Mei-nung ist nicht, daß die Deutschen dieses auch thun sollen;(ob ich gleich nicht zu viel zu wagen glaube, wenn ich diesparsame Nachahmung einiger Wortfügungen ausnehme) ichmeine nur, daß sie sich das Geschrei derjenigen, wclcke dieplatte Sprache des Volkes allein für gut deutsch zu haltenscheinen, nicht abhalten lassen sollen, den Griechen und